Keine Lust mehr auf Schnee und Eis? Hier sind die Bücher, die das Warten auf den Frühling fast vergessen lassen.
Was haben Pokémon, der Walkman, Karaoke, Anime, Emoji und das moderne Internet gemeinsam? Sie alle sind Teil einer kulturellen Revolution, die in Japan begann und die Welt für immer verändert hat. In „Pure Invention – How Japan Made the Modern World“ erzählt Matt Alt die faszinierende Geschichte eines Landes, dessen Ideen weit über seine Grenzen hinausgewirkt haben.
Mitreißend und voller überraschender Geschichten führt Alt durch die Nachkriegsgeschichte Japans und zeigt, wie aus Spielzeug, Comics, Videospielen und Unterhaltungselektronik globale Kulturphänomene wurden. Dabei begegnen wir visionären Erfindern, exzentrischen Kreativen und Unternehmen, deren Ideen unseren Alltag bis heute prägen.
Doch Pure Invention ist weit mehr als eine Geschichte japanischer Popkultur. Das Buch erklärt, wie technologische Innovationen, wirtschaftliche Umbrüche und gesellschaftliche Veränderungen die moderne Welt formten – und warum viele Entwicklungen unserer digi-talen Gegenwart ihren Ursprung in Japan haben.
Klug recherchiert, unterhaltsam erzählt und voller überraschender Erkenntnisse ist dieses Buch eine Pflichtlektüre für alle, die verstehen möchten, wie Japan zu einer der einflussreichsten Kulturmächte der Gegenwart wurde. Eine ebenso spannende wie erhellende Reise durch die Ideen, Produkte und Fantasien, die unsere Welt verändert haben.
zum Produkt € 19,50*
Monika Geier ist eine Autorin, die dem Kriminalroman etwas zurückgibt, das ihm manchmal verloren geht: Neugier. Nicht nur auf die Lösung eines Rätsels, sondern auf Menschen, ihre Widersprüche und die Geschichten, die sie voreinander verbergen.
In „Ein schönes Kind“ sucht die Szenenbildnerin Marlie Eichhorn im Auftrag einer Fernsehproduktion nach dem perfekten Drehort für eine neue Serie. In der Pfalz entdeckt sie eine alte Villa, die auf den ersten Blick alles bietet, was das Fernsehen braucht: Atmosphäre, Geschichte, ein wenig Geheimnis. Doch hinter den Mauern dieses Hauses liegt eine Vergangenheit, die keineswegs abgeschlossen ist.
Marlie muss bald feststellen, dass in diesem Spiel aus Erinnerungen, Inszenierungen und Wirklichkeit nicht jeder die Wahrheit erzählt. Zwischen den Vorbereitungen für eine scheinbar harmlose Fernsehproduktion und den dunklen Geschichten des Hauses entsteht ein Kriminalroman, der mit Erwartungen spielt und immer wieder neue Perspektiven eröffnet.
Monika Geier verbindet klassischen Krimi, leisen Grusel und feinen Humor. Wer Agatha Christie liebt, wird vielleicht die Freude am geschlossenen Raum und am sorgfältigen Entdecken wiederfinden. Doch Monika Geier führt diese Tradition in eine eigene Richtung: schräger, moderner und mit einem sehr genauen Blick für die kleinen Absurditäten des Alltags.
Ein Roman über alte Geheimnisse, neue Bilder und die Frage, wie viel Wahrheit eine gute Geschichte verträgt.
zum Produkt € 19,00*
Kraftwerk, Giorgio Moroder, Detroit Techno, Daft Punk, Autotune – was haben all diese so unterschiedlichen Phänomene gemeinsam? Sie klangen, als wären sie aus der Zukunft, bevor diese Wirklichkeit wurde. Simon Reynolds versammelt in „Futuromania" Essays über Musik, die zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung die Zukunft scheinbar vorhersagen konnte – egal ob als Utopie oder Dystopie.
Reynolds schlägt den musikhistorischen Bogen von Giorgio Moroders Geniestreich „I Feel Love" bis zum Trap-Sound aus Atlanta – und nimmt unterwegs Synthpop, Electronic Body Music, Ambient und New Age mit. Akribische Arbeit und manchmal steile Thesen: beides garantiert, beides macht das Buch so lesenswert.
Das Buch ist die bewusste Gegenthese zu Reynolds' Klassiker „Retromania": Statt der Analyse der Spuren des Vergangenen geht es nun um den Geist des Aufbruchs – um Musik, die eine Prognose künftiger Gegebenheiten wagte. Ein kluger Schachzug: Der beste Kronzeuge gegen die eigene Dystopie ist man selbst.
Ein kluges und mitreißendes Buch für alle, die verstehen möchten, wie vergangene Zukunfts-träume unsere Gegenwart geprägt haben.
zum Produkt € 30,00*
Leslie Feinbergs „Stone Butch Blues“ ist ein Roman über Identität, Arbeit, Gewalt und Gemeinschaft und zugleich ein Stück queere Geschichte, erzählt aus der Perspektive eines Menschen, der sich seinen Platz in der Welt erst erkämpfen muss.
Jess Goldberg wächst in den 1960er-Jahren in einer amerikanischen Industriestadt auf. Schon früh merkt Jess, dass die Erwartungen der Gesellschaft nicht zu dem eigenen Empfinden passen. Auf der Suche nach einem Leben, das sich richtig anfühlt, findet Jess Anschluss an eine Gemeinschaft von Butches, Femmes, Drag Queens und anderen Menschen, die außerhalb der gesellschaftlichen Normen leben.
Doch diese Gemeinschaft bietet keinen sicheren Hafen. Polizeigewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung gehören zum Alltag. Gleichzeitig erzählt Feinberg von Freundschaft, Solidarität, politischem Widerstand und der Kraft von Menschen, die füreinander einstehen.
„Stone Butch Blues“ ist kein Roman, der einfache Lösungen anbietet. Er zeigt, wie eng persönliche Freiheit mit sozialen Bedingungen verbunden ist – und wie viel Mut es braucht, die eigene Existenz gegen Widerstände zu behaupten.
Leslie Feinberg verbindet persönliche Erfahrungen, Arbeitergeschichte und queere Emanzipationsbewegung zu einer Geschichte, die weit über ihre Zeit hinausweist. Ein Buch über die Suche nach Zugehörigkeit – und über Gemeinschaften, die Menschen auffangen, wenn die Gesellschaft sie fallen lässt.
zum Produkt € 25,00*
Kiran Millwood Hargrave erzählt in „Fast ein Leben“ von einer Liebe, die nicht an einem einzigen Moment hängt, sondern an all den Möglichkeiten, die ein Leben bereithält.
Paris, Ende der 1970er-Jahre: Erica reist nach Frankreich, um Abstand zu gewinnen und herauszufinden, wer sie sein möchte. Vor Sacré-Cœur begegnet sie Laure, einer selbstbewussten Doktorandin, die genau zu wissen scheint, wohin sie gehört. Zwischen den beiden entsteht eine intensive Beziehung. Voller Nähe, Anziehung und jener besonderen Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit, die eine erste große Liebe begleitet.
Doch der Sommer endet. Die beiden Frauen gehen getrennte Wege. Erica kehrt nach England zurück, baut sich ein anderes Leben auf, wird Mutter und versucht als Schriftstellerin ihren Platz zu finden. Laure bleibt ebenfalls nicht stehen. Über vier Jahrzehnte hinweg kreuzen sich ihre Wege immer wieder und stellen beide vor dieselbe Frage: Was wäre gewesen, wenn sie damals anders entschieden hätten?
Kiran Millwood Hargrave, bisher vor allem für ihre poetischen Romane bekannt, erzählt von den großen Wendepunkten eines Lebens ebenso wie von den leisen Entscheidungen dazwischen. „Fast ein Leben“ ist ein Roman über Erinnerung, über verpasste Möglichkeiten und darüber, dass manche Menschen Teil unserer Geschichte bleiben, auch wenn sie nicht dauerhaft an unserer Seite sind.
Ein Buch über all die Leben, die wir führen könnten, und das eine, das wir tatsächlich wählen.
zum Produkt € 25,00*
Mary Wesley war eine Schriftstellerin mit einem ungewöhnlichen literarischen Lebensweg. Ihren ersten Roman für Erwachsene veröffentlichte sie erst im Alter von 70 Jahren und begann danach eine außergewöhnliche zweite Lebenshälfte als erfolgreiche Autorin. Vielleicht erklärt gerade diese späte Perspektive, warum ihre Romane so genau auf gesellschaftliche Regeln, verborgene Wünsche und die Widersprüche menschlicher Beziehungen schauen.
„Was vom Sommer blieb“ führt in den letzten Sommer vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. 1939 verbringen Polly, Walter, Calypso und Oliver einige Wochen im Haus ihrer Tante in Cornwall. Zwischen Meer, Kamillenwiese und langen Sommertagen scheint die Welt noch offen und voller Möglichkeiten. Doch neben den jungen Lebensentwürfen kündigt sich bereits die kommende Katastrophe an.
Jahrzehnte später treffen die ehemaligen Freunde wieder aufeinander. Die Erinnerungen an diesen Sommer haben sich verändert, ebenso wie die Menschen selbst. Mary Wesley erzählt nicht nur von Liebe, Freundschaft und Verlust, sondern auch davon, wie historische Ereignisse in private Leben eingreifen.
Ein Roman über eine Generation zwischen Freiheit und Verpflichtung und über die Frage, was von den großen Momenten des Lebens tatsächlich bleibt.
zum Produkt € 24,00*
Mit „John of John“ kehrt Douglas Stuart erneut nach Schottland zurück und erzählt von Familie, Herkunft und den Geschichten, die zwischen den Generationen weitergegeben werden oder unausgesprochen bleiben.
Cal hat die Hebriden einst verlassen, um dem engen Leben auf der Insel zu entkommen. Nun kehrt er zurück in die Landschaft seiner Kindheit: zu den Schafen auf den windumtosten Hügeln, zu den langen Tagen der Arbeit und zu seinem Vater John. Zwischen beiden besteht eine tiefe Verbundenheit, doch ebenso präsent sind Missverständnisse, Erwartungen und das Schweigen über Dinge, die längst hätten ausgesprochen werden müssen.
Stuart zeichnet das Bild einer Gemeinschaft, in der Tradition Halt geben kann, aber auch Grenzen setzt. Mit großer Genauigkeit beobachtet er die kleinen Gesten des Alltags, die Spannungen innerhalb von Familien und die Frage, wie viel Freiheit ein Mensch braucht, um seinen eigenen Weg zu gehen.
„John of John“ lebt weniger von dramatischen Wendungen als von seinen Figuren, ihren Beziehungen und den Landschaften, die sie geprägt haben. Ein Roman über Zugehörigkeit und Selbstbehauptung, über die Last der Vergangenheit und die Möglichkeit, sich neu zu begegnen.
zum Produkt € 26,00*
Tracey Rose Peyton erzählt in „Um uns nur Dunkelheit“ eine aufwühlende und kraftvolle Geschichte über Widerstand, Hoffnung und den unerschütterlichen Willen zur Selbstbestimmung. Texas im Jahr 1852: Sechs versklavte Frauen treffen sich heimlich in der Dunkelheit. Ihre Besitzer betrachten sie nicht als Menschen, sondern als Mittel zur Vergrößerung der Sklavenbevölkerung. Doch die Frauen beginnen, sich ihrem Schicksal zu widersetzen.
Aus ihren heimlichen Zusammenkünften wächst eine Gemeinschaft, die von Vertrauen, Mut und Solidarität getragen wird. Jede der Frauen bringt ihre eigene Geschichte, ihre Ängste und Hoffnungen mit. Gemeinsam entwickeln sie einen Plan, der ihnen ein Stück Kontrolle über ihr Leben zurückgeben soll, auch wenn sie damit alles riskieren.
Tracey Rose Peyton richtet den Blick auf jene Stimmen, die in historischen Erzählungen oft übersehen werden. Mit großer erzählerischer Kraft schildert sie nicht nur die Brutalität der Sklaverei, sondern auch die Stärke ihrer Figuren. Gerade in den Momenten der Freundschaft, der Fürsorge und des gemeinsamen Widerstands entfaltet der Roman seine besondere Wirkung.
„Um uns nur Dunkelheit“ ist weit mehr als ein historischer Roman. Es ist eine eindringliche Geschichte über Würde, Menschlichkeit und die Kraft der Hoffnung selbst unter den unmenschlichsten Bedingungen.
zum Produkt € 25,00*
Mit „Die Summe aller Dinge“ legt Oliver Bottini einen ebenso spannenden wie hochaktuellen Politkrimi vor, der weit über die Grenzen des Genres hinausreicht. Was mit mehreren rätselhaften Todesfällen in Duisburg, London und auf Capri beginnt, entwickelt sich zu einem komplexen Geflecht aus Macht, Geld und internationaler Verantwortung.
Im Mittelpunkt steht die Frankfurter Polizistin Vera Berg. Der Tod ihres Mannes hat tiefe Spuren hinterlassen, doch als sie auf Ungereimtheiten stößt, beginnt eine Suche nach Antworten, die sie immer tiefer in die Mechanismen der globalen Finanzwelt führt. Bald zeigt sich, dass persönliche Schicksale und wirtschaftliche Interessen enger miteinander verwoben sind, als zunächst vermutet.
Oliver Bottini versteht es meisterhaft, gesellschaftliche und politische Themen in eine packende Handlung einzubetten. Sein Roman erzählt von dubiosen Geschäften, wirtschaftlichen Abhängigkeiten und den Folgen eines Systems, in dem Profit häufig wichtiger erscheint als Moral. Gleichzeitig bleibt er nah an seinen Figuren und zeigt Menschen, die zwischen Loyalität, Verantwortung und Eigeninteresse ihren Weg suchen.
Atmosphärisch dicht, klug konstruiert und präzise recherchiert, entfaltet „Die Summe aller Dinge“ ein Panorama unserer Gegenwart. Ein anspruchsvoller Kriminalroman, der nicht nur Spannung bietet, sondern auch Fragen stellt. Über Gerechtigkeit, Verantwortung und die Kräfte, die unsere Welt bewegen.
zum Produkt € 28,00*
Mit diesen Erzählungen zeigt Stig Dagerman (1923-1954) die ganze Wucht seines literarischen Könnens. Er führt in eine Welt voller Einsamkeit, Armut und existenzieller Verlorenheit. Aus dieser Ausweglosigkeit entfaltet sich eine eindringliche, tröstende Schönheit.
Dagermans Figuren sind keine Held:innen, sondern Gestrandete. Unter ihnen Kinder, Außenseiter und Verzweifelte. Seine Texte erzählen von unerwiderter Liebe, sozialer Ungleichheit und der stillen Brutalität des Alltags. Mal lakonisch und kühl, mal bildgewaltig und beinahe surreal, wechselt der Stil mühelos die Tonlagen. Gerade diese Vielfalt macht den Band so besonders.
Trotz aller Düsternis ist diese Sammlung keine niederschmetternde Lektüre. Vielmehr gelingt es Stig Dagerman, im Schmerz auch Trost sichtbar zu machen. Seine präzise, oft poetische Sprache trifft ins Mark und lässt die Geschichten lange nachhallen. Dank der einfühlsamen Neuübersetzung von Paul Beef entfaltet sich ein Werk, das zugleich zeitlos und erschreckend aktuell wirkt. Diese eindrucksvolle Sammlung ist rau, traurig, absurd und stets von großer literarischer Kraft.
zum Produkt € 25,00*