Jorgos Flambouraris empfiehlt :
'David Vajda hat die Gabe, Charaktere auf den Punkt zu bringen. Und zwar den Punkt in der Mitte der Zielscheibe.' (Philipp Tingler) - Ein sprachlich funkelndes, zärtlich-ernstes Debüt.
Er nennt sie Mäak - Kater - oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante - nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen. Ein außergewöhnlicher erster Roman: amüsant, zärtlich, ernst.
zum Produkt € 23,00*
Transkription ist ein smarter, witziger und wendiger Roman über uns und die Geräte, die unsere Gefühle, Erfahrungen und Beziehungen formatieren - und immer tiefer in das eingreifen, was wir für uns selbst halten. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen, diesem überlebensgroßen Urgestein der Kunstszene, Vater seines besten College-Freundes. Vor dem Termin fällt ihm allerdings im Hotel das Smartphone ins Klo, und er kommt ohne Aufnahmegerät zum Interview. Was er aus Gründen, die ihm selbst nicht klar sind, nicht zugeben kann oder will.
Daraus entwickelt sich eine turbulente Geschichte mit bizarren Folgen, das emotionale Drama - nicht nur - dreier Männer, die mit der Frage kämpfen, was es heißt, in dieser unseren wackeligen Wirklichkeit (was ist das eigentlich, Wirklichkeit?), ein guter Freund, ein guter Vater und überhaupt ein guter Mensch zu sein.
zum Produkt € 24,00*
Stig Dagerman (1923-1954) schuf in seinem kurzen Leben ein eindrucksvolles literarisches Werk. In den Erzählungen kam es ganz besonders zur Vollendung. Mit viel Mitgefühl schildert er, oft nah am eigenen Leben, eindringlich vermeintlich beiläufige Begebenheiten und Beobachtungen. Tiefe Empfindsamkeit wechselt sich mit kompromissloser Direktheit und Ehrlichkeit ab. Auch stilistisch legt Dagerman in seinen Erzählungen eine große Bandbreite an den Tag, teils sind sie dem psychologischen Realismus zuzuordnen, teils einem existenziellen Symbolismus. Oft stehen Kinder im Mittelpunkt, etwa in 'Die Memoiren eines Kindes', worin von Dagerman selbst und seinem Leben bei den Großeltern erzählt wird, vom Schrecken und der Verängstigung, die sein Aufwachsen begleitet haben. Das titelgebende 'Unser nächtlicher Badeort' dagegen erzählt von der Sehnsucht nach Unbeschwertheit und von der Schönheit im Alltäglichen, derer man sich nicht bewusst ist, bis man sie nicht mehr hat und zu vermissen beginnt.
Die zwischen mündlicher Erzählung und essayistischen Reflexionen changierende Sprache Stig Dagermans übersetzt Paul Berf mit beeindruckender Genauigkeit und prägnanter Brüchigkeit. Kein Wort ist zu viel, keine Formulierung will mehr, als sie ausdrückt. Immer geht es in den Geschichten um die Suche nach dem richtigen Leben, nach der Kunst, durchs Leben zu kommen und am Leben zu bleiben. Die emotionale Wucht seines Schreibens trifft uns Lesende unmittelbar, schüttelt uns durch und lässt uns, berührt von der Melancholie und beglückt von der Schönheit der Existenz, nach der Lektüre aus dem Buch wieder auftauchen.
zum Produkt € 25,00*
Die französische Schriftstellerin Banine lernte Ernst Jünger im besetzten Paris kennen und verliebte sich unsterblich in ihn. Auch Jünger fühlte sich zu ihr hingezogen, hatte jedoch eine Frau und zwei Söhne und wahrte seinen Abstand. Über diese meist unerwiderte Liebe, die sie ihr ganzes Leben verfolgte, führte Banine ein Tagebuch, das erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangte. In diesen Aufzeichnungen beschreibt sie Ernst Jünger aus nächster Nähe und bringt viele seiner Eigenheiten ans Licht, die bis heute im Dunkeln lagen. Sie enthüllt Jüngers Verhältnis zum französischen Widerstand sowie zu dem umstrittenen Autor Louis-Ferdinand Céline, sie beleuchtet seine kritische Haltung gegenüber den Nationalsozialisten und gibt Einblick in das Leben, dem Jüngers Literatur entsprang: So ist Banines detaillierte Darstellung der gemeinsam an der Côte d'Azur verbrachten Tage die biografische Folie, vor der Jüngers Reiseessay Ein Vormittag in Antibes gelesen werden muss. Doch Liebe ist Dir verboten ist nicht nur ein unschätzbar wertvolles Dokument für die Jünger-Forschung - es eröffnet uns auch die reiche Gefühlswelt einer Autorin, die es in Deutschland erst noch richtig zu ent-
decken gilt.
zum Produkt € 28,00*
Am Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden. In der Jackentasche ein Kinoticket und auf dessen Rückseite ihre Telefonnummer. Sie erhält einen Anruf des ermittelnden Polizisten. Nur: Was soll sie - Synchronsprecherin in Paris, Mutter und Ehefrau - mit diesem ermordeten Mann in der 200 Kilometer entfernten Stadt zu tun haben?
Sie reist sofort nach Le Havre. Verlangt, die Leiche zu sehen. Angelangt in der Stadt ihrer Kindheit, begegnet sie unwillkürlich den Bildern ihrer Vergangenheit. Der Hafenkai, das Lichtspielhaus, jeder Ort trägt Spuren vergessener Episoden. Und immer mehr drängt sich ihr die Erinnerung an ihre erste verlorene Liebe auf. Was, wenn der Tote diese Jugendliebe ist, die damals von heute auf morgen wie vom Erdboden verschwunden war? Ein mysteriöser Tod, eine Spurensuche an den Orten der Jugend und eine Hafenstadt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen. In ihrem literarischen psychologischen Thriller Brandung verwandelt Maylis de Kerangal einen Kriminalfall in einen Schauplatz innerlichen Aufruhrs und biografischer Erkundungen.
zum Produkt € 25,00*
Endlich eine zeitgemäße Übersetzung zum 100. Geburtstag von John Fowles
Der junge Engländer, Nicholas Urfe, ist des Lebens überdrüssig und verlässt sein langweiliges Leben in England. In der Hoffnung, dass seine Dämonen sich in der Sonne besser unter Kontrolle halten lassen, nimmt er einen Lehrauftrag auf einer abgelegenen griechischen Insel an. Als die Dunkelheit ihn auch dorthin verfolgt, schließt er eine Freundschaft mit einem zurückgezogenen Millionär. Schon bald findet er sich als Schachfigur im tödlichen Spiel dieses Tricksers aus Gewalt, Verführung und Verrat wieder. Je tiefer Nicholas in die psychologischen Fallen des Magus hineingezogen wird, desto schwerer fällt es, Vergangenheit von Gegenwart und Fantasie von Realität zu unterscheiden.Ein Werk reich an Symbolen, Rätseln und labyrinthischen Wendungen, gilt der Magus als der magischste Roman im Fowles-Kanon.
zum Produkt € 38,00*
Der große Harlem-Roman von Krimipreisträger Richard Price East Harlem, 2008. Ohne Vorwarnung stürzt ein fünfstöckiges Mietshaus ein, das ganze Viertel versinkt im Chaos. Die Rauchwolke steht dicht über dem Berg aus Schutt, als Rettungsdienste und Medien eintreffen. Als eigentlich keiner mehr mit Überlebenden rechnet, wird Anthony Carter aus den Trümmern geborgen, unversehrt, aber nicht mehr derselbe. Richard Price folgt vier unvergesslichen Charakteren durch die Nachwehen einer urbanen Katastrophe. Ein fesselndes Gesellschaftspanorama voller Spannung und sozialer Visionen.
Anthony Carter Sein wundersames Überleben, nachdem er tagelang unter Tonnen von Ziegeln und Steinen begraben war, macht ihn zu einem Mann mit einer Botschaft und einem leidenschaftlichen Sinn fürs Missionieren. Er tingelt von einer Kundgebung zur nächsten, doch er hat ein beschämendes Geheimnis.
Felix Pearl Ein junger Fotograf und Neuankömmling in der Stadt, der bisher etwas ziellos vor sich hin lebte, sieht in seinen Fotografien und Videoaufnahmen von diesem Tag eine plötzliche persönliche Bestimmung.
Royal Davis Der Besitzer eines heruntergekommenen Bestattungsunternehmens in Harlem, dessen verzweifeltes Durchstöbern der Einsturzstelle nach potenziellen 'Kunden' die Suche nach einem anderen Lebensweg auslöst.
Mary Roe Eine altgediente Polizistin, die, auch getrieben durch die brutale Geschichte ihrer eigenen Familie, davon besessen ist, Christopher Diaz zu finden, einen der Vermissten des Hauses.
Richard Price, Krimipreisträger und Autor der Erfolgsserien The Wire und The Night Of, hat ein bravouröses Portrait einer Gemeinschaft am Rande des Zerfalls geschaffen. Lazarus Man ist ein fesselnder Roman von unnachahmlicher Menschlichkeit.
zum Produkt € 26,00*
Ethan Taubes, der in New York lebt, hatte lange nicht mehr mit seinem Vater gesprochen, als er von dessen Zusammenbruch und Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik in Berlin erfuhr. Ein Freund und Universitätskollege seines Vaters berichtete ihm, er habe Jacob Taubes nach New York geholt, da er nicht zulassen könne, dass nach Auschwitz ein Jude in einer deutschen Irrenanstalt sterbe. Doch der Zustand des Vaters verschlechterte sich so sehr, dass ihn nur eine Elektroschocktherapie retten konnte. Danach beschloss Jacob Taubes, nach Berlin zurückzukehren, um dort seine Tätigkeit als Hochschullehrer wieder aufzunehmen. Die Erzählung von Ethan Taubes beginnt an Heiligabend mit dem letzten gemeinsamen Treffen vor der Abreise. Gemeinsam schlendern sie ziellos durch die Stadt, machen Station in einer Buchhandlung, in Parks, in Cafés und - zum last supper - in einem Restaurant. Im Gespräch vermischen sich schmerzliche und traumatische Erinnerungen an die Qualen der Kindheit und Jugend mit Diskussionen über Literatur und Wissenschaft, über Gott, Apostel Paulus und das Judentum. An diesem 'heiligen' Abend geht es aber auch um die Auseinandersetzung eines emotional verletzten Sohnes mit dem in intensiver Hassliebe bewunderten Vater.
Der verlorene Vater ist die zutiefst berührende Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung. Es ist zugleich auch die Geschichte eines intergenerationellen Traumas, von Brüchen in der Identität und verlorenen kulturellen Traditionen einer jüdischen Familie nach dem Holocaust.
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Im Duisburger Stadtteil Hochfeld leben mehr als die Hälfte aller Minderjährigen in Armut. Sie und ihre Familien stammen aus vielen verschiedenen Ländern - aber sie nutzen die Ziffern 053 der örtlichen Postleitzahl als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. Das sind die 053-Kids. Der Fotograf Toby Binder hat Hochfelder Jugendliche über Jahre begleitet, ihren Alltag dokumentiert, ihr Leben sichtbar gemacht. Binder hat die Erfahrung sozialer Ungerechtigkeit, ihren Kampf um Identität, aber auch Freundschaft und Wünsche meisterhaft ins Bild gesetzt. 'Wir sind die Kanaken, wir werden nie dazugehören, is so', sagt der 17-jährige Apo. In Hochfeld stammen 93 Prozent der Jugendlichen aus Migrantenfamilien. Sie sehen sich oft nicht als Deutsche, sondern zum Beispiel als Albaner, wie Ensar. Aber 'wenn ich fünf Wochen nicht in Hochfeld war, bekomme ich Heimweh. Ich liebe Deutschland!' Binder ist für viele seiner sozial engagierten Foto-Projekte international ausgezeichnet worden und publizierte unter anderem in Stern, The Guardian, Le Monde, Washington Post oder der Neuen Zürcher Zeitung. Mit einem Vorwort von Dr. Naika Foroutan.
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Vom Staatsmythos Buchenwald zum Angriff auf die Demokratie Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los? Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch 'Landschaft ohne Zeugen' noch einmal in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der vorbildlichen Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR. Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen.
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