Veranstaltungsarchiv

 

DU HAST EINE NEUE FREUNDSCHAFTSANFRAGE

25.10.2023 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: UT Connewitz
Preis: 5/7€

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist, kennt diesen Satz. Aber was bedeutet er eigentlich? Ist es wirklich eine Freundschaft, wenn ich dem Menschen nur online begegne? Was genau macht eine echte Freundschaft aus? Was bedeuten uns Freunde in unsicheren Zeiten? Wie weit würden wir in Zeiten von Krisen und Kriegen für einen Freund oder eine Freundin gehen? Sechs Autorinnen aus den Niederlanden, Flandern und Leipzig sind eingeladen, über diese Fragen nachzudenken, sich darüber auszutauschen und – womöglich – Freundinnen zu werden. Während des Literarischen Herbstes begegnen sich Sholeh Rezazadeh und Kaška Bryla, Nadia de Vries und Linn Penelope Rieger sowie Aya Sabi und Marlen Hobrack zum ersten Mal persönlich und gestalten gemeinsam einen literarischen Abend über die Freundschaft. Im Februar werden sich alle sechs in Rotterdam und Antwerpen wiedertreffen und im März gemeinsam auf der Buchmesse Leipzig auftreten.

Der Abend wird moderiert von Bettina Baltschev und Margot Dijkgraaf, den Kuratorinnen des Gastlandauftritts Niederlande & Flandern auf der Leipziger Buchmesse 2024.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Nederlands Letterenfonds Amsterdam, Flanders Literature in Antwerpen und dem Goethe Institut

DU HAST EINE NEUE FREUNDSCHAFTSANFRAGE

 

Phantombilder. Die Polizei und der verdächtige Fremde

29.04.2023 16:00 Uhr

Veranstaltungsort: linXXnet
Preis: frei

Buchvorstellung und Gespräch

George Floyd, Michael Brown, Breonna Taylor. Oury Jalloh, Achidi John, Christy Schwundeck. Ernst Haase, Hans-Jürgen Rose, Mario Bichtemann. Sie – und viel zu viele andere – sind Opfer von tödlicher Polizeigewalt, in Amerika und in Europa. Sie sind Schwarz, oder migrantisch, oder weichen auf andere Weise von der gesellschaftlichen Norm ab. Georgiana Banita zeigt in ihrer kulturhistorischen Annäherung, wie und warum das wirkmächtige Phantombild des potenziell gefährlichen Fremden schon immer Zielscheibe westlicher Polizeiapparate war, ideologisches Fundament eines polizeilichen Generalverdachts vor allem gegenüber Menschen Schwarzen Menschen und People of Color. Erste Reformen zeigen: Mit mehr nicht-weißen Polizist*innen allein ist es nicht getan, denn der Rassismus ist strukturell. Ob es um den Gebrauch von Schusswaffen, Racial Profiling, Rasterfahndung oder KI-gestützte Kriminalitätsprognosen geht, um Abschiebung, Grenz- oder Infektionsschutz: Die Abwehr des (vermeintlich) Fremden ist Logik und Praxis polizeilicher Arbeit. Ein nachhaltiger Mentalitätswandel ist nötig, um die toxische Cop Culture zu überwinden und dringend notwendige Veränderungen für eine neue Polizeikultur zu ermöglichen.


 

Jenny Günther und Natascha Strobl Einmischen Podcast-Live: Solidarität!

28.04.2023 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus der Demokratie
Preis: frei

Wir haben nur uns.

Solidarität ist die Einsicht, dass die Ausgebeuteten, die Verdammten dieser Erde nur eine einzige Möglichkeit haben, ihre Rechte durchzusetzen: indem sie Mehrheiten bilden.

Unsere alten Gewissheiten zerbrechen aktuell an vielgestaltigen Krisen. Dem beizukommen wäre vornehmste Aufgabe der Politik. Doch die stellt sich kein gutes Zeugnis aus: Die einen klammern sich an den Glauben, dass die verlorene Normalität rückholbar ist. Die anderen wollen die Krisen mit Individualismus oder autoritären Maßnahmen meistern – und bedrohen damit den Rechtsstaat.

Jenny Günther spricht mit Natascha Strobl über die Notwendigkeit einer solidarischen Alternative zum Status quo.


 

Maria Grollmuß (1896–1944): Eine bekannte Unbekannte. Lesung und Gespräch

24.04.2023 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Sächsische Akademie der Wissenschaften
Preis: frei

Maria Grollmuß, eine gebürtige Leipzigerin, hat in der Messestadt studiert und promoviert. Heute erinnert eine Straße im Stadtteil Gohlis an sie. Doch es gibt wenig gesichertes Wissen über die Historikerin, die zu den wenigen Deutschen gehörte, die sich dem NS-Regime aktiv widersetzt haben. Aufgewachsen in einem bürgerlich-katholischen Elternhaus im Kaiserreich, endete ihr Leben mit nur 48 Jahren im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Als junge Frau entwickelte sie sich von einer enthusiastischen Anhängerin der neuen Republik zu deren entschiedener Kritikerin. Hier wie dort agierte sie wenig anpassungs- und kompromissbereit.

Das fem/pulse Team der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. hat sich im vergangenen Jahr intensiver mit Maria Grollmuß beschäftigt. Nun freuen wir uns, mit Dr. Birgit Sack (Leiterin der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden / Stiftung Sächsische Gedenkstätten) neue Einsichten in ihr Leben und ihre Zeit zu erhalten sowie eigene Deutungslinien zu hinterfragen. Wir wollen herausfinden, inwiefern die Erinnerungsnarrative, die Maria Grollmuß zur katholischen Märtyrerin, sorbischen Patriotin, sozialistischen Kämpferin oder Verfechterin weiblicher Emanzipation stilisieren, mit ihren inneren Widersprüchen und dem wechselvollen äußeren Lebensweg übereinstimmen.

Auszüge aus Briefen und Schriften von Maria Grollmuß, vorgelesen von Lydia Jakobi (ARD-Radiojournalistin, Moderatorin), runden das Gespräch von Franziska Deutschmann (Vorstand Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V., Projektleitung fem/pulse) mit der Autorin ab.