Hier wollen wir Euch von unseren neuesten Leseentdeckungen erzählen. Viel Spaß beim Stöbern!
Der neue Roman von Megan Hunter, der Autorin von "Die Harpyie", heißt "Tage des Lichts" und ist ein wunderbar poetischer Roman über eine besondere Frau.
Ilvy (1919-1999) wächst in einer Künstlerfamilie auf dem Land in Sussex auf. Die Mutter Marina ist eine erfolgreiche Malerin, ebenso ihr Freund Angus, der regelmäßig ebenfalls mit jungen Männern liiert ist. Sie führen ein offenes Haus, haben viele Gäste. Vorbild zu dieser Gruppe ist die Bloomsbury Group rund um Virginia Woolf, ihren Mann und ihre Schwester Vanessa Bell.
In sechs Tagen wird Ilvys Leben erzählt. Zu Beginn, 1938, ist die 19-Jährige neugierig auf ihr aufregendes Leben, das sie sich in bunten Farben ausmalt. Doch dann, nachdem eine Tragödie geschehen ist, heiratet Ilvy einen sehr viel älteren Mann, bekommt zwei Töchter und begräbt ihre Träume.
Erst als sie Frances wiedertrifft, die frühere Freundin ihres Bruders, flammt die alte Sehnsucht, die Lebenslust und das Begehren wieder in ihr auf.
Ein sehr berührendes Buch über verpasste Chancen mit poetischen Beschreibungen von Natur und tiefen Gefühlen und der endlosen Suche nach Sinn im Leben.
zum Produkt € 24,00*
Mitz, ein kleines Pinseläffchen, kam 1934 zu Virginia und Leonard Woolf. Was eigentlich nur eine Kurzzeit-Betreuung während des Urlaubs ihres Freundes Rothschild sein sollte, wird zu einer langen, innigen Beziehung, besonders zwischen Mitz und Leonard. Unter dessen liebevoller Pflege erholt sich das Äffchen zusehends, schließt Freundschaft mit dem Hund der Familie und sorgt für manche Heiterkeit. Und die ist bitter nötig, angesichts der drohenden Lage im Europa der 30er-Jahre. Auch auf einer Autoreise durch NS-Deutschland ist Mitz dabei.
Die amerikanische Autorin Sigrid Nunez erzählt sehr einfühlsam und liebevoll. Sie verwendet dabei auch einige Originalzitate aus den Tagebüchern Virginia Woolfs. Man hat das Gefühl, als wäre man mittendrin im Leben des Künstlerehepaars - eine amüsante, erholsame, anrührende und daneben auch aufschlussreiche Lektüre!
Wunderbar übersetzt von Anette Grube.
zum Produkt € 20,00*
Amerika in den frühen 60ern: Die junge Joan Bergstrom, die als Journalistin in Los Angeles lebt, schreibt einen begeisterten Brief an die 59-jährige Lifestyle-Kolumnistin Imogen Fortier auf Camano Island vor der Küste Seattles.
Sie legt ein kleines Päckchen Safran bei, das sie von einer Orientreise mitgebracht hat. Daraus entspinnt sich ein reger Briefwechsel über das Kochen, das Entdecken fremder Länderküchen (die mexikanische, die italienische, die jamaikanische ...), das Leben, die Männer, die Liebe.
Kaum zu glauben, dass frischer Knoblauch damals in Nordwesten Amerika noch sehr schwer zu bekommen war - es sei denn man kannte einen italienischen Professor, der ihn in seinem Garten anbaute.
Ein wunderbares Buch über die verbindende Kraft des Kochens und des Essens, über seine heilende Wirkung (Imogens Mann kann, indem er nach und nach in die Geheimnisse der französischen Küche eintaucht, seine Kriegstraumata verarbeiten) und über die Neugier allem Fremden gegenüber. Wunderbar und tröstlich zu lesen angesichts der Entwicklungen im heutigen Amerika.
Große Empfehlung!
zum Produkt € 22,00*
1851: Nur drei Jahre, nachdem Arbeiterrevolten Europa im Kern erschüttert haben, kehren die ersten englischen Touristen auf den Kontinent zurück. Sie legen in Baden-Baden ab und fahren mit dem Schaufelraddampfer das für seine romantischen Landschaften berühmte Rheintal hinunter. Neben Franzosen und deutschen Familien befinden sich auch Reverend Charles Morrison mit Frau und Tochter sowie seine unverheiratete Schwester an Bord: Charlotte, eine scheinbar sanftmütige Frau mittleren Alters, hat ihr Leben damit verbracht, sich um die Bedürfnisse anderer zu kümmern. Doch wie der Fluss, auf dem die Gesellschaft reist, birgt auch Charlottes Seele verborgene Abgründe. Als sie in Koblenz einem fremden und doch eigentümlich vertrauten Mitreisenden begegnet, wird sie in einen Strudel aus verdrängten Erinnerungen und unterdrücktem Verlangen gestoßen. Ein so zarter wie eindringlicher Roman über Reue und unerfüllte Träume, aber auch über die Hoffnung, entgegen gesellschaftlichen Widerständen selbstbestimmt zu leben.
zum Produkt € 24,00*
Zwei Brüder im Hinterland von Montana. Bis jetzt kamen sie noch immer über die Runden, mit dem Holzfällen, dem gelegentlichen Wildern im Yellowstone Nationalpark. Doch nach dem Tod ihres Vaters stapeln sich die Rechnungen, das Dach ist undicht, der Winter nah. Thad und Hazen müssen etwas tun und dafür die eingespielten Rollen, ihr immer gleiches Schauspiel - der eine der strenge und verantwortungsvolle Bruder, der andere verträumt und zu nichts nutz - beenden. Nur so haben sie eine Chance, den unmöglichen Auftrag ihres Kontaktmanns zu erfüllen und sich den Ärger mit dem Geld zumindest eine Weile vom Hals zu halten. Doch dann passiert ein Unglück, bei dem noch mehr verloren geht als das eigene Selbstverständnis.
Bärenzähne ist ein packender, ein rührender Roman über die Bürde, füreinander sorgen zu müssen, über die Schönheit und Lebensgefahr in wilder Natur. Der junge amerikanische Autor Callan Wink knüpft darin ein unvergessliches Band zwischen zwei ungleichen Brüdern in einem weiten, abgründigen Land.
zum Produkt € 25,00*
Krimitipp und Tipp für alle Jazzfans!
Was sind deine drei Wünsche, wird Clyde gleich am Anfang des Buches gefragt. Fast 30 Jahre nach seinem Weggang aus Alabama und nach drei Morden.
Jake Lamar erzählt rückblickend Clyde "Viper" Mortons Leben.
Dieser lässt alles zurück, um in Harlem seinen Traum zu leben – als Jazzmusiker berühmt zu werden. Diese Traumblase platzt jedoch sofort wieder, denn mit großem Talent ist er nicht gesegnet. Doch steigt er schnell als Handlanger eines Drogenbosses auf und vertreibt schließlich selbst Marihuana – Heroin dagegen ist für ihn ein No-Go. Und er erreicht, was ihm Mr. O, sein Lehrmeister, beigebracht hat, er wird geliebt und gefürchtet.
Jake Lamar lässt in seinem Jazzkrimi Größen wie Charlie Parker, Miles Davis und John Coltrane auftreten und führt seine Leser*innen durch Harlems Jazzgeschichte.
Gleichzeitig erzählt er eine besondere Krimigeschichte von Aufstieg und Fall, von einer großen Liebe, von Selbstzweifeln und der Frage nach dem richtigen Leben.
zum Produkt € 20,00*
Der beeindruckende Debütroman der großen italienischen Autorin Alba de Céspedes (1911-1997), der 1938 erschien und direkt von der faschistischen Zensur verboten wurde.
Acht junge Frauen leben zusammen in einem von Nonnen geführten Konvikt in Rom. Sie studieren, schreiben und diskutieren abends über das Leben, ihre Träume und Hoffnungen.
Jede hat ihr eigenes Geheimnis, jede weiß nicht, was ihr die Zukunft bringen wird, ob sie mehr bereithalten kann als die Rolle der Ehefrau und Mutter.
Werden sie so frei sein, wie sie es sich wünschen? Welchen Preis werden sie dafür bezahlen?
Ein berührendes, erstaunlich aktuelles Buch, das jetzt in der großartigen Neuübersetzung von Esther Hansen vorliegt.
Große Empfehlung!
zum Produkt € 25,00*
Arkadia Fink, 13 Jahre, liebt ihre Mutter über alles. Sie ist diejenige, die ihr die Liebe zur Musik weitergegeben hat. Unangepasst für ein kleines Dorf, ist sie eine Frau, die für die Musik lebt und jederzeit auch bereit ist, in der Dorfgemeinschaft anzuecken. Doch die Mutter ist verschwunden, bzw kurz weggegangen, wie Arkadia sagt. Als Arkadia mitbekommt, dass in der Schule Sänger für einen Knabenchor gesucht werden, ist sie überzeugt, dass die Aufnahme in diesen Chor ihre Chance ist, die Mutter zurückzuholen.
Christopher Kloeble erzählt von einem starken, unangepassten Mädchen, das stur gegen alle Konventionen seinen Weg verfolgt und von der Kraft, die Musik in sich hat.
Entstanden ist eine besondere, musikalische und poetische Geschichte, die wir euch sehr empfehlen!
zum Produkt € 24,00*
Mira lebt in Zaire, der jetzigen Demokratischen Republik Kongo. Ihre Familie ist wohlhabend, der Vater politisch aktiv. Ihre Schwester passt sich im Gegensatz zu ihr an, erfüllt die Wünsche ihrer Eltern. Mira jedoch verliebt sich in den "falschen" Jungen und flieht nach einer Schwangerschaft alleine nach Europa.
Stark religiös geprägt, in ärmlichen Verhältnissen lebt sie nun zusammen mit ihrer Nichte. Diese wurde aus einer unbedarften glücklichen Kindheit plötzlich zur Tante nach London gebracht.
Enttäuschung, Unverständnis und Versuche dem engen Korsett zu entkommen, prägen Bijouxs Leben.
Warum wurde sie ohne Erklärung von einem Tag auf den anderen bei der Tante abgegeben? Wie schafft sie es, trotz all der Zwänge ihr Leben zu leben?
Christina Fonthes webt in ihrem Debüt eine beeindruckende Geschichte über gesellschaftlichen Druck und Prägung, patriachalische Strukturen, religiöse Zwänge und Identitätssuche.
Große Leseempfehlung!
zum Produkt € 25,00*
Die gefeierte Filmikone Jeanne Patou erfährt, dass sie für tot gehalten wird, als sie auf die Bildschirme in der großen Markthalle in Barcelona sieht. Sie soll in einem Flugzeug gewesen sein, das abgestürzt ist.
Spontan ergreift sie die Chance, unterzutauchen und so ihrem Ehemann zu entkommen, dem sie leidenschaftlich verfallen ist, der sie aber auch unterdrückt.
Sie verschwindet in die Anonymität und in fremde Identitäten – in einem Frauenhaus in einem alten Haus in Barcelona findet sie Zuflucht. Nach und nach wird ihr klar, wie sehr sie sich von ihrem eigentlichen Ich entfremdet hat, wie sehr sie fremdbestimmt war.
Viereinhalb Jahre später streift Jeanne über die La Rambla, eine Passantin unter vielen, als sie plötzlich ihrem Mann begegnet. Ihr ist klar: Sie muss sich stellen – Ihrem Mann, aber vor allem sich selbst.
Es muss einen Weg geben, sich ihren Töchtern, ihrer Mutter, ihren alten Freundinnen zu erkennen zu geben und wieder mit ihnen zu leben.
Ein empathischer, rasanter und zorniger Roman über eine Selbstfindung, eine Starkwerdung, eine Emanzipation, ein Auftauchen aus festgefahrenen Strukturen, um zum wahren Kern zurückzufinden.
Große Empfehlung!
zum Produkt € 26,00*