Das Grabmal Kellers Ruhe bei Schrecksbach ist ein Ort, der den Atem anhält. Hierher kommt der Lehrer Johannes Beiner, wenn er über Eckhardt und Henriette Keller-Jordan nachdenkt, zwei außergewöhnliche Menschen, die sich widersetzt haben. Als eines Tages Radikale diesen Ort missbrauchen und Gewalt entsteht, ist es mit der Ruhe vorbei. Die Region gerät aus den Fugen."Trost und Rettung gibt es nur in der Vergangenheit. Hier, im Schweigen dieses Grabmals, nur hier finden Sie die wirkliche Ruhe. Wenn Sie diesen Ort verlassen, wenn Sie durch die Pforte nach draußen gehen, dann beginnt der Sturm sofort wieder."
Berndt Schulz wurde an den mäandernden Ufern der Havel geboren und wuchs in prekären Berliner Verhältnissen auf. Er veröffentlichte eine Reihe von Kriminalromanen und Historischen Romanen in großen Publikumsverlagen. In der edition federleicht erschienen zuletzt seine Landkrimi-Reihe "Die Rückkehr der Kraniche" und "Ein Herbst auf dem Land", sein Episodenrom "Schöne grüne Welt" und seine Erzählungen "Glückliche Paare in unglücklichen Zeiten" sowie eine Liebesgeschichte in der Reihe K "Der Gott des Glücks".Mittlerweile zog er auf einen Alten Pfarrhof in der hessischen Provinz.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
An die Stelle lange verbreiteter Elisabeth-Verklärung treten in dieser Publikation zwei unterschiedlich akzentuierte Beiträge zu einer historisch kritischen und gerechten Würdigung ihrer Person und ihres Wirkens.
Joachim Kahl: Zwischen Heilsegoismus und Helfersyndrom
"Elisabeths unstetes Gefühlsleben schwankte zwischen tiefer Zerknirschung über die eigene Sündhaftigkeit einerseits und apokalyptischer Verzückung in Christusvisionen andererseits. Beides entlud sich im Almosentaumel und Helferdrang. Demgemäß war ihr Ziel nicht Weltgestaltung, nicht Weltveränderung, sondern Weltentsagung um eines baldigen Einzugs in das "himmlische Jerusalem" willen."
Elke Therre-Staal: Elisabeth von Thüringen -
Eine psychoanalytisch orientierte Studie
"In der UNIO MYSTICA identifizierte sich Elisabeth mit dem gefolterten und gedemütigten Gottessohn, erfüllt vom Verlangen nach Vereinigung mit einer übergeordneten Instanz und aufzugehen in einem großen Ganzen, einer allumfassenden Liebe, in die sie ihre Liebessehnsucht hineinprojizieren konnte."
Hermann Reis und Hans Krawielitzki waren Schüler der heutigen Martin-Luther-Schule in Marburg. Sie kannten sich, ihre Wege kreuzten sich immer wieder. Hans Krawielitzki wurde NSDAP-Kreisleiter und Landrat. Der jüdische Anwalt Hermann Reis musste 1933 seine Anwaltstätigkeit beenden und vertrat fortan die jüdischen Bürger in Vermögens- und Rechtsfragen gegenüber der Verwaltung. Während Krawielitzki bis 1992 in Marburg lebte, verlor sich die Spur von Hermann Reis Anfang 1945 in Golleschau, einer Außenstelle des KZ Auschwitz, in dem auch seine Frau Selma und seine Tochter Marion ermordet wurden.
Lesung und Diskussion werden moderiert von Hartmut Möller.
Nach seinem 2019 erschienenen Debüt "Transitzonen" legte der Marburger Autor Andreas Hutt mit "Schritt auf Schritt" 2020 seinen zweiten Gedichtband vor, der in der Dortmunder edition offenes feld erschienen ist. Seine Gedichte zeigen etwas, "was sonst nicht fassbar wäre: Landschaftseindrücke, Stadtszenen, die Kunst und das Schreiben werden in Bildern präsentiert, denen auch immer eine Leerstelle eingeprägt ist, die auf etwas Unsagbares verweist und den Leser über die Betrachtung des scheinbar Alltäglichen, Banalen zu einer tieferen Einsicht in die Dinge führt.", so der Herausgeber des Bandes und Walt-Whitman-Übersetzer Jürgen Brôcan im Klappentext.
Zum Autor:
Andreas Hutt studierte von 1988 bis 1994 Mathematik und Deutsch in Marburg. Seit der Jahrtausendwende schreibt er Kurzprosa, Lyrik und längere Erzählungen. Nach 2005 erschienen zahlreiche seiner Kurzgeschichten und Gedichte in Literaturzeitschriften (Konzepte, außer.dem, Ostragehege, L. Der Literaturbote etc.) und Anthologien (Jahrbuch der Lyrik, Versnetze, Muse, die zehnte – Erinnerungen an Sappho von Mytilene, Freiraum Verlag, Greifswald, 2014). 2011 wurde ihm für den Text Der Wind und das Schweigen der Wiener Werkstattpreis verliehen. 2013 und 2017 war er Finalist des Irseer Pegasus 2019 erschien der Gedichtband Transitzonen in der Edition FZA, 2021 folgte Schritt auf Schritt in der edition offenes feld. Im November 2022 ist er für den Publikumspreis beim Feldkircher Lyrikpreis nominiert.
Der 1190 im Heiligen Land gegründete Deutsche Orden schuf mit dem Deutschordensstaat in Preußen und Livland ein bedeutendes Staatswesen des Mittelalters. Eine wichtige Deutschordensniederlassung entstand 1234 in Marburg, die zeitweilig sogar von besonderer zentraler Bedeutung war. Das hier vorgelegte Buch ist eine Historie des Deutschen Ordens dieser Jahre in Marburg und ein Vademecum zu den eindrucksvollen Spuren, die der Deutsche Orden hier hinterlassen hat. Es zeigt auf, dass Marburg bis zum heutigen Tag eine Stadt des Deutschen Ordens ist, der ohne jeden Zweifel zur Erinnerungskultur Marburgs gehört.
Fritz Laupichler, geboren 1945 in Wien, Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte in Marburg. Langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg an der Universität Marburg. Publikationen über das Bildarchiv Foto Marburg, zur kunsthistorischen Dokumentation, zu ikonographischen und kulturhistorischen Themen, zur Burgenforschung sowie zur Stadtgeschichte Marburgs.
Antje Welz über ihr Buch: "Diese Geschichten und Gedichte in meinem Buch hat mein Leben geschrieben, ich habe nichts erfunden. Und da mir in meinem Leben nichts Sensationelles, nichts Außergewöhnliches passiert ist, sind es Alltagsgeschichten, Alltagsbeobachtungen, Erinnerungen. Man ist dabei, man findet sich wieder, oder man fragt sich: Ist mir nicht Ähnliches auch schon passiert? Oder: Könnte mir so etwas auch passieren?
Auf jeden Fall wundert man sich.
Man wundert sich jeden Tag aufs Neue.
Daher auf der Rückseite meines Buches die Feststellung:
'Ich habe mich durch mein Leben gewundert', über mich, über andere, über Lebensweisen, Entscheidungen, Überzeugungen, Glaubensfragen und so weiter. Daraus ist schließlich dieses Buch entstanden."
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Die Veranstaltung beginnt mit einer Lesung in der Buchhandlung, in der Kristina Lieschke Ausschnitte von sehr verschiedenen Kurzgeschichten - von historisch über zeitaktuell bis "märchenhaft" - vorstellt. Daran schließt sich ein kleiner gemeinsamer Stadtspaziergang auf literarischen Pfaden an, bei dem die Autorin weitere eigene Gedichte und Erzählungen einbaut. Als langjährige Gästeführerin weiß sie außerdem einiges über in weitestem Sinne literarische Projekte in der Stadt zu erzählen.
Die genaue Route und Dauer richtet sich nach Wetter und Teilnehmerzahl und kann auch kurzfristig Wünschen und "Gehvermögen" der Teilnehmenden angepasst werden.
Anmeldungen bitte in der Buchhandlung.
In einem fesselnden und doch ruhigen, geradezu meditativen Ton schildert Luca Lauga, wie der schwere Unfall einer ihrer Söhne sie in eine tiefe Krise stürzt. Auf langen Wanderungen in der wilden Landschaft Patagoniens kann sie das Geschehene allmählich verarbeiten. Sie hört Geschichten von Riesenwellen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben, vom Überleben, vom Weiterleben und Aushalten. Vom Alltag und von Wundern. Genau wie in den Nächten im Krankenhaus an der Seite ihres Sohnes fühlt sie auch auf ihren Wanderungen tief in diese Situationen hinein. Sie beschreibt, wie ihr diese intensiven Naturerlebnisse heraushalfen aus dem Gefangensein in den eigenen Krisen, aus dem Erstarrtsein in ihren Ängsten. Mit allen Sinnen in der Natur zu sein kann aus einer schweren Krise heraushelfen und die Freude am Leben wiedererwecken.
Luca Lauga, Studium der Germanistik, lebt mit ihrem argentinischen Ehemann in Deutschland und Patagonien. Sie hat zwei erwachsene Söhne. Als Sprach- und Interkulturelle Trainerin für Südamerika war sie viele Jahre in der Wirtschaft tätig, bis persönliche Ereignisse ihr Leben veränderten. Heute arbeitet sie als Coach und Beraterin. luca-lauga.com
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Heinrich Stürzl und Prof. Hans-Peter Ziemek stellen den neuen Stadtführer vor und stellen das Wissen der Zuhörer*innen mit einem kleinen Quiz auf die Probe.
'Kleines Marburg-ABC' nimmt besonderen Bezug auf das Stadtjubiläum zum Thema "Marburg erinnern". In 45 Stichworten von A wie Affenfelsen bis W wie Weidenhausen werden zentrale Themen, Orte und Personen der Stadt und ihrer Geschichte dargestellt. Dabei werden auch die dunklen Kapitel wie Hexenprozesse, Verfolgung und Deportation von Juden, Sinti und Roma nicht ausgespart. Der reich bebilderte Stadtführer richtet sich primär an Touristen und Gäste, die die Stadt kennenlernen wollen. Aber auch Einheimische finden darin vielleicht das eine oder andere, das sie noch nicht kennen.
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung.
Ein lyrischer Blick auf Marburg.
Der Autor 'versteht es als großartiger Lyriker, mit der Sprache umzugehen'. Es geht ihm darum, das Erinnerte, aber auch das Vergessene, Verdrängte lebendig zu halten.
Der Schriftsteller und Dichter Friedrich G. Paff stammt aus Bacharach am Rhein. Frühere Werke: Die Hexe von Bacharach (1983); Das Haus der Romantik (2001) unter dem Pseudonym Andreas Thorn
Der Eintritt ist frei. Bitte unbedingt anmelden. Es gelten die gültigen Hygienebestimmungen.