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Die Studie untersucht, in welcher Weise Prostituierte und Zuhälter in der nationalsozialistischen Zeit kontrolliert, reglementiert, verfolgt und "ausgemerzt" wurden. Auf der Basis intensiver Quellenstudien wurden 900 Lebensläufe ausgewertet und das staatliche sowie kommunale Handeln in den Städten Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart analysiert und verglichen. Teilweise waren Gesetze der Weimarer Republik bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs in Kraft. Gleichzeitig schuf der "Führerstaat" zahlreiche neue und immer radikalere Mechanismen zur Ausschaltung dieser als "Volksschädlinge", "Asoziale" und "Berufsverbrecher" abgestempelten Menschen.
Zentrales Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass es zwischen 1933 und 1945 nicht darum ging, das System der Prostitution zu demontieren oder abzuschaffen, sondern das Sexgewerbe im öffentlichen Raum unsichtbar zu machen. Im Südwesten lässt sich kein systematisches und generell geplantes Vorgehen zur Vernichtung der Prostituierten und Zuhälter erkennen.
Dr. Mirjam Schnorr studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Heidelberg und wurde dort promoviert. Zuletzt arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut zum Thema der "Arisierung" von Immobilien. Ihren Forschungsschwerpunkt legte sie bislang vor allem auf die Geschichte des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieges ebenso wie auf frauen- und geschlechterspezifische Fragestellungen