Ulrike Almut Sandig, Ron Winkler (c) ocelotevent
Andrea Schmidt, Jan Kuhlbrodt, Hanna Mittelstädt (c) ocelotevent

Veranstaltungen

Buchpremiere: Jo Frank "Snacks"

28.09.2017 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Preis: Der Eintritt ist frei!

Nichts ist so verbindend und trennend zugleich wie die Sprache: Jo Frank erzählt in multilingualen Texten von einem Leben, das geprägt ist von Radikalität, von einer Kindheit zwischen BBC und Deutschlandfunk, auf dem Rücksitz eines Wagens mit unbekanntem Ziel. Die einzige Heimat ist Sprache, nicht Deutsch oder Englisch oder Hebräisch, sondern der Versuch einer Überbrückung der Distanz zwischen zwei Menschen, und zwischen Gegenwart und Erinnerung: »sage ich sprache, meine ich meine sprache. meine ich eine sprache, die nach cadbury’s chocolate schmeckt.«

Jo Frank lebt als Autor, Verleger und Übersetzer in Berlin. 2005 gründete er mit Dominik Ziller und Andrea Schmidt das Verlagshaus Berlin. Er übersetzte u.a. Die Erbärmlichkeit des Krieges. Kriegsgedichte von Wilfred Owen ins Deutsche (2014).

Moderation: Odile Kennel

Buchpremiere: Jo Frank "Snacks"

WOHIN MIT DEM ICH? Der Hieronymustag im ocelot!

30.09.2017 20:00 Uhr - 22:30 Uhr

WOHIN MIT DEM ICH? Der Hieronymustag im ocelot!
Preis: 5 €

Claudia Hamm und Frank Weigand übersetzen Emmanuel Carrère und Dieudonné Niangouna in Zeitraffer und Echtzeit.

Im Mai diesen Jahres wurde der Hieronymustag am 30. September von den Vereinten Nationen ganz offiziell zum International Translation Day ernannt. Auf der Frankfurter Buchmesse ist in diesem Jahr Frankreich als Gastland vertreten. Die Buchhandlung Ocelot nimmt beides zum Anlass, um mit den beiden Übersetzern aus dem Französischen Claudia Hamm (Prosa) und Frank Weigand (Dramatik) einen Abend mit Weltliteratur, Fragen zum Über-setzen, eigenen Versuchen und Wein zu verbringen.

L’Adversaire ist das erste Buch des Erfolgsautors Emmanuel Carrère, das in der ersten Person geschrieben wurde. Carrère erweiterte damit den Tatsachenroman um eine folgenreiche Perspektive. Eine Neuübersetzung dieses Buchs, das schon einmal den Titel Amok trug und nun Der Widersacher heißen wird, stellt vor besondere Herausforderungen. Claudia Hamm stellt sie in Lesung und Selbstgespräch vor.

Das Format Lost in Translation ist Mini-Workshop und Echtzeit-Übersetzungsperformance in einem. Angesichts der Schwierigkeiten, auf die Frank Weigand bei der Live-Übertragung eines ihm unbekannten Theatertextes des neuen Hausregisseurs des Berliner Ensembles, Dieudonné Niangouna, stößt, verwandeln sich die Zuschauer nach und nach in die eigentlichen Übersetzer.

Claudia Hamm ist Theaterregisseurin, Autorin von Bühnentexten und Übersetzerin aus dem Französischen. Sie arbeitete u.a. am Burgtheater Wien, am Theater Luzern, den Sophiensaelen sowie mit ihrem Ensemble 15febbraio und eigenen Stücken an zahlreichen Theatern und Festivals in Italien, Frankreich und Deutschland. In den letzten Jahren inszenierte sie vor allem Musiktheaterproduktionen.
Für ihre Übersetzungen – u.a. von Emmanuel Carrère, Édouard Levé und Mathias Énard –war sie 2016 für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

Frank Weigand, Geboren 1973 in Stuttgart, Studium der Romanistik, Philosophie und Komparatistik in Mainz und Dijon, lebt als freiberuflicher Kulturjournalist und Übersetzer in Berlin. Er interessiert sich vor allem für kollaborative Übersetzungsprozesse und den machtpolitischen Aspekt sprachlicher und kultureller Übertragung. In diesem Zusammenhang leitet er regelmäßig Übersetzerworkshops in Deutschland, Frankreich und Kanada (FU Berlin, UdK Berlin, LMU München, Festival d'Avignon, La Mousson d'été, École Nationale de Théâtre du Canada, Deutscher Übersetzerfonds etc.). Bislang hat er rund 100 Theaterstücke hauptsächlich französischer und frankophoner Dramatiker sowie Sachbücher aus den Bereichen Soziologie, Philosophie und Performancetheorie ins Deutsche übertragen. Seit 2011 gibt er gemeinsam mit der Regisseurin Leyla-Claire Rabih die Theateranthologie "SCÈNE - neue französische Theaterstücke" im Verlag Theater der Zeit heraus.
Als Journalist ist er für Medien wie Die Deutsche Bühne, Tanz, Theater der Zeit, taz, Die Welt, Berliner Morgenpost tätig und betreut regelmäßig redaktionell die Programme und Publikationen verschiedener Festivals und Institutionen (Tanz im August, Tanzkongress, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin...).

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von «Francfort en français - Frankfurt auf Französisch» mit freundlicher Unterstützung des Institut français.

Weitere Informationen zum Auftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse 2017 findet Ihr hier:
http://www.francfort2017.com/#!/

Buchpräsentation! Zurab Karumidze liest aus "Dagny oder Ein Fest der Liebe"

17.10.2017 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Preis: 5 €

Nicht nur für Georgien-LiebhaberInnen wird das ein ganz besonderer Abend! Gemeinsam mit dem Weidle Verlag, dem ქართული წიგნის ეროვნული ცენტრი Georgian National Book Center und der Embassy of Georgia to the Federal Republic of Germany laden wir den georgischen Schriftsteller Zurab Karumidze zu uns ein!

Mit Live-Musik von Luise Enzian (Harfe).

Und worum geht es in diesem Buch? Fast wäre es leichter aufzuzählen, was in diesem Roman nicht vorkommt, denn Zurab Karumidze hat alles in sein großes postmodernes Spiel gepackt, dessen er nur irgend habhaft werden konnte. Immerhin aber hat er uns eine zentrale Figur geschenkt, Dagny Juel. Die gab es wirklich, sie wurde am 4. Juni 1901 in Tiflis von einem nicht erhörten Liebhaber erschossen. Sich selbst erschoß er dann auch. Am 8. Juni 1901, ihrem 34. Geburtstag, wurde Dagny in Tiflis beerdigt.
Dagny Juel war Norwegerin, sie lernte Edvard Munch kennen und wurde sein Modell (etwa für die berühmte »Madonna«). Später traf sie auf August Strindberg, der sie erst liebte und dann in einem Drama vernichtete. Schließlich aber heiratete sie den Bohemiensatanisten Stanisław Przybyszewski, mit dem sie in dem Berliner Künstlerkreis um die Kneipe »Das Schwarze Ferkel« unterwegs war. Przybyszewski überließ sie dann seinem Jünger Władysław Emeryk, der sie nach Tiflis mitnahm.
Wer tritt sonst noch auf in diesem Roman? Zunächst der georgische Mystiker Georges Gurdjieff und der Volksdichter Wascha-Pschawela. Weiter ein sprechender Rabe vom Saturn, der Maler Niko Pirosmani, ein tibetanischer Schamane, August Strindberg, Albert Schweitzer und viele andere. Sie alle sind beteiligt an einem »Fest der Liebe«, das dann gründlich schiefgeht, weil sich der junge Revolutionär Koba einmischt, der ein Auge auf Dagny geworfen hat. Er wird später als Josef Stalin in die Geschichte eingehen.
Und natürlich spielt das georgische Nationalepos, Der "Recke im Tigerfell" von Schota Rustaweli, eine wichtige Rolle.

Zurab Karumidze (geb. 1957) ist einer der bekanntesten Autoren Georgiens. Sein Werk umfaßt Romane, Kurzgeschichtensammlungen, Novellen sowie ein Buch über Jazz, das den wichtigen georgischen Literaturpreis SABA gewann. Darüber hinaus ist er Herausgeber und Mitherausgeber einiger Essaybände über die georgische Politik und Kultur.
Sein Roman Dagny or A Love Feast wurde 2012 auf die Longlist des »Dublin International Literary Award« gewählt.
Zurab Karumidze lebt in Tiflis und ist als außenpolitischer Berater der georgischen Regierung tätig. Er wird voraussichtlich zur Buchmesse nach Frankfurt kommen.
Der Roman erschien zuerst 2011 in Tiflis. Er wurde in englischer Sprache geschrieben, eine Übertragung ins Georgische gibt es (noch) nicht. Bislang wurde er lediglich ins Türkische übersetzt.

Moderation: Barbara Weidle
Deutsche Lesung und Übersetzung: Stefan Weidle.

Eintritt 5 €

Für weitere Informationen:

http://www.weidleverlag.de/
http://book.gov.ge/en/ (Georgian National Book Centre)
http://germany.mfa.gov.ge/index.php?lang_id=GER&sec_id=60&lang_id=GER (Botschaft von Georgien in der Bundesrepublik Deutschland)

Buchpräsentation! Zurab Karumidze liest aus "Dagny oder Ein Fest der Liebe"

Theresia Enzensberger liest "Blaupause"

24.10.2017 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Preis: 5 €

***ACHTUNG: NEUES DATUM!!! *** DIE LESUNG FINDET JETZT AM 24.10 STATT!!!***

Luise Schilling ist jung, wissbegierig und voller Zukunft. Anfang der brodelnden zwanziger Jahre kommt sie an das Weimarer Bauhaus. Sie studiert bei Professoren wie Gropius oder Kandinsky und wirft sich hinein in die Träume und Ideen ihrer Epoche. Luise will viel erreichen im Leben – doch wenig davon hat zu tun mit der Huldigung großer Männer.
Zuerst verliebt sich Luise in den schillernden Kunststudenten Jakob, dann in den politisierten Grafiker Hermann. Doch das sind nur zwei Figuren einer überbordenden Zeit. Zwischen Technik und Kunst, Kommunismus und Avantgarde, Populismus und Jugendbewegung lernt Luise gesellschaftliche Utopien kennen, die uns bis heute prägen. Wie beim Blick in eine aktuelle Zeitung wird ihr immer klarer, dass der Kampf um die große Freiheit vor dem eigenen kleinen Leben nie Halt macht. Rasant und äußerst gegenwärtig erzählt Theresia Enzensberger von einer jungen Frau in den Wirren ihres Lebens: Von den brutalen Konflikten zwischen Rechts und Links bis zum Sprung eines jungen Liebespaares in einen nächtlichen Fluss, damals vor fast hundert Jahren.

Theresia Enzensberger wurde 1986 in München geboren und lebt in Berlin. Sie studierte Film und Filmwissenschaft am Bard College in New York und schreibt als freie Journalistin unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, ZEIT Online, Krautreporter und Monopol. 2014 gründete sie das vielfach preisgekrönte BLOCK Magazin.

Moderation: Maria-Christina Piwowarski (ocelot)

Foto Theresia Enzensberger (c) Rosanna Graf

Theresia Enzensberger liest "Blaupause"

ocelot Lesekreis

16.11.2017 20:30 Uhr

Wir möchten wieder mit Euch über Literatur reden!

Diesmal wird es sehr amerikanisch. Wir lesen:

Richard Ford "Zwischen Ihnen" (Hanser Literaturverlage)
und
Colson Whitehead "Underground Railroad" (Hanser Literaturverlage).

Wir freuen uns auf eine neue Runde angenehm angewandter Literaturkritik!

Eure ocelots,

ocelot Lesekreis