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Die Absicht des Buches, das ich mit einigem Zögern in Ihre Hand lege, ist nicht wissenschaftlich, sondern politisch. Das heißt, in meinem eigenen Urteil: ohne Anspruch auf objektive Wahrheitsgeltung. Damit sage ich nicht, daß die folgenden Seiten nur mit Postulaten bedruckt und also für Sie unverbindlich seien. In diesem Falle wäre es unverfroren, Ihnen den Zeitaufwand des Lesens zuzumuten. Meine politischen und also für Sie unverbindlichen Meinungen stützen sich auf theoretische und also auch für Sie verbindliche Einsichten. Das erste Buch ist Soziologie, das zweite ist Wertphilosophie und Erkenntnistheorie. Das ist Wissenschaft und der Diskussion mit sachlichen Gründen, logischen Folgerungen zugänglich. Das dritte Buch enthält die praktisch-politischen Sätze, zu denen die in den beiden vorangehenden entwickelte Theorie und die Erfahrung des Lebens mich geführt haben. Der Schluß vom ersten und zweiten Buch auf das dritte ist nicht denknotwendig. Sie können ihn unbeschadet Ihres logischen Gewissens ablehnen. Nur die eine Bitte habe ich: lehnen Sie ihn nicht ab, ohne ihn wohl erwogen zu haben. [Der Autor im Vorwort] Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1975, erschienen im Verlag Arno Press, New York. Die alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Theodor Geiger (1891-1952), dänischer Soziologe deutscher Herkunft. Geiger wird zu den Klassikern der Soziologie gezählt. Geiger wuchs in Landshut auf, wo er auch sein Abitur ablegte. Ab 1910 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in München, später in Würzburg. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Freiwilliger teil und war von August 1914 bis Dezember 1918 Soldat. Während des Krieges arbeitete er an einer juristischen Dissertation zum Thema Strafvollzug. Noch als Soldat wurde er 1918 von der Universität Würzburg zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert. Anschließend arbeitete er bis 1920 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Statistischen Landesamt in München, danach verlegte er seinen Wohnsitz nach Berlin, wo er Mitglied der SPD wurde. Er arbeitete an der damals neuen Volkshochschule von Groß-Berlin, wo er später als Dozent und ab 1924 als Geschäftsführer wirkte. Geiger lehrte ab 1924 an der Technischen Hochschule Braunschweig, 1929 wurde er dort ordentlicher Professor der Soziologie, zu jener Zeit die erste sozialwissenschaftliche Professur dieser Hochschule. Bahnbrechend wurden Geigers Studien zur sozialen Schichtung der späten Weimarer Republik. Nach der Machtübergabe an Hitler emigrierte Geiger und kam so der staatlich angeordneten Entlassung zuvor. Bis 1943 lebte er in Dänemark und nahm die dänische Staatsbürgerschaft an. Geiger sprach Dänisch, Englisch, Französisch, Norwegisch und Schwedisch. Seine akademische Karriere in Dänemark wurde von der Rockefeller Foundation gefördert. Er arbeitete zunächst an der Universität Kopenhagen. Von 1938 bis 1940 lehrte er als Professor an der Universität Aarhus Soziologie. Nach der deutschen Besatzung Dänemarks befand sich Geiger wieder auf der Flucht, ab 1943 lebte er im neutralen Schweden. Er hielt Gastvorlesungen an den Universitäten von Stockholm, Uppsala und Lund. Nach Kriegsende kehrte Theodor Geiger umgehend nach Aarhus zurück und führte seine Lehrtätigkeit weiter. 1949 war er Mitbegründer der 'International Sociological Association' (ISA). Seit 1949 war er korrespondierendes Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. In den Jahren 1951 und 1952 hielt er Gastvorlesungen in Toronto, um dort das Fach Soziologie einzurichten. Auf dem Rückweg nach Dänemark verstarb er auf See. Geigers Schriften befinden sich heute im Theodor Geiger Archiv der TU Braunschweig.
Prolog: Aufruhr der Gefühle
Erstes Buch: Die gesellschaftliche Wirklichkeit § 1 Die Massengesellschaft der Neuzeit. Verfall oder folgerichtige Entwicklung? § 2 Die gesellige Lebenswelt des Menschen der Gegenwart. Ein selbst-soziographischer Versuch I. Zwei Aspekte der Vergesellschaftung II. Verfahren der Selbstbeobachtung III. Zahlenmäßige Ergebnisse IV. Kommentar zu den Tabellen V. Soziologische Analyse und Würdigung VI. Wo bleibt das anonyme Massendasein?
Zweites Buch: Gefühlsgemeinschaft auf Irrwegen § 3 Societas hominis sapientis § 4 Die Legende von der Volksgemeinschaft. Massengesellschaften sind nicht durch sympathetische Gemeinschaftsgefühle zusammengehalten § 5 Nationalgefühl und Klassenbewußtsein. Pathetische Kollektivgefühle sind gegnerisch gespannt § 6 Des Kaisers Bart. Wertgemeinschaft und Wertverwirrung
Drittes Buch: Die nüchterne Gesellschaft § 7 Die Bande der Großgesellschaft. Ordnung und intellektuelle Zucht § 8 Vollendung der unterbrochenen Aufklärung I. Erste und zweite Phase der Aufklärung II. Ideologiekritik - die dritte Phase III. Gesellschaft ohne Metaphysik IV. Praktischer Wertnihilismus V. Gesellschaft ohne Propaganda VI. Die Flucht vor der Aufklärung § 9 Die Schicksalsstunde der Demokratie I. Von der bürgerlichen zur Massendemokratie II. Erweiterung der Staatsaufgaben III. Es wird immer schwieriger, Bescheid zu wissen Epilog Anmerkungen Namenregister Sachregister