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Für Jahrhunderte war der Adel in der Kirche einflussreich, waren Konfession und Adel eng verbunden. In der Moderne sahen sich beide einem zunehmenden Wandel unterworfen. Die Adelsforschung hat die evangelische Kirche dennoch bislang kaum beachtet. Dabei ermöglicht die Berücksichtigung des Faktors Konfession ein besseres Verständnis für Fortbestand und Selbstverständnis des Adels in der Moderne und für die Entwicklung der Gesellschaft im Allgemeinen. Auf der Grundlage einer erweiterten Sozialgeschichte zeigt diese Studie auf, wie viele Adlige es im hauptamtlichen Dienst der Landeskirche in Bayern von 1871 bis 1964 gab. Insbesondere anhand von Personalakten fragt sie weiter: Über welche Ausgangsbedingungen verfügten diese Personen? Wie verstanden sie ihr Amt und wie handelten sie? Kurzum: Waren Adeligkeit und ein geistliches Amt in der Moderne noch vereinbar? So leistet dieser Band einen instruktiven Beitrag sowohl zur Adels- als auch zur Kirchengeschichte der Moderne.
Johannes Erich Schweigardt hat Germanistik, Geschichte und Erziehungs-wissenschaften an der Universität Eichstätt-Ingolstadt studiert. In seiner Masterarbeit befasste er sich mit der Wahrnehmung der USA in Reiseberichten nach dem Ersten Weltkrieg. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde er im Fach Mittlere und Neuere Geschichte promoviert.