Lieblingsbuch vorstellen, gemeinsam lesen und vorlesen, über Bücher diskutieren und gute Geschichten tauschen - oder einfach nur zuhören.
Du hast Lust? Komm gerne jederzeit dazu und bring ein Lieblingsbuch mit. Wir treffen uns in unregelmäßigen Abständen am Samstag nach Ladenschluss für ca. eine Stunde.
Unsere aktuelle gemeinsame Lektüre: "Die Wanze" von Paul Shipton.
Die kommenden Termine: 9. Mai / 6. Juni / 20. Juni / 4. Juli jeweils um 14.30 Uhr.
Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los? Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch "Landschaft ohne Zeugen" noch einmal in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der vorbildlichen Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR. Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen.
Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". 1989 floh sie nach ihrem Germanistik-Studium von Jena aus nach Darmstadt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Das zentrale Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. 2011 erhielt Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis. Bei S. FISCHER erschien zuletzt ihr Buch "Fabelland", das für den Deutschen Sachbuchpreis 2025 nominiert war.
Foto: Gaby Gerster
Zwei Britinnen, zwei Deutsche, viermal alleinerziehend und ein großer Kulturclash: Kayla, Tamara, Anja und Nana sind befreundete Mütter, die einander ebenso scharfzüngig kritisieren wie bedingungslos unterstützen. In bissig-humorvoll erzählten Episoden folgen wir den Frauen und ihren Kindern durch ihren Alltag, von Kindergeburtstag mit Kokain im Familienbadezimmer bis zum Elternabend mit Crush auf den neuen Klassenlehrer: Britin und Wahl-Berlinerin Nandi erzählt in ihrem neuen Roman von einem Leben unter Deutschen, von den bürokratischen Hürden für Alleinerziehende, von Generationskonflikten unter Müttern, von Klasse und Herkunft – und vom Trost, den man an den unmöglichsten Orten findet.
Jacinta Nandi verbindet wie keine andere Stimme Feminismus mit bestem britischem Humor: ein großes, intelligentes Lesevergnügen!
Jacinta Nandi, 1980 in East London geboren, ist Tochter eines britischen Inders und einer leidenschaftlichen nord-englischen Kommunistin und Feministin. Im Jahr 2000 kam sie nach Berlin, um Deutsch zu lernen. Dort ist sie geblieben, TEFL-Lehrerin, alleinerziehende Mama und letzten Endes auch: Autorin geworden. Sie war Mitglied der legendären Berliner Lesebühne Die Surfpoeten und schrieb für u. a. den Exberliner, die taz und das Missy Magazine, gründete das PoC-Künstler:innen-Kollektiv Parallelgesellschaft und ist Kolumnistin des Familientrios der Süddeutschen Zeitung.
Sie hat zwei Söhne und wohnt in Berlin-Lichtenrade.
Foto: Lee Everett Thieler
Heute gibt die Chaiselongue dem Letzte Hilfe - Kurs Raum, Zeit und Aufmerksamkeit. An diesem Nachmittag wird ein Thema besprochen, das uns alle direkt oder indirekt angeht, jetzt oder irgendwann: Krankheit und Sterben.
Aus dem Flyer der Letzte Hilfe Deutschland:
Im Kurs sprechen wir über die Normalität des Sterbens als Teil des
Lebens, natürlich werden auch Patientenverfügung und Vorsorgevoll-
macht angesprochen. Wir thematisieren mögliche Beschwerden die
Teil des Sterbeprozesses sind und wie wir bei der Linderung helfen
können. Wir überlegen abschließend gemeinsam, wie man Abschied
nehmen kann und besprechen unsere Möglichkeiten und Grenzen.
Der Kurs besteht aus vier Modulen zu jeweils 45 Minuten und wird an einem Nachmittag durchgeführt. Die Moderation erfolgt durch Lydia Röder, eine erfahrene und zertifizierte Kursleiterin aus der Hospiz- und Palliativarbeit.
Modul 1: Sterben als ein Teil des Lebens
Modul 2: Vorsorgen und entscheiden
Modul 3: Leiden lindern
Modul 4: Abschied nehmen.
Ihre Freiheit ist Anne das Wichtigste. Die Eltern haben sie immer ermutigt, sie wurde Schauspielerin, auch in Beziehungen blieb sie ungebunden. Bis sie Richard trifft, der bunt-elegant gekleidet ist, als Bäcker arbeitet und Anne mit Croissants, seinem Witz und Charme beeindruckt – und der als Geflüchteter aus Kenia einen prekären Status hat. Richard ist so anders, dass Anne ihre Freiheit schnell für diese besondere Liebe aufgibt. Dann kommt Thando auf die Welt, die Dinge ändern sich, Sorgen und Zweifel mischen sich ein: Meint Richard es wirklich ernst? Ist sein Lebensstil nicht doch zu eigenwillig? Sind die Klüfte zwischen den beiden nicht doch so gewaltig, dass die Liebe sie nicht mehr überbrücken kann? Und was ist mit Annes eigenem Drang nach Freiheit?
Valery Tscheplanowa erzählt von einer Liebe, die Grenzen sprengt und trotz aller Widrigkeiten zu bestehen versucht. Sie entwirft ein glühend intensives Bild der Beziehungen unserer Zeit, der Widersprüche zwischen Freiheit und Familie, Geborgenheit und Individualität – und der Liebe in ihrer ewigen komplizierten Schönheit.
Foto: Mathias Bothor
Wir möchten Ihnen an diesem Abend unsere Lieblingsbücher des vergangenen Jahres vorstellen. Wie wählen wir aus, welche Bücher wir lesen und welche Sie schließlich in der Chaiselongue finden? Welche Bücher haben uns besonders beeindruckt und warum?
Freuen Sie sich auf einen Abend mit Ihren Buchhändlerinnen, Brot und Wein.
Wir freuen uns auf Laura Laabs, Regisseurin, Autorin und nun auch Schriftstellerin, die mit ihrem Roman "Adlergestell" in Klagenfurt 2025 eingeladen war!
... Lenka, Chaline und die Erzählerin wachsen Tür an Tür auf, an der großen Berliner Ausfallstraße, dem Adlergestell. Beste Freunde, unzertrennlich, trotz oder wegen der völlig verschiedenen Milieus, aus denen sie kommen. Mit dem Schulanfang treten sie ein in das Chaos nach dem »Ende der Geschichte«. Doch die großen Erwartungen zerplatzen so schnell wie ihre Kaugummiblasen. Denn den Adler kümmert ihre Existenz wenig und ein Gestell gibt keinen Halt. 35 Jahre danach beginnt die Erzählerin eine Spurensuche. Warum haben sie sich verloren? Was hat ihre Vergangenheit, die ihrer Mütter und Großmütter, mit den Verwerfungen von heute zu tun? Und hatten sie überhaupt eine Chance? Ein furioser Nachwenderoman, der mitten in unsere Gegenwart führt.
»Laura Laabs schildert eine Gegenwart, die Anfang der 90er Jahre gerade in die Zukunft abrutscht. Und die Vergangenheit sitzt auch noch mit an der Kaffeetafel und trinkt Eierlikör. Ein Buch, das souverän durch die Zeiten spaziert.« Jenny Erpenbeck
Foto © Maximilian Gödecke
Während ihre Freundinnen Kinder bekommen und Instagram eine einzige Happy-Wife-Happy-Life-Show zu sein scheint, sitzt Katharina in ihrer Wohnung und betäubt sich mit Arbeit und Trash-TV.
Mit Ende dreißig hat sie sich arrangiert mit diesem recht ereignislosen Leben, in dem doch noch alles möglich ist.
Das zumindest glaubt sie, bis sie erfährt, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann. Plötzlich fühlen sich die Nächte in Kneipen und die Tage am Schreibtisch nur noch sinnlos an.
Dann nimmt sie eine ehrenamtliche Stelle in der Seniorenresidenz Sonnenhang an. Die Wochenenden bestehen nun aus Eierlikörschmuggel, Kniffeln und skurrilen, liebenswürdigen Begegnungen. Als die nächste große Entscheidung ansteht, muss Katharina sich fragen, was sie eigentlich will. Und ob sie nicht ganz unbemerkt schon längst
gefunden hat, wonach sie so verzweifelt sucht.
Aufrichtig und kompromisslos schreibt Kathrin Weßling über das Nicht-mehr-jung-Sein, zerbrochene Lebensträume und darüber, dass man manchmal an den ungewöhnlichsten Orten Freundschaft findet.
Kathrin Weßling ist Autorin und Social-Media-Expertin. Ihre Postings und Beiträge verfolgen über 70.000 Menschen.
Ihr Buch "Super, und dir?", wurde von Presse und Leser*innen als »der Roman ihrer Generation« gefeiert. Sie schreibt außerdem regelmäßig für ZEIT ONLINE, Spiegel, ZEIT uvm.
© Foto: Jens Passoth Photographie
Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand.
Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben.
Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.
Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen "Moskauer Eis" (2000) und "Walpurgistag" (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat" (2024).
© Foto: Susanne Schleyer
Israel – das Land, das sie als Kind oft besuchte, da ein Teil ihrer Familie
hier vor Jahrzehnten Zuflucht fand. Es ist das Land der Menschen, die
S. durch Erzählungen ihres Großvaters kennenlernte, und gleichzeitig
der Menschen, denen sie heute beim Trampen zwischen Tel Aviv und
Jerusalem begegnet. Früher, da gab es den Untergrundkämpfer
Yitzchak, der Tomaten in der Wü ste ü berleben lassen konnte. Es gab
Eva und Zwi Goldberg, die ihre Sehnsucht nach der alten Heimat mit
deutschen Rosen zu besänftigen versuchten. Heute ist da Mohammad,
der in einem Techno-Club auflegt und nicht über seine jüdische
Exfreundin hinwegkommt. Es gibt den Siedler Rafi und den Beduinen
Abdallah, die wie Zwillingsbrüder aussehen, aber keine sind. Und es
gibt den Cafébesitzer Lior, der davon träumt, mit seiner Tochter einen
Roadtrip in einem himmelblauen VW-Bus zu machen. Und während S.
immer mehr über das Leben dieser Menschen lernt, eröffnet sich ihr
die eigene Geschichte – und ihr eigener Platz in diesem Land.
Sara Klatt zeigt uns ein Land, so vielschichtig wie seine Bewohner, und
nimmt uns mit auf eine außergewöhnliche Reise durch das heutige und
das vergangene Israel. Ein Land voller Lebendigkeit. Aber auch ein Land
zwischen Traum und Trauma.
Sara Klatt, 1990 geboren, ist in Hamburg aufgewachsen. Sie ist Enkelin
eines nach Israel ausgewanderten Berliner Juden und Tochter eines aus
Königsberg geflüchteten Deutschen. Im Alter von 21 zog sie erstmals
für ein Jahr nach Tel Aviv und kehrte später immer wieder für längere
Aufenthalte und zahlreiche fotografische Projekte zurück. In Hannover
studierte sie Fotojournalismus & Dokumentarfotografie, in Potsdam
und Haifa Jüdische Studien. Sie fotografierte in Jerusalem für eine
israelische Presseagentur und betreute zuletzt ein Netzwerk für
deutschsprachige Shoah-Überlebende aus Tel Aviv.