Roman, Gedicht, Theaterstück – was soll das alles? In ›Nr. 1‹ erfindet Michel Decar eine neue literarische Gattung und unter-nimmt eine Tour de Force durch unsere Gegenwart. Eine lässig-leichte und doch elegante wie poetische Sprache spiegelt die Nonchalance wider, mit der der Autor dem realen Irrsinn begegnet.
Doch, Achtung, wir haben es hier nicht mit der Hochstapelei eines literarischen Einbrechers zu tun, es geht hier um Leben und Tod, Liebe und Grausamkeit – ja, um die Literatur selbst!
»Gedichte schreiben ist Kampfsport.«
Ja, so ist es.
Wir freuen uns auf einen vielseitigen Abend und gute Gespräche - mit freundlicher Unterstützung der Hamburger Behörde für Kultur und Medien.
Am 29. September ist der Endometriose- Awareness-Day und für uns Anlass, nicht nur über diese Erkrankung sondern auch über den großartigen Roman von Dara Brexendorf zu reden!
Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt.
Mit eigener Sprache entgegnet Dara Brexendorf der systemischen Sprachlosigkeit für weiblichen Schmerz und debütiert hier in einem berührender Coming-of-Age-Roman über die Erinnerung an einen flirrenden Sommer, der bis in die Gegenwart wirkt. ..
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Literaturzentrum Hamburg e.V. und dem Frauen*Bildungszentrum DenkTräume
Rainer Maria Rilkes Tod jährt sich 2026 zum 100. Mal. Er bleibt einer der bekanntesten Dichter deutscher Sprache, im Ausland fast noch mehr geschätzt als hierzulande. Rilke hat einen ganz besonderen Ton getroffen - er versteht sich als Dichter der Schwelle, der den Blick aufs Fremde, Nichtgewohnte ermöglicht, ist in aller Sprachartistik ein Mystiker.
Die Lyrikerin und Schriftstellerin Marica Bodrožić bezieht sich nicht nur in ihrem Buch "Pantherzeit" auf Rilke. Sie sagt von sich "Es gibt eigentlich keinen Zustand vor oder nach Rilke für mich. Es gibt für mich seit langem nur ein Sein und Werden mit Rilke."
Für diesen Abend hat Marica Bodrožić eigens einenText geschrieben. Gedichte Rilkes sollen genauso wie dieser zu Gehör und ins Gespräch gebracht werden. Wir begleiten den Abend mit einem Büchertisch...
It's cool to be kind - über eine Tugend und wie sie uns wieder zusammenbringt
Was tun, wenn scheinbar alles in unserer Gesellschaft zum Kulturkampf verkommen ist und demokratische Überzeugungen mit Füßen getreten werden? Wenn Fakten Lautstärke und Empörung weichen? Pierrot Raschdorff plädiert für eine neue Höflichkeit, die wieder Verständigung ermöglicht und in stürmischen Zeiten ein wichtiger Anker ist. In Politik und Öffentlichkeit verrohen die Sitten: Rassismus, Hass und Rüpeleien sind wieder salonfähig. Vermeintlich Woke und Konservative stehen sich mit Fragezeichen gegenüber und sehen sich jeweils auf verlorenem Posten. Verhärtete Fronten und Radikalisierung lassen unsere demokratischen Werte bröckeln.
Mit klarem Blick und intellektueller Tiefe analysiert Raschdorff diese Erosion bisher fest verankerter Werte und appelliert in aufklärerischer Tradition an das Prinzip der Höflichkeit: nicht als altmodische Etikette oder schnöder Benimm, sondern als moderne Haltung, die ein Zuhören ermöglicht - gerade wenn einem der andere Standpunkt fremd ist -, und ein Miteinander auf Augenhöhe stiftet.
Stella, Judith, Wanda und die anderen Heldinnen in diesem Buch sind nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Hineingewachsen in ihre Rollen als Freundinnen, Geliebte, erwachsene Töchter oder späte Mütter, stellen sie fest: Ihre Lebensentwürfe sind brüchig. Und so werden die Begegnung mit der besten Freundin aus Schultagen, die Prügelei mit einem Catcaller oder der Besuch im Haus der gerade verstorbenen Schwiegermutter zu Momenten, in denen sie vorgeprägte Wege verlassen.
Feinsinnig, humorvoll und mit entlarvender Ehrlichkeit erzählt Julia Wolf in ihrem ersten Band mit Kurzgeschichten von elf Frauen, die neue Formen von Lust und Wut entdecken.
Ebba Durstewitz und Juliane Streich im Gespräch über prägende Role Models von den 1920ern bis heute:
Eras-Tour, Brat Summer, gefeierter Opern-Pop von Rosalí - oft sind es Female Artists, die der Popkultur ihren Stempel aufdrücken, die Charts stürmen und Preise abräumen. Endlich erhalten sie die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihnen lange Zeit verwehrt blieb. Einen kleinen Beitrag hierzu leisteten womöglich auch die Anthologien 'These Girls' und 'These Girls, too', die übersehene Musikerinnen ins Rampenlicht gerückt und Neues zu bekannten Künstlerinnen erzählt haben. Doch die feministische Musikgeschichte ist längst nicht auserzählt: zahlreiche Künstlerinnen warten noch auf ihre Wiederentdeckung und abseits der Megastars wird die Branche weiterhin von Männern dominiert. Folgerichtig erscheint mit 'These Girls Forever!' nun der dritte Band der Reihe.
Das Buch schreibt die feministischen Musikgeschichten fort und erweitert sie um außergewöhnliche Künstlerinnen. Wie schon in den Vorgängerbänden schreiben zahlreiche Autor:innen aus persönlicher Perspektive über zu Recht gefeierte wie übergangene Musikerinnen, heben vergessene Schätze und eröffnen neue Blickwinkel auf die Ikonen der Popkultur.
Sie ist nicht der nächtliche Flaneur, der selbstgewiss um die Häuser ziehen kann, auf die Traditionen männlicher Raumeroberung vertrauend. Kein einsamer Trinker, den man in Ruhe an der Bar sitzen lässt. Ungewollt steht sie sofort im Dschungel von Zuschreibungen und Vorurteilen, wenn sie einmal nur für sich feiern gehen will.
Wie kann sich das wirklich ändern? Erobert die Nacht! Lou Zucker erzählt in ihrem Essay »Eine Frau geht einen trinken. Alleine.« über das Patriarchat im Dunkeln. Eine Liebeserklärung an den Abend allein, den hier trotzdem alle gemeinsam genießen können. Inklusive zwei passenden Cocktails, serviert vom Bartender GGP der schon durch seine Pop-Up-Abende im Madame Hu oder der Toastbar bekannt ist...
Prekär. Traurig. Lustig? Die Welt der Essenslieferanten - inklusive indischem Burger (vegetarisch)
Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Der Erzähler fährt nach Istanbul, um nach einer Gaunerei bei einem Literaturpreis das Preisgeld zu verprassen. Und in Buenos Aires muss Ramóns Mutter mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig werden.
»Liefern« ist eine literarische Weltreise in sechs Episoden und eine Feier der Erzählkunst, wie sie nur Tomer Gardi veranstalten kann: tiefgründig und humorvoll, mit politischer Sensibilität und literarischer Verve.
Auch kulinarisch wird es an dem Abend eine kleine Weltreise geben, geliefert vom indischen Restaurant Authentikka.
BPW Hamburg zu Gast bei Blattgold: Frauen lesen mehr, kaufen mehr Bücher und prägen die Literatur seit Jahrhunderten. Und doch: In Verlagen, Buchhandlungen und auf Bestsellerlisten weht ihnen oft ein rauer Wind entgegen.
Wir folgen an diesem Abend der Reise eines Buches – von der ersten Idee bis ins Regal – und treffen dabei Frauen, die diese Reise jeden Tag gestalten:
Birgit Stegner-Arez, die als Betriebsberaterin Buchhandlungen Tipps gibt für mehr Sichtbarkeit, Relevanz und wirtschaftlichen Erfolg.
Marte Ohrt, Gründerin und Inhaberin der Buchhandlung Blattgold, die ihren Laden zu einem Ort der Begegnung macht und uns heute Abend ihre Türen öffnet.
Harriet Dohmeyer, Verlegerin des Ankerwechsel Verlags, die mit ihrem unabhängigen Programm zeigt, wie viel Wirkung Bücher entfalten können, wenn hinter ihnen eine klare Haltung steckt.
In einer offenen Podiumsdiskussion, moderiert von Anna Maria Kuricova, erzählen sie von ihren Wegen, vom Gegenwind und davon, was sie trägt. Im Anschluss bleibt Raum zum Netzwerken bei Snacks und alkoholfreien Getränken – mitten in einer der schönsten Buchhandlungen Hamburgs!
Angesichts der globalen Großwetterlage, politischer und gesellschaftlicher Krisen blicken viele mit Sorge auf die Gegenwart und in die Zukunft. Und nicht wenigen ist die Zuversicht abhandengekommen. Wie können wir unsere persönliche genauso wie unsere gesellschaftliche Zuversicht nähren, bewahren oder neu entdecken?
Wie lässt sich Zuversicht mit Hoffnung verknüpfen, ohne in naiven Optimismus zu verfallen, damit wir in Zeiten des Wandels handlungsfähig bleiben? Dieser Abend steht ganz im Zeichen der Zuversicht als wichtige Ressource für die Gegenwart und als Gestaltungsimpuls für die Zukunft.
Louise Brown, die als Journalistin, Autorin und Trauerrednerin Menschen an existenziellen Wendepunkten begleitet, gibt Einblicke in ihre Erfahrungen im Umgang mit Krisen, Abschied und Neubeginn und lädt zum Weiterdenken und Mut-Schöpfen ein, illustriert durch kleine Kostproben aus ihrem Buch "Zuversicht".