Der Glaube an die eigene Überlegenheit wird oft gezielt eingesetzt, um Macht zu gewinnen und auszubauen. Sich allein oder als Gruppe anderen gegenüber zu erheben, dient der Legitimation von Diskriminierung, Exklusion und Gewalt. So stellt etwa Putin die russische über die ukrainische Nation und rechtfertigt damit seinen aggressiven Angriffskrieg.
Für Influencer Andrew Tate und seine Anhänger sind Männer von Natur aus das dominante Geschlecht: Ein Narrativ, das patriarchale Hierarchien normalisiert, Frauen herabwürdigt und den Hass auf sie anfeuert. Zwei Spielarten von Chauvinismus, bei denen Abwertung und Herabsetzung eines Gegenübers als Rechtfertigung für den eigenen Herrschaftsanspruch dient.
Wie genau funktionieren solche chauvinistischen Narrative und wie mobilisieren sie ihre Anhänger? Wie können sie entlarvt werden und was kann eine liberale Gesellschaft ihnen entgegensetzen?
Die Journalistin Alice Bota diskutiert mit der Politikwissenschaftlerin Sabine Fischer und der Gender- und Rechtsextremismus-Expertin Judith Goetz.
Lange wurde der Rosé hierzulande nicht wirklich ernst genommen: weder Fisch noch Fleisch beziehungsweise weder rot noch weiß. Anfangs lediglich ein Nebenprodukt der Rotweinherstellung, hat Rosé in den letzten Jahren weltweit an Qualität und Produktion zugelegt und steht mittlerweile nicht mehr nur für ein mondänes Jet-Set-Leben an der Côte d’Azur oder lauschige Abende mit Freund*innen auf dem Balkon, sondern für ein eigenständiges und ernstzunehmendes Genre.
Wein-Journalist und Assistant Sommelier Pascal Strehler nimmt uns mit durch die Rosé-Anbaugebiete, erzählt von ihren Eigen- und Besonderheiten, erklärt, wie die Weinherstellung überhaupt funktioniert, und lässt uns auf sehr unterhaltsame Weise an den Mythen und Geschichten rund um Rosé-Weine teilhaben. Und er beantwortet natürlich auch die entscheidende Frage: Wie trinkt man Rosé am besten?
Der "War on Drugs" der USA ist kein neues Thema der Trump-Regierung, sondern wurde 1971 schon einmal ausgerufen – mit weltweiten Folgen. Die Historikerin Helena Barop erklärt im Gespräch mit der Journalistin Liz Remter, warum Drogenverbote und militärische Interventionen noch nie erfolgreich waren. Doch wie geht man mit Drogen adäquat um?
Ein spannender Abend - begleitet mit einem Büchertisch von Blattgold
Hendrik Otremba liest aus seinem neuen Roman »Der Gräber«
Oswalth Kerzenrauch, genannt ›der Gräber‹, stirbt nicht. Und so überlebt er alle, die er je geliebt hat, auch seine Tochter Luzie, die er bis ins hohe Alter begleitet. Die Wirren des Dritten Weltkrieges hat er ebenso durchstanden wie die endgültige Zerstörung der Flora und Fauna. Als die letzten Erdenbewohner den unwirtlichen Planeten in Richtung Nektar II verlassen, bleibt er mit den wenigen Zurückgelassenen in den Ruinen Berlins zurück. In einer Welt nach der Menschheit entsteht dort in den Trümmern eine widersprüchliche Idylle. Je einsamer er wird, desto mehr verliert er sich in seinen schönsten und in seinen furchtbarsten Erinnerungen.
Was aber bedeutet das Weltende für einen, der verdammt ist, es zu überdauern? Hendrik Otrembas vierter Roman erzählt kontrastreich die Geschichte eines einfachen Mannes, der in unserer Epoche geboren und in der Unendlichkeit gestrandet ist. Er weiß von der Liebe zum Leben und zu den Menschen, aber auch vom Schrecken der Zivilisation – und stellt angesichts deren Endes die Frage, was von uns übrig bleibt, wenn niemand mehr da ist, sich an uns zu erinnern. Zwischen herzerschütternden Erinnerungen an vergangene Lieben und nervenaufreibenden Schilderungen des politischen, sozialen, ökologischen Untergangs, gelingt Hendrik Otremba Unerhörtes: Er findet eine Sprache für eine Zukunft, die wir nicht einmal denken können, ein Vokabular für das Post-Anthropozän.
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach zu Gast in der Freien Akademie der Künste in Hamburg:
Im Herbst 1957 reiste der Kritiker Marcel Reich-Ranicki von Warschau, wo er damals noch wohnte, nach Hamburg – auf der Suche nach einer neuen, westdeutschen Lebensperspektive. Zu den ersten, die er damals kennenlernte, gehörte der Schriftsteller und Journalist Siegfried Lenz: "sehr jung, sehr blond", erinnerte sich Reich-Ranicki später.
Was mit einem Radiogespräch begann, verwandelte sich rasch in eine herzliche Freundschaft. Begleitet von einem großartigen und größtenteils unveröffentlichten Briefwechsel, in dem sich nicht nur das literarische Leben der Bundesrepublik spiegelt.
Die Nachlässe von Lenz und Reich-Ranicki liegen beide im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Dort haben Eva Kissel, Ulrich von Bülow und Jan Bürger eine Auswahl aus dem Briefwechsel zusammengestellt, die Joachim Lux und Burghart Klaußner erstmals rezitieren.
Bei der dritten Veranstaltung der Reihe "POP-Literatur-Musik” dreht sich alles um ein ganz besonderes Jubiläum. Wir öffnen ein Dosenbier und feiern 50 Jahre Punk und zwar zusammen mit Annette Benjamin und weiteren Gästen .. Anlass ist die Doppelveröffentlichung von zwei Büchern, die im März und Mai im Ventil Verlag erscheinen.
Hey ho, let's go ! Wir freuen uns auf einen vielseitigen Abend und gute Gespräche - mit freundlicher Unterstützung der Hamburger Behörde für Kultur und Medien.
Ein außergewöhnlicher Abend für den Autor Wolfgang Hegewald: Eine Reise in neunzig Minuten durch fünf Prosabücher. Romanpassagen, Aufzeichnungen, Prosaminiaturen, Einträge aus einem "Lexikon des Lebens". Von "Fegefeuernachmittag" bis "Senf zum Dessert".
Es lesen die Schauspieler Charly Hübner und Hildegard Schmahl, der Autor moderiert.
Der Schriftsteller Wolfgang Hegewald gehört der Freien Akademie der Künste in Hamburg seit zwanzig Jahren an. Er leitet derzeit zum zweiten Mal die Sektion Literatur, 2025 brachte er den Italo Svevo Preis, den er einst erfunden hat, an die Akademie.
Willkommen zu unserer Veranstaltung am feministischen Kampftag: Seit langer Zeit kämpfen Frauen für Gleichberechtigung in allen Bereichen des Lebens, täglich. Wie gehen Frauen heute mit dem gesellschaftlichen Wandel, Schicksalsschlägen, dem Älterwerden, der Erschöpfung um? Wie ist es, die Liebe, die Heimat, die Eltern, die Nerven zu verlieren?
Mit Lina Muzur, Herausgeberin von "Frauenprobleme – 33 Nachrichten" und der Autorin Karen Köhler werden wir Zeug*innen einer modernen Bestandsaufnahme: Die Anthologie versammelt 33 Sprachnachrichten von Frauen, die in der Mitte des Lebens stehen, in denen sie offen, intim und teils anonym über all das sprechen, was man mal abfällig "Frauenprobleme" nannte.
Neben Tee und Gebäck ist Blattgold mit einem Büchertisch und einer feministischen Hausapotheke dabei...
Mittelfinger der Schicksalsfee: Sein Vater stirbt in genau dem Moment, als der Erzähler sich für diesen bis dahin kaum anwesenden Mann zu interessieren beginnt. Jahre nach dessen Tod, in einem dieser langen Rekordsommer, sucht der Sohn - das Studium gerade hinter sich, das Leben angeblich vor sich - nach dem, was er von seinem Vater noch finden kann. Während des Sommers (in Hamburg) trifft er eine Frau, die sich auskennt, mit Coolness und Rausch und dem richtigen Sicherheitsabstand zu anderen. Er fährt aber auch mit seiner Mutter auf Fastenkur.
In seinem Debüt erzählt Florentin Schumacher von Trauer und Verlust und von den Versuchen, sich vorbeugend vor ihnen zu schützen: sei es nun Haarausfall oder Versöhnungssex .
Eine lakonisch-schonungslose Genre-Mischung aus Coming of Age, Bekenntnisliteratur und Reflektion über männliche Prägung und Vorbilder...
Kampfzone Kultur - rechte Medien, TikTok und das große Spektakel.
Der Kulturwissenschaftler und Publizist Gernot Wolfram stellt sein neues Buch "Kampfzone Kultur - Wie uns Populisten verführen" vor. Er zeigt darin, wie stark besonders rechte Populist*innen am Kultur- und Medienbereich interessiert sind und mit neuen Verführungstechniken arbeiten. Vom klassischen Konzert bis zum Netflixfilm, vom Roman bis zum TikTok Account nutzen sie die Momente aus, in denen Menschen sich entspannen und keine Propaganda erwarten. Das Buch zeigt zudem, wie viele Kulturschaffende selbst in diese neuen Angriffe verstrickt sind. Zugleich öffnet das Buch Wege für neue Formen von Widerstand und Protest.