Liebe Lesende,
hier finden Sie alle Bücher, die wir bereits mit unseren Buchclubs gelesen haben, sowie unsere Empfehlungen für spezielle Events und unsere allgemeinen Rezensionen in den verschiedensten Genre - geschrieben von unseren lieben Kolleginnen.
Gerne können Sie die Bücher über den Shop hier oder bei uns im Laden bestellen. Wenn Sie weitere Lesetipps brauchen oder ein wirklich gutes Buch verschenken möchten, stehen wir auf allen Kanälen für eine Beratung zur Verfügung.
Ihr Team von Schwarz auf Weiß
Das Buch in einem Satz: Leonie Plaar erzählt von ihrer Familie, die sich zunehmend radikalisierte und ihrem Weg aus einem Umfeld, was im Widerspruch zu ihrem Selbst stand.
Lesenswert, weil die Verknüpfung aus politischen und sozialen Fakten mit persönlichen Erfahrungen sehr gut gelungen ist.
Für alle, die sich fragen, wie die Spaltung unserer Gesellschaft in den letzten Jahren so stark wachsen konnte.
Lieblingsstelle: „Geduld ist ein Luxus derer, die vom Hass der Rechtsextremen nichts zu befürchten haben.“
Leonie Plaar ist queer, politische Aktivistin, Historikerin und setzt sich auf ihren sozialen Plattformen immer wieder für Minderheiten ein. Außerdem ist sie Tochter eines AfD-Mitglieds. Ein Widerspruch, der in ihrer Familie immer wieder für kleinere und größere Auseinandersetzungen sorgte, bis sie schließlich einen Schlussstrich zog und den Kontakt vollständig abbrach.
In diesem Buch beschreibt die Autorin genau diesen Weg – wie alles begann, wie sie sich selbst fand und wie sie feststellte, dass ihre Familie ein Umfeld bot, dass im vollkommenen Widerspruch zu ihrer Person steht.
Ungeschönt, ehrlich und offen erzählt Leonie Plaar von ihren Erfahrungen mit ihrer Familie und der AfD. Dabei verknüpft sie die Geschehnisse mit historischen Fakten, aktuellen Analysen und weiteren aus den Medien bekannten Vorkommnissen. Sie erklärt, wie es dazu kommen konnte, dass diese Partei so viele Anhänger:innen finden konnte (und es immer noch tut) und was wir, die, die immer öfter zu Zielscheiben dieses Hasses werden, dagegen tun können.
Ich bin grundsätzlich schon ein Fan der Autorin und folge ihr seit Jahren auf Social Media. Dieses Buch hat mir wieder bewiesen warum. Danke @frauloewenherz.de für deine wertvolle Arbeit, deine eingesetzte Energie und Zeit und deine Offenheit. Dieses Buch war deutlich ergreifender, als ich es erwartet hatte. ????
Viel Spaß beim Lesen!
Eure Karo
zum Produkt € 18,00*
Das Buch in einem Satz: Fünf Erwachsene verbringen ein Wochenende im Ferienhaus am Meer, wo ein Narzisst die Harmonie trübt.
Lesenswert, weil der Frage nachgespürt wird, ob Freunde/Freundinnen sich in die Beziehung anderer einmischen sollten.
Für alle, die das Wort „toxisch“ nicht mehr hören können, sich aber gleichzeitig selbst hinterfragen möchten.
Nachdem ich zuletzt „Die schönste Version“ von Ruth-Maria Thomas gelesen habe, passte dieses Buch ganz hervorragend zu meinem Beuteschema – außerdem war der Titel sehr verlockend.
Es geht um Christian & Amalia, Kata & Lenny und Katas Cousine Ola, die gemeinsam an die Ostsee fahren, um ein Wochenende lang eine Auszeit zu genießen. Doch wie das so ist, wenn unterschiedliche Menschen, Vorstellungen und Werte aufeinandertreffen, dauert es nicht lange, bis Christian Ola mit spitzfindigen Fragen provoziert. Ola selbst ist dabei alles andere als duckmäuserisch (was für ein schönes und passendes Wort) und gibt ordentlich Contra – ganz im Gegensatz zu Amalia. Die stellt sich zwar immer wieder die Frage, was eigentlich mit Christian los ist, aber schließlich kann in Beziehungen ja nicht ständig eitel Sonnenschein sein – richtig?
Doch es sind die Kleinigkeiten, die für sich genommen gar nicht schlimm sind, und doch ist es ein Duftbäumchen im Auto, das zur Eskalation führt. Und wie macht man danach weiter? Tut man so, als wäre nix gewesen? Spricht man den Konflikt an oder zieht man die Reißleine? Welche Aufgabe kommt hier den Freunden zu? Sollte man sich einmischen? Kann man denn helfen?
Der Roman nimmt mehr und mehr Fahrt auf und wird dabei nur aus Sicht der drei Frauen erzählt. Ich habe das Buch an einem Stück auslesen müssen, weil es mich gepackt hat: ich war zornig, verständnisvoll, frustriert, gereizt und musste einfach wissen, wie es ausgeht und hoffe, dass ich als Freundin richtig reagieren würde.
Lasst euch packen!
Eure Anja
zum Produkt € 24,00*
Das Buch in einem Satz: I, Medusa erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die zwischen den tiefsten Sehnsüchten ihres Herzens und den grausamen, rücksichtslosen Spielen der olympischen Götter gefangen ist.
Lesenswert, weil ein Buch bei mir selten so starke Emotionen ausgelöst hat wie dieses, eine wahre Achterbahn der Gefühle.
Für alle, die sich schon immer gefragt haben, wie Medusa eigentlich zu Medusa wurde.
Lieblingsstelle: “We let each other sit in grief for the lives we had, for the girls we could’ve been, if the world were kinder.”
Meddy fühlt sich an der Seite ihrer unsterblichen Schwestern und ihrer göttlichen Eltern fehl am Platz und träumt davon, die Insel ihrer Familie zu verlassen, um ein Leben voller Abenteuer zu führen. Als sie die Aufmerksamkeit der Göttin Athene auf sich zieht, die sie einlädt, in ihrem Tempel zur angesehenen Priesterin ausgebildet zu werden, ergreift Meddy die Chance, die Welt außerhalb ihrer Heimat zu sehen.
In den bunten Marktstraßen Athens und den geheimen Kammern des Tempels blüht Meddy in ihrer Rolle als Athenas bevorzugte Akolythin auf und bekommt einen ersten Vorgeschmack auf Sinnhaftigkeit. Doch als auch Poseidon von ihr Notiz nimmt, endet eine Nacht des Feierns in Gewalt, und Meddys vielversprechende Zukunft nimmt eine unwiderrufliche Wendung.
Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen, mich geheilt, mich zur absoluten Weißglut gebracht, um mich dann mit feinsten Female Rage Momenten zu belohnen. Es ist nicht übermäßig historisch oder geht tief in die Mythologie ein. Es ist eher eine Nacherzählung einer Legende, deren Inhalt leider auch für unsere heutige Zeit noch zu aktuell wirkt. (Genau aus diesem Grund empfehle ich dringend, die Triggerwarnungen zu beachten!)
Übrigens: Schon in den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass „I, Medusa“ mein Lese-Highlight für 2025 sein wird, und dieses Gefühl hat sich seitdem nicht geändert. Ich bin froh, dass ich es lesen durfte, etwas traurig, dass es vorbei ist und hoffe, dass es bald auch ins Deutsche übersetzt wird. ????
Eure Karo
Thanks @netgalley & @randomhousebooks for the free eARC!
zum Produkt € 15,00*
Das Buch in einem Satz: Lucy flieht zu ihrer entfremdeten Schwester und erfährt die Wahrheit über verschwiegene Dinge, während zwei Schwestern um 1800 während einer Überfahrt auf dem Schiff Unvorstellbares erleben.
Lesenswert, weil beide Erzählstränge wunderbar miteinander verknüpft sind und die Geschichte grandios erzählt wird.
Für alle, die „Die Insel des kleinen Gottes“ und „Die Meerjungfrau von Black Conch“ gerne gelesen haben.
Natürlich bin ich wieder einmal bei einem maritimen Buch schwach geworden – zum Glück! Dieser Roman hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich konnte wortwörtlich abtauchen in eine Geschichte voller Abgründe, Aberglaube und Mythos.
Es geht zunächst um Lucy, die im Schlaf ihren Exfreund würgt und zu ihrer entfremdeten Schwester nach Australien flieht. Doch Jess ist nicht da und natürlich liest nun die kleine Schwester das Tagebuch von ihr. Darin erfährt sie Dinge über Jess, die ihr ganzes bisheriges Leben in Frage stellen.
Parallel dazu wird die Geschichte von Mary und Eliza um1800 erzählt, die von Irland nach Australien verbannt werden. Mit auf dem Schiff sind viele andere Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen – die aber meistens mit Männern zu tun haben – ihre Heimat verlassen. Während der monatelangen Überfahrt stellen nun Mary und Eliza körperliche Veränderungen an sich fest, die mich wirklich umgehauen haben.
Der Roman deutet vieles an, immer wieder wird von „dem Land unter den Wellen“ gesprochen und es gibt viele Anklänge an irischen Aberglauben und verschiedenste Mythen. Am Ende ergibt alles Unausgesprochene und nur Angedeutete natürlich einen Sinn mit einer wunderbaren Botschaft. Mich hat die Erzählstruktur sehr gepackt, denn während Lucy selbst erzählt, lesen wir über Jess in ihrem Tagebuch und begleiten Mary & Eliza unter Deck, wo sie den Wellen und Männern hilflos ausgeliefert – naja, beinahe hilflos! Aber mehr kann ich hier nicht verraten.
Viel Vergnügen wünscht euch
eure Anja
zum Produkt € 24,00*
Das Buch in einem Satz: Eine Geschichte über die ersten Astronautinnen im Space-Shuttle-Programm der NASA und die großen und kleinen Opfer, die sie für ihre Karriere bringen müssen.
Lesenswert, weil der Wechsel zwischen den zwei Zeitsträngen eine interessante Dynamik erzeugt und für ein ganz schön emotionales Ende sorgt.
Für alle, die nach einer Geschichte mit starken Frauen, etwas Romantik, Space Aktion und familiären Herausforderungen suchen.
Seit sie denken kann, ist Joan Goodwin von den Sternen fasziniert. Die besonnene und zurückhaltende Joan ist zufrieden mit ihrem Leben als Professorin für Physik und Astronomie an der Rice University und als Tante ihrer frühreifen Nichte Frances. Das ändert sich jedoch, als sie eine Anzeige sieht, in der die ersten Wissenschaftlerinnen für das Space-Shuttle-Programm der NASA gesucht werden. Plötzlich brennt Joan darauf, eine der wenigen Personen zu sein, die ins All fliegen dürfen.
Im Sommer 1980 wird Joan aus Tausenden von Bewerber:innen ausgewählt und beginnt zusammen mit einer Gruppe außergewöhnlicher Mitbewerber:innen ihre Ausbildung im Johnson Space Center in Houston. Während die neuen Astronaut:innen zu unerwarteten Freund:innen werden und sich auf ihre ersten Flüge vorbereiten, entdeckt Joan eine Leidenschaft und Liebe, die sie nicht erwartet hatte.
In den darauffolgenden Jahren beginnt Joan immer häufiger in Frage zu stellen, was sie über ihren Platz im Universum zu wissen glaubte. Doch endgültig auf den Kopf gestellt wird ihre Sicht aufs Leben im Dezember 1984, während einer Space-Shuttle Mission, die nicht ganz nach Plan verläuft.
Das NASA-Thema war definitiv interessant, aber was mir persönlich besonders gut gefallen hat, war der Kontrast zu der Familiendynamik der Hauptfigur. Vor allem im mittleren Teil, in dem es bei der NASA hauptsächlich um Training und Vorbereitungen ging, haben die Familienaspekte die Geschichte für mich sehr bereichert. Im Allgemeinen war das Buch deutlich emotionaler als ich erwartet hatte.
Eure Karo
Danke @netgalleyde & @ullsteinbuchverlage für das kostenlose Lex!
zum Produkt € 22,99*
Das Buch in einem Satz: Der 14-jährige Taubenzüchter Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche, während Kalifat-Helikopter über der Stadt kreisen und das Leben, was er kannte, langsam zerbricht.
Lesenswert, weil der Roman vom Leben in einer von Gewalt und Willkür bestimmten Gesellschaft erzählt.
Für alle. :)
In wenigen Sommerwochen entfaltet sich eine leise, erschütternde Geschichte. Sie spielt in einer namenlosen Stadt, in einem fremden Land. Bewaffnete Männer rufen ein Kalifat aus. Mit jeder Woche werden die Regeln strenger, die Strafen grausamer und öffentlich zur Abschreckung vollzogen.
Im Mittelpunkt steht Noah, vierzehn Jahre alt, Erzähler seiner eigenen Verlorenheit. Während die Welt um ihn herum zerbricht, findet er Halt bei seinen Tauben. Seine Stimme klingt jung, tastend, manchmal überfordert. Er versteht nicht mehr alles, verliert Freunde aus den Augen, klammert sich an kleine Momente der Hoffnung. Angst begleitet ihn fast täglich, doch in ihm regt sich auch Widerstand – still, fragil, aber vorhanden.
Die Geschichte erinnert an den Irak im Sommer 2014, bleibt jedoch bewusst zeitlos. Gerade diese Unbestimmtheit macht sie beklemmend aktuell und wiederholbar.
„Der letzte Sommer der Tauben“ erzählt mit poetischer Zurückhaltung eine große, schmerzhafte Realität – leise, eindringlich und lange nachhallend.
Vielen Dank an @hanserliteratur für das Leseexemplar ????.
Eure Wiki
zum Produkt € 24,00*
Das Buch in einem Satz: Marie entflieht spontan ihrem hektischen Leben und landet in einem Bücherdorf (das es übrigens wirklich gibt), wo sie in eine verschrobene Dorfgemeinschaft hineinschlittert.
Lesenswert, weil das Buch mit so vielen Tipps zu mehr Achtsamkeit, guten Buchtipps und leckeren Rezepten gespickt ist.
Für alle, die „Der Club der Bücherfeen“ oder „Das Lavendelzimmer“ gern gelesen haben.
Gute Textstelle: „Manchmal ist eine zeitweise Rast notwendig, um zu einem neuen Kapitel zu kommen.“ S. 144
Man könnte einen Ratgeber lesen, wenn man gerade das Gefühl hat, es wird einem alles zu viel. Oder aber man liest diesen wunderbaren Roman, der zur eigenen Entschleunigung beiträgt und zudem auch noch Spaß macht.
Marie ist in ihrem Leben in Paris eingeklemmt zwischen ihrer kleinen Wohnung und ihren Jobs, und entflieht kopfüber mit dem nächstbesten Zug. Selbst noch ganz neben der Spur folgt sie spontan der Einladung von Jónína, sie in ein ganz kleines Dorf in den belgischen Ardennen zu begleiten. Dort angekommen, stellt Marie schnell fest, dass man Internet anscheinend doch nicht zum Überleben braucht und dass die ruhige Art von Jónína, die sich als eine der Buchhändlerinnen vor Ort entpuppt, ihr sehr entgegenkommt. Fernab der Schnelllebigkeit und des Lärms einer Großstadt entdeckt Marie die Natur in all ihren Facetten – genauso wie sie auch die Dorfbewohner:innen mehr und mehr kennenlernt. Erst in der zweiten Hälfte des Romans kommt die titelgebende Mathilde hinzu, die gemeinsam mit Marie wieder ihre Mitte und sich selbst wiederfindet.
Achtsamkeit ist hier das große Thema im Roman, und das spiegelt sich in der gewählten Sprache der Figuren, den Beschreibungen von Walnussbrot (ich musste direkt ein Rezept im Internet heraussuchen) und anderen Leckereien sowie in den wunderbaren Waldspaziergängen wider. Dieses Buch ist wie eine Auszeit aus dem stressigen Alltag und bildet eine Brücke, um nach einer Krise mit Büchern, gutem Essen und liebevollen Menschen wieder achtsam auf den Weg zurückzufinden.
Gute Reise wünscht euch
eure Anja
zum Produkt € 22,00*
Das Buch in einem Satz: 1930 wird in Litauen ein heikles Manuskript von Thomas Mann gestohlen, und er nimmt mit seinem Übersetzer die Ermittlungen im Ferienort auf.
Lesenswert, weil es eine gute Krimigeschichte ist, die mit einem tollen Humor und einer grandiosen Sprache aufwartet.
Für alle, die klassische Whodunits mögen und einen durchaus sympathischen Thomas Mann in der Rolle eines Sherlock Holmes lesen möchten.
Gute Textstelle: „Die Wahrheit ist sehr abhängig von ihrem Augenblick.“ (S. 114)
Wir befinden uns 1930 in einem kleinen Ferienort auf der Kurischen Nehrung in Litauen, wo neben vielen Künstlern und Kulturschaffenden auch Žydrūnas Miuleris verweilt. Dieser möchte Thomas Mann „zufällig“ begegnen, um dessen „Buddenbrooks“ ins Litauische übersetzen zu dürfen. Nachdem die beiden Männer sich kennengelernt haben, verschwindet jedoch eine Abschrift einer politischen Rede, die Thomas Mann gegen die Nationalsozialisten halten möchte. Sollte dieser Text in falsche Hände gelangen, würde es für Thomas Mann und seine Familie gefährlich werden. Also werden die Ermittlungen aufgenommen.
Wir begleiten dabei vor allem Žydrūna, der es mit seiner überaus neugierigen Wirtin aufnehmen muss, während er versucht, im Dorfkrug Anschluss und Informationen zu finden. Dort tümmeln sich nämlich verschiedenste Künstler und solche, die es noch werden wollen und ein jeder hat zu allem und jedem eine Meinung.
Thilo Eckhardt gibt dem Roman einen wunderbaren Humor mit, denn gerade die Kommentare des jungen Übersetzers über sein Idol Thomas Mann, der hier doch recht menschlich rüberkommt, machen das Lesen zum Vergnügen. Außerdem verwendet der Autor viele wunderschöne Worte, die man heutzutage kaum mehr nutzt, z. B. „ansehnlich“, „ausbaldowern“ und „vortrefflich“. Ein klassischer Krimi, mit toller Sprache und wunderschönem Setting.
Viel Vergnügen mit Teil 1 dieser charmanten Krimireihe!
Eure Anja
zum Produkt € 12,99*
Das Buch in einem Satz: In einer Version Japans, in der Sex zwischen Ehepaaren tabu ist, werden alle Kinder durch künstliche Befruchtung geboren und Intimität als ein aussterbendes Verlangen angesehen.
Lesenswert, weil diese Geschichte einen ziemlich drastischen Eindruck davon vermittelt, wie Verbote bestimmter Handlungen und ein völliger Mangel an Aufklärung darüber zu schrecklichen Ergebnissen führen können.
Für alle, die Lust auf eine Black Mirror Folge in Buchform haben.
Als Mädchen erkennt Amane mit Entsetzen, dass ihre Eltern „kopulierten“, um sie zur Welt zu bringen, anstatt künstliche Befruchtung zu nutzen, was bereits Mitte des 20. Jahrhunderts zur Norm wurde. Und so bemüht Amane sich, dem zu entkommen, was sie als Indoktrination ihrer Mutter ansieht und ihre wahre Entstehung möglichst geheim zu halten. Aber ihre zunehmenden Schwärmereien für Anime-Figuren und reale Menschen haben eine sexuelle Kraft, die nicht zu leugnen ist.
Als Erwachsene in einer angemessen sexlosen Ehe – Sex zwischen Ehepaaren gilt inzwischen als ebenso tabu wie Inzest – beschließen Amane und ihr Ehemann Saku, in eine mysteriöse neue Stadt namens Experiment City oder Paradise-Eden zu ziehen, wo alle Kinder gemeinschaftlich aufgezogen werden und jede Person als Mutter aller Kinder betrachtet wird.
In dieser experimentellen Stadt können sogar Männer mithilfe künstlicher Gebärmütter schwanger werden, die wie Ballons außerhalb ihres Körpers sitzen. Die Kinder der Gemeinschaft sind allesamt namenlos und werden den Gebärenden direkt nach der Geburt abgenommen, damit keine direkte Zugehörigkeit entstehen kann. Ist das nun die neue Welt, die Amane ein für alle Mal von ihrem unangemessenen Verlangen befreien kann?
Diese Geschichte war wie eine zunehmend verstörende Folge von Black Mirror mit einem Ende, das mich leicht traumatisiert zurückließ... Wer davor nicht zurückschreckt, dem kann ich dieses Buch definitiv empfehlen. Auf eigene Gefahr natürlich. ????
Eure Karo
Danke @netgalleyde & @aufbau_verlage für das kostenlose Hörexemplar!
zum Produkt € 24,00*
Das Buch in einem Satz: Ein Jahr im Leben von Susanna und all die Menschen rund um ihre Schneiderei im Wien des Jahres 1911.
Lesenswert, weil der Roman quasi das Tagebuch von Susanna darstellt und es hier eine Menge Klatsch und Tratsch zu erfahren gibt.
Für alle, die den Roman „Und Wien leuchtete“ mögen und in die Kaiserstadt zurückreisen möchten.
Am Madenskyplatz in Wien führt Frau Susanna 1911 ihren mondänen Modesalon. Jeden Morgen schaut sie aus dem Fenster auf den Platz und auf das Leben seiner Anwohner:innen. Der Roman entspricht ihrem Tagebuch, in dem sie ein Jahr lang festhält, für wen sie wunderbare Kleider anfertigt und was sie über diese oder jene Person noch so erfährt.
Als Leser:in wird man Teil dieses Alltags an einem belebten Platz, wo man so einiges über die Affairen von verheirateten Männern erfährt – genau wie über diese sogenannten Schattenfrauen. Man nimmt am Leben der Familie von gegenüber teil, bei der nun schon wieder eine Tochter geboren wurde, wo doch der Stammhalter sehnlichst erwartet wird. Die junge anarchistische Direktrice der Schneiderei, deren Kampfkleidung durchaus mal die schicken hohen Stilettos sind, erwärmt das Herz genau wie der talentierte, sehr junge Pianist, der seine Melodien über den Platz wehen lässt.
Dabei steht Susanna selbst im Zentrum des Geschehens, wenn sie nämlich hier und dort die Fäden in die Hand nimmt und ein wenig Schicksal spielt. Auch ihre heimliche Affäre zu einem kaisernahen Feldmarschall spickt den Roman mit allerlei pikanten und sehr unterhaltsamen Details.
Es war ein Genuss, diesen Roman zu lesen und dabei in die Zeit von Kaiser Franz Joseph einzutauchen, in dem der Rang von Personen eine wichtige Rolle spielte und es noch Duelle gab. Aber gerade das Geplauder aus dem Nähkästchen von Susanna macht den Charme dieses Buches aus und lädt zu einer kleinen Zeitreise in die Vergangenheit ein.
Viel Vergnügen wünscht
eure Anja
zum Produkt € 24,00*