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WERDEGANG DES ESTNISCHEN JAHRHUNDERTMUSIKERS
Arvo Pärt gilt als einer der bedeutendsten und meistgespielten Komponisten unserer Zeit. Seine Kompositionen werden weltweit dargeboten – von kleinen Ensembles bis zu großen Orchestern und Chören ergreifen seine Werke gleichermaßen Musiker:innen und Publikum. Der am 11. September 1935 südlich von Tallin geborene Este studiert zunächst in seinem Heimatland Musik und bildet sich in Komposition aus. Frühe Einflüsse sind Schostakowitschs und Prokofjews Kompositionen, bis Arvo Pärt mit der Zwölftonmusik von Arnold Schönberg in Berührung kommt. Mitte der 1960er Jahre hört Arvo Pärt in einem Talliner Plattenladen einen Ausschnitt aus einem gregorianischen Gesang. Es ist der Funke, der das Leben des jungen Avantgarde-Komponisten verändert. Diese eine nackte Stimme, ohne Harmonie, ohne Metrum, ohne alles, spornt ihn zu einer jahrelangen Suche an. An einem schönen Februarmorgen im Jahr 1976 entdeckt er seine eigene musikalische Sprache. Er nennt sie „Tintinnabuli", nach dem Klang von Glocken. Innerhalb weniger Jahre erschafft er inzwischen weltberühmte Kompositionen wie „Spiegel im Spiegel", „Für Alina", „Fratres" und „Tabula rasa".
- faszinierende Einblicke in Leben und Werk des meistgespielten zeitgenössischen Komponisten
- zwischen Zensur, Exil und religiöser Sinnsuche
- skizziert die Entstehung Arvo Pärts musikalischer Sprache – des „Tintinnabuli"-Stils
- Twan Geurts im Gespräch mit Weggefährt:innen wie Daniel Reuss, Gideon Kremer und Paul Hilmer
- Anhang mit Personenregister, Diskografie (Auswahl) und Werkverzeichnis
GÖTTLICHER KLANG, HIMMLISCHE EINFACHHEIT
Den Behörden im kommunistischen Estland gefällt Pärts religiöses Bekenntnis gar nicht. 1980 zwingen sie ihn, mit seiner Frau Nora und ihren beiden kleinen Söhnen in den Westen zu emigrieren. Dort entwickelt sich Pärt zum meistgespielten noch lebenden Komponisten klassischer Musik: Jeden Tag werden irgendwo auf der Welt Werke von ihm aufgeführt, von New York bis Tokio. Warum berühren seine scheinbar einfachen Kompositionen so viele Menschen? Was hat es mit all den Pausen in seinem Werk auf sich? Was ist das Geheimnis von Pärts Genie?
EINE REISE DURCH DAS LEBEN DES AUSNAHMEKÜNSTLERS
Twan Geurts begibt sich in diesem Buch auf die Suche nach der Lebensgeschichte des Komponisten und seiner Musik. Er reist durch Estland und besucht Konzerte in verschiedenen Ländern. Er spricht mit Musiker:innen, mit denen Pärt seine Weltpremieren feierte, und begleitet junge Interpret:innen, die sich von ihm inspirieren lassen. Das Ergebnis ist eine faszinierende biografische Reportage über einen der beliebtesten Musiker unserer Zeit. Das Buch ermöglicht ein tiefes Verständnis für das Werk sowie die Persönlichkeit des großen Komponisten und ist so das perfekte Geschenk für alle Liebhaber:innen klassischer Musik.
TWAN GEURTS schreibt über Religion, Musik und Kultur. Zu seinen bisherigen Veröffentlichungen zählen "Engelen van deze tijd", nominiert für den renommierten niederländischen Sachbuchpreis M.J. Busseprijs 2012, und "De Nederlandse paus: Adrianus van Utrecht 1459-1523" (2022).
BÄRBEL JÄNICKE studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie. Seit 2001 übersetzt sie aus dem Niederländischen vornehmlich literarische Sachbücher und wissenschaftliche Arbeiten über Philosophie, Kulturgeschichte und Naturwissenschaften. 2021 wurde sie mit dem Else-Otten-Preis ausgezeichnet.
MIRJAM MADLUNG studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. Seit 1995 ist sie als freie Lektorin mit dem Schwerpunkt Übersetzungslektorat für verschiedene Verlage tätig. Sie übersetzt Belletristik und Sachbücher aus dem Englischen, Französischen und Niederländischen.