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'Wenn ich erst abgenommen habe ...' 'Wenn ich erst selbstbewusster bin ...' Wie oft schieben wir unser eigentliches Leben auf, weil wir glauben, den Maßstäben der anderen nicht zu genügen?
Wir alle kennen diese Momente. Vom Sportunterricht auf dem Schulhof bis zum Smalltalk in der Abteilungsküche: Unser Körper und unser Sein werden permanent verglichen, bewertet und einsortiert. Es ist eine unsichtbare Gewalt - eine Demütigung durch Blicke, Sprüche und Urteile, die zwar keine blauen Flecken hinterlässt, uns aber im 'Was wäre, wenn' gefangen hält.
In ihrem kraftvollen Buchdebüt rechnet Merve Terzi,im Netz bekannt als @mervegsteuer, mit genau dieser Form der gesellschaftlichen Ausgrenzung ab. Mitreißend, ehrlich und ganz nah am Leben erzählt sie, wie nahtlos die Bewertung von der Kindheit ins Erwachsenenalter reicht - und wie tief wir diese Urteile internalisieren.
Doch Merves Geschichte ist keine Leidensgeschichte und verharrt niemals in der Opferrolle. Ihr Buch ist ein Befreiungsschlag. Mit scharfzüngigem Witz, lebendigen Dialogen und einer entwaffnenden Ehrlichkeit zeigt sie, wie wir die Deutungshoheit über unser Leben zurückerobern. Neben dem Schmerz stehen bei ihr immer auch der unbezahlbare Wert von Familie und Freundschaft, herzhaftes Lachen und der Mut, einander beizustehen.
Ein zutiefst solidarisches Buchfür alle, die Erfahrungen mit Ausgrenzung oder struktureller Benachteiligung gemacht haben - und eine mitreißende Ermutigung an uns alle, das Leben nicht mehr auf später zu verschieben.