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Zweimal musste er pandemiebedingt verschoben werden, jetzt soll im oberhessischen Bergenstadt wieder Grenzgang gefeiert werden - doch plötzlich wird das traditionelle Heimatfest zum Streitfall. Linda Preiss, Schulpsychologin am Städtischen Gymnasium, ist empört: Man will sie als Reiterin nicht dabei haben, weil sie eine Frau ist! War es also ein Fehler, nach so vielen Jahren in die alte Heimat zurückzukehren? Jürgen Bamberger gerät als Bürgermeister gleich doppelt in Erklärungsnot: Der Hessische Rundfunk hat Fragen zu dem sogenannten »Mohren«, und seine Tochter macht ihre ablehnende Haltung zum Fest öffentlich. Je hitziger die Diskussionen geführt werden, desto fremder wird Jürgen der Ort, an dem er sein gesamtes Leben verbracht hat. Siebzehn Jahre sind vergangen, seit in der Literatur schon einmal Grenzgang gefeiert wurde, in Stephan Thomes gleichnamigem Romandebüt. Inzwischen allerdings hat sich das gesellschaftliche Klima grundlegend verändert. Und so stoßen die Protagonisten, während sie ihr privates Glück verfolgen, auf die großen Streitfragen unserer Zeit. Als das Fest schließlich beginnt, hat auch ihr Leben eine ganz neue Richtung eingeschlagen.
Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung ins Deutsche. Sein Roman Grenzgang gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand - wie auch sein zweiter Roman Fliehkräfte - auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans Grenzgang den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh.