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Zeitschriften wie Nation Europa und Défense de l`Occident tradierten nach 1945 die alte rechtsradikale Ideologie.
Rechtsradikale Ideologie verschwand nach 1945 nicht, sondern suchte sich neue Ausdrucksformen. In der Bundesrepublik und in Frankreich spielten dabei die rechtsradikalen Zeitschriften 'Nation Europa' und 'Défense de l'Occident' eine zentrale Rolle. Sie bewahrten faschistische und nationalsozialistische Denkmuster und arbeiteten an neuen Begriffen, 'Rasse' wurde etwa zu 'Kultur'. Sie entwarfen mit dem 'europäischen Nationalismus' ein ideologisches Dach für unterschiedliche Strömungen. Marie Müller-Zetzsche rekonstruiert die intellektuelle Vorgeschichte der 'Neuen Rechten' in der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich. Sie zeigt, wie ein Netzwerk von 'politischen Schriftstellern' über Jahrzehnte hinweg ideologische Kontinuitäten schuf, Narrative bewahrte und Diskursräume öffnete, die für spätere rechte Bewegungen anschlussfähig wurden. Dabei steht nicht nur die inhaltliche Tradierung im Fokus, sondern auch die publizistische Strategie: Wiederholung, scheinbarer Pluralismus, Kampf um Begriffe, Übersetzung und nicht zuletzt transnationale Vernetzung.
Marie Müller-Zetzsche, geb. 1983, studierte Kulturwissenschaften und Französisch an der Universität Leipzig und wurde dort 2018 in einem Cotutelle-Verfahren mit der Université de Lorraine in Vergleichender Kultur- und Gesellschaftsgeschichte promoviert. Die vorliegende Studie erstand am Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam im Projekt 'Die radikale Rechte in Deutschland, 1945-2000' in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung.