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Schreiben gegen die Norm(en)? #2

13.11.2021 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot, not just another bookstore
Preis: 5 €

Schreiben gegen die Norm(en)? #2 mit Doris Anselm, Jasper Nicolaisen, Miku Sophie Kühmel und Muri Darida

Endlich wird die nächste Ausgabe von »Schreiben gegen die Norm(en)?« möglich! Seit der Auftaktveranstaltung ist so viel Zeit vergangen. Dabei ist seit 2019 queere Literatur in aller Munde. Man kann fast von einem Trend sprechen. Einerseits ist das erfreulich, andererseits ist klar, dass der deutschsprachige Literaturbetrieb gerne mal Themen zu Trends hypt, von denen ein Jahr später keine*r mehr was wissen will. »Schreiben gegen die Norm(en)?« folgt einem anderen Ansatz. Denn das Queere, Offene, Nichtfestgelegte und Experimentelle als poetologische Prinzipien des Schreibens zu begreifen, folgt keiner kurzfristigen Verwertungslogik. Vielmehr sickert es ein in die Strukturen des Betriebs, durchqueert soziale wie literarische Normen, kritisiert und dekonstruiert Zustände und Zumutungen. Das Engagement gegen bestehende (hetero-)normative und dominanzkulturelle Strukturen in Gesellschaft und Literaturbetrieb ist es, was die literarischen Gäste von »Schreiben gegen die Norm(en)?« trotz ihrer unterschiedlichen literarischen Positionen und Verortungen eigensinnig verwandt macht.

Es lesen:

Doris Anselm (*1981) studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und lebt in Berlin. Dort arbeitete sie rund zehn Jahre lang als Radioreporterin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Inzwischen ist sie dort wöchentliche Kolumnistin. Sie veröffentlichte ab 2013 Prosa und Lyrik in Literaturzeitschriften und gewann 2014 den open mike. 2017 erschien im Luchterhand Literaturverlag ihr erstes Buch, »und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus«, ein Band mit Erzählungen. 2019 folgte im selben Verlag der Roman »Hautfreundin. Eine sexuelle Biografie«.

Jasper Nicolaisen (1979) ist Autor und systemischer Therapeut. Er mag kulturellen Schund und Schmutz, Boxen und die komplizierten Probleme anderer Leute. Gelegentlich schreibt er für konkret und an.schläge. Seine Romane »Ein schönes Kleid« (2016) und »Erwachsen« (2019) erschienen im Querverlag, wo 2021 auch sein Essay »Queere Familien« erscheinen wird. Muri Darida (1993) ist Autorin, Journalistin und Moderator*in.

Muri Darida schreibt über Gewalt, Sprachlosigkeit und Widerstand, am längsten und häufigsten für ZEIT Online, jetzt.de, ARD und ze.tt. Veröffentlichte Kurzgeschichten für FALTER – una revista plegable und Café Kabbale und stellte das Fragment »Stoff« im Hamburger Raum linksrechts aus. Muri Daridas Schreiben löst sich bewusst aus Grenzen und Normen von Sprache, Genre, Geschlecht, Form und Sagbarkeit heraus. Muri Darida schreibt, denkt und dichtet in sieben Sprachen und lebt meistens in Berlin.

Miku Sophie Kühmel (*1992) ist Schriftstellerin und Podcast-Produzentin. Sie hat kurz in New York und lang in Berlin studiert, wo sie heute lebt und arbeitet – derzeit an kurzer Prosa, langem Audio und einem neuen Roman. Ihr aktuelles Buch, der Debütroman »Kintsugi« ist 2019 bei S.Fischer erschienen, wurde zweifach ausgezeichnet und war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Moderation:
Andrea Schmidt (Verlagshaus Berlin) und Alexander Graeff
Im Anschluss Aftershow-Party mit Djane NYPL.K.

Wir bitten euch um Anmeldung per E-mail an info@ocelot.de. Es wird Restkarten an der Abendkasse geben.

Es gilt die 2G-Regel.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom PINK.LIFE, dem Aktionsbündnis gegen
Homophobie, der Nipple Liberation Army, OSTMOST und wird gefördert durch den Lesungsfond des Fördervereins Buch.

Die PINKDOT gGmbH präsentiert auf PINK.LIFE Kunst, Kultur und Performance der Berliner Queer-Szene und bringt Konzertmitschnitte und Podcasts, Lesungen und Bühnen-Shows, Malerei und Musik, Podiumsdiskussionen sowie politische Veranstaltungen aus der Regenbogenhauptstadt ins Internet.
Der Aktionsbündnis gegen Homophobie e. V. engagiert sich für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch frei und ohne Diskriminierung leben kann – ungeachtet der eigenen sexuellen und geschlechtlichen Identität und des eigenen Geschlechtsausdrucks. Das
AGH fördert Projekte und Initiativen, die es lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, inter und queeren Menschen ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Die Nipple Liberation Army ist ein queer-feministisches, sex-positives Kollektiv aus Berlin. Wir organisieren seit 2017 die Partyreihe »Fuck Your Gender«, die sich als einen Safer Space für FLINT-Personen versteht und gleichzeitig alle Geschlechter willkommen heißt. Wir kämpfen für Sichtbarkeit, Sicherheit und körperliche Autonomie für alle Körper, auf der Tanzfläche, in den sozialen Medien und auf der Straße. Wir wehren uns gegen den Gedanken, die eingeschränkte körperliche und sexuelle Autonomie von FLINT- Personen diente deren »Sicherheit«.
Die Basis aller OSTMOST-Getränke sind handgeerntete alte Apfelsorten naturbelassener, regionaler und ökozertifizierter Streuobstwiesen. Mit jedem Schluck OSTMOST werden bestehende Streuobstwiesen erhalten und neue Obstwiesen in Brandenburg angepflanzt. OSTMOST ist frei von Zusatzstoffen und Gentechnik und 100% vegan.
Der Förderverein Buch – Förderverein für gedruckte Literatur e.V. trägt als
gemeinnütziger Verein mit der Unterstützung von Veranstaltungen, Publikationen und Projekten zur Gestaltung des literarischen Lebens in Deutschland bei.

Schreiben gegen die Norm(en)? ist eine Lesungs- und Diskussionsreihe rund um das Queere, Offene, Nichtfestgelegte und Experimentelle als poetologische Prinzipien eines nicht-normativen Schreibens. In den zwei Ausgaben pro Jahr werden jeweils vier Autor*innen und ihr jeweiliger Blick auf offenes, queer-feministisches und experimentelles
Schreiben sowie ihre Gegenwartsprosa und -lyrik präsentiert. Im Gespräch mit wechselnden Moderator*innen werden vielfältige literarische Ansätze gegen (hetero-)normative und dominanzkulturelle Strukturen in Gesellschaft und Literaturbetrieb sowie Fragen und Vorstellungen einer queeren Literatur erörtert.

Schreiben gegen die Norm(en)? #2

Endlich! Der 24. ocelot-Lesekreis

15.11.2021 20:30 Uhr - 22:00 Uhr

Vorverkauf: Wir bitten um Anmeldung via E-Mail an info@ocelot.de
Preis: Der Eintritt ist frei!

Endlich ist es wieder so weit! Wir möchten uns mit euch treffen und über Literatur diskutieren.

Für die 24. Ausgabe unseres Lesekreises lesen wir "Mai bedeutet Wasser von Kayo Mpoyi, aus dem Schwedischen übersetzt von Elke Ranzinger und "Vater und ich" von Dilek Güngor.

Und worum geht es in den Büchern?

"Mai bedeutet Wasser":
Die kleine Adi wächst im Diplomatenviertel von Daressalam, Tansania, auf, zusammen mit zwei Schwestern, der tanzenden Dina und der immer kranken Mai. Ihr gottgläubiger und strenger Vater duldet keinen Ungehorsam, will er doch, dass seine Kinder es weit bringen. Besonders von den Töchtern verlangt er Unschuld und Reinheit. Aber Adi hat ein dunkles Geheimnis.
Lebendig, poetisch und unmittelbar erzählt Adi von ihrem täglichen Leben, von ihren älteren Geschwistern im Heimatland Zaire, den Vorfahren und den Jahrzehnten voller Gewalt, Krieg und Unterdrückung durch die Kolonialmächte. Die Mythen und Flüche der Ahnen leben in den Generationen weiter und beeinflussen das Leben aller. Ihre Geschwister machen sich auf den Weg nach Europa, doch Adi muss lernen, ihren eigenen Weg zu finden, um der Vergangenheit zu entkommen.

"Vater und ich"
Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber
dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig.
Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Sie erzählt von dem Versuch, die Sprachlosigkeit mit Gesten und Handgriffen in der Küche, mit stummem Beieinandersitzen zu überwinden. Ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.

Für den Lesekreis gilt die 2G-Regel.

Endlich! Der 24. ocelot-Lesekreis