BPW Hamburg zu Gast bei Blattgold: Frauen lesen mehr, kaufen mehr Bücher und prägen die Literatur seit Jahrhunderten. Und doch: In Verlagen, Buchhandlungen und auf Bestsellerlisten weht ihnen oft ein rauer Wind entgegen.
Wir folgen an diesem Abend der Reise eines Buches – von der ersten Idee bis ins Regal – und treffen dabei Frauen, die diese Reise jeden Tag gestalten:
Birgit Stegner-Arez, die als Betriebsberaterin Buchhandlungen Tipps gibt für mehr Sichtbarkeit, Relevanz und wirtschaftlichen Erfolg.
Marte Ohrt, Gründerin und Inhaberin der Buchhandlung Blattgold, die ihren Laden zu einem Ort der Begegnung macht und uns heute Abend ihre Türen öffnet.
Harriet Dohmeyer, Verlegerin des Ankerwechsel Verlags, die mit ihrem unabhängigen Programm zeigt, wie viel Wirkung Bücher entfalten können, wenn hinter ihnen eine klare Haltung steckt.
In einer offenen Podiumsdiskussion, moderiert von Anna Maria Kuricova, erzählen sie von ihren Wegen, vom Gegenwind und davon, was sie trägt. Im Anschluss bleibt Raum zum Netzwerken bei Snacks und alkoholfreien Getränken – mitten in einer der schönsten Buchhandlungen Hamburgs!
Angesichts der globalen Großwetterlage, politischer und gesellschaftlicher Krisen blicken viele mit Sorge auf die Gegenwart und in die Zukunft. Und nicht wenigen ist die Zuversicht abhandengekommen. Wie können wir unsere persönliche genauso wie unsere gesellschaftliche Zuversicht nähren, bewahren oder neu entdecken?
Wie lässt sich Zuversicht mit Hoffnung verknüpfen, ohne in naiven Optimismus zu verfallen, damit wir in Zeiten des Wandels handlungsfähig bleiben? Dieser Abend steht ganz im Zeichen der Zuversicht als wichtige Ressource für die Gegenwart und als Gestaltungsimpuls für die Zukunft.
Louise Brown, die als Journalistin, Autorin und Trauerrednerin Menschen an existenziellen Wendepunkten begleitet, gibt Einblicke in ihre Erfahrungen im Umgang mit Krisen, Abschied und Neubeginn und lädt zum Weiterdenken und Mut-Schöpfen ein, illustriert durch kleine Kostproben aus ihrem Buch "Zuversicht".
Lesung, Büchertisch und Film: Blattgold zu Gast im Metropolis Kino
Marilyn Monroe war eines der größten Phänomene des 20. Jahrhunderts. Popikone und Projektionsfläche für Millionen. Am 1. Juni wäre Monroe 100 geworden. Anlass für das Metropolis, die Schauspielerin mit einer Retrospektive und begleitenden Filmen neu zu entdecken — und sich dem Mythos Marilyn zu nähern.
Jenni Zykla stellt ihre Monografie über Marilyn Monroe vor die kürzlich bei Reclam erschienen ist. Zylka wirft einen neuen, feministischen Blick auf die Pop-Ikone des 20. Jahrhunderts - pointiert und knackig auf 100 Seiten!
Danach läuft der Film "Das verflixte 7. Jahr" in der Originalfassung.
Von Donald Trump konnte Hannah Arendt nichts wissen, sie ist bereits 1975 gestorben. Aber sie hat die Krisenanfälligkeit der amerikanischen Demokratie, wie sie jetzt zutage tritt, bereits vor über 50 Jahren präzise beschrieben. Nach ihrer Vertreibung aus Deutschland hatte Hannah Arendt Asyl in den USA gefunden. Das amerikanische System der checks and balances erschien ihr als die ideale Staatsform, die jeden Machtmissbrauch verhindern würde. Umso größer ihre Enttäuschung, als sie in der Vietnam- und Watergate-Ära den Niedergang der politischen Kultur mitansehen musste.
Wie verblüffend aktuell Hannah Arendts Diagnosen im Jahr 2026 sind, in dem die midterms (Zwischenwahlen) dem zunehmenden Autoritarismus Donald Trumps Einhalt gebieten können (oder auch nicht), darüber diskutiert der Hannah-Arendt-Biograph Willi Winkler mit dem Ideenhistoriker Jens Hacke.
Kenneth Hujer stellt an diesem Abend sein neues Interviewbuch vor: »All das passierte in diesem irrsinnigen Milieu Frankfurt«. Darin nimmt er die Stadt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Er spricht über Frankfurt als Kulturstadt in Film, Kunst, Fotografie, Roman und Musik, auf der Theaterbühne, als politisches Laboratorium, zu Fuß, im Untergrund und auf der Couch der Psychoanalyse. So entsteht ein vielstimmiges und detailreiches Bild der Mainmetropole, das sowohl persönliche Erinnerungen als auch kollektive Erfahrungen einfängt – mit einem besonderen Fokus auf die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche der 1960er bis 1980er Jahre zwischen Studentenrevolte, Psychoanalyse und Publikumsbeschimpfung.
Die Bandbreite der Gesprächspartner reicht von der Schriftstellerin Eva Demski, der Fotografin Barbara Klemm und dem Popkritiker Klaus Walter über den Politiker und Publizisten Daniel Cohn-Bendit sowie den Suhrkamp-Lektor und Verleger Karlheinz Braun bis hin zu dem Konzeptkünstler Timm Ulrichs. Sie teilen Erinnerungen, Erfahrungen, Berichte und Anekdoten und stellen Überlegungen zur Frankfurter Gegenwart und Zukunft an.
Der Glaube an die eigene Überlegenheit wird oft gezielt eingesetzt, um Macht zu gewinnen und auszubauen. Sich allein oder als Gruppe anderen gegenüber zu erheben, dient der Legitimation von Diskriminierung, Exklusion und Gewalt. So stellt etwa Putin die russische über die ukrainische Nation und rechtfertigt damit seinen aggressiven Angriffskrieg.
Für Influencer Andrew Tate und seine Anhänger sind Männer von Natur aus das dominante Geschlecht: Ein Narrativ, das patriarchale Hierarchien normalisiert, Frauen herabwürdigt und den Hass auf sie anfeuert. Zwei Spielarten von Chauvinismus, bei denen Abwertung und Herabsetzung eines Gegenübers als Rechtfertigung für den eigenen Herrschaftsanspruch dient.
Wie genau funktionieren solche chauvinistischen Narrative und wie mobilisieren sie ihre Anhänger? Wie können sie entlarvt werden und was kann eine liberale Gesellschaft ihnen entgegensetzen?
Die Journalistin Alice Bota diskutiert mit der Politikwissenschaftlerin Sabine Fischer und der Gender- und Rechtsextremismus-Expertin Judith Goetz.
Lange wurde der Rosé hierzulande nicht wirklich ernst genommen: weder Fisch noch Fleisch beziehungsweise weder rot noch weiß. Anfangs lediglich ein Nebenprodukt der Rotweinherstellung, hat Rosé in den letzten Jahren weltweit an Qualität und Produktion zugelegt und steht mittlerweile nicht mehr nur für ein mondänes Jet-Set-Leben an der Côte d’Azur oder lauschige Abende mit Freund*innen auf dem Balkon, sondern für ein eigenständiges und ernstzunehmendes Genre.
Wein-Journalist und Assistant Sommelier Pascal Strehler nimmt uns mit durch die Rosé-Anbaugebiete, erzählt von ihren Eigen- und Besonderheiten, erklärt, wie die Weinherstellung überhaupt funktioniert, und lässt uns auf sehr unterhaltsame Weise an den Mythen und Geschichten rund um Rosé-Weine teilhaben. Und er beantwortet natürlich auch die entscheidende Frage: Wie trinkt man Rosé am besten?
Der "War on Drugs" der USA ist kein neues Thema der Trump-Regierung, sondern wurde 1971 schon einmal ausgerufen – mit weltweiten Folgen. Die Historikerin Helena Barop erklärt im Gespräch mit der Journalistin Liz Remter, warum Drogenverbote und militärische Interventionen noch nie erfolgreich waren. Doch wie geht man mit Drogen adäquat um?
Ein spannender Abend - begleitet mit einem Büchertisch von Blattgold
Hendrik Otremba liest aus seinem neuen Roman »Der Gräber«
Oswalth Kerzenrauch, genannt ›der Gräber‹, stirbt nicht. Und so überlebt er alle, die er je geliebt hat, auch seine Tochter Luzie, die er bis ins hohe Alter begleitet. Die Wirren des Dritten Weltkrieges hat er ebenso durchstanden wie die endgültige Zerstörung der Flora und Fauna. Als die letzten Erdenbewohner den unwirtlichen Planeten in Richtung Nektar II verlassen, bleibt er mit den wenigen Zurückgelassenen in den Ruinen Berlins zurück. In einer Welt nach der Menschheit entsteht dort in den Trümmern eine widersprüchliche Idylle. Je einsamer er wird, desto mehr verliert er sich in seinen schönsten und in seinen furchtbarsten Erinnerungen.
Was aber bedeutet das Weltende für einen, der verdammt ist, es zu überdauern? Hendrik Otrembas vierter Roman erzählt kontrastreich die Geschichte eines einfachen Mannes, der in unserer Epoche geboren und in der Unendlichkeit gestrandet ist. Er weiß von der Liebe zum Leben und zu den Menschen, aber auch vom Schrecken der Zivilisation – und stellt angesichts deren Endes die Frage, was von uns übrig bleibt, wenn niemand mehr da ist, sich an uns zu erinnern. Zwischen herzerschütternden Erinnerungen an vergangene Lieben und nervenaufreibenden Schilderungen des politischen, sozialen, ökologischen Untergangs, gelingt Hendrik Otremba Unerhörtes: Er findet eine Sprache für eine Zukunft, die wir nicht einmal denken können, ein Vokabular für das Post-Anthropozän.
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach zu Gast in der Freien Akademie der Künste in Hamburg:
Im Herbst 1957 reiste der Kritiker Marcel Reich-Ranicki von Warschau, wo er damals noch wohnte, nach Hamburg – auf der Suche nach einer neuen, westdeutschen Lebensperspektive. Zu den ersten, die er damals kennenlernte, gehörte der Schriftsteller und Journalist Siegfried Lenz: "sehr jung, sehr blond", erinnerte sich Reich-Ranicki später.
Was mit einem Radiogespräch begann, verwandelte sich rasch in eine herzliche Freundschaft. Begleitet von einem großartigen und größtenteils unveröffentlichten Briefwechsel, in dem sich nicht nur das literarische Leben der Bundesrepublik spiegelt.
Die Nachlässe von Lenz und Reich-Ranicki liegen beide im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Dort haben Eva Kissel, Ulrich von Bülow und Jan Bürger eine Auswahl aus dem Briefwechsel zusammengestellt, die Joachim Lux und Burghart Klaußner erstmals rezitieren.