Das Kolumbarium ist ein Ort, der Geschichten sammelt - Lebenswege, Erinnerungen, Augenblicke
In der Veranstaltungsreihe "Urne, Buch und Butterkeks" des Freien Kolumbariums Rheinkirche stellt Kathrin Olzog im Juli Bücher für die Sommerpause vor.
Sie suchen noch Urlaubslektüre für den Koffer? Lassen Sie sich inspirieren!
In Bad Nauheim führt Direktor Kleeberger sein Hotel Rastender Kranich seit Jahrzehnten als Refugium vor den Turbulenzen der Zeit. Die Ruhe droht gestört zu werden, als im Jahr 1920 im beschaulichen Kurort die Versammlung Deutscher Naturforscher mit über zweitausend Teilnehmenden ansteht. Die neue Relativitätstheorie hat die wissenschaftliche Gemeinde gespalten, und die beiden ärgsten Kontrahenten Albert Einstein und Philipp Lenard sind ausgerechnet im Rastenden Kranich einquartiert. Kleeberger wittert eine Chance: Wäre es nicht die beste Werbung für sein veraltetes Hotel, wenn er den Streit dort schlichten würde? Doch hinter fachlichen Differenzen lauern ungeahnte Abgründe, und der Tee, der im Rastenden Kranich einst Bismarck in den Schlaf wiegte, wird kaum ausreichen, um die Gemüter zu besänftigen. Zwischen Schlichtungsversuchen und dem Bemühen, es allen Gästen recht zu machen, entgleitet Kleeberger nach und nach die Kontrolle über sein Hotel. Mit Humor und erzählerischer Leichtigkeit lässt Daniel Mellem in einem ruheversprechenden Hotel Stammgäste und bedeutende Wissenschaftler aufeinanderprallen. Schnappen Sie sich ein Handtuch, und versuchen Sie, gemeinsam mit Einstein im Badehaus 3 zu entspannen!
Daniel Mellem wurde 1987 geboren. Er promovierte in Physik, bevor er sich am Deutschen Literaturinstitut Leipzig seinem ersten Roman widmete. Für 'Die Erfindung des Countdowns' (2020) erhielt er den Retzhof-Preis für junge Literatur und den Hamburger Literaturförderpreis. Der Roman war zudem 'NDR Buch des Monats' und nominiert für den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals. Daniel Mellem lebt in Hamburg.
Foto: (c) Gunter Glücklich
Ein Sommer voller Freiheit zwischen Angst, Mut und Neubeginn Das echte Leben ist eine herbe Enttäuschung. Leonie, genannt Leo, will sich nach der Schule kopfüber in die Freiheit stürzen und landet stattdessen auf dem Boden der Realität. Streit mit der Mutter, Strafanzeige gegen den Vater und Ferientage mit dem kleinen Bruder, statt ein Sommer mit Olli, der sie erst geküsst und dann sitzengelassen hat. Zum Glück gibt es 'Little Hollywood', die Videothek an der Ecke, deren einziger Nachteil Jo heißt, 'Schnaps und Unfug' auf den Arm tätowiert hat und Leo jedes Mal zwingt, 'Wahrheit oder Pflicht' zu spielen, obwohl sie sich doch nur in einen Film flüchten will. Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sich ins Leben zu werfen und der Angst vor dem Absturz, beginnt für Leo ein unvergesslicher Sommer, in dem sie lernt, was es bedeutet, mutig zu sein. Eine Hommage an die späten 90er:Inga Hanka erzählt mit viel Charme in die Wochen des Lebens hinein, in denen gefühlt alles und nichts gleichzeitig passiert - die Wochen des letzten Sommers vor dem endgültigen Erwachsenwerden
Inga Hanka (*1988) arbeitete als Texterin und Fotografin für Radio, Print- und verschiedene Onlinemedien, bevor sie unter dem Motto »Kreieren statt konsumieren« in Workshops kreative Schreibtechniken mit aktuellen Coachingmethoden kombinierte. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Kempen am Niederrhein, wo sie eine Gärtnerei betreiben.
Foto © Niki Romczyk
Eine Jugend in den 1960er und 70er Jahren in einer typischen Mittelstandsfamilie, dem Rückgrat der Bundesrepublik, dem Hort der Tabus. In der Vätergeneration glimmt noch die Operetten-Idylle, bei den Jugendlichen geht es um laute Rockmusik, lange Haare, sexuelles Erwachen und viele linke Thesen. Georg Mertens ist 16, als er sich intensiv mit der Kriegsvergangenheit seines Vaters auseinanderzusetzen beginnt. Doch sein Vater gehört zur sprachlosen Generation. Während Walter Mertens versucht zu verdrängen, kann sein Sohn nicht länger ruhen und sucht nach Antworten. Was geschah 1944 im toskanischen Dorf Sant Anna di Stazzema? Erst als Georg viele Jahre später zum wiederholten Male die Wahrheit einfordert und sein Vater nichts mehr zu verlieren glaubt, bricht er sein Schweigen. »Vor der Wand« erzählt eine Vater-Sohn-Geschichte. Ein Roman um Schuld und Sühne über Generationen hinweg.
In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Moers und dem Partnerschaftsverein Stazzema - Moers
Foto: David Ausserhofer
Das eisige Winterwetter hat das beschauliche Städtchen Whitby fest im Griff, als DCI Bolton zu einem Tatort gerufen wird: Im dichten Nebel wird die verkohlte Leiche eines Mannes gefunden, der tief verstrickt in Glücksspiel und Rotlichtmilieu war. Zeitgleich trifft seine neue Kollegin Samantha Fox ein – mit unkonventionellen Methoden und einem Instinkt für verborgene Zusammenhänge. Als eine Frau behauptet, ihr Freund sei vor Jahren an derselben Stelle getötet worden, beginnt Fox heimlich zu ermitteln und stößt auf ein Netz aus Lügen und dunklen Geheimnissen …
Ian Bray, geboren 1954, ist das Pseudonym des deutschen Krimiautors Arnold Küsters. Wenn er sich nicht gerade spannende Mordfälle ausdenkt, ist er als freiberuflicher Journalist im Einsatz. Cornwall wurde vor vielen Jahren zu seinem liebsten Reiseziel, und Cadgwith hat es ihm ganz besonders angetan. Daher verbringt er dort nicht nur regelmäßig seinen Urlaub, sondern verlegt neuerdings auch seine Kriminalfälle in das beschauliche Fischerdorf.
Foto: (C) Julia Vogel
Carla Bergmann ist als junge Praktikantin neu in der Lokalredaktion der Morgenpost. Irritiert über Ungereimtheiten in einer unscheinbaren Meldung im Polizeibericht. gräbt sie nach. Keiner nimmt sie ernst, bis ein Informant ermordet wird und sie selbst in Lebensgefahr gerät. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Carla auf einen Skandal von ungeheurer Dimension.
Horst Eckert wurde 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in Düsseldorf. Nach dem Studium der Politikwissenschaften in Erlangen und Berlin arbeitete er fünfzehn Jahre als Fernsehjournalist, u.a. für die "Tagesschau". 1995 debütierte er mit "Annas Erbe". Seine Romane wurden mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, zuletzt erhielt "Die Macht der Wölfe" als bester Politkrimi 2024 den Preis der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg. "Die Praktikantin" ist sein 21. Roman.
Foto: Kathie Wewer