Veranstaltungsarchiv

 

Tschechien übersetzen - Gespräch und Lesung

29.09.2026 19:30 Uhr

Tschechien übersetzen - Gespräch und Lesung
Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim(+VVK Gebühr)
Preis: 10€; Ermäßigt: 6€*

2026 ist Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse, doch wer liest tschechische Werke im Original? Ohne Literaturübersetzende keine Weltliteratur – einer alten Ocelot-Tradition gemäß laden wir deshalb am Internationalen Übersetzertag Übersetzer:innen ein, uns die Literaturlandschaft des Gastlandes vorzustellen, in die Besonderheiten von dessen Sprache einzuführen und genauer zu verstehen, welche Herausforderungen sich in der Begegnung mit ausgewählten Neuerscheinungen, den Autor:innen, mit Mutter- und Fremdsprache und dem Umgang mit den eigenen Stimmen stellen – denn letztlich prägt all das unser Blick auf ein Land mit.

Eva Profousová wurde in Prag geboren und flüchtete mit 20 Jahren ohne Aussicht auf Rückkehr aus der Tschechoslowakei nach Hamburg. Nach einem Slawistik- und Geschichtsstudium begann sie bald schon zu übersetzen, und zwar – damals noch ein No-go – in die Fremdsprache Deutsch. Seitdem macht sie, vielfach ausgezeichnet, große Autor:innen ihres Herkunftslandes wie Václav Havel, Karel Čapek, Jáchym Topol oder Radka Denemarková einem deutschen Publikum zugänglich. Daneben kuratiert und moderiert sie Festivals, Lesereihen und Literaturveranstaltungen und tritt als Vorleserin auf. Im Ocelot wird sie uns in Lesung und Gespräch in ihre Arbeit an Radka Denemarkovás furiosem Romanpanorama Schokoladenblut (Hoffmann und Campe) über das Schreiben als Akt des Widerstands in einer Welt des Kapitals, der Nation und Selbstzensur mitnehmen.

Barbora Schnelle wurde in Brno geboren, ist Theaterwissenschaftlerin und -kritikerin, Kulturmanagerin und Herausgeberin, Mitgründerin von Drama Panorama und vor allem Expertin für die Übersetzung von Texten, die oft nur aus Dialogen bestehen: Dramatik, Übertitel und Comics. Dabei übersetzt sie sowohl ins Tschechische (z.B. Stücke von Elfriede Jelinek, Sivan Ben Yishai oder Werner Schwab) als auch ins Deutsche (z.B. Roman Sikora, Anna Saavedra oder Tomáš Dianiška) Welche Adaptionen sind nötig, damit ein Text in einer anderen Sprache "sprechbar" wird und "performativ" wirkt? Welche Besonderheiten hat das Übersetzen für Bühnensituationen, welche für ein junges Publikum? Wie findet man Texte, die unbedingt die Grenzen passieren sollten? Über das und viel mehr wird sie anhand der berührenden, preisgekrönten Graphic Novel Weder Junge noch Mädchen von Marita Kelbl und des Stücks Schloss an der Loire von Roman Sikora sprechen.

Claudia Hamm moderiert seit Jahren den Hieronymustag im Ocelot. Sie ist Autorin von Essays, Theaterstücken und Prosa, übersetzt seit 16 Jahren die Werke Emmanuel Carrères, aber auch Bücher von Yasmina Reza, Joseph Andras, Édouard Levé oder Mathias Énard und war als Regisseurin und Dramaturgin selbst viele Jahre in Theatern im deutschsprachigen Raum, Frankreich und Italien tätig.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Slawistik und Hungarologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

*der ermäßigte Preis gilt für alle, für die der reguläre Preis eine Hürde darstellt (z.B. Studierende, Auszubildende oder Menschen mit geringem Auskommen). Wir vertrauen auf Selbsteinschätzung.


 

Buchpremiere "Raus bist du noch lange nicht" von Julia Rothenburg

10.09.2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim(+VVK Gebühr)
Preis: 12€; Ermäßigt: 8€

Lesung und Gespräch zu "Raus bist du noch lange nicht" von Julia Rothenburg, moderiert wird der Abend von Nadya Reich-Hartmann.
Kommt und feiert mit uns die erste Buchpremiere nach der Sommerpause.

Über das Buch:
Alice arbeitet noch nicht lange als Erzieherin in einer Kita in Berlin, und ihre Kollegin Christin ist ihr auf Anhieb sympathisch. Zusammen zwischen klebrigen Händen, nervösen Eltern und Kindertränen, das schweißt zusammen – schneller und enger, als es Alice lieb ist. Sie muss das beenden, bevor es an alten Wunden rührt, wenn es nicht sogar schon zu spät ist. Das letzte Mal, als Alice eine Freundschaft zu eng wurde, ist noch nicht lange her. Der Umzug nach Berlin, der erste Job in einer Kita und die »geilste WG aller Zeiten« mit Mo, Reike und Yv. Doch was als intensive Freundschaft begann, eskalierte in der engen Vier-Zimmerwohnung mit den welligen Tapeten schnell.

Über Julia Rothenburg:
Julia Rothenburg schreibt über Freundinnenschaften, wie man es selten gelesen hat: fatal ehrlich, offen verletzlich und auf raue Art berührend. Wie wertvoll, prägend und alles überstrahlend diese Bindungen sein können, aber auch wie tief die Verletzungen sind, wenn Vertrauen missbraucht wird.

Julia Rothenburg wurde 1990 in Berlin geboren. Sie studierte Soziologie und Politikwissenschaft in Freiburg und Berlin. Für das Manuskript ihres Debütromans »Koslik ist krank« (FVA 2017) erhielt sie den Retzhof-Preis für junge Literatur, mit ihrem zweiten Roman »hell/dunkel« (FVA 2019) das Jahresstipendium für Literatur vom Land Baden-Württemberg. Ihr dritter Roman »Mond über Beton« (FVA 2021) wurde mit dem Bayern2-Wortspiele-Preis und dem Meißner Literaturfestpreis ausgezeichnet.

Julia Rothenburg (c) Franziska Hauser

 

54. Lesekreis im Ocelot

25.08.2026 20:30 Uhr

Wir freuen uns, euch nach der Sommerpause wieder im Lesekreis willkommen zu heißen!

Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt ohne Voranmeldung. Ob ausgelesen oder kurz (r)eingelesen, alle sind willkommen um mitzureden und diskutieren.

Die Bücher:

Die Viktorianische Chaiselongue (Marghanita Laski, Ü. Brigitte Jakobeit)
Kafka meets Feminism meets 'Poor Things'. In einem Laden für Antiquitäten sucht Melanie nach einer Wiege für ihr Baby. Doch stattdessen weckt eine viktorianische Chaiselongue ihre Aufmerksamkeit, kopfüber auf einem Haufen gestapelt, mit klobigen Beinen, in die Luft ragend wie ein auf dem Rücken liegendes Schaf. Als sie nach der Geburt ihres Kindes zum ersten Mal auf ebendiesem Sofa einschläft, erwacht sie nach einer Zeitreise im Körper ihres Alter Ego Milly, achtzig Jahre zuvor ... Der Roman verwickelt uns in ein aufwühlendes Gedankenspiel über die Verwirrung der Identität und den Raum zwischen den Extremen: der Ekstase und dem Grauen. Der Time-Travel-Klassiker erstmals auf Deutsch - die Entdeckung einer der Lieblingsautorinnen von Annie Ernaux.

Oroppa (Safae El Khannoussi, Ü. Stefanie Ochel)
Das schwindelerregende, preisgekrönte Debüt von Safae el Khannoussi - ein Taumel aus Wut, Schmerz und Hoffnung
'Oroppa' ist der europäische Roman der Stunde: Salomé Abergel, eine jüdisch-marokkanische Künstlerin und ehemalige politische Dissidentin, verschwindet überraschend auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Ein loser Kreis von Außenseitern mit ganz unterschiedlichen Migrationsgeschichten begibt sich auf ihre mysteriöse Spur. Von Salomés verlassenem Haus in Amsterdam führen die Wege nach Paris, Tunis, Casablanca - und tief ins Herz der eigenen Sehnsüchte. 'Absolut originell, großartig und beeindruckend, voller markanter Charaktere und atemberaubender Prosa.' (Boekblad) 'Oroppa' ist ein schwindelerregender, exzessiver Roman, der alle Grenzen ins Wanken bringt.

54. Lesekreis im Ocelot

 

53. Lesekreis im Haus der Kulturen der Welt

30.06.2026 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Im Juni ist unser Lesekreis wieder im Haus der Kulturen der Welt zu Besuch. Wie in den letzten Jahren auch, dürfen wir einen Titel von der Shortlist des Internationalen Literaturpreises lesen.

Der Internationale Literaturpreis wird jedes Jahr durch das HKW und der Stiftung Elementarteilchen vergeben und spezialisiert sich auf Gegenwartsliteratur in Übersetzung. Die Preisverleihung findet am 3.7. statt.

Aber vorher sind wir dran! Der ocelot,-Lesekreis liest und diskutiert folgenden Titel: "Die Aussiedlung", von András Visky, aus dem Ungarischen Übersetzt von Timea Tankó.

Ausnahmsweise bitten wir dieses Mal um eine Anmeldung. Ihr könnt euch per E-Mail an info@ocelot.de oder bei uns im Laden persönlich anmelden. Wer sich rechtzeitig anmeldet kann auch von uns ein kostenloses Leseexemplar in Anspruch nehmen. Nach der Anmeldung folgen noch genauere Informationen zum Abend.

Zum Buch:
Péter Nádas András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Julia über alles - wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher - sie wurden 'ausgesiedelt', nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie richten sich in Erdhöhlen ein und in verlassenen Dörfern, beaufsichtigt von den Behörden. Sippenhaft. 'Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.' Jahrzehnte später findet Visky den gleichmütigen, zuweilen heiteren Ton, die leuchtenden Bilder und die Form: 822 durchnummerierte Minikapitel, die Atemzügen gleichen. Der Entschluss, umeinander zu kämpfen, 'solange die Seele mich trägt', verbindet die Eltern, tiefgläubige, einander leidenschaftlich liebende Menschen, deren Haltung sich ihren Kindern unauslöschlich einprägt. Der Gewalt des kommunistischen Staates setzen sie ihr NEIN entgegen. Wie sich die Phantasie mit der Liebe verbündet: gegen die Wirklichkeit und gegen die Versuchung, böse zu werden - das ist so noch nie erzählt worden.


 

Lesung "Paradise Beach" von Dara Brexendorf

11.06.2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim(+VVK Gebühr)
Preis: 12€; Ermäßigt: 8€

Dara Brexendorf stellt ihren Roman "Paradise Beach" vor, moderiert wird der Abend von Magda Birkmann.

Über das Buch:
Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt.

Über Dara Brexendorf:
Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts Literarisch, Solidarisch und des Literaturmagazins Der Schnipsel. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den Liliencron-Nachwuchspreis für Lyrik aus Schleswig-Holstein.

Dara Brexendorf (c) Hanna Lenz

 

52. Lesekreis im Ocelot

11.05.2026 20:30 Uhr

Der nächste Lesekreis findet am 11. Mai um 20:30 statt.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt ohne Voranmeldung. Dieses Mal gehen wir zur traditionellen Form zurück und werden zwei Bücher besprechen. Ob ausgelesen oder kurz (r)eingelesen, alle sind willkommen um mitzureden und diskutieren.

Die Bücher :

Die Bergvögel - Zofia Nałkowska, aus dem Polnischen übersetzt von Marta Kijowska
In einem Sanatorium in den Alpen begegnen sich in den Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg Wohlhabende und Exzentrikerinnen aus ganz Europa. Die Erzählerin, eine Polin, trifft dort etwa auf die sprachbegeisterte Engländerin Miss Tharp, mehrere Geflüchtete aus Armenien, ein geheimnisvolles französisches Paar und nicht zuletzt die skeptischen Einwohnerinnen des Bergdorfs, in dem all diese Gäste untergebracht sind. Man plaudert miteinander, pflegt seine Gesundheit und versucht, die majestätischen Bergvögel anzulocken. Über all dem thront die erhabene Welt der Alpen, deren ganz besonderen Zauber dieser modernistische Roman virtuos beschreibt. Ein erstmals ins Deutsche übersetzter Literaturklassiker, der die Welt von vor hundert Jahren fast wie einen Traum heraufbeschwört.

Ich, die ich Männer nicht kannte - Jaqueline Harpmann, aus dem Französischen übersetzt von Luca Homburg
'Ein wahres Wunder' New York Times Der internationale Sensationserfolg Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Während das elektrische Licht Tag und Nacht verschwimmen lässt, sitzt ein junges Mädchen - die vierzigste Gefangene - allein und ausgestoßen in der Ecke. 'Ich, die ich Männer nicht kannte' ist so feministisch wie 'Der Report der Magd' und so existentiell wie 'Die Wand': Ein moderner Klassiker, internationaler Verkaufserfolg und BookTok-Hit in neuer deutscher Übersetzung. In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.

Ich, die ich Männer nicht kannte

 

Lesung "Sprechen" von Daniela Dröscher

07.05.2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim(+VVK Gebühr)
Preis: 12€; Ermäßigt: 8€

Daniela Dröscher stellt uns ihr neues Buch "Sprechen" vor, moderiert wird der Abend von Tobi Schiller.

Über das Buch:
Daniela Dröschers sehr persönliche Geschichte der Selbstermächtigung – von einer schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Und die Frage, wie wir sprechen sollten, um einander wirklich zu verstehen.

Ein harmloses Mittel der Verständigung war Sprechen für die Schriftstellerin Daniela Dröscher nie. Als Kind einer Zugezogenen im Hunsrück zwischen Hochdeutsch und breitem Pfälzer Dialekt erwies sich Sprechen als ein so zweischneidiger Akt der Anpassung, dass sie lieber verstummte. Außerhalb des Privaten fehlte ihr auch später lange der Mut zum Einstehen für das eigene Wort, zu groß war die Angst davor, als Aufsteigerin erkannt oder missverstanden zu werden. Mit radikaler Offenheit erzählt sie von ihrer Emanzipation von einer schamhaft schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Dabei denkt sie darüber nach, ob nicht gerade die Bereitschaft zum Missverstehen die eigentliche Voraussetzung für wahres Verständnis und einen produktiven Gesellschaftsdialog sein könnte.

Über Daniela Dröscher:
Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Sie schreibt Prosa, Essays und Theatertexte. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Trier und London promovierte sie an der Universität Potsdam zur Poetologie Yoko Tawadas. "Zeige deine Klasse" erschien 2018, "Lügen über meine Mutter" stand 2022 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien 2025 ihr Roman "Junge Frau mit Katze".

Über Tobi Schiller:
Tobi Schiller ist Redakteur, Autor, Moderator und Literaturvermittler. Seit 2021 betreibt er mit Marlon Brand das Newsletter-Magazin »Queerer Kanon?«

Daniela Dröscher (c)Heike Bogenberger

 

Buchpremiere "Ein Haus für mich" von Christine Koschmieder

09.04.2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim (+VVK Gebühr)
Preis: 12€; Ermäßigt: 8€

Wir freuen uns, Christine Koschmieder wieder bei uns begrüßen zu können. Im Gepäck hat sie ihr neues Buch "Ein Haus für mich", moderiert wird der Abend von Verleger Gunnar Cynybulk aus dem Kanon Verlag.

Zum Buch:
Christine Koschmieder ist in den letzten 19 Jahren 21 Mal umgezogen. Sie hat Männer verlassen und verloren, drei Kinder zur Welt gebracht und ist zur Alkoholikerin geworden. Jetzt ist sie trocken und will ein paar Dinge anders machen. In einem Haus nur für sich. Doch ist ein Hauskauf weit ab von der Großstadt nur der nächste Schritt in die Schrulligkeit? Wessen Geschichten gilt es zu entdecken, welche Bilder zu korrigieren, und wem gehören eigentlich die Häuser? Ihr Memoir ist eine Ermutigung für alle, die gute Orte schaffen wollen.

Über Chistine Koschmieder
Christine Koschmieder kam 1993 zum Studium nach Leipzig und machte zehn Jahre lang OffTheater, bevor sie die Literaturagentur Partner + Propaganda gründete. Ihr Debüt »Schweinesystem « war 2014 für den Aspekte Literaturpreis nominiert. Ihr autofiktionaler Roman » Dry « wurde im Literarisch en Quartett einhellig gelobt. Zuletzt erschien ihr Roman »Frühjahrskollektion«. Seit 2023 lebt sie in Sachsen-Anhalt.

Christine Koschmieder (c) Ramune Pigagaite

 

Buchpremiere "Und jetzt queer!" am Indiebookday

14.03.2026 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot
Vorverkauf: Reservierung und Abendkasse im Laden, Online VVK bei eventim (+VVK Gebühr)
Preis: 12€; Ermäßigt: 8€

Und wie feiert ihr immer so den Indiebookday? Dieses Jahr doch hoffentlich doch mit uns und dem Leykam Verlag. Marlon Brand, Bianca-Maria Braunshofer und Tobi Schiller lesen aus ihrem gemeinsamen Buch (illustriert von Jasmina El Bouamraoui), moderiert wird der Abend von Georgina Fakunmoju. Kommt vorbei und feiert mit uns eine unabhängige und vielfältige Verlagslandschaft.

Zum Buch:
Dieses Buch bläst den Staub aus den Bücherregalen
Drei Autor:innen zeigen uns, wie vielfältig Literatur sein kann - jenseits des klassischen Kanons.
Lesen öffnet uns die Welt. In guten Geschichten erfahren wir etwas über uns selbst und die vielfältigen Formen des Lebens. Literatur kann eine Behausung sein, eine offene Frage, ein Möglichkeitsraum außerhalb des eigenen Alltags. Warum zeigt uns der klassische Kanon dann trotzdem nur einen kleinen Teil der Welt? Warum wird uns in Schule und Feuilleton oft eine Norm vermittelt, die es weder in der Welt noch in der Literatur gibt? Warum spiegelt sich die Vielfalt queerer Identitäten und Lebenswelten so wenig in der Wahrnehmung von Literatur?
Dieses Buch befasst sich intensiv mit queerer Literatur und zeigt, dass sie schon immer Teil der Literaturgeschichte gewesen ist. Es ist eine Einladung, die ganze Vielfalt des Lesens zu erkennen.

Marlon Brand schreibt unter @booksaregayasfuck über queere Literatur und gibt gemeinsam mit Tobi Schiller das Newsletter-Magazin »Queerer Kanon?« heraus.
Bianca-Maria Braunshofer ist Co-Gründerin der queer-feministischen Buchhandlung o*books, Sozialpädagogin und Germanistin.
Tobi Schiller ist Redakteur, Autor und Literaturvermittler. Seit 2021 betreibt er mit Marlon Brand das Newsletter-Magazin »Queerer Kanon?«.

Georgina Fakunmoju ist Journalistin und Podcasterin. In ihrem Literatur-Podcast "Readers Gonna Read" bespricht sie überwiegend Autor*innen of Color aus Deutschland, Afrika und der afrikanischen Diaspora.

Fotos der Autor:innen (c)Sellerie Studios, Jens Schiller, kajona photography

 

51. Lesekreis im Ocelot

11.03.2026 20:30 Uhr

Veranstaltungsort: ocelot

Der nächste Lesekreis steht an!

Wir lesen dieses Mal "Acht Jahreszeiten" von Kathrine Nedrejord, aus dem Norwegischen übersetzt von Stefan Pluschkat.

Die Teilnahme erfolgt kostenlos und ohne Anmeldung.

Zum Buch:
Als ihre Großmutter stirbt, reist die Samin Marie nach Jahren im Ausland erstmals wieder nach Finnmark, in ihre alte Heimat. Zurück in der einst vertrauten Umgebung, jedoch mit dem Blick der Besucherin, beginnt sie, die Biografie der Frauen ihrer Familie zu erforschen - die der Urgroßmutter mütterlicherseits, der Großmutter, Mutter und ihre eigene. Diese erweist sich rasch als eine Geschichte doppelter Diskriminierung und Marginalisierung - weil sie Frauen, aber vor allem, weil sie Saminnen sind. Ein Roman über Identität, Frauenrollen und die Unterdrückung eines der größten indigenen Völker Europas - messerscharf beobachtet, persönlich und politisch zugleich, mit Verve und Furor erzählt.