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Dara Brexendorf stellt ihren Roman "Paradise Beach" vor, moderiert wird der Abend von Magda Birkmann.
Über das Buch:
Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt.
Über Dara Brexendorf:
Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts Literarisch, Solidarisch und des Literaturmagazins Der Schnipsel. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den Liliencron-Nachwuchspreis für Lyrik aus Schleswig-Holstein.
Im Juni ist unser Lesekreis wieder im Haus der Kulturen der Welt zu Besuch. Wie in den letzten Jahren auch, dürfen wir einen Titel von der Shortlist des Internationalen Literaturpreises lesen.
Der Internationale Literaturpreis wird jedes Jahr durch das HKW und der Stiftung Elementarteilchen vergeben und spezialisiert sich auf Gegenwartsliteratur in Übersetzung. Die Preisverleihung findet am 3.7. statt.
Aber vorher sind wir dran! Der ocelot,-Lesekreis liest und diskutiert folgenden Titel: "Die Aussiedlung", von András Visky, aus dem Ungarischen Übersetzt von Timea Tankó.
Ausnahmsweise bitten wir dieses Mal um eine Anmeldung. Ihr könnt euch per E-Mail an info@ocelot.de oder bei uns im Laden persönlich anmelden. Wer sich rechtzeitig anmeldet kann auch von uns ein kostenloses Leseexemplar in Anspruch nehmen. Nach der Anmeldung folgen noch genauere Informationen zum Abend.
Zum Buch:
Péter Nádas András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Julia über alles - wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher - sie wurden 'ausgesiedelt', nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie richten sich in Erdhöhlen ein und in verlassenen Dörfern, beaufsichtigt von den Behörden. Sippenhaft. 'Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.' Jahrzehnte später findet Visky den gleichmütigen, zuweilen heiteren Ton, die leuchtenden Bilder und die Form: 822 durchnummerierte Minikapitel, die Atemzügen gleichen. Der Entschluss, umeinander zu kämpfen, 'solange die Seele mich trägt', verbindet die Eltern, tiefgläubige, einander leidenschaftlich liebende Menschen, deren Haltung sich ihren Kindern unauslöschlich einprägt. Der Gewalt des kommunistischen Staates setzen sie ihr NEIN entgegen. Wie sich die Phantasie mit der Liebe verbündet: gegen die Wirklichkeit und gegen die Versuchung, böse zu werden - das ist so noch nie erzählt worden.
Wir freuen uns, euch nach der Sommerpause wieder im Lesekreis willkommen zu heißen!
Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt ohne Voranmeldung. Ob ausgelesen oder kurz (r)eingelesen, alle sind willkommen um mitzureden und diskutieren.
Die Bücher:
Die Viktorianische Chaiselongue (Marghanita Laski, Ü. Brigitte Jakobeit)
Kafka meets Feminism meets 'Poor Things'. In einem Laden für Antiquitäten sucht Melanie nach einer Wiege für ihr Baby. Doch stattdessen weckt eine viktorianische Chaiselongue ihre Aufmerksamkeit, kopfüber auf einem Haufen gestapelt, mit klobigen Beinen, in die Luft ragend wie ein auf dem Rücken liegendes Schaf. Als sie nach der Geburt ihres Kindes zum ersten Mal auf ebendiesem Sofa einschläft, erwacht sie nach einer Zeitreise im Körper ihres Alter Ego Milly, achtzig Jahre zuvor ... Der Roman verwickelt uns in ein aufwühlendes Gedankenspiel über die Verwirrung der Identität und den Raum zwischen den Extremen: der Ekstase und dem Grauen. Der Time-Travel-Klassiker erstmals auf Deutsch - die Entdeckung einer der Lieblingsautorinnen von Annie Ernaux.
Oroppa (Safae El Khannoussi, Ü. Stefanie Ochel)
Das schwindelerregende, preisgekrönte Debüt von Safae el Khannoussi - ein Taumel aus Wut, Schmerz und Hoffnung
'Oroppa' ist der europäische Roman der Stunde: Salomé Abergel, eine jüdisch-marokkanische Künstlerin und ehemalige politische Dissidentin, verschwindet überraschend auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Ein loser Kreis von Außenseitern mit ganz unterschiedlichen Migrationsgeschichten begibt sich auf ihre mysteriöse Spur. Von Salomés verlassenem Haus in Amsterdam führen die Wege nach Paris, Tunis, Casablanca - und tief ins Herz der eigenen Sehnsüchte. 'Absolut originell, großartig und beeindruckend, voller markanter Charaktere und atemberaubender Prosa.' (Boekblad) 'Oroppa' ist ein schwindelerregender, exzessiver Roman, der alle Grenzen ins Wanken bringt.