Buchliste 23.04.2020

Buchliste vom 23.04.2020
Da unser Buchvorstellungsabend nicht stattfinden kann, gibt es nun hier eine kleine Auswahl von Büchern, die ich Ihnen gerne persönlich empfohlen hätte. Viel Vergnügen!

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
gebunden, 22.- Euro
Ich habe dieses Buch erst sehr spät für mich entdeckt, nachdem schon unzählige Kunden mir begeistert davon erzählt hatten. Sie haben nicht übertrieben: Es ist wirklich ein ganz besonderes Buch.
Erzählt wird die Geschichte von Kya Clark, die zunächst noch mit ihrer Familie, später dann zunehmend auf sich allein gestellt, im Marschland von North Carolina aufwächst. Von den Bewohnern des naheliegenden Dorfes wird sie gemieden und nur "das Marschmädchen" genannt. Sie wächst im Einklang mit der Natur auf, kennt jede Pflanze und jeden Stein, alle Seevögel und Muscheln, und zeichnet alles, was sie sieht. Als ein junger Mann im Marschland tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht sofort auf sie...
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt: Die eine spielt in der Jetztzeit nach dem Tod des jungen Mannes, die andere erzählt Kyas Leben von Anfang an bis heute. Eine sehr spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen in einer besonderen Sprache.


Lucy Foley: Neuschnee
TB, 15.- Euro
Dies ist ein Krimi, der uns allen dreien supergut gefallen hat. Es spielt im Winter in den schottischen Highlands, wo sich eine Gruppe von 9 Freunden in einem einsam gelegenen Anwesen trifft. Zunächst wird ausgiebig gefeiert, doch als Leser merkt man schnell, dass nicht alles so toll ist wie es scheint. Die Geschichte wird aus der Sicht unterschiedlicher Personen erzählt, so dass man als Leser nicht nur das Geschehen an sich verfolgen kann, sondern auch die Gedanken und Befürchtungen, die sich aus längst vergangenen Ereignissen ihre Wege ans Licht bahnen.



Rob Hart: Der Store
gebunden, 22.- Euro
Der Roman spielt in unserer nahen Zukunft in Amerika. Ein großes Online-Unternehmen hat fast die gesamte Belieferung der Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs übernommen, die Städte sind verwaist, die Menschen gehen kaum mehr aus dem Haus und bestellen alles über das Internet. Die Auslieferung erfolgt mit Drohnen. Weil die Nachfrage so unglaublich gestiegen ist, gibt es riesengroße, völlig autark arbeitende, aber abgeschottete Zentren, in denen die Menschen, die für den Versand zuständig sind, nicht nur arbeiten, sondern auch leben. In einem dieser Zentren landen auch, nach einem harten Auswahlverfahren, Paxton, der für die Sicherheitsabteilung arbeitet, und Zinnia, die in den Lagerhallen die Waren zusammensammelt, die versendet werdet sollen. Alles ist bis ins kleinste geregelt, aber Paxton und auch Zinnia merken auf unterschiedliche Weise schnell, dass nicht alles perfekt ist und dass hinter dem ganzen eine perfide Idee steckt.
Beim Lesen des Romans habe ich manchmal nach Luft geschnappt, vor allem deshalb, weil ich mir tatsächlich vorstellen konnte, dass so ein Szenario mal Wirklichkeit werden könnte. Auch wenn vieles vielleicht in bisschen übertrieben dargestellt ist, hat es mich doch aufgerüttelt und nachdenklich gemacht. Dabei bestelle ich so gut wie nichts im Internet...


Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben
TB, 10.- Euro
Das Buch gibt es schon etwas länger, aber ich bin letztens erst darüber gestolpert. Erzählt wird die Geschichte des zwölfjährigen Antoine zunächst an drei Tagen im Dezember 1999. Das, was er erlebt hat, kann er mit niemandem teilen, und die Ereignisse dieser drei Tage prägen sein gesamtes Leben.
Dem Autor ist es sehr gut gelungen, sich in die Gefühlswelt eines Zwölfjährigen zu versetzen, und er hat das ganze in eine wunderbare Sprache verpackt.


Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
TB, 12.- Euro
Diese Buch hat mich total begeistert. Es geht um Addie, 70, Witwe, die eines Tages ihren Nachbarn Louis, ebenfalls verwitwet, anspricht und ihn fragt, ob er nicht ab und zu neben ihr schlafen könnte.
Was zunächst sehr ungewöhnlich klingt, erweist sich als Glücksfall für beide. Auch wenn die anderen Bewohner der Kleinstadt mit dieser Regelung hadern, gehen Addie und Louis fast unbeirrbar ihren Weg. Es tut gut mitzuerleben, wie sich das Leben der beiden und auch ihrer näheren Umgebung verändert, und es macht Mut, auch mal ungewohnte Wege zu gehen.


Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufman
TB, 12.- Euro
Hier konnte ich mal wieder nicht widerstehen – Geschichten über jüdische Familien faszinieren mich ja schon lange. Der Roman erzählt von der neunzehnjährigen Chani, die den angehenden Rabbiner Baruch heiraten soll. Sie haben sich erst dreimal gesehen und noch nie berührt. Kann so eine Ehe gelingen?
Auch wenn es anfangs so scheint, als würde nur der Tag der Hochzeit beschrieben, fügen sich doch mit der Zeit immer mehr Personen und damit auch immer mehr Geschichten in die Erzählung ein. Alle sind miteinander verbunden, was man aber erst später merkt. Der Roman ist spritzig geschrieben und gibt einen tiefen und nachdenklichen Einblick in jüdisch-orthodoxes Leben über mehrere Generationen.

Stina Lund: Die Frauen von Skagen
TB, 16.- Euro
Das Buch habe ich gerade erst gelesen und es tat gut. Die Geschichte wird in zwei Strängen erzählt: Der eine spielt heute und erzählt von Vibeke, die nach dem Abitur an die Kunstschule in Skagen geht, der andere zum Ende des 19. Jahrhunderts, als der bekannte Maler Peder Severin Kroyer seine Frau Marie kennenlernt. Michael und Anna Ancher tauchen auch auf, ebenso Holger Drachmann. Ich fühlte mich zurückversetzt in den Sommer vor zwei Jahren, als ich mit meinem Bruder zusammen in einem kleinen Häuschen in Skagen war. All die Namen der Künstler, all die Orte und dann dieses besondere Licht...
Erwarten Sie keine ausgefallene Geschichte - es ist ein Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann und das, wenigstens für mich, die Tage etwas sonniger werden lässt.


Bart van Es: Das Mädchen mit dem Poesiealbum
TB, 12.- Euro
Das Buch hatte ich aus dem Laden mitgenommen, um es einer Freundin mitzubringen, doch dann kam Corona dazwischen und es blieb hier liegen – bis letzten Sonntag. Da fiel es mir wieder in die Hände; zum Glück.
Es erzählt die Spurensuche eines Niederländers, der durch Zufall erfährt, dass seine Großeltern während des Zweiten Weltkrieges ein jüdisches Mädchen bei sich aufgenommen hatten, das auch nach Kriegsende noch bei ihnen blieb. Er nimmt Kontakt auf zu Lien, die mittlerweile über achtzig ist, und trifft sich mit ihr. Nach und nach erzählt sie ihre Geschichte und Bart van Es besucht die Orte, an denen sie gewesen ist. So entsteht ein sehr persönliches und bewegendes Buch.



Buchliste vom 14.11.2019:
Tanja Langer: Der Tag ist hell, ich schreibe dir
Erich Hackl: Am Seil
Helga Flatland: Eine moderne Familie
Rüdiger Barth: Das Haifischhaus
Maria Knissel: Letzte Meile
Libby Page: Im Freibad
Sasa Stanisic: Herkunft
Wendelin van Draanen: Acht Wochen Wüste
Lisa Wingate: Libellenschwestern
Ewald Arenz: Alte Sorten
Christine Brandt: Blind
Karin Kalisa: Sternstunde
Hanns-Josef Ortheil: Wie ich Klavierspielen lernte
Doris Bennewitz: Wo die Seele aufblüht


Buchliste 23.05.2019:
Ursula Poznanski: Elanus
Gusel Jachina: Suleika öffnet die Augen
Jana Revedin: Jeder nennt mich hier Frau Bauhaus
Tom Saller: Wenn Martha tanzt
Tatiana de Rosnay: Fünf Tage in Paris
John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt
Malte Borsdorf: Flutgebiet
Anette Hinrichs: Nordlicht - Die Tote am Strand
Lars Mytting: Die Glocke im See
Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft
Isabelle Autissier: Herz auf Eis
Judith W. Taschler: David
Martin Suter: Elefant
Levi Henriksen: Wer der Goldkehlchen stört


Buchliste 15.11.2018:
Brad Parks: Nicht ein Wort
Gabriel Tallent: Mein Ein und Alles
Hiltrud Baier: Helle Tage, helle Nächte
Minna Rytisalo: Lempi - das heißt Liebe
Christian Dithloff: Das weiße Schloss
Christine Dalcher: VOX
Hakan Nesser: Elf Tage in Berlin
Dörte Hansen: Mittagsstunde
Alan Jenkins: Wurzeln schlagen
Chloe Benjamin: Die Unsterblichen
Juli Zeh: Neujahr
Sophia Lundberg: Das rote Adressbuch
Kelly Barnhill: Das Mädchen, das den Mond trank
Annette Hess: Deutsches Haus
Laline Paull: Das Eis