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Daniela Dröscher stellt uns ihr neues Buch "Sprechen" vor, moderiert wird der Abend von Tobi Schiller.
Über das Buch:
Daniela Dröschers sehr persönliche Geschichte der Selbstermächtigung – von einer schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Und die Frage, wie wir sprechen sollten, um einander wirklich zu verstehen.
Ein harmloses Mittel der Verständigung war Sprechen für die Schriftstellerin Daniela Dröscher nie. Als Kind einer Zugezogenen im Hunsrück zwischen Hochdeutsch und breitem Pfälzer Dialekt erwies sich Sprechen als ein so zweischneidiger Akt der Anpassung, dass sie lieber verstummte. Außerhalb des Privaten fehlte ihr auch später lange der Mut zum Einstehen für das eigene Wort, zu groß war die Angst davor, als Aufsteigerin erkannt oder missverstanden zu werden. Mit radikaler Offenheit erzählt sie von ihrer Emanzipation von einer schamhaft schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Dabei denkt sie darüber nach, ob nicht gerade die Bereitschaft zum Missverstehen die eigentliche Voraussetzung für wahres Verständnis und einen produktiven Gesellschaftsdialog sein könnte.
Über Daniela Dröscher:
Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Sie schreibt Prosa, Essays und Theatertexte. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Trier und London promovierte sie an der Universität Potsdam zur Poetologie Yoko Tawadas. "Zeige deine Klasse" erschien 2018, "Lügen über meine Mutter" stand 2022 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien 2025 ihr Roman "Junge Frau mit Katze".
Über Tobi Schiller:
Tobi Schiller ist Redakteur, Autor, Moderator und Literaturvermittler. Seit 2021 betreibt er mit Marlon Brand das Newsletter-Magazin »Queerer Kanon?«
Der nächste Lesekreis findet am 11. Mai um 20:30 statt.
Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt ohne Voranmeldung. Dieses Mal gehen wir zur traditionellen Form zurück und werden zwei Bücher besprechen. Ob ausgelesen oder kurz (r)eingelesen, alle sind willkommen um mitzureden und diskutieren.
Die Bücher :
Die Bergvögel - Zofia Nałkowska, aus dem Polnischen übersetzt von Marta Kijowska
In einem Sanatorium in den Alpen begegnen sich in den Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg Wohlhabende und Exzentrikerinnen aus ganz Europa. Die Erzählerin, eine Polin, trifft dort etwa auf die sprachbegeisterte Engländerin Miss Tharp, mehrere Geflüchtete aus Armenien, ein geheimnisvolles französisches Paar und nicht zuletzt die skeptischen Einwohnerinnen des Bergdorfs, in dem all diese Gäste untergebracht sind. Man plaudert miteinander, pflegt seine Gesundheit und versucht, die majestätischen Bergvögel anzulocken. Über all dem thront die erhabene Welt der Alpen, deren ganz besonderen Zauber dieser modernistische Roman virtuos beschreibt. Ein erstmals ins Deutsche übersetzter Literaturklassiker, der die Welt von vor hundert Jahren fast wie einen Traum heraufbeschwört.
Ich, die ich Männer nicht kannte - Jaqueline Harpmann, aus dem Französischen übersetzt von Luca Homburg
'Ein wahres Wunder' New York Times Der internationale Sensationserfolg Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Während das elektrische Licht Tag und Nacht verschwimmen lässt, sitzt ein junges Mädchen - die vierzigste Gefangene - allein und ausgestoßen in der Ecke. 'Ich, die ich Männer nicht kannte' ist so feministisch wie 'Der Report der Magd' und so existentiell wie 'Die Wand': Ein moderner Klassiker, internationaler Verkaufserfolg und BookTok-Hit in neuer deutscher Übersetzung. In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.
Dara Brexendorf stellt ihren Roman "Paradise Beach" vor, moderiert wird der Abend von Magda Birkmann.
Über das Buch:
Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt.
Über Dara Brexendorf:
Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts Literarisch, Solidarisch und des Literaturmagazins Der Schnipsel. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den Liliencron-Nachwuchspreis für Lyrik aus Schleswig-Holstein.