Veranstaltungen

 

54. Lesekreis im Ocelot

25.08.2026 20:30 Uhr

Wir freuen uns, euch nach der Sommerpause wieder im Lesekreis willkommen zu heißen!

Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt ohne Voranmeldung. Ob ausgelesen oder kurz (r)eingelesen, alle sind willkommen um mitzureden und diskutieren.

Die Bücher:

Die Viktorianische Chaiselongue (Marghanita Laski, Ü. Brigitte Jakobeit)
Kafka meets Feminism meets 'Poor Things'. In einem Laden für Antiquitäten sucht Melanie nach einer Wiege für ihr Baby. Doch stattdessen weckt eine viktorianische Chaiselongue ihre Aufmerksamkeit, kopfüber auf einem Haufen gestapelt, mit klobigen Beinen, in die Luft ragend wie ein auf dem Rücken liegendes Schaf. Als sie nach der Geburt ihres Kindes zum ersten Mal auf ebendiesem Sofa einschläft, erwacht sie nach einer Zeitreise im Körper ihres Alter Ego Milly, achtzig Jahre zuvor ... Der Roman verwickelt uns in ein aufwühlendes Gedankenspiel über die Verwirrung der Identität und den Raum zwischen den Extremen: der Ekstase und dem Grauen. Der Time-Travel-Klassiker erstmals auf Deutsch - die Entdeckung einer der Lieblingsautorinnen von Annie Ernaux.

Oroppa (Safae El Khannoussi, Ü. Stefanie Ochel)
Das schwindelerregende, preisgekrönte Debüt von Safae el Khannoussi - ein Taumel aus Wut, Schmerz und Hoffnung
'Oroppa' ist der europäische Roman der Stunde: Salomé Abergel, eine jüdisch-marokkanische Künstlerin und ehemalige politische Dissidentin, verschwindet überraschend auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Ein loser Kreis von Außenseitern mit ganz unterschiedlichen Migrationsgeschichten begibt sich auf ihre mysteriöse Spur. Von Salomés verlassenem Haus in Amsterdam führen die Wege nach Paris, Tunis, Casablanca - und tief ins Herz der eigenen Sehnsüchte. 'Absolut originell, großartig und beeindruckend, voller markanter Charaktere und atemberaubender Prosa.' (Boekblad) 'Oroppa' ist ein schwindelerregender, exzessiver Roman, der alle Grenzen ins Wanken bringt.

54. Lesekreis im Ocelot

 

Buchpremiere "Raus bist du noch lange nicht" von Julia Rothenburg

10.09.2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim(+VVK Gebühr)
Preis: 12€; Ermäßigt: 8€

Lesung und Gespräch zu "Raus bist du noch lange nicht" von Julia Rothenburg, moderiert wird der Abend von Nadya Reich-Hartmann.
Kommt und feiert mit uns die erste Buchpremiere nach der Sommerpause.

Über das Buch:
Alice arbeitet noch nicht lange als Erzieherin in einer Kita in Berlin, und ihre Kollegin Christin ist ihr auf Anhieb sympathisch. Zusammen zwischen klebrigen Händen, nervösen Eltern und Kindertränen, das schweißt zusammen – schneller und enger, als es Alice lieb ist. Sie muss das beenden, bevor es an alten Wunden rührt, wenn es nicht sogar schon zu spät ist. Das letzte Mal, als Alice eine Freundschaft zu eng wurde, ist noch nicht lange her. Der Umzug nach Berlin, der erste Job in einer Kita und die »geilste WG aller Zeiten« mit Mo, Reike und Yv. Doch was als intensive Freundschaft begann, eskalierte in der engen Vier-Zimmerwohnung mit den welligen Tapeten schnell.

Über Julia Rothenburg:
Julia Rothenburg schreibt über Freundinnenschaften, wie man es selten gelesen hat: fatal ehrlich, offen verletzlich und auf raue Art berührend. Wie wertvoll, prägend und alles überstrahlend diese Bindungen sein können, aber auch wie tief die Verletzungen sind, wenn Vertrauen missbraucht wird.

Julia Rothenburg wurde 1990 in Berlin geboren. Sie studierte Soziologie und Politikwissenschaft in Freiburg und Berlin. Für das Manuskript ihres Debütromans »Koslik ist krank« (FVA 2017) erhielt sie den Retzhof-Preis für junge Literatur, mit ihrem zweiten Roman »hell/dunkel« (FVA 2019) das Jahresstipendium für Literatur vom Land Baden-Württemberg. Ihr dritter Roman »Mond über Beton« (FVA 2021) wurde mit dem Bayern2-Wortspiele-Preis und dem Meißner Literaturfestpreis ausgezeichnet.

Julia Rothenburg (c) Franziska Hauser

 

Tschechien übersetzen - Gespräch und Lesung

29.09.2026 19:30 Uhr

Tschechien übersetzen - Gespräch und Lesung
Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim(+VVK Gebühr)
Preis: 10€; Ermäßigt: 6€*

2026 ist Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse, doch wer liest tschechische Werke im Original? Ohne Literaturübersetzende keine Weltliteratur – einer alten Ocelot-Tradition gemäß laden wir deshalb am Internationalen Übersetzertag Übersetzer:innen ein, uns die Literaturlandschaft des Gastlandes vorzustellen, in die Besonderheiten von dessen Sprache einzuführen und genauer zu verstehen, welche Herausforderungen sich in der Begegnung mit ausgewählten Neuerscheinungen, den Autor:innen, mit Mutter- und Fremdsprache und dem Umgang mit den eigenen Stimmen stellen – denn letztlich prägt all das unser Blick auf ein Land mit.

Eva Profousová wurde in Prag geboren und flüchtete mit 20 Jahren ohne Aussicht auf Rückkehr aus der Tschechoslowakei nach Hamburg. Nach einem Slawistik- und Geschichtsstudium begann sie bald schon zu übersetzen, und zwar – damals noch ein No-go – in die Fremdsprache Deutsch. Seitdem macht sie, vielfach ausgezeichnet, große Autor:innen ihres Herkunftslandes wie Václav Havel, Karel Čapek, Jáchym Topol oder Radka Denemarková einem deutschen Publikum zugänglich. Daneben kuratiert und moderiert sie Festivals, Lesereihen und Literaturveranstaltungen und tritt als Vorleserin auf. Im Ocelot wird sie uns in Lesung und Gespräch in ihre Arbeit an Radka Denemarkovás furiosem Romanpanorama Schokoladenblut (Hoffmann und Campe) über das Schreiben als Akt des Widerstands in einer Welt des Kapitals, der Nation und Selbstzensur mitnehmen.

Barbora Schnelle wurde in Brno geboren, ist Theaterwissenschaftlerin und -kritikerin, Kulturmanagerin und Herausgeberin, Mitgründerin von Drama Panorama und vor allem Expertin für die Übersetzung von Texten, die oft nur aus Dialogen bestehen: Dramatik, Übertitel und Comics. Dabei übersetzt sie sowohl ins Tschechische (z.B. Stücke von Elfriede Jelinek, Sivan Ben Yishai oder Werner Schwab) als auch ins Deutsche (z.B. Roman Sikora, Anna Saavedra oder Tomáš Dianiška) Welche Adaptionen sind nötig, damit ein Text in einer anderen Sprache "sprechbar" wird und "performativ" wirkt? Welche Besonderheiten hat das Übersetzen für Bühnensituationen, welche für ein junges Publikum? Wie findet man Texte, die unbedingt die Grenzen passieren sollten? Über das und viel mehr wird sie anhand der berührenden, preisgekrönten Graphic Novel Weder Junge noch Mädchen von Marita Kelbl und des Stücks Schloss an der Loire von Roman Sikora sprechen.

Claudia Hamm moderiert seit Jahren den Hieronymustag im Ocelot. Sie ist Autorin von Essays, Theaterstücken und Prosa, übersetzt seit 16 Jahren die Werke Emmanuel Carrères, aber auch Bücher von Yasmina Reza, Joseph Andras, Édouard Levé oder Mathias Énard und war als Regisseurin und Dramaturgin selbst viele Jahre in Theatern im deutschsprachigen Raum, Frankreich und Italien tätig.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Slawistik und Hungarologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

*der ermäßigte Preis gilt für alle, für die der reguläre Preis eine Hürde darstellt (z.B. Studierende, Auszubildende oder Menschen mit geringem Auskommen). Wir vertrauen auf Selbsteinschätzung.