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Das Epos Bellum Civile des Dichters M. Annaeus Lucanus (39-65 n. Chr.) schildert den Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius (49/48 v. Chr.) in drastischer Art und Weise. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, wie Lucan auf Caesars commentarii, insbesondere das Bellum Gallicum, Bezug nimmt und welche Funktion diese Bezüge erfüllen. Im Zentrum steht die Analyse der vielfältigen motivischen und strukturellen Verbindungen zwischen beiden Texten. In einem textchronologischen Durchgang durch das Epos wird gezeigt, dass Lucan Caesars narrative Technik nicht nur kannte, sondern sie bewusst in sein eigenes dichterisches Projekt integrierte. Die commentarii, die einen Krieg mit einem auswärtigen Feind schildern, fungieren dabei als prägende Bezugspunkte, an die Lucan anknüpft und im Kontext der disruptiv veränderten Situation des Bürgerkrieges zugleich kritisch reflektiert und neu deutet. Durch diese intertextuelle Auseinandersetzung entsteht ein vielschichtiger Kriegsdiskurs, der Caesars Perspektive aufgreift und zugleich hinterfragt. Die Studie eröffnet damit neue Perspektiven auf die intertextuelle Konzeption von Lucans Werk, bei der insbesondere Caesars Werke bisher weitgehend vernachlässigt worden sind.
Matthias Heinemann, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz.