Ob spannende Neuerscheinungen, zeitlose Lieblingsbücher oder besondere Entdeckungen abseits des Mainstreams – hier stellen wir euch eine kleine Auswahl unserer aktuellen Buchempfehlungen vor. Diese und viele weitere tolle Bücher findet ihr bei uns im Manifest Bücher & Café. Kommt vorbei, stöbert und entdeckt euren nächsten Leseliebling!
Preisträger 'Das politische Buch 2026' der Friedrich-Ebert-Stiftung
KI und AGI (Artificial General Intelligence), ihr menschenverachtendes Weltbild und unsere Zukunft
Warum wird künstliche Intelligenz als Heilsbringer für die größten Probleme der Menschheit gehandelt, obwohl die Industrie auf Ausbeutung und Menschenverachtung beruht? Die öffentliche Spekulation über Erlösung oder Auslöschung durch KI lenkt von den erheblichen gesellschaftlichen Schäden heutiger KI ab. Und sie verdeckt die zunehmend faschistischen Tendenzen, die sich im Zusammenspiel von Tech-Industrie und der neuen Rechten bilden. Der preisgekrönte Essay wurde vollständig überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.
zum Produkt € 9,00*
Ausgehend von dem Slogan "Die Waffen liefern die Reichen - die Armen liefern die Leichen." ver-sammelt Olivier David Texte über Krieg, Klassengewalt und Kultur. Der Band fragt nach den Verbin-dungen zwischen Aufrüstung nach außen und sozialem Krieg nach innen. Denn Kriege finden nach David nicht in einem luftleeren Raum statt, "sie sind nur die blutrünstigste Ausprägung der selben Gewalt, der ein Teil der Arbeiter*innenklasse tagtäglich ausgeliefert ist".
Die Armen liefern die Leichen ist eine Sammlung gegen die Vorstellung Armut sei ein individuelles Scheitern und somit gegen die Vereinzelung. David verbindet politische Analyse mit persönlicher Er-fahrung und fragt, wer in dieser Gesellschaft leben darf, wer überleben muss und wer immer wieder für die Interessen von Kapital und Nation herhalten soll. Seine wütenden und parteilichen Texte beste-hen darauf, dass Betroffenheit nicht nur eine Wunde ist, sondern auch Ausgangspunkt von Wider-stand werden kann.
Dabei geht es auch um Kultur: Um einen Literaturbetrieb, der sich gern an Sprache abarbeitet, wäh-rend die gesellschaftlichen Ursachen der Verrohung unangetastet bleiben. Um eine Kunst, die sich nicht aus den Kämpfen der Gegenwart heraushalten sollte, da sie selbst Teil des Problems ist. Über allem schwebt die Frage: Wie kann das Schreiben den herrschenden Verhältnissen tatsächlich etwas entgegensetzen?
Der Band ist in drei Teile gegliedert: Positioniert euch - radikalisiert euch - organisiert euch. Damit ist Die Armen liefern die Leichen nicht nur eine Diagnose, sondern auch ein Aufruf: zum Widerspruch, zur Solidarität und zum Handeln.
zum Produkt € 18,00*
Maxim Gorkis Die Mutter (1906/07) gestaltet die politische Bewusstwerdung der Arbeiterwitwe Pelageja Nilowna, deren anfängliche Angst vor dem revolutionären Engagement ihres Sohnes Pawel sich in tätige Solidarität verwandelt. Der Roman verbindet realistische Milieuschilderung der Fabrikvorstadt mit didaktischer Symbolik und pathetischer Rhetorik. Als Schlüsseltext des frühen sozialistischen Realismus steht er zwischen russischer Gesellschaftsprosa, revolutionärem Agitationsroman und moderner Märtyrerlegende. Gorki, 1868 als Alexei Peschkow geboren, kannte Armut, Gelegenheitsarbeit und staatliche Repression aus eigener Erfahrung. Seine Nähe zu sozialdemokratischen Kreisen, die Ereignisse von 1905 und seine lebenslange Suche nach einer Literatur der "neuen Menschen" prägen den Stoff. Die Mutter verdichtet biographische Beobachtung, politische Hoffnung und die Überzeugung, dass Bildung und kollektives Handeln moralische Erneuerung ermöglichen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die Literatur nicht nur als ästhetisches Artefakt, sondern als Eingriff in Geschichte verstehen möchten. Trotz zeitgebundener Ideologie bewahrt der Roman seine Kraft durch die Darstellung einer stillen Emanzipation: Eine scheinbar unbedeutende Frau entdeckt Sprache, Mut und Öffentlichkeit. Wer die Herkunft revolutionärer Erzählformen begreifen will, findet hier ein unverzichtbares Dokument.
zum Produkt € 14,70*
Den Kapitalismus zu kritisieren, fällt leicht. Schwieriger - und dringender - ist die Frage: Was kommt danach, und wie genau soll es funktionieren?
Band I von Creative Construction nimmt diese Frage ernst. Statt beim linken Bilderverbot stehenzubleiben, das konkrete Zukunftsentwürfe scheut, versammelt er die wichtigsten Modelle demokratischer Wirtschaftsplanung und diskutiert sie ehrlich: mit ihren Stärken, ihren offenen Problemen und der Frage, wie man jenseits von Marktfundamentalismus und autoritärer Kommandozentrale überhaupt gemeinsam plant.
Kreatives Konstruieren heißt hier nicht, einen Plan zu haben, sondern gemeinsam zu planen.
zum Produkt € 18,00*
Die Umstellung auf 'Kriegswirtschaft' ist das eine, sie bindet gesellschaftliche Ressourcen, Infrastrukturausgaben werden dem Ziel untergeordnet, die Infrastruktur von Bahn bis Autobahnbrücken kriegstüchtig zu machen. Das andere ist die Militarisierung des Alltags. Krankenhäuser, das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk werden systematisch auf Krieg vorbereitet, Hochschulen sollen mit der Bundeswehr und Rüstungskonzernen kooperieren. Neue Munitionsfabriken werden medienwirksam eröffnet. Zugleich findet eine regressive Konversion statt: Die Krise der Autoindustrie soll genutzt werden, um Straßenbahn- und Autofabriken in Rüstungsproduktionsstätten zu verwandeln. Die Bundeswehr lässt nicht nur bei Schauveranstaltungen Menschen auf Panzern herumklettern, sondern wird auch in Schulen zugelassen, um gezielt Kinder früh mit Militärischem vertraut zu machen. Pizzakartons, Bäckertüten in Supermärkten tragen das Militärische auf die Tische von Familien. Private und öffentlich-rechtliche Medien unterstützen diese Entwicklung und schränken zugleich Meinungskorridore ein. Kritiker*innen, die vor Wettrüsten und einer Sozialstaat, Demokratie und Klimaschutz beschädigenden neuen Blockkonfrontation warnen, werden zu 'Lumpenpazifisten', 'Landesverrätern' und zur 'fünften Kolonne' erklärt. Ingar Solty beschreibt das ganze Ausmaß der Inneren Zeitenwende, seine Sorge ist, dass diese Geister ruft, die Deutschland nicht mehr loswerden wird. Inhalt: 1. Wie eine Kanzler-'Zeitenwende' die Demokratie beschädigt 2. 'Kriegstüchtig': Mit offensiver Aufrüstung die Freiheit schützen? 3. Panzer statt Autos: Rüstungskeynesianismus beschleunigt Deindustrialisierung und Krise 4. 'Neue deutsche Kriegsmaschine': Militärisch-industrieller Komplex auch bei uns? 5. Militarismus und Aufrüstung als Klassenfrage: Arm und Reich sowie Ost und West 6. 'Kulturelle Umprogrammierung': Wie der Krieg in die Köpfe kommt 7. Erst werden Waffen gekauft, dann der Nachwuchs für Kriege ertüchtigt 8. Wie deutsche Zivilinstitutionen auf Kriege vorbereitet und 'siegfähig' werden sollen 9. Die Kränkung des westlichen Narzissmus schürt Kriegsstimmung und Autoritarismus 10. Wie dem Rechtsextremismus der Boden bereitet wird 11. Eine Zeitenwende nach der Zeitenwende ist nötig, auch wenn sie medial denunziert wird
zum Produkt € 12,00*
Kriegstüchtigkeit allerorten, eine -Zeitenwende- als Übergang: von einer auf Angriffsoperationen ausgerichteten Bundeswehr über die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Einführung eines neuen Wehrdienstes bis hin zur systematischen Einbeziehung ziviler Akteure in Kriegsvorbereitungen via -Operationsplan Deutschland-. Kaum ein Bereich, der inzwischen nicht von einer umfassenden Militarisierung durchdrungen ist. Der Hintergrund: Im EU-Verbund will sich Deutschland als militärische Führungsmacht gegenüber Russland, China und zunehmend auch den USA in Stellung bringen. Für historische Erhöhungen der Rüstungsausgaben erteilte eine Zweidrittelmehrheit eines bereits abgewählten Bundestags per Grundgesetzänderung einen Blankoscheck. Weil es kein -olivgrünes Wirtschaftswunder- geben wird, soll dies erst durch Schulden, dann aus dem laufenden Haushalt finanziert werden. Die Folge: Drastische Sozialkürzungen, für die mit einer -Kanonen statt Butter--Rhetorik der Stimmungsteppich ausgebreitet wird. Häufig noch unterhalb der medialen Wahrnehmungsschwelle entsteht eine Bewegung gegen Militarisierung und Sozialabbau, die Unterstützung benötigt, um dem Rüstungswahn einen Riegel vorzuschieben.
zum Produkt € 19,90*
'Keinen Platz für Brandmauern' dürfe es in Europa mehr geben, stärkte US-Vizepräsident JD Vance Anfang 2025 der AfD den Rücken. Der Vorstoß fällt in ein Szenario, das lange Zeit nicht denkbar schien: Ob Skandinavien, Großbritannien, die Niederlande oder Frankreich: In etlichen Staaten Europas feiern Parteien der extremen Rechten enorme Erfolge, in Italien und Ungarn stellen gar welche die Regierung. Gelingt ihnen nun in der EU der Durchbruch? Erste Regierungsbeteiligungen gelangen bereits 1994 in Italien und 2000 in Österreich, andere Länder folgten. Seit 2019 wächst auch ihr Einfluss im Europaparlament. Die traditionelle Abgrenzung, der Cordon sanitaire, kurz: die Brandmauer, wurde schrittweise brüchig. Dass sie fallen könnte, dazu trägt nach Kräften die Trump-Administration bei. Die sie tragenden politischen Milieus sind seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv dabei, ihren Einfluss nach Europa auszudehnen und extrem rechte Kräfte weltweit zu vernetzen, von Argentinien über Israel bis Australien. Der Westen formiert sich auf der Grundlage von Positionen der äußersten Rechten - auch um globalpolitisch im Zeichen neuer aufstrebender Kräfte der eigenen schwindenden Dominanz entgegenzutreten.
zum Produkt € 16,90*
Vier Frauen, ein deutsches Jahrhundert und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben: Miriam Carbes großer, mitreißender Familienroman
Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal - ein Meisterwerk.
zum Produkt € 26,00*
Ein Roman über die Fundamente unserer Heimat Nach ihren gefeierten Romanen über Exil und postmigrantische Gegenwart legt Shida Bazyar eine literarische Archäologie der Heimat vor. In einer präzisen Tiefenbohrung der Provinz stellt sie die radikale Frage: Auf welchen Fundamenten bauen wir unsere Heimat? Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt uns durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Shida Bazyar gelingt ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden. 'Shida Bazyar blättert pars pro toto die Zeitschichten eines Jahrhunderts zwischen Gehaichnis und Geheimnis auf. Fesselnd und erschreckend aktuell.' Annett Gröschner
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Ein Aufbegehren gegen die Einsamkeit: Helene Bukowski erzählt die Geschichte einer jungen Pianistin, deren Leben zwischen Neubrandenburg, Berlin und Moskau von Musik, familiären Erwartungen, Krankheit und dem Wunsch nach Glück geprägt ist. 1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Jahrzehnte später stößt die Schriftstellerin Helene Bukowski auf ihre Geschichte. Behutsam nähert sie sich Christina, sucht in ihrer Biografie nach Rissen und Erschütterungen, aber auch nach Augenblicken großen Glücks. Sie lernt einen Vater kennen, der in der Tochter seine eigenen Träume verwirklichen will, eine Mutter, die es liebt, zu fotografieren, und ein Klavier, das unverrückbar in der Wohnung steht. Zwischen Musik, Erwartungen und Einsamkeit Bukowski folgt Christina nach Berlin, an die Spezialschule für Musik, mit ihren kalten Übungsräumen und dem täglichen Drill. Später nach Moskau, zum Studium am Konservatorium, durch sturzbachartigen Regen und Nächte voller Schnee. Und sie findet eine Krankheit, für die es erst heute eine Diagnose gibt. - Ein eindringlicher Blick auf musikalische Ausbildung, täglichen Drill und Leistungsdruck- Über die Beziehung zwischen einer Tochter und ihren Eltern- Eine Geschichte über Krankheit, Erinnerung und die Suche nach Glück- Nominiert für den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2026- Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis- Für Leser:innen anspruchsvoller deutschsprachiger Gegenwartsliteratur 'Bukowskis Sprache hat eine geradezu magische Schönheit' Deutschlandfunk 'Wie Helene Bukowski aus dem Nachlass einer jungen Frau ein ganzes Leben rekonstruiert und daraus diesen schmerzlichen und klaren Roman komponiert, ist großartige Literatur.' Marion Brasch
zum Produkt € 24,00*