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Soziale Medien haben sich bis in die hintersten Winkel unseres Lebens ausgebreitet. Sie strukturieren Informationsflüsse, ordnen Aufmerksamkeit und tragen zur Ausbildung einer hochreaktiven Öffentlichkeit bei. Diese Reaktionsmaschine produziert Falschnachrichten, schürt Hass und bringt Menschen dazu, einander öffentlich anzugreifen, zu beleidigen und Tribunale zu errichten. Rupert Gaderer zeigt an literarischen Texten, Theaterarbeiten und essayistischen Interventionen, aber auch an Gerichtsprozessen, Ratgebern und Shitstorm-Simulationen, wie digitale Konflikte ästhetisch reflektiert, reproduziert oder kritisiert werden: in paranoischen Beobachtungsprotokollen, in Gegenangriffen auf Hater, in poetischen Formen digitaler Beleidigung, in literarischer Hassrede auf der Bühne und in Analysen rechter Ideologien. Damit skizziert dieses Buch nicht zuletzt ästhetische Strategien der Gegenwehr wider die destruktiven Dynamiken sozialer Medien - jenseits resignativer Klagen über die Verrohung der Debattenkultur und illusorischer Forderungen nach einer völligen Entnetzung oder einer durchgreifenden juristischen Bändigung der Plattformen.
Rupert Gaderer, in Wien geboren, lehrt und forscht an der Ruhr-Universität Bochum und co-leitet das Projekt 'Virtuelle Streitwelten. Foren und Tribunalisierungsdynamiken' im SFB 1567 'Virtuelle Lebenswelten'. Seine Forschung zu Beschwerden und Klagen hat er auf digitale und außerinstitutionelle Konflikte ausgeweitet. Zuletzt erschien Querulieren. Kulturtechniken, Medien und Literatur 1700-2000 (2021).