Liebe Freunde unserer Buchhandlung,
gerne teilen wir mit Ihnen unsere Leseerfahrungen. Denn nicht jedes Buch ist gut und nicht jedes gute Buch ist für jeden gleichermaßen gut.
Wir freuen uns, wenn unsere ganz subjektiven Buchempfehlungen Ihnen bei der Auswahl helfen und Lust machen, das eine oder andere Buch zu entdecken.
Und natürlich wäre es schön, wenn Sie uns dann auch mitteilen, ob es Ihnen genauso gut gefallen hat.
Der für den deutschen Buchpreispreis nominierte Roman von Andreas Stichmann, erzählt von einer unwahrscheinlichen Liebesgeschichte. Diese spielt sich zwischen Claudia Aebischer, die zur Eröffnung einer deutschen Bibliothek nach Nordkorea reist und der nordkoreanischen Dolmetscherin Sunmi ab. Eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte, nicht nur wegen der politischen Überwachung die für die zwei Frauen ein hohes Risiko bedeutet, sondern auch aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten und Sehnsüchte der Figuren. Während die 50-jährige deutsche aus ihrem Job aussteigen möchte und das „Poesie-Ding“ durchziehen will, sehnt sich Sunmi nach Wirklichkeit und echten Gefühlen und möchte ihrer Ehe und vielleicht auch ihrem Land entkommen.
Ein mit Perspektiven spielender Roman mit Witz, Konzentration und interessanten Figuren.
zum Produkt € 20,00*
In seinem Debütroman erzählt Behzad Karim Khani das Schicksal von Saam, seinem kleinen Bruder Nima und dessen Vater. Nach der Hinrichtung der Mutter in der Iranischen Revolution, flieht der Vater mit seinen zwei Söhnen nach Berlin-Neuköln. Während der Vater durch Taxifahren versucht die Familie über Wasser zu halten, gerät Saam durch einen Freund in die kriminelle Szene. Hier erkämpft er sich bei den arabischen Straßengangs Respekt. Doch irgendwann geht er zu weit.
Ein Roman der mit der Sprache der Straße von komplizierten Schicksalen gebrochener und mutiger Figuren in einer harten Welt erzählt.
zum Produkt € 24,00*
Stefanie vor Schulte ist eine Meisterin des magischen Realismus! Ihr zweiter Roman ist ein Buch über das Trauern, das Traurigsein und die Weigerung, den eigenen Schmerz gesellschaftlichen Normen anzupassen.
Familie Mohn hat die Mutter verloren. Jetzt steht sie im Verdacht, die Trauerarbeit zu verschleppen. Das Leben muss doch weitergehen, sagen die Nachbarn, meint das Traueramt. Doch Vater Adam, die wütende Linne, der nach Hause zurückgekehrte Student Steve und Micha, der Jüngste, wollen nicht weitergehen. Sie möchten Johanne bewahren - nicht nur in ihren eigenen Erinnerungen, sondern in unzähligen Geschichten, die deren Leben so vielleicht gar nie geschrieben hat.
zum Produkt € 24,00*
„Susanna“ von Alex Capus
Würde Herr Capus das vereinfachte Rezept für verdünnte Wassersuppe aufschreiben – ich würde es lesen, und zwar ziemlich sicher mit Genuss und Gewinn.
Obwohl ich dachte, mich weder besonders für den Wilden Westen, noch für unbekannte schweizer Malerinnen zu interessieren, braucht Alex Capus kaum mehr als ein, zwei Seiten, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.
Susanna wächst im calvinistischen Basel auf, streng reglementiert ist das Leben und freudlos die Ehe ihrer Eltern. Als ihre Mutter den Vater verlässt, nimmt sie Susanna mit nach New York. Die beginnt dort zu malen und ihr Leben gestaltet sich völlig untypisch für eine Frau des 19. Jahrhunderts. Unter den vielen Porträts, die sie nach Fotografien anfertigt, findet sich auch eines von Sitting Bull.
Ein paar Jahre später werden die beiden sich begegnen, der Sioux Häuptling aus South Dakota und die Amateurmalerin aus Basel, mitten in der Prärie, wo sich bereits die Soldaten zum letzten großen Massaker an den Indianern sammeln.
Selbst wenn Sie jetzt denken, ach nein, das ist so gar nicht mein Thema, lassen Sie sich versichern: das macht nichts! Alex Capus verwöhnt sprachlich auf so hohem und doch so leicht zugänglichem Niveau, daß es sich wie ein luxuriöses Schaumbad anfühlt. Er ist ein Erzähler, den man anflehen möchte, einem weiter Geschichten zu erzählen, egal wovon sie handeln.
Und das Beste: Es ist eine wahre Geschichte!
„Susanna“ erscheint Ende Juli im Hanser Verlag
zum Produkt € 25,00*
"Ein zartes, gewaltiges Kunststück." (The New York Times) - Percival Everetts großer Roman über Verlust und Erlösung
Zach Wells beschäftigt sich mit Steinen, er ist Geologe und Paläontologe. Und auch er selbst ist wie versteinert.
Die einzige Person, der er mit offenem Herzen begegnen kann, ist seine 12jährige Tochter.
Percival Everetts Roman beginnt mit dem Tag, als diese Tochter eine erschütternde Diagnose erfährt.
Wells, der nur mit größter Vorsicht und Distanz durchs Leben geht, muss hilflos zusehen, wie seine Tochter immer kränker wird. Da findet er einen Zettel, versteckt in einem online gekauften Hemd: "Hilf uns".
Zach Wells will retten - irgendjemanden!
Everetts großartiger Roman bleibt einem lange in Erinnerung. Diesen "versteinerten" Mann beim Aufbäumen gegen den Schmerz zu begleiten, ist bewegend und verstörend.
zum Produkt € 23,00*
Gesundheit, Kreativität, persönliches Glück - Charles Pépin zeigt: Wir müssen anderen begegnen,
um uns selbst zu begegnen.
In bedrückenden Zeiten braucht man manchmal kleine Fluchten. Und eine solche erlaubt uns die "Kleine Philosophie der Begegnung".
"Jede Begegnung ist ein Würfelspiel", erklärt der französische Philosoph, und immer, wenn wir unsere eigenen vier Wände verlassen, fordern wir den Zufall heraus.Den Zufall einer Begegnung, die uns und damit die Welt verändern kann. Da können wir auf die Liebe, die Freundschaft oder eine Geschäftsidee treffen.
Dazu bedarf es nur der Offenheit, der Neugier und der Bereitschaft sich einzulassen auf die neue, die fremde Person.
Er erzählt uns von berühmten Beispielen, etwa als Keith Richards Mick Jagger am Bahnhof traf, Pablo Picasso Paul Eluard kennenlernte und David Bowie im gleichen Restaurant war wie Lou Reed.
Die großen europäischen Philosophen kommen ebenso zu Wort wie die Evangelisten und Sigmund Freud. "Der Mensch wird (erst) am Du zum Ich", zitiert Pepin Martin Buber und tritt auf jeder Seite den Beweis dafür an.
In jedem der kurzen Kapitel ermutigt der französische Philosoph die Leser, das Glück herauszufordern.
Dieses kleine, optimistische Buch ersetzt jeden "Raus-aus-der-Einsamkeit"-Ratgeber, und tut das elegant, klug und warmherzig.
zum Produkt € 20,00*
Mit ihrem treuen Pferd ist Arka auf dem gefährlichen Weg in das sagenumwobene Hyperborea. Die dreizehnjährige Kriegerin sucht dort ihren Vater, den sie noch nie gesehen hat. Die Stadt ist ein geheimnisvoller Ort, sie liegt im rauen Gebirge und wird von einer magischen Kuppel geschützt, die nicht nur Feinde abwehrt, sondern auch die kalten Winde der schneebedeckten Gipfel. Und außerdem die letzte Stadt der Welt, in der Magie noch erlaubt ist. Einer der mächtigen Magier soll Arkas Vater sein. Doch das abgeschottete Leben der großen Magier in den hohen Türmen macht es Arka fast unmöglich, ihn zu finden. Einen überraschenden Verbündeten findet sie in dem Magier Lastyanax. Der talentierte und ehrgeizige junge Mann hat es aus der Armut zum Minister geschafft. Und auch er verfolgt eine Mission: Er sucht einen Mörder, der in der Stadt sein Unwesen treibt und sogar seinen früheren Mentor getötet hat. Doch wie sollen sie einen Täter finden, der keine Spuren hinterlässt, außer einem eisigen Windhauch? Und welches Rätsel steckt hinter Arkas Herkunft?
Bei der Suche nach der Wahrheit bekommen es Arka und Lastyanax mit finsterer Magie und einem tödlichen Fluch zu tun und müssen sich den Geistern ihrer Vergangenheit stellen. Gemeinsam kommen sie einer Intrige auf die Spur, die nicht nur ihre Freundschaft auf die Probe stellt, sondern Hyperborea in den Grundfesten erschüttert.
Empfohlen ab 12 Jahren
zum Produkt € 18,00*
Die Neuerzählung der Tell-Saga kommt wuchtig daher. Wilhelm Tell ist keine heroische Figur, sondern Bergbauer eines abgelegenen Hofes in den Schweizer Alpen. Er wird vom Landvogt der Wilderei verdächtigt und von den Habsburgern getriezt. Als dabei seine Mutter ums Leben kommt, zieht der wortkarge Familienvater alle Register.
In kurzen Episoden aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, bekommt der Leser einen hautnahen Eindruck vom Geschehen, welches hochspannend und temporeich geschildert wird. Auch die Figuren bekommen dadurch einen doppelten Boden und wirken sehr detailgetreu gezeichnet.
"Das finstere Tal" trifft "Die Bagage" in den rauhen Schweizer Alpen.
Joachim B. Schmidt greift nach den Schweizer Kronjuwelen und macht aus der Tell-Saga einen Pageturner, einen Thriller, ein Ereignis: Beinahe 100 schnelle Sequenzen und 20 verschiedene Protagonisten jagen wie auf einer Lunte dem explosiven Showdown entgegen. Keine Nach-, keine Neu-Erzählung, sondern ein Blockbuster in Buchform: "The Revenant" in den Alpen, "Game of Thrones" in Altdorf.
zum Produkt € 23,00*
Der Hawk ist eine Legende im Kalifornien des Goldrausches: Riesenhaft soll er sein, furchtlos, wild. Doch hinter dem Mythos steht die Geschichte von Håkan, der einst aus der schwedischen Heimat nach New York geschickt wurde, zusammen mit seinem großen Bruder, den er unterwegs verliert. Er landet in San Francisco, auf der falschen Seite des unbekannten Kontinents. Fest entschlossen, den Bruder zu finden, macht er sich zu Fuß auf den Weg, entgegen dem Strom der Glückssucher und Banditen, die nach Westen drängen, hin zum neuen gelobten Land. Noch ahnt Håkan nicht, dass er sein Leben lang unterwegs sein wird. Seine berührend schöne, meisterhaft erzählte Geschichte handelt von der Erfahrung radikaler Fremdheit und Einsamkeit, die entwurzelte Menschen zu allen Zeiten gemacht haben.
Ein sehr einsamer aber großartiger Western ohne viele Schießereien und mit viel Freiheit in den schier unendlichen Weiten Amerikas.
zum Produkt € 24,00*
Es handelt sich bei Identitti um einen aktuellen Roman, in dem es um Identitätsfindung und Diskriminierung geht.
Die Hauptfigur, Nivedita, ist 26 Jahre jung, hat einen indischen Vater und eine deutsche Mutter und studiert im Ruhrgebiet Postcolonial Studies. Mit ihr zusammen studieren ihre Cousine Priti und ihre Freundin Oluchi. Sie lebt in einer WG.
Das Leben von ihr und ihren Mitstreiterinnen läuft in „normalen“ Alltagsbahnen, bis ein handfester Skandal ihren Blick auf sich und ihre bis dahin „vergötterte“ Professorin Saraswati völlig verändert. Was ist eingentlich Identität? Wo gehöre ich hin? Wer ist Saraswati?
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mich in die verschiedenen Charaktere und Schreibstilmittel einzufinden (Blog-Einträge, Selbstgespräche, Erzählung), liest sich Identitti spätestens ab dem zweiten Drittel wirklich gut. Der Autorin gelingt es, mit viel Selbstironie und Charme des Hauptcharakters, ein gesellschaftskritisches und aktuelles Thema angenehm aufzuarbeiten. Es handelt sich bei Identitti zwar um einen Roman, der jedoch wahre Begebenheiten und Personen (eventuell mit veränderten Namen) einbaut, so dass man sich unterhalten fühlt und dennoch den aktuellen Bezug erhält.
In meinen Augen ein etwas anderer, aber durchaus gelungener Roman, der den Leser über die eigene Identität nachdenken lässt, die Sorgen und Probleme derer, die ihre Indentität aus verschiedensten Gründen noch nicht gefunden haben, eindrücklich darstellt und dabei das aktuelle Zeitgeschehen sowie historische Fakten einbindet.
zum Produkt € 24,00*