'Die Gewalt umgibt uns. Kein Milieu, keine Kultur, keine Klasse sind vor ihr immun. Schaffen wir es, sie als das zu sehen, was sie ist?' Überall wird über Opfer gesprochen. Doch immer häufiger sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die die Harmonie stören, die als verweichlicht gelten, die andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. Wenn sie nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme. Härte gegen andere gilt als zunehmend erstrebenswert - und während an Opfer unmenschlich hohe Ansprüche gestellt werden, verändern mächtige Bündnisse patriarchaler Komplizenschaft unsere Welt zum Schlechteren. Alice Hasters beschreibt einen kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit einem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus einhergeht. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Sensibilität als elitär gilt? Und das Recht des Stärkeren als authentisch? Mit intellektueller Unruhe stellt sie der Ausbreitung der neuen Härte die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber.
'Eine kluge, ehrliche und reflektierte Zeitdiagnose.' Claas Christophersen, NDR Kultur über Identitätskrise 'Hasters Worte haben eine starke Wirkkraft, gerade weil sie Widersprüche aushält. Ihre gesellschaftlichen Analysen sind intelligent und ihre Forderungen nach Veränderung sind herausfordernd und zugleich hoffnungsvoll.' Naomi Asal, Mephisto 97.6
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Ein Roman über das Echo von Gewalt, über strukturelles Versagen - und darüber, wie eine Gemeinschaft ins Wanken gerät, wenn ein Femizid alles erschüttert. Erzählt aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Panorama einer Familie im Ausnahmezustand und einer Gesellschaft, die dem strukturellen Kern der Gewalt noch immer ausweicht.
Die neunjährige Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf - ein tyrannischer Vater, eine liebevolle, aber unterdrückte Mutter, dazwischen viel Schweigen und Dinge, die ihr keiner erklärt. Als Frank, Majas Vater, ihre Mutter tötet, reißt er ein Loch in die Welt - für Maja, aber auch für alle anderen, die zurückbleiben. Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Zwischen Trauer, Sorgerechtsstreit und Bürokratie wird Maja zum Spielball und verliert inmitten von Anträgen und Zuständigkeiten ihre Familie, ihr Zuhause, das Gefühl von Sicherheit und die Gewissheit, zu wem sie gehört. Ihre Patentante Liv wird Majas einziger Lichtblick: Liv arbeitet als Astrophysikerin und begeistert Maja für die Wunder des Universums. Gleichzeitig ringt sie mit eigenen Unsicherheiten, alten Ängsten und der Überforderung, plötzlich Verantwortung übernehmen zu müssen. Und doch wachsen Liv und Maja zusammen: beim Blick durchs Teleskop und beim Versuch, im endlosen Weltraum Antworten zu finden, die ihnen niemand sonst geben kann.
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Kraftvoll und eindringlich schreibt Jasmina Kuhnke in ihrem ersten Roman darüber, wie sich Rassismus in die Seelen der betroffenen Menschen webt. Es wird niemanden so schnell loslassen, denn es tut weh. Jasmina Kuhnke ist eine unu-berho-rbare Stimme im Kampf gegen Rassismus in diesem Land. Sie erzählt davon, was es mit einem macht, immer aufzufallen. Die Protagonistin ihres Buches, eine Schwarze Ich-Erzählerin, wächst am Rande des Ruhrgebiets auf, in den neunziger Jahren. Zu Hause wu-tet ein gewalttätiger Stiefvater, in der Schule gibt es wenig Unterstu-tzung, dafu-r viel Ausgrenzung. Die Protagonistin weiß, wie es ist, jeden Tag mit dem Schlimmsten zu rechnen, bis das Schlimmste zur Selbstverständlichkeit wird, bis sie selbst davon u-berzeugt ist, dass sie der Welt nichts zu bieten hat. Sie gerät in eine gewalttätige Beziehung, zementiert die Abhängigkeit mit zwei Schwangerschaften. Erst als es schon fast zu spät ist, gelingt es ihr, sich und die Kinder zu befreien. 'JASMINAS GESCHICHTE IST WIE EIN SCHLAG INS GESICHT.'
CAROLIN KEBEKUS
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Die bewegenden Erinnerungen von Bestsellerautorin Tupoka Ogette: 'Selten liest man Texte, die mit so offenem, ehrlichem Herzen geschrieben sind ...' Alice Hasters
'So beginnt meine Geschichte. Als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes. Zwischen Sange, Südtansania, und Gera, Thüringen. Zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur.' Tupoka Ogette schreibt von der Suche nach Zugehörigkeit, vom Leben im Widerspruch, im Dazwischen. Sie erzählt vom Aufwachsen als Schwarzes Kind in der DDR, von Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt - aber auch von Liebe, Mutterschaft, Resilienz und Selbstermächtigung. Von Freundschaften, die sie schließt, und solchen, die sie verliert. Vom Neuanfang in der BRD. Und davon, die Ruhe im Sturm zu finden. 'Selten liest man Texte, die mit so offenem, ehrlichem Herzen geschrieben sind. Tupoka Ogette erzählt von Leben und Überleben in Deutschland. Von Kampf und Triumph. Von Verzweiflung und Hoffnung. Eine Masterclass darin, was Gleichzeitigkeit bedeutet.' Alice Hasters 'Dieses Buch ist die Erzählung, ohne die die Geschichte der deutschen Vereinigung nicht vollständig ist.' Daniel Schulz
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Das Sextoy-Business verkauft, Freund*in Patrice auffällig schwer erreichbar, im eigenen Körper unwohl: Tony weiss nicht, was mit sich anfangen. Da kommt der Gutschein von Tonys ehemaliger Sextoy-Firma gerade recht. Kurz entschlossen bestellt Tony das teuerste Produkt - und erhält einen Sex-Roboter, der seine Gestalt wandeln kann! Tony tauft den Roboter auf den Namen Sandy Cheeks, modelliert ihn gemäss den eigenen Wunschvorstellungen und beginnt sich mit ihm über Körperlichkeit, Sexualität, Liebe und Freundschaft zu unterhalten. Trotz ihrer limitierten Funktionen erweist sich Sandy dabei als wertvolles Gegenüber. Als Sandy Tony schliesslich die Fähigkeit überträgt, den eigenen Körper zu verändern, schöpft Tony neue Energie - bis eines Tages überraschend Patrice auftaucht. Dabei stets an Tonys Seite: Friends, die Tony wertschätzen und unterstützen, egal, wie Tony aussieht oder sich verändern will.
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Trotz der mehrfachen Diskriminierung durch Rassismus, Klassismus und Sexismus haben afroamerikanische Frauen eine reiche intellektuelle Tradition entwickelt. In "Schwarzes feministisches Denken", ursprünglich 1990 veröffentlicht, unternimmt Patricia Hill Collins erstmals den Versuch, die Worte und Ideen Schwarzer feministischer Wissenschaftler*innen und Schriftsteller*innen sowohl innerhalb als auch außerhalb des akademischen Betriebs zu erforschen. Sie entwickelt einen theoretischen Rahmen für das Werk so prominenter Schwarzer feministischer Denkerinnen wie Angela Davis, bell hooks, Alice Walker und Audre Lorde. Collins hebt in diesem wegweisenden Werk hervor, dass das Schwarze feministische Denken als kritische Gesellschaftstheorie Schwarzen Frauen die Mittel an die Hand gibt, sich gegen die intersektionalen Unterdrückungen zu wehren. Damit zielt Collins mit ihrer Arbeit auf die Verknüpfung von Schwarzer Wissenschaft mit Empowerment und Schwarzem feministischem Aktivismus. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstarkes und radikales Buch, das einen umfassenden Überblick über Schwarzes feministisches Denken und dessen Kanon leistet.
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Stolze Hüften aus Knochen, Stein, gebranntem Ton. Wir nennen sie Göttinnen, doch wer oder was waren sie wirklich? In Büchern über die Steinzeit sehen wir vorrangig Männer beim Jagen, Feuerstein schlagen oder Höhlen bemalen. Die meisten Menschenbilder aber, die uns von Eiszeitmenschen selbst hinterlassen wurden, zeigen Frauen. Was waren das für Gesellschaften, die sie und ihr Geschlecht so zentral und ohne Scham darstellten? Nach Jahren der Recherche kehrt Ulli Lust zurück mit ihrem groß angelegten Sachcomic über die Anfänge der Kunst und die Bedeutung der Empathie für das Überleben unserer Spezies: Rund um die archaisch-weiblichen Figurinen entfaltet sich eine vergessene Welt, in der die Heldenreise Gruppensache war, die nur gemeinsam bestanden werden konnte, von Frauen, Männern, Kindern oder auch nichtbinären Menschen in mitunter reich geschmückter Rolle.
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»Ein Memoir von großer großer literarischer Kraft.« New York Times - Von einer Wegbereiterin des Empowerment von Frauen of Colour.
Als Tochter karibischer Einwanderer wächst Audre Lorde im Harlem der 1940er-Jahre heran. Eine Zeit, die sie eindrucksvoll und zutiefst poetisch heraufbeschwört. Ihre Erinnerungen sind geprägt von bedeutsamen Beziehungen zu Frauen - ihrer Mutter, Freundinnen, Geliebten -, von ihren Erfahrungen in der queeren New Yorker Subkultur aber auch von schmerzhaften Momenten der Ausgrenzung. Wie in einem Bildungsroman entwirft Lorde in ihrem literarischen Hauptwerk ein Porträt der Künstlerin als junge Frau, erzählt die Geschichte einer Selbstfindung: vom hochbegabten Mädchen zur brillanten Schriftstellerin und zur »Schwarzen, Lesbe, Feministin, Mutter, Dichterin, Kriegerin«. »Zami« ist das Porträt einer jungen Frau, die den Mut und die Kraft fand, sich Platz in einer Welt zu erkämpfen, die für sie keinen vorgesehen hatte.
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Im Sommer 2022 offenbarte die Hasskampagne gegen die Schauspielerin Amber Heard, wie salonfähig es ist, Opfer häuslicher Gewalt zu verhöhnen und wie omnipräsent Frauenhass in unserer Gesellschaft nach wie vor ist. Was früher in den reißerischen Printmedien stattfand, passiert heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen - stellenweise sogar ungehemmt unter vollem Klarnamen. Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf sozialen Medien ein Millionenpublikum. Digitale Plattformen unterbinden diesen, oft gegen Einzel personen gerichteten Hass, nicht - ganz im Gegenteil, denn hinter dem Hass steckt oft ein System, das gewinnbringende Klicks generiert. In 'Bitch Hunt' analysiert Veronika Kracher die Funktion digitaler Misogynie, welche Rolle misogyne Kampagnen im rechten Kulturkampf spielen, und wieso Soziale Medien alltäglichen Frauen hass in einer patriarchalen Gesellschaft derart verstärken. Letztendlich leiden nicht nur Betroffene unter diesen Dynamiken, sondern unsere Demokratie.
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Dieses Buch entfaltet Beziehungsanarchie als politisches und emanzipatorisches Konzept jenseits von Monogamie, Polyamorie und offenen Beziehungen. Es verbindet feministische, queere und anarchistische Theorie mit persönlicher Reflexion und praktischen Werkzeugen. Ausgehend von der Kritik gesellschaftlicher Beziehungsnormen - Besitzlogik, Hierarchie, Heteronormativität und kapitalistischer Verwertbarkeit - entwickelt die Autorin eine Ethik der Freiheit, Verantwortung und Fürsorge. Beziehungsanarchie erscheint hier nicht als Beziehungsmodell, sondern als Haltung: eine Praxis der Selbstbestimmung und Solidarität im Intimen wie im Kollektiven. Das Buch führt von theoretischen Grundlagen über Dekonstruktion und Alltagswerkzeugen bis hin zu kollektiven Perspektiven und einem abschließenden Manifest. Es lädt dazu ein, Liebe nicht länger als Privatsache zu begreifen, sondern als Ort gesellschaftlicher Transformation - hin zu Beziehungen, die frei, fürsorglich und widerständig sind.
"Beziehungsweise Anarchie" will nicht nur informieren, sondern inspirieren. Es regt an, Beziehungen jenseits von Drehbüchern zu gestalten und damit im Kleinen zu beginnen, was im Großen Veränderung bedeutet.
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