Ein weiteres Mal steht das Rudower Lesefest in den Startlöchern. Drei Tage mit unterschiedlichsten Autor*innen und einer bunten Palette verschiedenster Themenfelder. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass es auch zum 14. Mal heißt: "Rudow liest". Der Eintritt zu allen Veranstaltungen außer der Hauptveranstaltung ist frei. Dort wo eine Telefonnummer angegeben ist bitten wir um Anmeldung. Für die Teilnahme an der Hauptlesung benötigen Sie die Eintrittskarten, welche Sie gegen eine Kostenbeteiligung von 1 € in den Fachgeschäften TUI-Reisecenter und Leporello-Buchhandlung erhalten. Bei der Hauptlesung ist die Bestellmenge auf maximal sechs Karten pro "Haushalt" begrenzt. Viel Freude und Inspiration wünschen wir allen Gästen beim Hören, Lauschen und Genießen!
Das Programm
Freitag, der 13.3.26
8.45 Uhr
Martin Muser, Weil, Carlsen Verlag
Eigentlich fängt alles ganz harmlos an: Fünf Jugendliche fahren in ein Haus auf dem Land, um dort fürs Abi zu lernen. Auf dem Weg nehmen sie einen jungen Anhalter mit, der ihnen schon bald auf die Nerven geht. Kurzerhand lassen sie ihn an der nächsten Tankstelle stehen, seine Tasche werfen sie später einfach aus dem Fenster. Ein verhängnisvoller Fehler. Denn am nächsten Morgen steht der Anhalter plötzlich vor ihrer Tür – in Begleitung zweier junger Männer. Sie dringen ins Haus ein und fangen an, die Jugendlichen zu tyrannisieren. Ein perfides Spiel um Macht, Gewalt und Angst beginnt.
Campus Efeuweg, Efeuweg 34, 12357 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
10.00 Uhr
Marie Hüttner, Rocky Winterfeld: Ziemlich neben der Spur, Thienemann Verlag
Rocky weiß genau, was er will. Jeden Tag Döner mit Spezialsoße? Unbedingt. In den Urlaub fahren? Niemals! Doch als ein geheimnisvoller Brief in seinem Briefkasten landet, wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Plötzlich steckt Rocky mitten in einem Wissenschaftswettbewerb und in einem klapprigen VW-Bus auf dem Weg nach Danzig – heimlich, gegen den Willen seiner Mutter und auf engstem Raum mit drei ziemlich schrägen Mitschülern. Und das ist erst der Anfang …
Walter-Gropius-Schule zu Gast im Zentrum Dreieinigkeit, Lipschitzallee 7, 12351 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
10.00 Uhr
Lena Hach, Jahrmarkt der Zeitreisenden. Der gestohlene Kristall, Beltz & Gelberg Verlag
Livs Welt ist der Jahrmarkt – zwischen Zuckerwatte und Turbo Dancer kennt sie jeden Winkel. Doch ihre Welt gerät aus den Fugen, als der sagenumwobene Kristall aus dem Karussell ihrer Eltern gestohlen wird. Er hält doch alles zusammen! Als sie den geheimnisvollen Jungen mit Hosenträgern und Schiebermütze sieht, keimt ein Verdacht auf: Ist er der Dieb? Heimlich verfolgt sie ihn – und macht eine unglaubliche Entdeckung: Waggon 8 im "Tunnel of Love" ist ein Portal durch die Zeit! Plötzlich steht nicht nur der Kristall auf dem Spiel, sondern auch ihr Herz.
Schliemann-Schule, Groß-Ziethener Chaussee 81, 12355 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
10.15 Uhr
Tamara Bach, Jakob und Jelena, Carlsen Verlag
Jelena hat echt keine Ahnung, was sie und Jakob gemeinsam haben. Sie kennen sich doch gar nicht! Was sollen sie dann nur bei ihrem Referat erzählen? Bei ihrer besten Freundin Lotte würde ihr sofort ganz viel einfallen, aber die geht ja jetzt auf eine andere Schule / Wenn Jakob einfach ein paar Bücher lesen könnte, wär das mit dem Referat kein Problem. Aber es geht ja leider nicht um Dinos oder so. Sie sollen sich in der neuen Klasse halt besser kennenlernen. Und er eben Jelena. Also setzt er sich in der nächsten Stunde einfach neben sie.Was für ein Glück, dass Sich-Kennenlernen doch gar nicht so schwer ist.
Campus Efeuweg, Efeuweg 34, 12357 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
16.00 Uhr
Robert Löhr, Oberammergau, Piper Verlag
Mitten im Dreißigjährigen Krieg wird Oberammergau von der Pest heimgesucht – bis das Dorf gelobt, von jetzt bis in alle Ewigkeit die Passion Christi zu spielen, wenn Gott sie verschont. Dem unerfahrenen Pfarrer Johannes fällt es zu, das Bühnenstück auf die Beine zu stellen. In kürzester Zeit muss er Bauern und Hirten in Apostel und Römer verwandeln – ohne Kostüme, ohne Bühne, ohne einen Text. Und zudem mit einer mächtigen Gegenspielerin: Ortsvorsteherin Agnes hat beide Kinder an die Pest verloren, hasst Gott und tut alles, um das Vorhaben zu vereiteln. Bald spaltet sich das Dorf in Freunde und Feinde der Passion ...
Zentrum Dreieinigkeit, Lipschitzallee 7, 12351 Berlin
18.00 Uhr – Offizielle Eröffnung
durch die Bezirkskulturstadträtin Janine Wolter – Im Anschluss:
Maria Bidian, Das Pfauengemälde, Hanser Verlag
Zwei Jahre nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters steigt Ana im Sommer in den Zug nach Rumänien. Endlich soll ihre Familie enteigneten Besitz zurückerhalten. Während sich die Verwandtschaft – aus ganz unterschiedlichen Gründen – nur für das sagenumwobene Haus interessiert, will Ana vor allem eines finden: das Pfauengemälde, ein Familienerbstück, von dem der Vater so oft erzählt hat.
Können wir loslassen und uns gleichzeitig erinnern? Wann ist eine Geschichte wirklich wahr? Was brauchen wir, um Liebe festzuhalten? Ein mitreißender Debütroman. Melancholisch, komisch, politisch und sehr persönlich.
Gertrud-Hass-Bibliothek, Alt-Rudow 45, 12357 Berlin, Tel.: 90239-1940/1
20.00 Uhr
Zoran Drvenkar, Asa, Suhrkamp Verlag
Sechs Jahre konnten sie sie wegsperren. Sechs Jahre konnten sie nachts ruhiger schlafen. Sechs Jahre mussten sie nicht nervös über ihre Schultern blicken. Aber nun ist die Zeit der Rache gekommen. Asa macht sich auf den Weg, um eine Tradition zu zerstören, die das Leben einer Gemeinschaft seit hundert Jahren beherrscht und zum Tod unzähliger Unschuldiger geführt hat. Bei ihrem Kampf findet Asa loyale Verbündete, erfährt niederträchtigen Verrat, trifft auf mächtige Gegner und stellt sich schließlich ihrem größten Feind – ihrer eigenen Familie. Ein gewaltiger Roman voller Tragik, Liebe, Gewalt, Freundschaft und Verrat.
Buchhandlung Leporello, Krokusstr. 91, 12357 Berlin, Tel.: 66526153
Samstag, der 14.3.26
12.00 Uhr
Mareike Barmeyer, Lauf, Mama, lauf. Geschichten mit Kindern, Satyr Verlag
Komische Erzählungen und "Spülbecken-Realismus" über den absurden Alltag mit Kindern. Doch die Berliner Humoristin nimmt in ihren, im Wortsinne, rotzfrechen Geschichten abseits von Klischees am liebsten die Eltern in den Blick, diese seltsame Spezies, die wie nachhaltige Kindermode ist und mit den Kindern mitwächst. Ob vor überfüllten Eisdielen, im Supermarkt, im Schwedenurlaub oder einfach auf dem Weg zur Kita, mit Kindern wird das Leben zur Wundertüte. Aus der, wie im Fall der eitrigen Rotznase oder eines nicht mehr ganz sauberen Feuchttuchs, Geschenke hervorgezaubert werden, auf die man gut und gern verzichtet hätte.
Rudower Wochenmarkt, Prierosser Str., 12357 Berlin
14.30 Uhr
Anna Rosina Fischer, Freitauchen, Ecco Verlag
Wenn Delphine von El Hierro aus auf das Meer blickt, fühlt sie vor allem eines: dass sie nicht an diesen Ort gehört. Eigentlich hatte sich die junge Frau geschworen, der Insel für immer den Rücken zu kehren. Doch dann verunglückt ihr Zwillingsbruder beim Tauchen, und Delphine bleibt keine andere Wahl, als sich ihren Ängsten zu stellen. Unter der sengenden Sommersonne der Kanaren wird sie schnell von den Schatten der Vergangenheit eingeholt, und lang verdrängte Erinnerungen und unterdrückte Spannungen brechen sich Bahn: Der unausgesprochene Konflikt mit ihrer Familie, die trotz grenzenloser Freiheit am Ende verlorene Kindheit und der brennende Wunsch, ihrem Leben eine ganz andere Richtung zu geben, als ihre Eltern eingeschlagen haben.
TUI-Reisecenter, Alt-Rudow 25a, 12357 Berlin, Tel.: 6637011
16.30 Uhr
Elisabeth Pape, Halbe Portion, Suhrkamp Verlag
Sie isst wieder. Das war mal anders. Aufgewachsen in Armut, alleine mit ihrer zwanghaft dünnen Mutter, die aus der Ukraine nach Berlin migrierte, schien ihre Zukunft vorprogrammiert. Jetzt, mit Ende zwanzig, hat sie es halbwegs im Griff. Sie joggt viel, ja, zählt jede Kalorie, okay, aber sie führt ihrem Körper morgens, mittags und abends – fast – immer Nahrung zu. Auch wenn sie jeden Cent abwägt, den die Lebensmittel und ihre Zubereitung sie kosten. Nur noch ganz selten erliegt sie ihren alten Gewohnheiten, zu viel zu essen und sich anschließend zu übergeben. Es bleibt dennoch ein Fortschritt. Und dann ist da ein Date, das Hoffnung auf ein besseres Leben gibt, darauf, endgültig aus dem Teufelskreis auszubrechen ...
Alte Kloster-Apotheke, Alt-Rudow 70, 12355 Berlin, Tel.: 290278290
17.30 Uhr
Florentine Anders, Die Allee, Galiani Verlag
Da ist der charismatische, von den Ideen des Bauhauses und der Avantgarde durchdrungene Idealist Hermann Henselmann, der nach dem Krieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufsteigt und dort in Konkurrenz zu den West-Berlinern um Scharoun & Co. treten soll. Der Berliner Fernsehturm wie auch die Stalinallee sind mit seinem Namen untrennbar verbunden. Der Preis freilich: Ständig muss er lavieren, um wenigstens die Grundlagen seiner modernistischen Ideen vor den Vorstellungen der Politführung zu retten. Außerdem ist da Henselmanns Frau Isi, hochbegabt, die auch als Architektin arbeiten will, aber mit einer auf acht Kinder anwachsenden Familie zu kämpfen hat, ständig die Scherben aufkehren muss, die ihr Mann hinterlässt, aber sich gleichwohl zunehmend selbst emanzipiert. Schließlich möchte auch Tochter Isa ihren eigenen dornigen Weg in ganz anderen Milieus gehen.
GanzOhr, Krokusstr. 95, 12357 Berlin, Tel.: 166394585
20.00 Uhr
Katja Lange-Müller, Unser Ole, Kiepenheuer & Witsch
Die einst bildschöne Ida ist alt und vom Leben, den Männern und sich selbst enttäuscht. Um nicht völlig zu verarmen, arbeitet sie gelegentlich als Model bei Seniorinnenmodenschauen. In einem Kaufhaus begegnet sie Elvira, die ihren Enkel Ole betreut, genauer: ihn abwechselnd schikaniert und verwöhnt. Als Ida ihre Wohnung verliert, lockt Elvira, die den Kontakt zu ihrer Tochter abgebrochen hat und doch nichts mehr fürchtet als die Einsamkeit, die Freundin in ihr Landhaus, denn sie braucht Hilfe mit dem unberechenbaren, spätpubertierenden Hünen Ole. Eines Morgens kommt es zu einem tragischen Ereignis, das Oles Mutter Manuela auf den Plan ruft. Sie hat ihren Sohn seit dessen erstem Lebensjahr nicht mehr gesehen. Während die Frauen einander misstrauisch umkreisen, entblättern sich ihre Familiengeschichten, ihre Biografien, ihre seelischen Verletzungen.
Eintritt zu dieser Veranstaltung erhalten Sie mit den Eintrittskarten, welche Sie gegen eine Kostenbeteiligung von 1 € in den Rudower Fachgeschäften TUI-ReiseCenter und Buchhandlung Leporello erhalten
Veranstalter: AG Rudow in der Dorfkirche Rudow, Köpenicker Str. 187, 12355 Berlin
Copyright an dem Foto: Annette Hauschild OSTKREUZ
Sonntag, der 15.3.26
11.00 Uhr
Hannah Lühmann, Heimat, hanserblau
Als Jana mit ihrer Familie aufs Land zieht, merkt sie schnell: Hier gelten andere Regeln. Hinter der bürgerlichen Fassade lauert ein höchst problematisches Weltbild, wie selbstverständlich wird hier AfD gewählt. Auch Janas charismatische Nachbarin Karolin hat sich ganz der Rolle als Hausfrau und Mutter verschrieben. Je mehr Zeit Jana mit Karolin verbringt, desto klarer wird ihr, dass sie auf eine sehr zeitgemäße Weise ultrakonservativ ist – sie kämpft als »Tradwife« im Namen der Tradition gegen alles, wofür Jana eigentlich steht. Jana versucht, sich gegen ihre Faszination zu wehren, und ertappt sich doch immer wieder bei dem verstörenden Gedanken, dass sie Karolin um ihr Leben beneidet …
Alte Dorfschule Rudow, Alt-Rudow 60, 12357 Berlin, Tel.: 66068310
15.00 Uhr
Sybil Volks, Café Finito, Penguin Verlag
Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin, in Gesellschaft von Deutschlands talentiertesten Toten, stand das Café Finito – ein Ort
des Trostes, der Begegnung, der Geschichten. Zwischen den Gräbern von Brecht, Hegel und Herrndorf trifft sich ein Jahr lang eine
Abschiedsgruppe: Iris, die Schriftstellerin, hat ihre Mutter verloren, Matthias, Versicherungsmakler, seine Geliebte, Lizzie nach siebzig
Jahren ihren Mann, und Mira, die junge Ärztin, ihre beste Freundin. Gemeinsam lernen sie, sich zu erinnern, und manche fassen Mut, etwas Neues zu wagen. Auch ein Lemur und eine spezieller Maulbeerbaum spielen eine Rolle, und eines Nachts feiern die Lebenden und die Toten ein rauschendes Fest.
Mit feinem Humor, Empathie und überraschender Leichtigkeit erzählt Sybil Volks, wie aus Fremden eine Gemeinschaft wird – ein Roman
über Trauer und Trost, der das Leben feiert.
Dorfkirche Rudow, Köpenicker Str. 187, 12355 Berlin
17.00 Uhr
Judith Kessler, Kann denn Liebe Sünde sein? Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz, Nicolai Verlag
Das für Zarah Leander von Bruno Balz geschriebene Lied "Kann denn Liebe Sünde sein" ist heute ein Evergreen. Ob "Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n" oder 'Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern' für Heinz Rühmann – Bruno Balz' Liedtexte sind mal frech, mal schnulzig, aber auch subversiv und doppeldeutig. Bereits 1924 textete er 'Bubi, lass uns Freunde sein', und schrieb damit einen der ersten schwulen Schlager. Bruno Balz schrieb Hunderte Lieder und arbeitete an unzähligen Kinofilmen mit. Aufgrund seiner Homosexualität von den Nationalsozialisten zweimal inhaftiert, kam Balz wieder frei - weil er gebraucht wurde, und es entstanden die wohl bekanntesten Schlager der Vierziger, darunter 'Davon geht die Welt nicht unter'. Auch nach 1945 blieb Balz einer der produktivsten deutschen Texter und schrieb Hits wie 'Wir wollen niemals auseinandergeh'n' oder 'Mama'. Judith Kessler ist den auffindbaren Spuren von Bruno Balz nachgegangen und hat verschiedene Liedbeispiele im Gepäck.
Buchhandlung Leporello, Krokusstr. 91, 12357 Berlin, 66526153
Mit Victor Schefé kommt im Februar ein international bekannter Schauspieler ins Leporello, was für uns eine besondere Freude ist. Mit "Zwei, drei blaue Augen" hat Victor Schefé ein autobiografisch geprägtes Romandebüt vorgelegt, welches angereichert mit Stasi-Akten, Berichten, Tagebucheinträgen, Telegrammen und Songtexten collagenartig daherkommt.
Ein Mensch, vielleicht am falschen Ort geboren, macht sich auf, frei und unabhängig zu sein: Tassilo, jung und verliebt in Musik und Männer, will raus aus der Rostocker Platte und rein in die Freiheit West-Berlins. Schwankend zwischen Verzweiflung und Euphorie plant er seinen Ausbruch. Denn auch Zuhause scheint er nicht mehr sicher zu sein: »Mutter sagt, sie wird alles dafür tun, dass mein Vorhaben nie aufgeht. Ihre Kriegserklärung ist klipp und klar – nicht nur als Mutter, auch als Genossin.« Es gleicht einem Wunder, doch 1986, mit gerade einmal neunzehn Jahren, kommt dieser Suchende und Strauchelnde mit den blauen Augen am Bahnhof Zoo an. Drei Jahre später fällt die Mauer und er macht eine Entdeckung, die sein ganzes Leben verändert …
Victor Schefé, 1967 in der DDR geboren, ist 1986 nach West-Berlin ausgereist. An Berliner Off-Theatern startete er seine Schauspielkarriere. Mit ersten Hauptrollen glänzte er am Schauspielhaus Wien. Über achtzig Film- und TV-Produktionen von "Tatort" bis "Bewegte Männer" zeugen von seiner produktiven Kraft. Ab 2010 war er auch in internationalen Produktionen zu sehen: in "Bridge of Spies" unter der Regie von Steven Spielberg, im James-Bond-Film "Spectre" und in drei Staffeln "Borgia".
Die Kritik feiert diesen Roman. Schefés Schauspielkollege Ulrich Matthes ist hellauf begeistert. "Poetisch und ganz direkt. Wirklich großartig", so sein Fazit.
Anmeldungen bitte unter 665 261 53 an die Buchhandlung Leporello.
Das Copyright an dem Foto hat Dorothea Tuch.
Der Weihnachtspaketewahnsinn ist durch. Jetzt sind es "nur" noch 6 bis 7 Mio. Pakete pro Tag in Deutschland – also der ganz normale Wahnsin. Der österreichische Schriftsteller und Satiriker Richard Schuberth hat sich dieser Welt scharfzüngig genähert. Der Zugang hierzu ist in seinem Roman "Der Paketzusteller" ein besonderer und hat viel mit der Digitalisierung unserer Welt zu tun.
Die an Krebs erkrankte Gerhild Pfister, 48, spielt online in der vordersten Liga. Als Facebook-Queen ist sie eine gefürchtete Onlinespötterin. Sie lebt die totale Socia-Media-Existenz. Ihr analoger Umgang beschränkt sich nur noch auf ihren einzigen Freund Ferry und ihre Mutter.
Das ändert sich, als sie den Perser Haydar kennenlernt und mit ihm eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Haydar eröffnet Gerhild nicht nur die Welt intensiver Lust, sondern macht sie auch mit der harten Berufsrealität der Paketzusteller vertraut. Als Haydar verschwindet und sich die Indizien mehren, dass er von seinem Chef ermordet wurde, sinnt sie auf Rache. Doch die Rache misslingt, was ihr wider Erwarten eine neue Karriere verschafft, und dem Roman einen turbulenten wie ungewöhnlichen Showdown …
Der Wiener Schriftsteller und Historiker Richard Schuberth gehört zu den markanten Denkern Österreichs. 1968 in Ybbs an der Donau geboren ist er Schriftsteller, Satiriker, Liedtexter und Gesellschaftskritiker. Er arbeitete zudem als Schauspieler, Musikjournalist, Cartoonist, Korrekturleser und DJ und gründete das Musikfestival BalkanFever. Seine Analysen zeichnen sich durch entlarvenden Sprachwitz aus. Mit "Der Paketzusteller" ist ihm eine anspruchsvolle, spannende und zugleich bösartige Gesellschaftssatire gelungen. Lachen ist gesund, aber hier bleibt das Lachen doch eher im Hals stecken.
Anmeldungen sind unter 665 261 53 erwünscht. Die rechte an dem Foto liegen bei Jana Madzigon.
Ein mitreißendes Zeitportät, voll Ironie und Wahrheit und mit geschliffenen Dialogen, bildet den Abschluss des Lesejahres der Buchhandlung Leporello.
Als die Soziologin Hedwig den deutlich jüngeren Avi kennenlernt, ist sie von seiner charmanten Unbekümmertheit irritiert. Abenteuer sind in ihrem durchstrukturierten Alltag als Professorin und Mutter nun einmal nicht vorgesehen. Aber was hilft das, wenn einer so hartnäckig bleibt … Avi, der als erfolgreicher DJ und Produzent in der Berliner Musikszene unterwegs ist, überredet sie zu einem gemeinsamen Abend in seinem Lieblingsclub, wo sie es nicht lange aushält: zu laut, zu voll, die ganzen zugedröhnten Leute. Und doch erscheint auf einmal alles möglich, und so finden sich die beiden am nächsten Tag zusammen in einem Auto wieder, um nach Norden zu fahren, ans Meer, auf einem Roadtrip, welcher sich über die B96 bis zur Insel Rügen schlängelt.
"erzähl ich morgen" ist eine so packende wie zarte Geschichte über das Loslassen und die Liebe und über Identitäten zwischen Ost und West. Klug und voller Zwischentöne verwebt Mareike Klee rasante Dialoge, rohe Satzfetzen und prägnante Beobachtungen zu einer Momentaufnahme unserer Gesellschaft. Ein Roman wie ein guter Kinofilm – temporeich und emotional, mit Leichtigkeit, Witz und Tiefe.
Mareike Klee erforscht hauptberuflich die griechisch-römischen Antike. Mit "erzähl ich morgen" hat sie nun – endlich! - ihren erster Roman veröffentlicht. In Abgrenzung zu ihrem wissenschaftlichen Werk erscheint dieser unter Pseudonym.
Anmeldungen gerne in der Buchhandlung unter 665 261 53.
Copyright an dem Foto hat Wally Pruß.
Ein fulminantes, umfangreiches Romandebut hat das Autorenpaar Simone Fibiger und Ingo Klein hingelegt. Ihren kurzweiligen Pageturner "Die Singapur-Linie" werden die beiden am Freitag, den 10.10.25, ab 19 Uhr in der Buchhandlung Leporello im Rahmen einer Premierenlesung präsentieren.
Während einer Kreuzfahrt in der Java-See wird der deutsche Unternehmer Hartmut Siems tot in seiner Kabine aufgefunden. Ein indonesischer Kommissar nimmt die Ermittlungen auf, unterstützt von einer engagierten Übersetzerin und einem deutschen Diplomaten. Bald führen die Spuren in die mysteriöse Vergangenheit des Opfers und ein Netz aus Lügen wird entwirrt. Schließlich ist klar: Es war Mord.
Hartmut Siems war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch der dement gewordene Kopf des »Kleeblatts«, einer Stasi-Seilschaft, die nach dem Mauerfall mit brisanten Informationen und erheblichem Vermögen nach Asien geflohen war. Dort bauten sich die vier Ex-Agenten unter falschen Identitäten ein luxuriöses Leben auf. Der plötzliche Todesfall zerreißt ihr fragiles Geflecht.
Zur gleichen Zeit erfährt der ahnungslose brandenburgische Bibliothekar Till Lehndorff, dass Siems sein seit Langem totgeglaubter Vater war und er dessen millionenschweres Erbe in Hongkong antreten soll. Gemeinsam mit der Übersetzerin Ellen begibt er sich auf eine Reise ins Ungewisse. Doch die Hinterbliebenen des »Kleeblatts« wittern Gefahr: Siems hat Beweise zurückgelassen, die ihre Machenschaften entlarven könnten. Till gerät ins Visier der Alt-Agenten, die einst verschworene Gruppe in einen Strudel aus Verrat und Rache.
In rasanten Ortswechseln zwischen Singapur, Hongkong, Jakarta und Brandenburg entfaltet sich ein packender Kriminalroman, der nicht nur einen perfiden Mordfall aufklärt, sondern auch das Nachwirken der Stasi und ihrer internationalen Verflechtungen beleuchtet. Was als harmlose Urlaubsgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einer fesselnden Auseinandersetzung um Macht, Schuld und die Frage, wie weit die Schatten der Vergangenheit reichen.
Man merkt dem Roman an jeder Stelle an, wie gut sich das Autorenpaar in den Metropolen Südostasiens auskennt. Simone Fibiger ist in Düsseldorf in einer durch den Eisernen Vorhang getrennten Familie aufgewachsen, arbeitete bei diversen Zeitungen wie auch beim Fernsehen. Es folgten Leitungspositionen in der NRW-Staatskanzlei und der Industrie im In- und Ausland. Ingo Klein stammt aus dem Rheinland, ist Historiker, freier Autor und Kommunikationsberater und war lange Jahre als Pressereferent für die Evangelische Kirche tätig.
Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig. Seit 2020 ist sie zudem Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Sie weiß also, worüber sie schreibt, wenn sie den Graubereich zwischen Schuld und Unschuld literarisch erkundet.
Das Strafrecht bildet ein besonderes Faszinosum; es polarisiert und empört wie kaum ein anderes Thema. Immer wieder gibt es Straftaten, die uns verunsichern, da sie unsere grundlegenden Regeln und Werte infrage stellen. Und Urteile, die dem eigenen Rechtsverständnis diametral gegenüber stehen. In dem fiktionalen Roman "Dunkle Momente" ist es die Strafverteidigerin Eva Herbergen, welche dem/r Leser*in anhand verschiedener Fälle die Schwierigkeiten der Rechtsfindung vors Auge führt. Eva Herbergens Aufgabe ist es, Menschen vor Strafe zu bewahren: die berühmte Schriftstellerin, den gebrechlichen Millionär, die überforderte Stiefmutter. Sie weiß, es braucht nicht viel, dass aus einem Menschen ein Verbrecher wird, vielleicht sogar ein Mörder. Es genügt ein dunkler Moment, der die Wendung markiert - zum Opfer oder zum Täter. Auch Eva Herbergen kämpft mit diesen Grenzen, die sie selbst schon überschritten hat, mit den blinden Flecken unserer moralischen Verurteilung. Mit jedem Fall Evas, in dem die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Recht verschwimmt, lösen sich Gewissheiten auf. Bis Eva sich fragt, welche Konsequenzen sie ziehen muss."Dunkle Momente" ist ein packender Roman über die ethischen und moralischen Dilemmata jedes Einzelnen, darüber, dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer das Gleiche sind.
Anmeldungen sind unter 66526153 willkommen. Das Copyright an dem Foto hat Peter Rigaud.
Jochen Brunow ist ein Erzähler. Auch für das Unsichtbare. Das gilt u.a. für seine Drehbücher, wie jenes für den wunderbaren Liebesfilm "Berlin Chamissoplatz". Als Drehbuchautor mit Leib und Seele gehört er zu den Gründern des Berufsverbands der Drehbuchautoren und leitete die Drehbuchakademie in Berlin. Auch als Buchautor ist Jochen Brunow mit seinem erzählerischen Talent unverkennbar. Mit "Verdeckte Spuren" erscheint nun sein zweiter Kriminalroman der zwischen Berlin und Sardinien angesiedelt ist
Gerhard Beckmann, vorzeitig pensionierter Ex-Polizist aus Berlin, lebt auf Sardinien mit den quälenden Gedanken an seine tote Frau. Eines Tages trifft er sich mit dem Journalisten David Richter, der eigens aus Berlin angereist ist und Genaueres über Beckmanns vorzeitige Pensionierung erfahren will. Waren dessen Ermittlungen zu Korruption am Flughafen BER zu brisant geworden? Beckmann hatte Geschäftsunterlagen und Kommunikationsdaten zusammengetragen und in Sicherheit gebracht. Lediglich die Auswertung fehlte noch. Doch dann kam sein Abgang. Der Besuch des Journalisten scheint schlafende Hunde zu wecken, denn Beckmann wird in seinem Refugium auf der Insel überfallen, und schon bald geht es um Leben und Tod …
Die FAZ ist von dem Roman sehr angetan: der Plot des Buches sei präzise konstruiert und funtioniere wie ein Uhrwerk. Man spüre die Erfahrung des Drehbuchautors: in der Struktur des Buches, wie auch in der Abfolge der Szenen, die ökonomisch geschrieben und gut verfugt seien.
Die Spannung steigt: nach langer Zeit nun also wieder ein Krimi im Leporello. Die Lesung findet statt am Freitag, den 11.4.25, und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt wie gewohnt 8 bzw. 6 €. Anmeldungen werden unter 66526153 erbeten.
Das Copyright an dem Foto hat Lars Wiedemann.
Freitag, der 21.3.25
9.30 Uhr
Filiz Penzkofer, Leuchtfische, S. Fischer Verlag
Zwei Schwestern – Malina und Melek -, ein Fluch und jede Menge Strickwolle. Ein gefühlvoller und emotionaler Jugendroman über Herkunft, Familie, Adoption, Schuldgefühle und den Mut, sich seinen Ängsten zu stellen - der bis nach Istanbul führt
Campus Efeuweg, Efeuweg 34, 12357 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
10.00 Uhr
Annika Scheffel, Wanda, Thienemann Verlag
Wanda hat genug vom Leben in Heimen und Pflegefamilien. Sie will ihr Schicksal in die Hand nehmen, also reißt sie aus. Ausgerechnet am trubeligsten Ort in Berlin findet sie ein Versteck und verändert von dort aus nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von Außenseiter:innen.
Walter-Gropius-Schule zu Gast im Zentrum Dreieinigkeit, Lipschitzallee 7, 12351 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
10.00 Uhr
Anna Maria Praßler, Ice Guardians. Die Macht der Gletscher, Oetinger Verlag
Es gibt kaum einen Fleck auf der Erde, an dem die zwölfjährige Cléo noch nicht war. Mit ihrem Papa, der Musiker ist, tingelt sie durch die Weltgeschichte und fühlt sich nie richtig zugehörig. Nur Cléos Geburtsort in den französischen Alpen würde ihr Vater niemals betreten. Denn von dort verschwand ihre Mutter einst spurlos. Als ihr Vater einen Unfall hat, wird Cléo ausgerechnet dorthin geholt. Cléo begibt sich auf Spurensuche. Ihr steht das Abenteuer ihres Lebens bevor!
Schliemann-Schule, Groß-Ziethener Chaussee 81, 12355 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
12.00 Uhr
Zoran Drvenkar, Frankie und wie er die Welt sieht, Hanser Verlag
Frankie ist zehn Jahre alt, sein Hamster heißt Ihre Hoheit Pedro Sanchez der Dritte und sein bester Freund ist Lars. Aber seit einem halben Jahr hängt die Welt um Frankie herum schief. Sein Vater lebt in einer anderen Stadt und Lars hat zu Hause eine Menge Ärger. Frankie reicht es. Er macht sich kurzerhand auf den Weg von Berlin nach Venedig, um seinem Vater die Meinung zu sagen - mit nur einem Euro siebzig in der Tasche.
Campus Efeuweg, Efeuweg 34, 12357 Berlin, nicht-öffentliche Schullesung
15.00 Uhr
Annett Gröschner, Schwebende Lasten, Beck Verlag
Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben.
Zentrum Dreieinigkeit, Lipschitzallee 7, 12351 Berlin
18.00 Uhr – Offizielle Eröffnung
durch die Bezirkskulturstadträtin Janine Wolter – Im Anschluss:
Sara Gmuer, Achtzehnter Stock, Hanserblau
Wanda hat sich ihr Leben anders vorgestellt. Statt auf Filmdrehs und Premieren verbringt sie die heißen Sommertage im Hof einer Berliner Platte, wo sie mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock wohnt. Der Lift ist defekt und das Treppenhaus ein einziges Funkloch, in dem man, wenn man Pech hat, das ganze Leben verpasst. Am anderen Ende der Stadt scheint dagegen alles möglich. Als Wanda eine einmalige Chance bekommt, taucht sie ein in eine Welt, in der Geld keine Rolle spielt und Türen immer offenstehen. Doch wie weit sie auch geht, die Platte in ihrem Rücken wird nie wirklich kleiner.
Gertrud-Hass-Bibliothek, Alt-Rudow 45, 12357 Berlin, Tel.: 90239-1940/1
20.00 Uhr
Marica Bodrožić, Das Herzflorett, Luchterhand Verlag
Pepsis Eltern arbeiten in Hessen und tauchen nur in den Sommerferien auf dem einsamen Hof des Großvaters in Dalmatien auf. Hier wie auch bei anderen Verwandten fühlt sie sich fremd. Nur in der Natur fühlt sie sich wohl und aufgehoben Als die Eltern sie zu ihren Geschwistern in die Einzimmerwohnung in einem Dorf im Taunus holen, will Pepsi sofort wieder weg. Die Mutter ist zu keiner Zärtlichkeit fähig und der Vater beginnt seine Tage mit Schnaps. Das neue Leben hält aber zugleich Dinge bereit, zu denen das Mädchen sich wie magnetisch hingezogen fühlt. Die Welt der Bücher und Buchstaben, die deutsche Sprache, in die sie sich so plötzlich und heftig verliebt wie später in Aleksandar. Doch als sie Abitur machen und studieren will, wird ihr das verboten.
Buchhandlung Leporello, Krokusstr. 91, 12357 Berlin, Te.: 66526153
Samstag, der 22.3.25
12.00 Uhr
Susanne Riedel, LebensmitteAllergie. Mein Leben in Autokorrektur, Satyr Verlag
Eben noch »99 Luftballons«, jetzt Q10-Antifaltencreme, zack: Lebensmitte. Das ging jetzt doch schnell, findet Susanne M. Riedel und macht sich zwischen Klimakrise und Klimakterium, Feminismus und Feenstaub, Party und Packungsbeilage auf die Suche nach den guten Momenten. Wenn die große Welt diese schon nicht hergibt, müssen die kleinen eben reichen.
Rudower Wochenmarkt, Prierosser Str., 12357 Berlin
14.30 Uhr
Fritz Schumann, Japan, wer bist du? Verborgene Orte und erzählte Geschichten, Reisedepeschen
Fritz Schumann erzählt Geschichten von Menschen, die mit ihren Ideen und Überzeugungen die japanische Gesellschaft und Kultur gestalten. Wie rettet der letzte Bewohner sein Dorf in den Bergen? Warum macht eine Frau lebensgroße Puppen und stellt sie im Tal auf? Wofür kämpfen rebellische Rentner auf einer Insel? Und was macht die Menschen in Hatoyama so glücklich?Jenseits idealisierter Bilder zeigt uns Fritz Schumann Japan aus einer ungewohnten, aber umso faszinierenderen Perspektive.
TUI-Reisecenter, Alt-Rudow 25a, 12357 Berlin, Tel.: 6637011
15.30 Uhr
Svenja Akwaba, Vom Aufblühen. Zwischen Schönheit und Ohnmacht
Als die 20-jährige Naturschutz-Studentin Svenja nach Uganda aufbricht, um ihren Kindheitstraum zu verwirklichen, ahnt sie noch nicht, dass dies ihr ganzes Leben verändern wird. In den folgenden acht Jahren lernt sie zwischen Afrika und Europa die Tugenden des Safari-Guidings, die Kunst des Staunens, aber auch die Wunden der Diskriminierungkennen. Sie erlebt die verborgene Kraft eines Glaubens und wird Zeugin von immer
verheerender werdenden Dürreperioden und Überschwemmungen. Einfühlsam und bewegend schildert sie von ihren Erlebnissen von überwältigender Schönheit, aber auch von bedrückenden Missständen und ihren ersten Schritten, um hoffnungsvoll etwas zuverändern. Eine Einladung zum Nachdenken, Staunen und Losgehen
Ev. Gemeindezentrum, Prierosser Str. 70-72, 12355 Berlin
16.30 Uhr
Sabine Borgwart, Das Meer ist so blau wie der Himmel, Jaron Verlag
Stella leidet an einer mysteriösen Übersensibilität, die sie die Schmerzen und Verletzungen fremder Menschen mitfühlen lässt. Daher hat sie sich immer mehr zurückgezogen und verschafft sich in einem nun ereignisarmen Leben Emotionen aus zweiter Hand über den Konsum von Serien und Spielfilmen. In einer Klinik am Meer möchte sie zur Ruhe kommen, ihr Leben niederschreiben, sich verabschieden. Doch dann findet sie am Strand eine Schildkröte und freundet sich mit der dementen Frau Jordan an. Unaufhaltsam nähert sie sich einem großen Geheimnis, das sie lange vor sich selbst versteckt gehalten hat.
Alte Kloster-Apotheke, Alt-Rudow 70, 12355 Berlin, Tel.: 290278290
17.30 Uhr
Eva Strasser, Wildhof, Wagenbach Verlag
Lina reist mit leichtem Gepäck. Denn sie hat nicht vor zu bleiben. Was in ihrem Heimatort auf sie wartet, wiegt schwer. Vor Jahren geschah das Familiendrama: spurlos verschwand ihre Zwillingsschwester Luise. Schon lange lebt Lina deshalb nicht mehr in Wildhof. Jetzt aber muss sie dorthin zurückkehren, um aufzuräumen, nachzuforschen, zu begraben und abzuschließen. Gut dreißigjährig und frisch verwaist sucht sie nun einen Käufer für das Elternhaus und findet wieder, was auf immer versunken schien. Auch endlich eine Spur.
GanzOhr, Krokusstr. 95, 12357 Berlin, Te.: 284726480
20.00 Uhr
Ulli Zelle, Mein Berlin, mein Leben, Nicolai Verlag
Ohne Wohnung, ohne Job, ohne Geld nach West-Berlin: Ulli Zelles Ankunft in der Stadt Anfang der Siebzigerjahre verlief wie die so vieler Zugezogener. Sie alle kamen, um teilzuhaben an der großen Freiheit, die West-Berlin verhieß. Ulli Zelle blieb - und wurde zum wohl bekanntesten Reporter des SFB, später rbb. Anfangs noch unterwegs mit einem einfachen Kassettenrekorder, holte er vor sein Mikro, wer in Berlin Rang und Namen hatte oder die Stadt besuchte: Harald Juhnke und Mick Jagger, David Bowie und Bill Clinton, Yoko Ono und Frank Zander und viele mehr. Und er dokumentierte mit seinen Berichten nicht nur Fluchtgeschichten, Berlinale, Oderflut, Mauerfall und Love Parade, sondern auch das Zusammenwachsen von zwei Stadthälften zur wohl spannendsten Metropole Deutschlands
Eintritt zu dieser Veranstaltung erhalten Sie nur mit den kostenlosen Eintrittskarten, welche Sie in den Rudower Fachgeschäften TUI-ReiseCenter und Buchhandlung Leporello erhalte
Veranstalter: AG Rudow in der Dorfkirche Rudow, Köpenicker Str. 187, 12355 Berlin
Sonntag, der 23.3.25
12.00 Uhr
Tom Liehr, Im wechselnden Licht der Jahre, Aufbau Verlag
Eigentlich ist Alexander Bengt mit seinem Leben zufrieden; seine Frau Tabea liebt ihn, genau wie seine beiden Kinder. Doch eines bereitet ihm Sorgen: sein nächster Geburtstag - der grausam runde Sechzigste. Ausgerechnet da zieht ein amerikanischer Songwriter in der Nachbarschaft ein, den Alexander bewundert und der ihn sogar auffordert, gemeinsam einen Song zu schreiben. Alexander hat das Gefühl, nun noch einmal richtig durchstarten zu können. Aber dann geschieht ein tragischer Unfall, und plötzlich sieht er sein ganzes Leben infrage gestellt.
Hauptstadt Kultur c/o Buchhandlung Leporello, Krokusstr. 91, 12357 Berlin, 66526153
15.00 Uhr
Susan Pásztor, Von hier aus weiter, Kiepenheuer & Witsch Verlag
Nach Rolfs Tod schleppt sich Marlene mithilfe von Beruhigungsmitteln durch ihren Alltag als Hinterbliebene und sieht als einzigen Ausweg ihr eigenes baldiges Abtreten. Erst als Klempner Jack, ihr ehemaliger Schüler, auftaucht und kurzerhand bei ihr einzieht, kommt Bewegung in ihr Leben: Jack entpuppt sich nicht nur als fantastischer Koch, sondern auch als einfühlsamer und aufmerksamer Mitbewohner. Aber warum Marlene nicht trauert, sondern vor allem wütend ist, kann auch er nicht so ganz begreifen. Während sich zwischen Jack und Marlenes Hausärztin Ida eine zarte Liebe anbahnt, taucht bei Marlenes Freundin Wally in Wien ein Brief von Rolf auf, der möglichweise die Antwort auf alle offenen Fragen enthält. Gemeinsam mit Jack und Ida macht Marlene sich auf eine Reise, die völlig anders verläuft als erwartet.
Alte Dorfschule Rudow, Alt-Rudow 60, 12357 Berlin, Tel.: 66068310
16.30 Uhr
Julia Reuschenbach, Korbinian Frenzel; Defekte Debatten. Warum wir als Gesellschaft besser streiten müssen, Suhrkamp Verlag
Zu laut, zu viel, zu dumm, niemand hört mehr zu, niemand ist mehr beweglich oder offen oder im Geringsten wohlwollend. Gebäudeenergiegesetz, deutsche Staatsräson, Agrardiesel, Einwanderung … Bei vielen Themen finden sich Beispiele für eine dysfunktionale politische Kommunikation, für die Unmöglichkeit, ergebnisoffener öffentlicher Meinungsbildung. Das ist gemeinhin der Befund: Die Debattenkultur in Deutschland ist in einem desolaten Zustand. Aus beteiligter Expertensicht analysieren die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach und der Radiojournalist Korbinian Frenzel unsere Debattenfähigkeit.
Ev. Gemeindezentrum, Prierosser Str. 70-72, 12355 Berlin
Mal wieder ein Lyrikabend im Leporello – eigentlich längst überfällig. Leider fliegt die reine Poesie immer etwas unter dem Radar. Es gibt ein paar bekannte Namen, doch man muss sich nur umschauen und schon stellt man fest, dass die Szene doch recht groß und so manches Juwel zu entdecken ist. Die gebürtige Berlinerin Antje Doßmann hat im letzten Jahr einen sehr gelungenen Gedichtband mit dem Titel "Schemen" vorgelegt, der eine Auswahl ihrer Arbeiten aus drei Jahrzehnten wohl geordnet präsentiert. Schemen – ein gut gewählter Titel, ist doch das schemenhafte kennzeichend für eine Lyrik, die auch zwischen den Zeilen Inspiration bietet und Unschärfen zulässt. Im ersten Kapitel steht die Naturliebe im Vordergrund, gefolgt von einem Kapitel mit Kindheitserinnerungen z.B. an die Freundin Sabine oder an einen blauen Mantel. Tiere, Pflanzen und Früchte stehen im Mittelpunkt des dritten Kapitels, woran ein Kapitel über besondere Menschen anschließt, wie einen Trommler oder Denker. Das letzte Kapitel bietet historische ("verdun/vermächtnis"), aber auch aktuelle Bezüge, z.B. zu chatGPT in "apokalypse/Zeitenwende". Jedes Kapitel wird durch jeweils eine silhouettenartige Grafik von Stefanie Schwedes eröffnet. Einen kleinen Eindruck der Doßmannschen Poesie vermittelt ihr Gedicht über
libellen
schillernde Erscheinungen,
unentlarvte flugobjekte,
mannequins mit alienzügen,
die auf ihren jungfernflügen
immer das korsett anlassen -
man bekommt sie nicht zu fassen,
diese Minuszeichen in Gestalt ….
Die heute in Bielefeld lebende promovierte Germanistin Antje Doßmann arbeitet als freie Autorin, Übersetzerin und Herausgeberin. Veröffentlichungen von ihr sind in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erschienen. 2017 erhielt sie den keb-Literaturpreis. 2019 war sie Finalistin beim "Menantes"-Literaturwettbewerb. Die Lesung in Rudow ist für Antje Doßmann eine schöne Gelegenheit mal wieder ihre Heimatstadt aufzusuchen.
Die Lyriklesung findet am Freitag, den 11. Oktober 2024, statt und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 bzw. 6 €. Anmeldungen werden unter 66526153 erbeten.
Krankheitsbedingt war der geplante Lesungstermin im Frühjahr ausgefallen. So musste sich also nicht nur die Leserschaft der Autorin über zehn Jahre bis zum Erscheinen des neuen Romans gedulden, sondern auch Sie, die Rudower Lesungsinteressierten, nach der kurzfristigen Absage im Mai. Im zweiten Anlauf wird es nun klappen.
"Humboldthain" lautet der Titel des neuen Romans von Inka Parei. Im Zentrum Ostberlins finden Bruno, Ina und ihr Sohn Julius in den Neunzigerjahren ihr Zuhause. Aber der Freiraum, der sich für sie dort aufgetan hat, schließt sich bald wieder. Brunos Leben wird unübersichtlich, er verstrickt sich in Lügen, strauchelt privat wie beruflich und verlässt die Stadt. Als Erwachsener begibt sich sein Sohn in New York auf Brunos Spuren und stößt auf immer mehr Widersprüche in der Geschichte seines Vaters. Anderthalb Jahrzehnte später vermittelt eine Familienberaterin ein Treffen, das ihn mit Frau und Sohn wieder zusammenbringen soll. Im Humboldthain, einem zentralen Ort seiner Kindheit. Hier ist er schon einmal in eine dramatische Situation geraten. Doch die Begegnung auf einer Anhöhe in der Nähe des ehemaligen Flakbunkers im Park verläuft anders als erwartet. Eine fremde Frau taucht auf, die Motive der Beraterin sind uneindeutig, Ina kommt nicht. Die Situation spitzt sich zu, als Bruno mit Julius den Bunker aufschließt. Liegt der Grund für Brunos Ausflüchte im Innern des finsteren Gebäudes?
In "Humboldthain" erzählt die gefeierte Romanautorin Inka Parei luzide und eindringlich davon, wie die Aussöhnung einer Familie von den Folgen der deutschen Nachkriegsgeschichte immer wieder durchkreuzt wird. Inka Parei gehört zu den wenigen Autor*innen, die – in 2003 – unumstritten den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt und gleichzeitig auch noch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Ihre bisherigen drei Romane wurde von der Kritik einhellig gelobt. Ihre präzise und klare Sprache wurde stets gefeiert. Die poetische Brillianz hebt MDR Kultur auch bei "Humboldthain" hervor: " Inka Pareis Prosa wirkt in jeder Zeile knapp und gedrungen. Die Künstlerin nutzt gezielt die Ökonomie der Sparsamkeit. […] So oder so bereitet es immenses Vergnügen, sich im Sog ihrer kargen Sprachmelodie zu verlieren".
Das Foto stammt von Graziele Diez.