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Ein neues Konzept zum Verständnis von Hysterie und histrionischer Persönlichkeitsstörung Angesiedelt zwischen Traumafolgestörung und Neurose
Auch heute weite Verbreitung hysterischer Auffälligkeiten und Störungen
Praxisnah: neue Möglichkeiten von Diagnose und Therapie Wo bleiben die Spuren der Gewalt, die seit jeher von Menschen gegen Menschen ausgeübt wurde, insbesondere die Spuren sexueller Gewalt? Seidlers Antwort: Sie finden auch im Krankheitsbild der Hysterie ihren Ausdruck! Sie ist das Ergebnis transgenerationaler Verarbeitung seelischer Verletzungen auf dem Wege hin zu ihrer sprachlichen Darstellbarkeit. Und so verwundert es nicht, dass die Hysterie die Menschheit seit 'ewigen Zeiten' beschäftigt. Die drei Teile des Buches gelten der Geschichte der Hysterie, ihrem klinischen Bild und gesellschaftlichen Aspekten, etwa zur Frage: "Leben wir in einer hysterischen Gesellschaft?" Dabei löst der Autor sich von einer pathologisierenden Darstellungsweise, ohne indes klinische Realitäten aus dem Auge zu verlieren, und behandelt in diesem Zusammenhang auch Themen wie die histrionische und die Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie die dissoziative Identitätsstörung und Traumafolgestörungen. Er zeigt, dass Hysterie mehr ist als ein Krankheitsbild, nämlich ein Versuch, etwas auszudrücken und zur Sprache zu bringen, das sich immer wieder der Formulierung entzieht und für das jede Formulierung zu eng ist. Der Autor zeigt sowohl seine Fähigkeit zu Mikroanalyse, wenn er differenziert mikroskopische Therapieeinheiten darstellt, nämlich die Verbindung von EMDR und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, als auch seine Fähigkeit zum umfassenden Weitblick, wenn er fast viertausend Jahre Geschichte der Hysterie lebendig und anschaulich darstellt.
Prof. Dr. med. Günter H. Seidler war von 2002 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Sommer 2015 Leiter der Sektion Psychotraumatologie im Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg. Er begann seine Laufbahn als Neurochirurg. Er ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Lehranalytiker, Gruppen-Lehranalytiker und EMDR-Supervisor. Er arbeitet freiberuflich als Autor, Coach, Berater, Lehrtherapeut und Lehranalytiker sowie Supervisor.
Der Vorentwurf zu seinem ersten Buch ("Der Blick des Anderen. Eine Analyse der Scham") wurde 1989 mit dem Förderpreis der DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft) ausgezeichnet. Dessen amerikanische Ausgabe avancierte in Trauma-orientierten Kreisen der Psychotherapieszene in den USA zum Kultbuch. Die empirische Überprüfung des dort entwickelten Konstruktes in seiner Habilitationsschrift ("Stationäre Psychotherapie auf dem Prüfstand. Intersubjektivität und gesundheitliche Besserung", 1999) wurde mit dem "Forschungspreis Psychotherapie in der Medizin" ausgezeichnet. Seine Befunde veranlassten ihn zu einem Paradigmawechsel, und er wandte sich der Psychotraumatologie zu.
Günter H. Seidler ist Gründungsherausgeber und war bis 2019 Leitender Herausgeber der Zeitschrift 'Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder'.
Günter Seidler hat zahlreiche wissenschaftliche Projekte zu den Folgen individueller Gewalt und zu Großschadensereignissen sowie zur Therapieentwicklung durchgeführt und gilt international als einer der führenden Psychotraumatherapeuten. In seiner praktischen Arbeit verbindet er eine wissenschaftliche Orientierung mit Kompetenzen in zahlreichen Therapieverfahren und mit eigenen Ansätzen.
>> Weitere Informationen zu Günter H. Seidler (www.guenter-seidler.de)