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Lust auf alte Sagen in frischem Gewand? Dann sind die Nacherzählungen von Stephen Fry eine gute Wahl.
Hier trifft die griechische Mythologie auf einen kundigen Fan. Mit britisch-trockenem Humor schlägt Fry die Brücke zwischen der antiken Überlieferung und dem Staunen und Befremden, das viele der Geschichten aus heutiger Sicht auslösen. Es gibt vier Bände, die sich unabhängig voneinander lesen lassen. Die ersten drei sind bereits als Taschenbuch erhältlich. „Mythos“ widmet sich dem griechischen ötterhimmel, „Helden“ dreht sich um… na was wohl? Helden. „Troja“ lässt Homers Illias aufleben. Die frisch erschienene „Odyssee“ bildet den Abschluss der Reihe.
zum Produkt € 28,00*
Es ist vielleicht etwas gewagt, in unserem kleinen Weihnachtsflyer so ein umfangreiches und sprachgewaltiges Werk zu empfehlen, aber besonders in Herbst und Winter ist eine großartige Fantasy-Saga doch absolut ein Grund sich auf gemütliche Lesestunden zu freuen.
Ich habe die ersten Bände der Reihe Anfang der 1990er Jahre entdeckt und bis heute viele neue Fans begeistern können. Tad Williams hat mit dem Küchenjungen Simon, der in den Kampf zwischen den beiden Prinzen und in die Suche nach drei mächtigen Schwertern gerät, eine klassische Figur der High Fantasy geschaffen. Eine epische Geschichte mit einem unfreiwilligen Helden, der sich auf einen gefährlichen Weg machen muss, um sein Schicksal zu erfüllen.
Den Autor selbst hat seine Geschichte aus dem Land „Osten Ard“ nicht losgelassen und so sind ca. 25 Jahre später (mit einem Zwischenband) noch vier weitere Teile erschienen, die an die ursprüngliche Geschichte anknüpfen.
Für alle (Neu-)Fans gibt es die Bücher jetzt in einer schön gestalteten Ausgabe. Eine Freude zum Schmökern von Innen und Außen!
(die Empfehlung erschien in dieser Form in unserem Weihnachtsflyer 2025)
zum Produkt € 26,00*
Ist das Leben planbar? Reicht ein Wille, eine Idee und Fantasie, um einen gefassten Lebensentwurf umzusetzen?
In dem Roman von Eva Lohmann begleiten wir die beiden Frauen Jule und Hellen in sehr verschiedenen Lebensphasen.
Jule, die als Städterin mit ihrem Mann David ein Haus auf dem Land kauft, in dem sie eine Familie gründen und ein kleines bisschen Bullerbü leben wollen. Doch schon bald muss „Stadt-Jule“ feststellen, dass es nicht so leicht ist, diesen Traum zu verfolgen, denn auf dem Land gibt es für sie neue Herausforderungen. Die Menschen auf dem Land ticken anders als die Stadtmenschen, zu denen Jule bis vor kurzem noch gehört hat. Die Idylle ist getrübt und bald stellt sich heraus, dass im Garten des Hauses niemals eigene Kinder spielen werden.
Hellen ist Mutter und lebt mit ihren beiden Kindern in der Stadt. Sie verdient ihr Geld, indem sie die Sorgen und Nöte einer alleinerziehenden Mutter mit vielen Menschen auf sozialen Medien teilt. Sie postet kleine Videos und Fotos, in denen Hellen darauf bedacht ist, dass die Gesichter Ihre Kinder immer von kleinen Herzchen gedeckt sind, damit diese nicht erkannt werden.
Was die beiden verbindet, ist Jules Mann David. Die Ehefrau und die Affäre erzählen jeweils aus ihrer Perspektive eine Geschichte von Träumen und Plänen, die zerplatzen und damit Raum für Neues schaffen.
zum Produkt € 14,00*
Ein literarisches Sachbuch, eine Fundgrube an Wissen und Gedankenanstößen, fesselnd wie ein Abenteuerroman. Die spanische Altphilologin und Autorin Irene Vallejo schenkt uns mit „Papyrus“ weit mehr als die im Untertitel versprochene „Geschichte der Welt in Büchern“ oder den im Inhaltsverzeichnis angedeuteten historischen Überblick von der sagenumwobenen antiken Bibliothek von Alexandria bis zum Ende des Römischen Weltreichs.
Von der ersten bis zur letzten Seite feiert sie das Buch, mit Liebe und Begeisterung. In lebendigen Bildern und Geschichten entfaltet sie die Wege, auf denen Wissen, Gedanken und Poesie durch die Zeit reisen - in Büchern, die Menschen irgendwann mit Hingabe verfasst, hergestellt und in die Welt hinausgeschickt haben.
Mir hat „Papyrus“ großes Vergnügen bereitet, ich bin immer wieder in das Buch eingetaucht, habe Neues erfahren und bei jedem Auftauchen so viele Anregungen und Lesetipps mitgebracht, dass mich die Lektüre noch lange nicht loslassen wird.
zum Produkt € 18,00*
„In der Vorweihnachtszeit tummelt sich vieles in mir. Eine Art Gewitterwelt des Herzens.“
Zsuzsa Bánk schenkt uns eine leise Geschichte von Freundschaft zwischen zwei alleinerziehenden Frauen und dem Weiterleben mit dem Verlust eines geliebten Menschen.
Die Szenerie der mittelgroßen Stadt im Odenwald, in der das Café Lilli von den beiden Freundinnen mit großer Liebe zum Detail geführt wird, lädt zum Träumen, wenn nicht sogar Nachmachen ein. Und irgendwo vor den Toren der Stadt wird ein verfallenes Haus zu neuem Leben erweckt.
Bodenständig, glitzernd, nah: Die an Tagebucheinträge erinnernden Abschnitte laden dazu ein, sich langsam in den Dezember zu lesen. Seit 2018 ein jährliches Begleitbuch für mich.
Empfehlung von Jana van Wahden
zum Produkt € 12,00*
Im Jahr 1946 kommt Hedi Wetzlaff im Durchgangslager in Wipperfürth an. Der Krieg ist beendet und Wipperfürth zählt zu den britischen Besatzungszonen. Heidi, die fast zwei Jahre im dänischen Lager von Oksbøl verbracht hat, steht vor einer neuen Herausforderung. Allein als Geflüchtete und doch nicht allein, denn sie ist schwanger, muss Hedi eine Unterkunft finden. Das ist nicht einfach, denn die Flut der Heimatlosen, die ins bergische Land kommen ist groß.
Gleich zu Beginn lernen wir Hedi als mutige Frau kennen, die sich gegen Widerstände behauptet. In den Baracken angekommen, teilt sie sich ein Zimmer mit Anna, die sich als Prostituierte über Wasser hält. Die beiden Frauen werden Freundinnen, die sich in schweren Zeiten stützen und immer füreinander da sind.
Bald findet Hedi eine Anstellung bei Müller-Wipperfürth, der Firma, die mit ihrer Anzug Produktion hunderte von Arbeitsplätzen schafft und es den Menschen in Wipperfürth ermöglicht, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Jetzt tauchen wir in die Nachkriegsgeschichte von Wipperfürth ein und sind dabei stets an der Seite von Hedi, Anna und dem Fabrikanten Müller, der kein Sympathieträger ist, der aber oft überrascht, wenn er im Hintergrund für viele Menschen die Fäden zieht und deren Lebensumstände dadurch verbessert, wenn auch nicht immer uneigennützig.
Ein sehr persönlicher Roman, in dem sich Tom Saller mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt, denn Hedi ist seine Großmutter und Siggi, ihr Sohn, der Vater des Autors.
zum Produkt € 22,99*
Der Ort Longferry ist die Heimat von Thomas Flett. Er ist Krabbenfischer und startet am frühen Morgen und oftmals noch am Abend, um bei Niedrigwasser den Lebensunterhalt für sich und seine Mutter zu verdienen. Keiner kennt die Gezeiten und den Strand mit seinen gefährlichen Sandlöchern so gut wie er. Seinen Vater hat er nie kennengelernt. Alles, was ein Krabbenfischer wissen muss, hat er von seinem Großvater gelernt. Den Traum, Musiker zu werden, verbirgt er vor seiner Mutter. Lesen ist für Thomas ein großes Vergnügen. Er ist verliebt in die Schwester seines Freundes, aber zu schüchtern, um sie anzusprechen. Ein "Feingeist" in rauer Umgebung, in der Träume keinen Platz haben. Dann taucht ein Regisseur in der Stadt auf und bittet ihn um Hilfe bei seiner Recherche für den passenden Drehort seines Films.
Vielleicht ist Träumen doch möglich.
zum Produkt € 24,00*
Mit seinem farbenprächtigen Umschlagmotiv zieht „Das Parlament der Natur“ die Blicke auf sich: Ein Jaguar auf dem Sprung, zwei Aras auf der Flucht.
So lebensecht die Szene wirkt - die Tiere sind tot. Ein Museumspräparat, auf ewig gefangen in einer Momentaufnahme des Kampfes ums Dasein, eines von gut dreißig Millionen Objekten im Bestand des Berliner Museums für Naturkunde.
Naturforscherin Sarah Darwin, Nachfahrin des Begründers der Evolutionstheorie, und ihr Ehemann Johannes Vogel, Direktor des Museums, lassen uns die riesige Sammlung mit ihren Augen sehen. Hier lagern keine verstaubten Zeugnisse der Vergangenheit, sondern ein Schlüssel zu unserer Zukunft. Die Exponate zeigen das komplexe Gefüge der Natur über sehr lange Zeiträume, die Vielfalt des Lebens ebenso wie den zerstörerischen Einfluss des Menschen.
Das Buch ist wundervoll bebildert und lässt uns tief in die Gedankenwelt der beiden Wissenschaftler einsteigen - ein Geschenk für alle, die sich von der Natur faszinieren lassen.
zum Produkt € 36,00*
Eine Zeitreise in den Nachkriegssommer 1945
Am 8. Mai vor 80 Jahren endete der 2. Weltkrieg – zumindest in Europa. Oliver Hilmes richtet in seinem aktuellen Sachbuch den Blick darauf, wie sich die Welt in den folgenden Monaten neu ordnete, im Großen wie im Kleinen.
Es lohnt sich, dieses Buch genau jetzt zu lesen, denn es umspannt den Zeitraum von Mai bis September 1945. Ich habe es kurz vor dem 8. Mai erstmals gelesen. Seitdem nehme ich es immer wieder zur Hand und schaue, was sich in der Woche oder im Monat vor genau 80 Jahren ereignet hat.
Oliver Hilmes lässt die Geschichte lebendig werden. Er zeigt die weltpolitischen Optionen und Weichenstellungen der Umbruchphase im Sommer 1945 so auf, dass sie auch ohne viel Vorwissen nachvollziehbar sind. Parallel dazu nimmt er die Nöte und Hoffnungen der Menschen in den Blick, die mit den Folgen von NS-Herrschaft und Krieg zu kämpfen haben oder für die der Krieg noch nicht beendet ist. Zeitzeugnisse, Tagebucheinträge, Fotos zeigen Momentaufnahmen. Manche Personen begleiten wir über eine längere Zeit, dazu gehören Kriegsgefangene, Geflüchtete, die Teilnehmenden der Potsdamer Konferenz oder eine Frau, die im ausgebombten Berlin auf Nachricht von ihren Angehörigen hofft.
Aus ihren unterschiedlichen Perspektiven und Schicksalen webt Oliver Hilmes ein facettenreiches Bild der Zeit. Nicht nur mich hat das Buch gefesselt, auch in meinem Umfeld hat es die Runde gemacht und konnte Menschen begeistern, die sonst eher wenig lesen oder zumindest nicht zu einem Sachbuch greifen würden.
Große Leseempfehlung für alle, die mehr über die Nachkriegszeit erfahren, aber kein trockenes Geschichtsbuch lesen möchten. Umgekehrt die Warnung für Geschichts-Zahlen-und-Fakten Nerds: Dieses Buch könnte für euren Geschmack zu viele persönliche Geschichten enthalten.
zum Produkt € 25,00*
Als Marianne acht Jahre alt ist, verschwindet ihre Mutter. Immer und immer wieder werden sie und ihr Vater Edward von der Polizei befragt. Die Ermittlungen führen ins Leere.
Das traumatische Erlebnis um diesen Verlust macht Marianne das Leben schwer. Ihr Vater Edward versucht, ihr und ihrem jüngeren Bruder den notwendigen Halt zu geben. Als pubertierende Jugendliche rebelliert Marianne, schwänzt die Schule und berauscht sich mit Alkohol und Drogen, um die Tage und ihre Vergangenheit zu ertragen.
Mit sehr viel Ruhe erzählt die Autorin von Mustern, die in einer Familie weitergegeben werden, von Traumata, die nicht verarbeitet werden und vom Leid psychisch kranker Menschen. Das Buch wird in Rückblicken und Erinnerungen erzählt. Marianne setzt sich als junge Frau, die jetzt selbst Mutter ist, mit ihrer Vergangenheit auseinander - ein Weg, der ihr hilft, mit ihrer Trauer umzugehen.
Das Buch hat mich während des Lesens traurig und wütend gemacht, aber nicht hoffnungslos zurückgelassen.
zum Produkt € 23,00*