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Dass Hermann Brochs Werke zu den großen Kunstwerken der Moderne gehören, scheint unstrittig. Im vorliegenden Band gehen wir der Frage nach Wechselwirkungen, Einflussnahmen, Netzwerken und Dynamiken des Gedankenaustauschs zur Literatur bei Broch nach. Hermann Brochs Tätigkeit als Rezensent zwischen 1918 und 1950 ist lange Zeit unterbelichtet geblieben, dabei handelt es sich beim Rezensieren um eine dynamische Auseinandersetzung mit der Literatur, die analysierend und vermittelnd eine Brücke zwischen AutorInnen, LeserInnen und KritikerInnen schafft. Was wurde wann, wie und für wen rezensiert? Ebenfalls wichtig für die Herausbildung der eigenen Ideen sind die Wechselwirkungen, als Briefwechsel oder als Rezeption, mit anderen Intellektuellen. In diesem Band gehen wir seinen - ideellen und realen - Beziehungen mit Rachel Bespaloff, Willa Muir, James Joyce, André Gide, Italo Svevo, Leo Perutz, Karl Kraus, Rainer Maria Rilke, Fjodor Dostojewski, Józef Wittlin, Thomas Mann und Egon Vietta nach. Ebenfalls im Zentrum der vorliegenden Untersuchungen steht die Rezeption naturwissenschaftlicher Ansätze, speziell im Verhältnis zu Paul Natorp und der Mathematik. Diese Studien sind besonders für all diejenigen relevant, die sich für Hermann Broch interessieren - oder für jene, die, so wie wir, Literatur nicht als schwarze Buchstaben auf weißem Papier, sondern als komplexes, dynamisches Gedankengefüge verstehen.