Kenneth Hujer stellt an diesem Abend sein neues Interviewbuch vor: »All das passierte in diesem irrsinnigen Milieu Frankfurt«. Darin nimmt er die Stadt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Er spricht über Frankfurt als Kulturstadt in Film, Kunst, Fotografie, Roman und Musik, auf der Theaterbühne, als politisches Laboratorium, zu Fuß, im Untergrund und auf der Couch der Psychoanalyse. So entsteht ein vielstimmiges und detailreiches Bild der Mainmetropole, das sowohl persönliche Erinnerungen als auch kollektive Erfahrungen einfängt – mit einem besonderen Fokus auf die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche der 1960er bis 1980er Jahre zwischen Studentenrevolte, Psychoanalyse und Publikumsbeschimpfung.
Die Bandbreite der Gesprächspartner reicht von der Schriftstellerin Eva Demski, der Fotografin Barbara Klemm und dem Popkritiker Klaus Walter über den Politiker und Publizisten Daniel Cohn-Bendit sowie den Suhrkamp-Lektor und Verleger Karlheinz Braun bis hin zu dem Konzeptkünstler Timm Ulrichs. Sie teilen Erinnerungen, Erfahrungen, Berichte und Anekdoten und stellen Überlegungen zur Frankfurter Gegenwart und Zukunft an.
Von Donald Trump konnte Hannah Arendt nichts wissen, sie ist bereits 1975 gestorben. Aber sie hat die Krisenanfälligkeit der amerikanischen Demokratie, wie sie jetzt zutage tritt, bereits vor über 50 Jahren präzise beschrieben. Nach ihrer Vertreibung aus Deutschland hatte Hannah Arendt Asyl in den USA gefunden. Das amerikanische System der checks and balances erschien ihr als die ideale Staatsform, die jeden Machtmissbrauch verhindern würde. Umso größer ihre Enttäuschung, als sie in der Vietnam- und Watergate-Ära den Niedergang der politischen Kultur mitansehen musste.
Wie verblüffend aktuell Hannah Arendts Diagnosen im Jahr 2026 sind, in dem die midterms (Zwischenwahlen) dem zunehmenden Autoritarismus Donald Trumps Einhalt gebieten können (oder auch nicht), darüber diskutiert der Hannah-Arendt-Biograph Willi Winkler mit dem Ideenhistoriker Jens Hacke.
Angesichts der globalen Großwetterlage, politischer und gesellschaftlicher Krisen blicken viele mit Sorge auf die Gegenwart und in die Zukunft. Und nicht wenigen ist die Zuversicht abhandengekommen. Wie können wir unsere persönliche genauso wie unsere gesellschaftliche Zuversicht nähren, bewahren oder neu entdecken?
Wie lässt sich Zuversicht mit Hoffnung verknüpfen, ohne in naiven Optimismus zu verfallen, damit wir in Zeiten des Wandels handlungsfähig bleiben? Dieser Abend steht ganz im Zeichen der Zuversicht als wichtige Ressource für die Gegenwart und als Gestaltungsimpuls für die Zukunft.
Louise Brown, die als Journalistin, Autorin und Trauerrednerin Menschen an existenziellen Wendepunkten begleitet, gibt Einblicke in ihre Erfahrungen im Umgang mit Krisen, Abschied und Neubeginn und lädt zum Weiterdenken und Mut-Schöpfen ein, illustriert durch kleine Kostproben aus ihrem Buch "Zuversicht".
Ein Abend über Mut, Haltung und die Kraft des geschriebenen Wortes:
Frauen lesen mehr, kaufen mehr Bücher und prägen die Literatur seit Jahrhunderten. Und doch: In Verlagen, Buchhandlungen und auf Bestsellerlisten weht ihnen oft ein rauer Wind entgegen.
Wir folgen an diesem Abend der Reise eines Buches – von der ersten Idee bis ins Regal – und treffen dabei Frauen, die diese Reise jeden Tag gestalten...
Stella, Judith, Wanda und die anderen Heldinnen in diesem Buch sind nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Hineingewachsen in ihre Rollen als Freundinnen, Geliebte, erwachsene Töchter oder späte Mütter, stellen sie fest: Ihre Lebensentwürfe sind brüchig. Und so werden die Begegnung mit der besten Freundin aus Schultagen, die Prügelei mit einem Catcaller oder der Besuch im Haus der gerade verstorbenen Schwiegermutter zu Momenten, in denen sie vorgeprägte Wege verlassen.
Feinsinnig, humorvoll und mit entlarvender Ehrlichkeit erzählt Julia Wolf in ihrem ersten Band mit Kurzgeschichten von elf Frauen, die neue Formen von Lust und Wut entdecken.