Szenische Lesung mit Ulrich Fischer
Eine Schar Frauen versagt sich zur Karnevalszeit die Freuden des Faschings. Die Frauen steigen hinab, in einen begehbaren Aufenthaltsraum der städtischen Kanalisation, dorthin, wo sonst nur Kanalarbeiter ihre Reinigungs- und Suchgeräte abstellen. In dieser unterirdischen Welt begegnet ihnen der Gitarrenlehrer und Musiker Ronny, der nach reichlichem Zechgelage durch einen dummen Zufall in einen deckellosen Straßengulli stürzte, begleitet vom Hütehund Ernie, der Ronny auf Befehl der Gitarrenschülerin Bruni stets nachschnüffelt und aus lauter Tapsigkeit die einzige Ölfunzel der unterirdisch weilenden Frauen umstößt. Ronny begegnet den Frauen in absoluter Dunkelheit, aus der er die Frauen hinausführen soll. Der Erfolg bleibt lange Zeit ungewiss. Auf der "Reise" durch die Unterwelt begegnen Ron und seinen ungeliebten Frauen seltsame Gestalten, denen sie mit aller Rücksicht auf ihr eigenes Überleben aus dem Wege gehen wollen.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Im Fußball steht die Welt für (mindestens) 90 Minuten auf dem Kopf. Teils merkwürdige Regeln und ganz große Gefühle kennzeichnen dieses weltweit populärste aller Spiele. Für die einen wird durch bloßes Zuschauen ein simpler Sport zur Religion, für die anderen ist er aufgrund seiner verhassten Massentauglichkeit ein Beleg des Kulturverfalls von der Kreisklasse bis zur Champions League. Doch spätestens, wenn die Hand Gottes ins Spiel kommt und Archimedes den entscheidenden Anstoß gibt, wird klar, dass es um weit mehr geht. Michael Lutz verbindet durch geschickte Doppelpässe die Geistigkeit der Philosophie mit der Körperlichkeit des Fußballsports. Mit erhellenden Verweisen auf Psychoanalyse, Soziologie und Kulturwissenschaft ergründet der Autor die großen philosophischen Fragen des Fußballs auf unterhaltsame und zugängliche Weise. Es wird offengelegt, warum der Ball rund ist, warum der Schiedsrichter niemals irrt, warum Fußballstars die Heiligen des 21. Jahrhunderts sind oder was die WM in Katar eigentlich über unsere Gesellschaft aussagt. Dieses Buch belegt: Fußball ist mehr als die schönste Nebensache der Welt.
Michael Lutz, geb. 2001, absolvierte seinen Bachelor in Philosophie und Germanistik an der Universität Bonn, wo er sich derzeit in einem vertiefenden Master-Studium befindet. Neben Stellen an der Universität, die er bekleidet, ist er bereits seit seiner Schulzeit als Autor tätig. Für den Fußball interessiert er sich seit seiner Jugend, wo er in verschiedenen Bereichen aktiv war und ist.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Hermann Sauer hat von 1971 an in Marburg Zahnmedizin und Humanmedizin studiert und sein Praktisches Jahr 1978 im Lehrkrankenhaus der Universität, Klinikum Fulda, absolviert. Die Stationen seiner Facharztausbildungen waren Bad Berleburg, Oldenburg i. O., Hünfeld und Fulda, ehe er sich 1984 als Landarzt in Schlitz niederließ.
Die Lesung in unserer Buchhandlung ist Sauers 20. Lesung seit Erscheinen seiner beiden Bücher. Hier in Marburg wird er insbesondere solche Kapitel auswählen, die einen direkten Bezug zur Stadt oder seinem Studium haben.
Seine Lesungen sind immer wieder ausgebucht und kommen bei den Menschen sehr gut an. Sauer nimmt diese mit auf die Reisen durch die ambulante Medizin mit all ihren Stolperfallen und spart auch nicht mit Kritik am kranken Gesundheitssystem.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
«Philosophieren heißt sterben lernen», bekannte Montaigne einmal. Er war nicht der Erste, der darauf hinwies, dass das Leben nur von der Endlichkeit her wirklich zu ergründen ist. Die «Ars moriendi», die Kunst des Sterbens, hat eine weit zurückreichende Tradition, und mit ihr untrennbar verbunden ist die «Ars vivendi», die Kunst des Lebens, deren Ursprünge bis in die Antike zurückreichen. Lorenz Jäger greift ein großes Thema auf und fragt in seiner ebenso klugen wie leichtfüßigen Erkundung, was die Endlichkeit für unsere Lebensführung bedeutet. Er blickt auf früheste literarische Werke wie das Gilgamesch-Epos und die Bibel, auf die fragwürdige Gelassenheit der Stoiker, das japanische Feiern der Vergänglichkeit oder die Unsterblichkeitsträume des Silicon Valley, befragt mit Georg Büchner einen Frühverstorbenen, mit Hans-Georg Gadamer oder Claude Lévi-Strauss Hundertjährige. Dabei spricht Jäger immer auch über unsere Gegenwart, über das, was unser Leben reich und sinnhaft machen kann, über unseren Umgang mit der Zeit angesichts der Endlichkeit, die Gestaltung unserer Ziele und Wünsche - ein im besten Sinne existenzielles Buch.
Die Lesung findet in Zusammenarbeit mit der Neuen Literarischen Gesellschaft statt.
Dieses Buch ist mehr als nur ein Ratgeber – es ist ein spannender Reisebegleiter in eine verborgene Welt. Es begleitet dich auf deiner Reise der Selbstentdeckung und hilft dir dabei, deine Hochsensibilität als einzigartiges Geschenk zu erkennen. Du wirst erfahren, dass du nicht alleine bist, und deine Empfindsamkeit immer mehr zu schätzen lernen.
Mit neuem Verständnis und neuen Perspektiven wirst du dein hochsensibles Kind besser verstehen und seine Entwicklung entsprechend seinen speziellen Bedürfnissen fördern können.
Die Autoren Kristina und Andre Steinhauer, Geschwister und selbst hochsensible Personen, öffnen in diesem Buch nicht nur ihre persönliche Erfahrungswelt, sondern teilen auch fundiertes wissenschaftliches Wissen. In ihren jeweiligen Berufen helfen sie Menschen, ihr volles Potenzial zu entdecken und auszuleben. Sie laden dich ein, dich auf dieses aufregende Abenteuer der Selbstentdeckung einzulassen.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Ende der 1790er Jahre - als die meisten Staaten in Europa noch im eisernen Griff absolutistischer Herrscher waren - galt die Idee vom freien Individuum als brandgefährlich. Und doch wagte zu dieser Zeit eine Gruppe von Denkern in der kleinen Universitätsstadt Jena, das Ich in den Mittelpunkt ihres Denkens, Schreibens und Lebens zu stellen. Zu diesen fabelhaften Rebellen gehörten die Dichter Goethe, Schiller und Novalis, die Philosophen Fichte, Schelling und Hegel, die genialen Schlegel-Brüder sowie der junge Wissenschaftler Alexander von Humboldt und ihre Muse, die mutige und freigeistige Caroline Schlegel.
In ihrem inspirierenden Buch erzählt Bestsellerautorin Andrea Wulf nicht nur von dem wohl turbulentesten Freundeskreis der deutschen Geistesgeschichte, sondern erklärt auch, warum wir bis heute zwischen den Gefahren der starken Ichbezogenheit und den aufregenden Möglichkeiten des freien Willens schwanken. Denn die Entscheidung zwischen persönlicher Erfüllung und zerstörerischem Egoismus, zwischen den Rechten des Einzelnen und unserer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und künftigen Generationen ist heute so schwierig wie damals.
Moderation: Prof. Dr. Marion Schmaus (FB 09, Institut für Neuere Deutsche Literatur)
Die Lesung findet in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Marburg statt.
In der Pension Bertoldi, einer heruntergekommenen Herberge in der Altmark, führen die Wirtin Oda Prager und das Zimmermädchen Maria Rosa ein strenges Regiment. Diejenigen, die ihrer Einladung gefolgt sind, müssen sich an den zugewiesenen Tischen einfinden und strikt an Regeln halten. Immerhin gibt es ab und zu ein Gläschen Sekt. Kaum eingetroffen, teilt man den Gästen ohne Begründung mit, dass sie zu ihrer Sicherheit nicht nach draußen gehen dürfen. So bleibt ihnen nichts als ein unbehagliches Miteinander und der Blick auf den dunklen Wald Salzruh. Dahinter winkt ein altes Schloss, einst ein beliebtes FDGB-Erholungsheim, und übt bis heute eine magische Anziehungskraft auf die Gäste aus. Wer wagt sich als Erstes hinaus? Der einstige Schuldirektor, dem die Wende zugesetzt hat, die hingebungsvolle Krankenschwester mit ihrem unermüdlich Ball spielenden Kind oder die dem Suff ergebene Kneipenwirtin? Das ältere Ehepaar, das eigentlich seine Goldene Hochzeit feiern wollte? Oder die beiden Verliebten, jung und schön, die bei den anderen Gästen für Irritationen sorgen? In Salzruh verdichtet die preisgekrönte Autorin Susan Kreller mit einem ganz eigenen Humor Elemente des Schauerromans zu einem Kammerspiel voller tiefer Gedanken über Eingesperrtsein und Freiheit, Bleiben oder Gehen, Rebellion oder Versöhnung mit dem eigenen Schicksal.
Susan Kreller, 1977 in Plauen geboren, promovierte in Germanistik. Sie ist Gewinnerin des Kranichsteiner Jugendliteraturstipendiums, wurde bereits vier Mal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und hat ihn 2015 für Schneeriese gewonnen. 2017 erschien Pirasol, ihr hochgelobtes Romandebüt für Erwachsene. Sie arbeitet als freie Autorin und lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Eine Veranstaltung der Neuen Literarischen Gesellschaft.
Was haben die Oberflächenspannung des Wassers, die biologische Zellmembran, die Bildung gesellschaftlicher Gruppen und die psychologische Grenze zwischen Ich und Du gemeinsam? Dieses Buch nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise entlang von Grenzschichten in der Biologie und der Psychologie, in den Gesellschaftswissenschaften und in der Spiritualität. Mit weitem Horizont entfaltet Matthias Rutt ein Panorama verschiedener Arten von Grenzschichten und beschreibt mit feinem Gespür das Wechselspiel von Trennen und Verbinden. Die vielfältigen Blickwinkel des Buches lassen uns erkennen, auf welche Weise Grenzschichten das Lebendige auf allen Ebenen prägen. Anschaulich und in einer persönlichen Sprache entwickelt er ein leidenschaftliches Plädoyer, individuelle und gesellschaftliche Grenzschichten lebensförderlich zu gestalten. Er beschreibt, wie wir das Trennende anerkennen und das Verbindende fördern können - zwischen einzelnen Personen, zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und zwischen uns Menschen und den anderen Lebewesen auf diesem Planeten. »Alles ist mit Allem im Gespräch.«
Matthias Rutt ist Facharzt für psychotherapeutische Medizin, niedergelassen in eigener Praxis für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Marburg mit den Schwerpunkten Psychodrama, Körpertherapie, Klang- und Trancetherapie. Weiterhin ist er tätig als Supervisor und Selbsterfahrungsleiter.
In Zusammenarbeit mit dem Büchner-Verlag.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Das Marburger Gasthaus zur Sonne ist ein lokales Wahrzeichen, eng verbunden mit der Geschichte der Stadt und des Marktplatzes. Seit 1569 haben zahlreiche Generationen das Haus bewirtschaftet. Die Wirtsfamilien der »Sonne« gehörten über Jahrhunderte zugleich der Bäckerzunft an und nahmen zeitweise eine führende Rolle als Zunftmeister der Stadt Marburg ein. Das Gasthaus war für viele Jahrzehnte Zunftherberge der Buchbinder und Perückenmacher. Kaufleute, Handelsreisende und Handwerker zählten zu den ständigen Gästen der Herberge. Generationen von Studenten haben die »Sonne« zu ihrem Stammlokal erkoren - seit jeher lockt das Gasthaus im Herzen der Stadt Bürger_innen wie Stadtbesucher_innen mit gutbürgerlicher Küche und Gastlichkeit in historischem Ambiente. Als eines der ältesten Fachwerkhäuser Marburgs ist die »Sonne« ein bedeutendes Baudenkmal der Stadt.
In Zusammenarbeit mit dem Büchner-Verlag.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Am Anfang steht ein Nachlass. Ein Stapel vergilbter Briefe aus den 60er und 70er Jahren, die zwischen Deutschland und Polen hin- und hergingen. Als Mona in einem unerwarteten Anruf davon erfährt, nimmt sie spontan den Zug nach Westpolen. Ihr Bruder Richard begleitet sie; die erwachsene Tochter Alisa kommt wenig später nach. Alle drei wollen mithilfe polnischer Bekannter tief vergrabenen Familiengeheimnissen auf die Spur kommen. Ein Familienausflug? Das Trio zerbricht, noch ehe es die Arbeit aufgenommen hat. Während Mona nach Danzig weiterfährt, zwischen Spurensuche, Selbstfindung und Verliebtheit strauchelt, erwartet Richard und Alisa in Poznan ein tiefes Eintauchen in die polnische Nachkriegsgeschichte.
Angela Schmidt-Bernhardt wurde in Schleswig geboren zwischen Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder. Heute lebt sie in Marburg/Lahn. Sie studierte Romanistik und Sozialwissenschaften.
Im Winter 2016 war Angela Schmidt-Bernhardt ein Semester als Gastdozentin in Poznä tätig. Aus diesen Erfahrungen keimte die Idee zu dem vorliegenden Roman.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.