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Ricarda Huchs "Der Dreißigjährige Krieg" ist keine bloße Chronik militärischer Ereignisse, sondern eine große historische Darstellung der politischen, religiösen und seelischen Erschütterungen Europas im 17. Jahrhundert. Mit erzählerischer Kraft verbindet Huch Quellenkenntnis, psychologische Charakterzeichnung und kulturgeschichtliche Deutung. Kaiser, Feldherren, Diplomaten und leidende Bevölkerungen treten in einem Panorama hervor, das zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und literarischer Anschaulichkeit steht. Ricarda Huch, 1864 geboren, gehörte zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen und Historikerinnen ihrer Zeit. Ihre Beschäftigung mit Romantik, Revolution und deutscher Geschichte prägte ihren Blick auf Epochen des Umbruchs. Als Autorin, die historische Prozesse stets mit moralischer und geistiger Leidenschaft betrachtete, fand sie im Dreißigjährigen Krieg ein Thema, das Machtpolitik, Glaubenskonflikt und menschliche Tragödie in besonderer Dichte vereint. Dieses Werk empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Geschichte nicht als Abfolge von Daten, sondern als dramatisches Ringen von Ideen, Interessen und Persönlichkeiten verstehen möchten. Huchs Darstellung eröffnet einen Zugang zu einer Katastrophe, deren Folgen Deutschland und Europa dauerhaft veränderten, und bleibt zugleich ein eindrucksvolles Beispiel historischer Prosa von bleibendem Rang.
Ricarda Huch (1864 - 1947) war eine deutsche Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin und Historikerin. Im Jahr 1892 wurde sie als eine der ersten deutschen Frauen überhaupt an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich promoviert. In München kam sie in Kontakt mit der Frauenbewegung. Huch schrieb Romane und vor allem historische Werke, die zum Teil episodenhaft zwischen Geschichtswissenschaft und Literatur angesiedelt sind.