Jorgos Flambouraris empfiehlt :
Klara wurde als deutsche Jüdin aus Frankreich deportiert und war 29 Monate in Auschwitz. Als der Krieg endet und die Lager befreit werden, kehrt sie als eine der letzten KZ-Überlebenden nach Paris zurück, wo sie eine Zeit lang bei ihrer Schwägerin Angelika unterkommt. Doch die überstandenen Erlebnisse prägen sie noch immer zutiefst: Abgemagert, das Haar kurz, die Augen leer, ist Klara auch innerlich nicht mehr dieselbe. Ihr altes Ich hat sie abgelegt, sie verweigert alles, was damit zusammenhängt, auch die deutsche Sprache und sogar den Kontakt zu ihrer dreijährigen Tochter, die, bei Klaras Deportation noch ein Baby, von einer Freundin gerettet und gestillt wurde und der man später sagen soll, ihre Mutter habe die Internierung nicht überlebt. Angelika ist erschrocken angesichts der Unnahbarkeit dieses nunmehr fremden Menschen, doch sie ist bestrebt, Klaras zerstörte Seele zu begreifen, und hält die mühsamen Versuche der Annäherung in einem Tagebuch fest. Mit größtmöglicher Sensibilität wagt sich Soazig Aaron an ein Thema, von dem bisher nur die Shoah-Überlebenden erzählten, und beweist so die Kraft der Fiktion, Erinnerung nicht nur zum Leben zu erwecken, sondern auch zu bereichern.
zum Produkt € 24,00*
'Eines dieser Bücher, die dich zum Lachen und Weinen bringen und die du am liebsten allen schenken möchtest, die du liebst.' The New Yorker
Bo ist 89, und ihm läuft die Zeit davon. Andererseits ist Zeit wenigstens etwas, das er noch zur Genüge hat. Denn seit seine Frau in einem Pflegeheim für Demenzkranke lebt, sind Bos Tage viel zu lang. Sein Kontakt beschränkt sich auf seinen Hund Sixten und die täglichen Besuche vom Pflegedienst. Hans, sein Sohn, kommt dagegen nur selten vorbei und traut ihm vor allem gar nichts mehr zu. Jetzt will er ihm auch noch den Hund wegnehmen. Dabei braucht Bo seinen geliebten Vierbeinigen so dringend wie noch nie. Warum versteht das niemand? Der drohende Verlust seines Hundes bringt Bo dazu, die Schlüsselmomente seines Lebens zu überdenken. Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein brillant geschriebener, weltweit gefeierter Roman voller Witz und Wärme über das, was im Leben wichtig ist und uns mit Zuversicht erfüllt.
zum Produkt € 24,00*
'Alles in diesem Buch ist wahr' - mit diesen Worten beginnt Anatoli Kusnezows literarisches Dokument über eines der furchtbarsten Verbrechen der deutschen Besatzung: das Massaker von Babyn Jar. Im September 1941 wurden in einer Schlucht nahe Kyjiw innerhalb von zwei Tagen mehr als 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von den Nationalsozialisten ermordet. Kusnezow, damals zwölf Jahre alt, erlebte den deutschen Einmarsch, die Terrorherrschaft der Besatzer und die Rückeroberung durch die Rote Armee aus nächster Nähe. Jahrzehnte später schuf er mit Babyn Jar ein Werk, das von hemmungslosen Grausamkeiten erzählt, von Hunger, Angst und Überleben. In der Sowjetunion wurde Babyn Jar zensiert, erst nach Kusnezows Flucht in den Westen konnte der Text in vollständiger Fassung erscheinen - mit jenen Passagen, die gestrichen worden waren, und jenen, die er sich damals selbst nicht zu schreiben getraut hatte. Die Neuübersetzung von Christiane Körner macht das Werk erstmals in seiner ganzen sprachlichen und historischen Dringlichkeit zugänglich. Der Historiker Bert Hoppe zeichnet in seinem Nachwort die geschichtlichen Ereignisse nach, während sich die Autorin Kateryna Mishchenko mit Kusnezows Werk vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine 2022 auseinandersetzt und so eine neue Lesart dieses erschütternden Dokuments der Zeitgeschichte eröffnet.
zum Produkt € 32,00*
Es gibt Leben, die wie Faustschläge sind. Zwischen Rummelplatz, Boxring und Spielhöllen kämpfen Schicksale gegen die Welt und sich selbst an. Punch erzählt von Menschen am Rande: Von einem ukrainischen Boxer, der nicht in den Krieg will, von einer jungen Frau, die auf der Suche nach einem Fight ist, von einem gescheiterten Journeyman, der nie aufgehört hat zu verlieren. Da ist Lena an ihrem Zuckerwattestand, ihr Handgelenk schmerzt. Bis vor wenigen Minuten hat sie Berge voll Süße auf Holzstiele gedreht – sechs Stunden, endlich der Wechsel mit ihrer jüngeren Schwester. Während andere Kinder mit Roboterkrallen in Spielzeugmeeren tauchen, wischt der kleine Leon in der Ringecke Adrian das Blut von der Stirn. Sein Lieblingsboxer schnauft ein letztes Mal durch. Letzte Runde. Der Rummelplatz – sonst ein Ort des Vergnügens – wird hier zum Kaleidoskop der Schattenexistenzen. Was ist Mut? Ist feige und schlecht, wer nicht kämpft? Was ist das Leben im Exil wert, wenn in der Heimat Häuser verbrennen?
Mit sprachlicher Intensität und philosophischer Tiefe leuchtet der Roman die Zerrissenheit derer aus, die sich zwischen Kampf und Aufgeben, zwischen Entwurzelung und dem Wunsch nach einem Zuhause bewegen. Paul Garbulski gelingt das Wandern durch jene Welten, die für gewöhnlich unsichtbar bleiben – scharfe Blicke auf das, was sich allzu häufig den Augen entzieht. Eine neue, kraftvolle Stimme in der Gegenwartsliteratur, die in der Tradition großer realistischer Erzähler steht. Extrem verdichtete Prosa mit ultimativer Sogwirkung.
zum Produkt € 24,00*
Eine verbotene Liebe und ihre Folgen. Das mitreißende Literaturdebüt über eine Familie, die durch die Moralvorstellungen der damaligen Zeit auseinandergerissen wird.
Ein Haus, einen Ehemann, ein Baby: Eigentlich hat Dawn alles, was man sich im England der 1980er-Jahre wünschen sollte. Doch dann lernt sie Hazel kennen und beginnt zu ahnen, welches andere Leben möglich wäre. Plötzlich ist alles viel heller - und komplizierter. Denn Dawn hat Verpflichtungen: Dawn hat ihre kleine Tochter Maggie. Jahrzehnte später ist Dawn für Maggie nur eine schattenhafte Erinnerung. Ihr Vater Heron hat sie allein großgezogen, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Als Heron eine Diagnose erhält, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt, erzählt er Maggie zunächst nichts davon. Denn über unbequeme Wahrheiten hat er schon immer lieber geschwiegen - so wie über das, was 1982 passiert ist ... In ebenso zarte wie sprachmächtige Prosa gegossen und mit warmherzigen Figuren gespickt, stellt Claire Lynch in Familiensache die Frage, was eine Familie ausmacht und wie die Wunden der Vergangenheit heilen können. 'Ich habe diesen zarten, herzzerreißenden Roman in einem Tag verschlungen und werde für immer an ihn denken müssen.' Barbara Kingsolver
zum Produkt € 24,00*
Ein kleines Dorf in Bayern, Ende der 1950er Jahre: Ein Kind kommt zur Welt aus einer Verbindung, die hier niemand für möglich gehalten hätte. Die Mutter ist Schlesierin und gehört zu den 'Heimatvertriebenen', die sich ein Jahrzehnt zuvor im Ort niedergelassen haben. Der Vater ist ein Medizinstudent aus Syrien, der ins Dorf kommt, um am Goethe-Institut Deutsch zu lernen. Zum Zeitpunkt des Kennenlernens hatten sie keine gemeinsame Sprache, und ihr gegenseitiges Sprechen blieb ein Leben lang brüchig. So wächst das Kind in einer Atmosphäre des Schweigens auf, sucht nach einem Schlupfwinkel für die eigene Existenz und findet ihn in der Literatur. Schlupfwinkel beschreibt den Werdegang eines Autors, der zwar zu einer eigenen Sprache findet und damit Erfolge feiert, doch im Leben ein Verlorener bleibt. Es ist gleichzeitig ein Versuch, die Geschichte der Eltern aus der Distanz heraus zu verstehen und den Momenten nachzuspüren, wo sie vielleicht eine Chance gehabt hätten, eine ausgeglichene Familie zu werden. Und schließlich ist es eine Geschichte von Flucht und möglichem Ankommen, die sich in den 'Wirtschaftswunderjahren' abgespielt hat, aber bis heute nachhallt.
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Zwei Brüder im Hinterland von Montana. Bis jetzt kamen sie noch immer über die Runden, mit dem Holzfällen, dem gelegentlichen Wildern im Yellowstone Nationalpark. Doch nach dem Tod ihres Vaters stapeln sich die Rechnungen, das Dach ist undicht, der Winter nah. Thad und Hazen müssen etwas tun und dafür die eingespielten Rollen, ihr immer gleiches Schauspiel - der eine der strenge und verantwortungsvolle Bruder, der andere verträumt und zu nichts nutz - beenden. Nur so haben sie eine Chance, den unmöglichen Auftrag ihres Kontaktmanns zu erfüllen und sich den Ärger mit dem Geld zumindest eine Weile vom Hals zu halten. Doch dann passiert ein Unglück, bei dem noch mehr verloren geht als das eigene Selbstverständnis. Bärenzähne ist ein packender, ein rührender Roman über die Bürde, füreinander sorgen zu müssen, über die Schönheit und Lebensgefahr in wilder Natur. Callan Wink knüpft darin ein unvergessliches Band zwischen zwei ungleichen Brüdern in einem weiten, abgründigen Land.
zum Produkt € 25,00*
Seit dem Münchner Abkommen im September 1938 steht Europa vor der Drohung eines neuen Weltkriegs. Simone Weil, Philosophin, Gewerkschaftlerin, Aktivistin, sieht sich unter äußerstem Druck: Was kann sie, die radikale Pazifistin, tun, wenn Hitlers Deutschland tatsächlich den Krieg beginnt? In dieser Extremsituation schreibt sie einen ihrer berühmtesten Texte, eine souveräne Darstellung des homerischen Epos, zugleich die minutiöse Analyse dessen, was die kriegerische Gewalt macht aus den Menschen und der Welt. Simone Weil weiß, 'dass man die Gewalt niemals bewundern soll, die Feinde nicht hassen und die Unglücklichen nicht verachten', und erkennt gerade daraus die menschliche Pflicht zum Widerstand. Wolfgang Matz stellt in seinem Essay sodann eine der großen Reflexionen über Krieg und Frieden zur Diskussion: Was leistet Simone Weils Machttheorie gegenüber den heutigen Konflikten? Wo sind die Grenzen ihres pessimistischen Begriffs der Gewalt? Wie aktuell ist ihre Idee einer universalen Moral? Simone Weils Kritik des Pazifismus und ihre dennoch illusionslose Analyse der Realität des Krieges ist die konzentrierte Bilanz des politischen und moralischen Zwiespalts, der im 21. Jahrhundert von Neuem aufbricht.
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In jeder Iranerin steckt eine Rebellin ...
Wort für Wort bedeutet Bad-jens: nicht akzeptabel.
Und im Alltagspersischen: schelmisch oder aufmüpfig.
Schiras, Herbst 2022. Mitten im Aufstand 'Frau, Leben, Freiheit' klettert die sechzehnjährige Iranerin Badjens bei einer Demonstration auf einen Müllcontainer, um in aller Öff entlichkeit ihr Kopftuch zu verbrennen. Während sie vor der sie anfeuernden Menschenmenge steht, zieht in Rückblenden ihr bisheriges Leben an ihr vorbei: ihre unerwünschte Geburt, ihr konservativer Vater, ihr Smartphone voller rebellischer Hits, ihre Freundinnen, ihre erste Liebe, ihr Körper, der nach Freiheit verlangt, und die Kleiderordnung für Frauen, die dieses Stück Stoff auf dem Kopf vorschreibt, von dem sie sich unbedingt befreien will.
'Meine Heldin Badjens verkörpert all diese Mädchen der Generation Z, die mit der Propaganda des islamischen Regimes gefüttert wurden, aber auch Zugang zu sozialen Netzwerken, Taylor Swift und Netflix hatten. Sie sind Lichtjahre von ihren Großmüttern entfernt und ganz anders als ihre Mütter, die zwischen den Verboten navigiert haben. Sie lassen alles hinter sich.' Delphine Minoui
Delphine Minoui erzählt die radikale Entwicklung ihrer Protagonistin in Form eines inneren Monologs. In ihrem bewegenden Entwicklungsroman verweben sich ausdrucksstarke Worte zu einer neuen Sprache, die in ihrer Feinfühligkeit und Rebellion Ausdruck für eine neue Generation im Aufbruch ist. Die Grundlage für den Roman bildeten Social Media Posts und Online-Interviews, die Minoui mit jungen Iranerinnen geführt hat. Es ist ihr gelungen, daraus einen Text zu schaff en, der die Wut, die Rebellion, aber auch den Mut der jungen Frauen ungeheuer kraftvoll zum Ausdruck bringt.
'Delphine Minoui setzt starke Akzente und komponiert aus Sätzen, die sie wie in Strophen arrangiert, eine traurige und mitreißende Hymne.' Le Figaro
zum Produkt € 21,00*
Paris, 1940. In der Bar des legendären Hotel Ritz scheint warmes Licht auf die polierte Messingtheke, während Nazis, Kollaborateure und Mitglieder der französischen Elite ihre Cocktails schlürfen - weit entfernt vom Lärm des Krieges. Frank Meier, der berühmte Barmann des Ritz, serviert sie mit routinierter Eleganz. Doch hinter seinem höflichen Lächeln verbirgt sich die Angst. Jeder Drink, den er mixt, könnte sein letzter sein. Denn er hat ein Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte: Er ist Jude. Hinter seiner Theke hört Frank mehr, als gut für ihn ist. Zwischen perlendem Champagner, prickelnden Cocktails und geflüsterten Absprachen schnappt er Informationen auf - von Verrat, Résistance und den skrupellosen Plänen der Besatzer. Jeder Abend in der Bar wird gefährlicher, jede falsche Bewegung könnte ihn entlarven. Zuschauen oder handeln? Seine Entscheidung wird nicht nur über sein Schicksal bestimmen, sondern auch über das von Luciano, seinem jungen Lehrling, und Blanche, der Frau, die er liebt. Basierend auf der echten Figur des Frank Meier, entführt Der Barmann des Ritz in eine Welt voller Täuschung, Loyalität und Mut - ein fesselnder Roman über den schmalen Grat zwischen Überleben und Widerstand.
zum Produkt € 25,00*