Wir lesen für Sie
Nach dem Tod seiner Mutter geht Amedeo nicht mehr zur Schule. Er flüchtet sich in Videospiele, hört viel Musik und geht dem Vater aus dem Weg. Der besorgte Vater hofft, Amedeo auf einer Zweitageswanderung auf die Punta Liberté wieder näherzukommen. Doch es kommt alles ganz anders als geplant. Und bald ist es an Amedeo, in der Abgeschiedenheit der majestätischen, aber auch rauen Bergwelt Verantwortung zu übernehmen.
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Mars, Snickers, Happy Cherries - wenn Emma die Späti-Regale aufstockt, sieht sie nur eins: Kalorien. Ihr Studium hat sie abgebrochen, genauso wie den Kontakt zu ihrem Vater, der vermutlich irgendwo auf einer Parkbank seinen letzten Rausch ausschläft. Und auch Emma steht kaum einen Abend ohne Müller-Thurgau durch, die Tasse unter dem Tresen hilft ihr beim Vergessen. Ist doch tutto bene, oder? Nicht. Aber dann ist da plötzlich Ingrid: fünfzehn, rotzfrech und seit Neuestem Schülerpraktikantin im Späti. Nicht nur Udo, der einzig für Schokolade und Energydrinks hinter seinem Gaming-Computer hervorkriecht, mag die neunmalkluge Teenagerin auf Anhieb. Auch Emma lässt Ingrid bald unbedacht in ihr Herz. Unbedacht, denn jetzt muss sie ihre Probleme wirklich angehen - und die steigern sich exponentiell, als sie den Matrosen, der eigentlich Leo heißt, kennenlernt. Er will das, was sie seit Jahren scheut: eine Beziehung, mit allem, was dazugehört. Doch Emma wagt ja noch nicht mal, sich ein Tattoo stechen zu lassen, wie soll sie sich da zu so etwas Großem committen? Sich jemandem auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, ist schon schwer genug.
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Ein Mann telefoniert mit seiner Vergangenheit. Vidars Leben ist aus den Fugen geraten. Nach einem gewalttätigen Vorfall in der Schule wird er vom Lehrdienst suspendiert. Als er zu Hause zufällig die Telefonnummer des alten Sommerhauses der Familie findet, wählt Vidar aus einer Laune heraus die Nummer. Es meldet sich sein Vater, der längst tot ist. Bald versteht Vidar: Am anderen Ende der Leitung ist immer der 17. Juni 1986, ein Tag aus seiner Kindheit. Es öffnet sich eine Falltür in die Vergangenheit. Anruf für Anruf versucht Vidar, jeden Schritt seiner Familie an diesem Tag nachzuvollziehen. Er überschreitet eine Grenze nach der anderen. Und während sich der Tag seiner Kindheit langsam auflöst, zieht sich die Schlinge in der Gegenwart immer enger zu. '
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Ab welcher Größe ist man eine Riesin?
Großmutter Liese, Tochter Cora und Enkelin Eva: drei große, auffällige Frauen, "mager wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langestreckt. Keine ist größer als sie, im Dorf nicht und auch nicht im nächsten. dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen."
So beschreibt Hannah Häffner ihre Riesinnen, die so gar nicht ins Dorfbild von Wittenmoos, "einer Pfütze von Einem Dorf" passen.
Wittenmoos liegt im Schwarzwald, aber man findet es auf keiner Landkarte, und es ist dieser Ort im dunklen Wald, der das Leben von Liese, Cora und Eva prägt.
"Die Riesinnen" sind ein außergewöhnlicher Roman und waren eines meiner Highlights im ersten halben Jahr 2026.
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Um es gleich vorweg zu nehmen: Edouard und Sylvette Tartuffe hat es nie gegeben und ihre Gemälde findet man einzig und allein auf den Seiten dieses Romans.
Bei glühender Augusthitze steigt 1920 der junge englische Journalist Joseph Adelaide in der Provence aus dem Zug.
Ein berühmter Maler, der mit seiner Nichte zurückgezogen dort lebt, will ihm eines seiner sehr seltenen Interviews geben.
Allerdings nur unter einer Bedingung: Joseph soll ihm für sein nächstes Gemälde "Junger Mann mit Orange" Modell stehen.
Natürlich willigt er ein und kommt so fast unfreiwillig dem Maler und vor allem Sylvette sehr nahe.
Die Perspektiven im Buch wechseln. Mal ist der Roman aus Etties, mal aus Josephs Sicht erzählt. So entfalten beide Figuren im Laufe der Geschichte immer mehr Facetten. und besonders Ettie gewinnt an Tiefe. hinter ihrer scheinbar "verhuschten" Fassade verbirgt sich eine Frau mit Tiefe, Ambitionen und vor allem einem großen Talent zum Malen.
Lucy Steeds schreibt sehr sinnlich. Man spürt die provenzalische Sonne förmlich auf der Haut brennen, hört die Zikaden und riecht das Terpentin im Atelier.
"The Artist" ist nicht nur ein beeindruckendes Debüt, sondern auch der perfekte Kunst- Sommer-Schmöker.
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Als der Kennebec River zufriert und die Leiche eines toten Mannes im Eis sichtbar wird, soll Martha Ballard den Leichnam untersuchen und die Todesursache feststellen. Als Hebamme und Heilerin ist sie in vieles eingeweiht, was sich hinter verschlossenen Türen in der Kleinstadt Hallowell abspielt.
Ihr Tagebuch ist eine Aufzeichnung aller Geburten und Todesfälle, Verbrechen und Debakeln, die sich in der engen Gemeinschaft ereignen.
Monate zuvor dokumentierte Martha die Einzelheiten einer angeblichen Vergewaltigung, die von zwei der angesehensten Herren der Stadt begangen wurde - einer von ihnen wurde nun tot im Eis aufgefunden. So ist Martha sich sicher, dass sie es hier mit einem Mord zu tun hat.
Doch ein örtlicher Arzt widerlegt ihre Schlussfolgerung und erklärt den Tod für einen Unfall. Martha ist entschlossen, den schockierenden Mord auf eigene Faust zu untersuchen. Im Laufe eines Winters, während der Prozess näher rückt und Gerüchte und Vorurteile zunehmen, ist Martha beharrlich auf der Suche nach der Wahrheit. Ihr Tagebuch gerät bald in den Mittelpunkt des Skandals, verwickelt diejenigen, die sie liebt, in die Sache und zwingt Martha, zu entscheiden, wo ihre eigene Loyalität liegt. Clever, vielschichtig und subversiv stellt Ariel Lawhons neuestes Werk eine unbeugsame Heldin vor, die sich weigerte, etwas Geringeres als die Gerechtigkeit zu akzeptieren, in einer Zeit, in der es galt, Frauen am besten nur zu sehen und nicht zu hören.
"Der gefrorene Fluss" ist eine spannende und zärtliche Geschichte über eine bemerkenswerte Frau, die ein beispielloses Erbe hinterlassen hat und dennoch bis heute fast vergessen ist.
Das perfekte Buch für Leserinnen von "Eine Frage der Chemie" und "Der Gesang der Flusskrebse" und in der limitierten Ausgabe mit Farbschnitt ein wunderschönes Geschenk für alle Buchliebhaberinnen!
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Mirabellentage“ von Martina Bogdahn ist ein warmherziger Roman über Freundschaft, verpasste Träume und die Frage, ob es für einen Neuanfang jemals zu spät ist.
Nach dem Tod von Pfarrer Josef steht seine langjährige Freundin und Haushälterin Anna vor einer besonderen Herausforderung: Sie soll seinen letzten Wunsch erfüllen und seine Asche ans Meer bringen – ein Ort, den er zu Lebzeiten nie gesehen hat. Gleichzeitig sorgt der neue Pfarrer Fridtjof, der als vermeintlicher Italiener in das fränkische Dorf kommt, für zahlreiche humorvolle Verwicklungen.
Mit viel Charme erzählt Martina Bogdahn von den Menschen eines kleinen Dorfes, ihren Erinnerungen, Sehnsüchten und Lebenswegen. Mal berührend, mal komisch, aber immer lebensnah. „Mirabellentage“ ist ein entschleunigender Wohlfühlroman, der zeigt, dass es nie zu spät ist, das eigene Leben neu zu gestalten.
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Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er in diese Situation geraten ist, bleibt zunächst ein Geheimnis. Er besitzt kaum mehr als einen alten Rucksack, einige selbst geschnitzte Holzfiguren und seinen Hund Fox, der sein treuester Begleiter ist. Bohm vermeidet es, über seine Vergangenheit zu sprechen, und trägt eine schwere Last aus früheren Ereignissen mit sich herum. Trotz seiner schwierigen Lebensumstände versucht er, seine Würde zu bewahren.
Alina ist eine Journalistin, deren Karriere nicht so verlaufen ist, wie sie es sich erhofft hatte. Einst galt sie als großes Talent, doch inzwischen steckt sie beruflich fest. Als letzte Chance erhält sie den Auftrag, eine Dokumentation über Obdachlosigkeit zu drehen. Dafür sucht sie nach einer Person, die stellvertretend für das Leben auf der Straße stehen könnte. So begegnet sie Bohm.
Zunächst ist Bohm wenig begeistert von Alinas Projekt. Er möchte nicht zum Objekt einer Reportage werden und misstraut den Medien. Doch schließlich stimmt er zu, sich von Alina begleiten zu lassen. Ausschlaggebend ist unter anderem die Sorge um seinen Hund Fox, für dessen Versorgung er Geld benötigt. Während der Dreharbeiten verbringen die beiden immer mehr Zeit miteinander.
Alina erhält dabei einen Einblick in die harte Realität des Lebens auf der Straße. Sie erlebt die Unsicherheit, die Kälte, die Einsamkeit und die gesellschaftliche Ausgrenzung, denen Bohm täglich ausgesetzt ist. Gleichzeitig erkennt sie, dass hinter dem obdachlosen Mann ein sensibler und intelligenter Mensch steckt, der weit mehr ist als das Bild, das viele Menschen von Obdachlosen haben. Bohm wiederum merkt, dass Alina nicht nur eine ehrgeizige Journalistin ist, sondern ebenfalls mit Ängsten, Zweifeln und Enttäuschungen kämpft.
Im Laufe der Geschichte wächst zwischen Bohm und Alina Vertrauen. Aus anfänglicher Skepsis entsteht Freundschaft, aus Freundschaft schließlich Liebe. Diese Liebe steht jedoch unter schwierigen Vorzeichen. Die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den beiden scheinen unüberwindbar. Bohm fühlt sich oft minderwertig und schämt sich für seine Situation. Alina wiederum muss sich fragen, ob ihre Gefühle echt sind oder ob sie sich zu sehr in ihre Rolle als Helferin hineinziehen lässt.
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Oma Henriette wird 100 Jahre alt und die ganze Familie kommt im Havelland zusammen um mit ihr zu feiern, darunter auch ihre vier Enkelinnen. Antonia, die Geschichte studiert, stößt durch ein Geschenk, eine Familienstammbaum, auf die Geschichte von Jeanne Beauvais, einer Ahnin, die im 17. Jahrhundert als Seidenhändlerin gelebt hat und als Hugenottin verfolgt wurde und auf der Flucht nach Berlin-Brandenburg fast alles verlor.
Antonia lässt das Ganze nicht los und sie beginnt zu recherchieren, wie sie mit der Ahnin verwandt ist und was damals geschah.
Sie verarbeitet das in ihrer Master Arbeit zu dem Thema "Frauen in Zeiten religiöser Verfolgung." Dabei kommt sie an den Genfer See, nach Lyon uns bis nach Brandenburg, lernt viel verschiedene Menschen kenn und auch viel über die Geschichte der Hugenotten. Was als historische Spurensuche begann, wird zu einer Reise in die eigene Vergnangenheit.
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Die Totenklägerin“ von Greta Jung ist ein ungewöhnlicher Krimi ohne Polizei, dafür mit einer starken Ermittlerin.
Matilda Rizzo war einst Juristin, arbeitet heute jedoch als Trauerrednerin. In ihren Reden spricht sie schonungslos die Wahrheit aus – auch wenn sie sich damit Feinde macht. Als die zwölfjährige Jackie sie bittet, den Tod der alten Resi Wimmer genauer zu untersuchen, willigt Matilda ein. Jackie ist überzeugt, dass die 86-Jährige nicht eines natürlichen Todes gestorben ist.
Ihre Nachforschungen zeigen Matilda, dass Jackie recht hat. Sie gerät in ein Geflecht aus Schuld, Macht und Schweigen.
Es ist kein rasanter Krimi. Das Buch punktet durch seine vielschichtigen Figuren und die moralischen Grauzonen, die dem Leben so nah sind. „Die Totenklägerin“ ist ein gelungenes Buch mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin, die den Verstorbenen eine Stimme gibt. Lesenswert!
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