Gerda und Else besteigen ein Schiff Richtung Island. Nach dem Krieg suchen sie eine Perspektive und Einkommen. Sie heuern als Hofhelferinnen an. Schon die Ankunft erschüttert die beiden, denn Gerda muss den weiteren Weg zu Pferd antreten, Else einem mächtigen Bauernknecht mit schnellem Schritt folgen. Die karge Landschaft, die Kälte, der Regen und Wind fordern ihre letzten Kräfte. Auf dem Hof empfangen sie die Bauern mit zwei Söhnen und einer Menge Tiere. Else verstummt total. Sie kann die Sprache nicht und möchte auch nicht sprechen. Else bekommt zu essen, etwas trockene Kleidung und eine Kammer für sich. Das Bemühen und Verständnis der Bauern hilft Else, sich langsam einzuleben. Sie trägt die Trauer um ihre tote Freundin Sola mit sich und entdeckt, dass auch in dieser Familie ein fehlendes Mädchen ein unausgesprochenes Thema ist. Else beginnt, sich zu orientieren und eine erstaunliche Entwicklung nimmt ihren Lauf. Sehr naturverbundene und bildhafte Schilderungen mit authentischem Ursprung.
zum Produkt € 24,00*
Tintenherz von Cornelia Funke erzählt die Geschichte von Meggie und ihrem Vater Mo, der eine ganz besondere Gabe hat: Er kann Figuren aus Büchern herauslesen. Genau das ist ihm vor Jahren passiert, als Meggies Mutter in der Welt von Tintenherz verschwand und dafür der finstere Capricorn mit seinen Leuten in unsere Welt gelangte. Das Buch fühlt sich wie eine richtige Liebeserklärung ans Lesen an. Die Idee, dass Geschichten lebendig werden können, ist total spannend und sorgt für eine geheimnisvolle, manchmal auch düstere Stimmung. Überall gibt es alte Bücher, verstaubte Regale und Figuren, bei denen man nie so genau weiß, ob man ihnen trauen kann. Besonders Mo und Staubfinger fand ich richtig starke Charaktere, weil sie so vielschichtig sind. Meggie bleibt dagegen manchmal ein bisschen blass, aber das passt irgendwie auch zu ihrer Rolle am Anfang. Die erste Hälfte braucht etwas Zeit, bis alles ins Rollen kommt, aber danach wird es richtig packend und an manchen Stellen sogar ziemlich gruselig. Ich würde das Buch auf jeden Fall Fantasyfans ab etwa 11 Jahren empfehlen.
Mir hat besonders gefallen, dass man nie genau weiß, was als Nächstes passiert. Diese Spannung bleibt die ganze Zeit. Und die Idee, dass Figuren aus Büchern in unsere Welt kommen und man dann einen Weg finden muss, sie wieder zurückzubringen, finde ich einfach richtig schön und kreativ.
Eine Empfehlung unserer Schülerpraktikantin Sophia
zum Produkt € 14,00*
Zwei Familien starten in Hamburg in den Urlaub nach Mallorca – auf der Suche nach den letzten Sonnenstrahlen des Sommers und einer Pause vom Alltag. Doch die erhoffte Erholung bleibt aus: Ein vermeintlicher Buchungsfehler der Ferienhausagentur führt dazu, dass beide Familien dieselbe „ruhig gelegene Luxus-Finca am Ende der Bucht“ beziehen sollen und das Domizil entpuppt sich vor Ort als heruntergekommene Bruchbude. Weil in der Hochsaison nahezu alles ausgebucht ist, raufen sie sich notgedrungen zusammen und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Als jedoch ein Sturm über die Insel zieht und einer der Mitbewohner tot in der Küche liegt, bekommt das Urlaubsidyll Risse – und bald wird klar, dass jemand ein perfides Spiel mit ihnen treibt.
„Meeresdunkel“ ist ein großartig atmosphärischer Spannungsroman, der weniger über Tempo als über Sog funktioniert: Psychologisch präzise, mit messerscharfen Beobachtungen und einer klaustrophobischen Ferienkulisse, die einem immer näher rückt. Wer intelligente Thriller mag, die von Stimmung, Figuren und leiser Eskalation leben, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
zum Produkt € 18,00*
Nina, eine Musikstudentin und begabte Sängerin, lebt unter Erwartungsdruck von verschiedenen Seiten und gerät in einen Ausnahmezustand. Unvermittelt verliert sie ihre Stimme. Sie verlässt die Münchener Hochschule fluchtartig. Sie ist erschöpft. Zufällig erfährt sie von einer Gesangslehrerin und Gesangstherapeutin in Wien, an die sie sich wendet. Eva bietet Nina Privatstunden an. Die Arbeit zu zweit ist sehr dynamisch und körpernah. Nina möchte singen, sie möchte auf ihre Art Menschen glücklich machen. Sie erlangt zwar durch Eva ihre stimmliche Kraft wieder. Doch auch Eva beginnt, Nina unter Druck zu setzen, für eine Karriere als Sängerin sei ein Abschluss nötig. Nina lernt in ihrer neuen WG Marc kennen. Mitbewohnerin Yuka, eine Japanerin, ist gerade in Japan unterwegs. Mit Marc macht sie einen Ausflug. Sie lagern an einem See, die Eindrücke der Landschaft und des Wassers sind stark. Sie reden intensiv über sich und ihren familiären Hintergrund. Unter einem Wasserfall presst Nina zunächst ihre Stimme euphorisch heraus, wie sie es eigentlich nicht soll. Doch nach und nach erlebt sie eine neue Klangweite bei sich. Zwei Engagements in Prag bieten ihr Abstand, neue Kontakte und Erfahrungen. Unerwartet kommt sie an der Oper mit der Symbolwelt der japanischen Kultur in Berührung. Nina löst sich nun auch von Eva.
Für Nina beginnt eine neue Zeit, als Yuka auftaucht. Yukas Wesen, ihre Ausstrahlung, ihre Erzählungen über die japanische Kultur erfüllen Nina auf ganz neue Weise. Japanische Traditionen, die japanische Spiritualität und die Suche nach dem „Ma“ geben Nina Orientierung und Möglichkeiten der Selbstvergewisserung. Nina erfährt Befreiung, Stärkung und Lösungen für ihr Leben.
zum Produkt € 20,00*
Die perfekte Farm, der perfekte Ehemann, die perfekten Kinder. So sieht Natalie Heller Mills Leben aus. Sie selbst ist dementsprechend die perfekte Ehefrau, Hausfrau und Mutter. So zumindest inszeniert sie sich und ihre Familie in den sozialen Medien. Ihre Follower sehen nur das, was sie sehen sollen und wollen. Nur wenige Personen erhalten Einblicke hinter die Fassade bzw. in das, was es braucht, um diese aufrechtzuerhalten.
Auf einer zweiten Zeitebene erleben wir Natalie mit demselben Mann auf derselben Farm. Dieses Leben hat jedoch nichts mehr mit dem glamourösen und luxuriösen Leben gemein. Stattdessen ist es rückständig und entbehrt allen Hilfsmitteln unserer Zeit. Natalie selbst und auch wir als Leser stellen uns die Frage, wie es dazu kommen konnte.
Caro Claire Burke brilliert mit einem originellen Debüt. Gekonnt erhält sie die Diskrepanz zwischen den beiden Zeitebenen, welche sich regelmäßig abwechseln, bis zum Ende aufrecht. Die Auflösung ist nicht vorhersehbar, bleibt aber auch nicht aus. Dabei hinterfragt sie die Gepflogenheiten und Werte unserer Zeit. „Yesteryear“ ist bisher mein unangefochtenes Jahreshighlight.
zum Produkt € 24,00*
Eines Tages sind sie einfach da – Elefanten, die mitten unter den Menschen leben. Doch kaum jemand scheint sich daran zu stören. Die Dickhäuter stehen plötzlich in Wohnungen, Büros und auf den Straßen und blockieren den Alltag. Nur Pawel, einen Stand-Up-Comedian, hält das kollektive Schweigen nicht länger aus. Auf der Bühne versucht er mit Humor auszusprechen, was alle sehen, aber niemand wahrhaben will. Als sich rätselhafte Unglücksfälle häufen, wird Pawel zum Sündenbock. Plötzlich muss er nicht nur um seine Freiheit kämpfen, sondern auch um seine große Liebe Anna.
Mit „Die Elefanten“ gelingt dem belarussischen Autor Sasha Filipenko eine feine gesellschaftskritische Parabel, die gezielt auf die offenen Wunden in der Gesellschaft drückt. Der Roman zeigt, wie Zensur, Angst und Anpassung zur Normalität werden – und was passiert, wenn jemand diese Normalität infrage stellt.
zum Produkt € 26,00*
Als Claire ihre neue Stelle als Putzfrau in einem Museum antritt, freut sie sich darauf, die Gemälde in der Nacht ganz für sich zu haben. Doch sie ahnt noch nicht, was dieser besondere Ort tatsächlich für Sie bereithält. Mit der Zeit findet sie heraus, dass die auf den Gemälden abgebildeten Personen tatsächlich lebendig sind und sie sogar zu Ihnen in die Welt der Bilder einsteigen kann. Dabei lernt sie Jean Matisse kennen und verliebt sich in ihn. Nacht für Nacht erkunden sie gemeinsam die übrigen Gemälde des Museums. Doch ob ein solch besonderes Glück von Dauer sein kann?
Morgan Pager verwebt gekonnt unsere reale Welt mit einem Hauch von Fantasie. „Zwei in einem Bild“ ist eine originelle Liebesgeschichte, welche ihre Augen vor den Herausforderungen unserer Welt nicht verschließt, in der Unmögliches aber dennoch möglich werden kann.
zum Produkt € 26,00*
Lady L., (Lady Louise Lendale) feiert auf ihrem Schloss in Yorkshire ihren 80. Geburtstag mit Aristokraten, Geldadel und anderen illustren Gästen. Auf einem Spaziergang durch den Park mit ihrem treuen Freund und Verehrer Sir Percy Rodiner, genannt Old Silly, erzählt sie aus ihrem Leben. Ihr Ziel: ein abgelegener Pavillon, der vor dem Abriss bewahrt werden muss. Eine Biografie soll entstehen. Je weiter sie kommen, um so ungläubiger wird Silly und ringt nach Luft.
Denn Lady L. wächst Ende des 19.Jh. in Paris in einer berüchtigten Gegend auf. Sie ist Annette Boudin, das Kind einer Wäscherin und eines Buchdruckers und Anarchisten. Die Mutter stirbt früh, der Vater landet mit Messer im Rücken in der Seine. Er war Spitzel der Polizei und sein Weltbild eine Idiotie. Annette verdingt sich als Hure, um zu überleben. Und sie ist sehr hübsch und gelehrig. Sie fällt auf und in die Hände von Ganoven und Anarchisten. Sie soll geschult und vorbereitet werden, um sie in die besten Kreise der Gesellschaft einzuschleusen. Die Weltrevolution braucht Geld. So lernt Annette ein Trio um den attraktiven Anarchisten Armand Denise kennen. Annette wird zu Mademoiselle Boisnier. Sie verliebt sich in Armand und wird seine Gespielin. In der Schweiz wird der korpulente Prinz Otto von Bayern das erste Opfer. Und als verwitwete Gräfin am Genfer See lernt sie den britischen Lord Lendale kennen. Im Hintergrund agieren weiterhin ihre Auftraggeber. Doch der Lord verfolgt bald eigene Ziele. Die sich jetzt anbahnende Räuberpistole lebt von Strategie und Gegenstrategie. Das ergibt ein spannendes, absurdes, witziges Drama mit auf beiden Seiten gelebten Idealen und Eitelkeiten, voller Luxus und Liebe, mit Egoismus und Raffinnesse. Was wird aus der Anarchie, was aus der Aristokratie? Lady L.s Lebensbeichte führt schließlich zu dem geheimnisvollen Pavillon und einer großen Truhe mit erstaunlichem Inhalt. Eine aus der Zeit gefallene Lektüre, sehr vergnüglich.
zum Produkt € 24,00*
Der Roman Pampa Blues von Rolf Lappert erzählt die Geschichte des 16 jährigen Ben, der in einem kleinen, langweiligen Dorf lebt. Dort passiert fast nichts, und Ben fühlt sich oft allein. Seine Mutter ist mit ihrer Jazzband auf Welttournee, und sein Vater ist bei einem Flugzeugabsturz gestorben, als Ben noch klein war. Deshalb muss er sich allein um seinen Großvater kümmern, der an Demenz leidet.
Alles ändert sich, als Lena ins Dorf kommt. Sie stammt aus der Stadt und bringt frischen Wind in Bens Alltag. Gleichzeitig verbreitet sich das Gerücht, dass Außerirdische im Dorf gesichtet worden seien, was für zusätzliche Aufregung sorgt.
Im Buch geht es um das Erwachsenwerden und darum, Verantwortung zu übernehmen. Die Geschichte ist spannend und regt zum Nachdenken an. Besonders gut gelungen ist, wie realistisch die Figuren dargestellt werden.
Eine Empfehlung unseres Schülerpraktikanten Ibrahim
zum Produkt € 12,00*
In ihrem Debüt „Die Namen“, übersetzt von Lisa Kögeböhn, beschäftigt sich Florence Knapp mit der Wirkung von unterschiedlichen Vornamen auf ein und dieselbe Person und deren Umfeld.
Noch bevor Coras Sohn gezeugt wird, steht sein Name für ihren gewalttätigen Mann und dessen Familie bereits fest: Gordon, so wie jeder Erstgeborene in der Familie vor ihm. Doch in zwei von drei möglichen Versionen widersetzt sich Cora dieser Erwartung: Einmal vergibt die kleine Maia den Namen für ihren Bruder: Bear. Ein andermal entscheidet Cora selbst: Julian „Himmelsvater“ mit der Hoffnung, dass er mit einem eigenen Namen auch seinen eigenen Weg findet.
„Die Namen“ ist eine außergewöhnliche und raffiniert konzipierte Familiengeschichte. Bestens geeignet für alle Fans von „Hallo, du Schöne“.
zum Produkt € 24,00*