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Frühjahr 1991, eine Kleinstadt in Sachsen:
Johann arbeitet für die Treuhandanstalt und soll über das Schicksal der traditionsreichen Papierfabrik Mielitzsch entscheiden. Sein Vorgesetzter will den Verkauf an einen windigen Investor durchsetzen. Doch Johann schlägt sich auf die Seite des Betriebsleiters Peter Goyatz, der um den Erhalt der Fabrik kämpft. Denn eine Schließung würde die Stadt ins Mark treffen.
Die junge Lehrerin Julia erlebt die Folgen der Wende längst im Alltag: Arbeitslosigkeit, Angst und wachsender Fremdenhass vergiften das Miteinander in Mielitzsch. Als sie Johann begegnet, geraten beide in eine leidenschaftliche Affäre - und in einen Konflikt zwischen persönlichem Glück und moralischer Schuld.
"Zellulose" erzählt von einer Zeit des radikalen Wandels, in der alte Gewissheiten zerrieben werden und neue Verheißungen verrauchen. Ein poetischer Roman über eine deutsch-deutsche Liebe - und das Porträt einer zutiefst erschütterten Generation.
Kristof Kannegießer wurde 1977 in Halle/Saale geboren und wuchs in Kleinmachnow auf. Er studierte Germanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin und anschließend Dokumentarfilm an der Filmakademie in Ludwigsburg. Seit 2010 ist er tätig als Dokumentarfilmer, Fernsehjournalist und Kameramann, v.a. beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sowie als Dozent im Studiengang "Screen Based Media" an der Berliner Hochschule für Technik. Kristof Kannegießer lebt in Wandlitz. Nach "Das Licht zwischen den Weiden" (2025) ist "Zellulose" seine zweite Romanveröffentlichung.