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Am 12. März 1938 überquerte die deutsche Wehrmacht die Grenze zu Österreich, um den von Adolf Hitler verfügten 'Anschluss' an das Deutsche Reich zu vollziehen. Das vorliegende Buch lässt jüdische Wienerinnen zu Wort kommen, die aufgrund der Annexion binnen weniger Wochen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen wurden, um Gewalt, Terror und Willkür zu entgehen. Auf Grundlage ausgewählter Oral-History-Interviews untersucht Teresa Marx in ihrer Studie Entscheidungsräume und Handlungsmöglichkeiten der Emigrantinnen und analysiert, wie die erzwungene Flucht ihre Identitäten prägte. Die exemplarisch ausgewählten Frauen verließen Österreich in Eigenverantwortung und ohne männliche Begleitung. Mit dem Fokus auf weiblicher Selbstbestimmung eröffnet das Buch eine Perspektive, die das gängige Forschungsnarrativ hinterfragt, in dem Frauen vor allem als Begleiterinnen eines Ehemannes verortet werden.
Teresa Marx, geboren 1997 in Hamburg, studierte Gesellschaftswissenschaften und Zeitgeschichte in Aachen und Potsdam. An der Professur für Neuere Geschichte (deutsch-jüdische Geschichte) der Universität Potsdam promovierte sie und arbeitete währenddessen als wissenschaftliche Hilfskraft für die Universität Utrecht und die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.