Liebe Lesende,
hier finden Sie alle Bücher, die wir bereits mit unseren Buchclubs gelesen haben, sowie unsere Empfehlungen für spezielle Events und unsere allgemeinen Rezensionen in den verschiedensten Genre - geschrieben von unseren lieben Kolleginnen.
Gerne können Sie die Bücher über den Shop hier oder bei uns im Laden bestellen. Wenn Sie weitere Lesetipps brauchen oder ein wirklich gutes Buch verschenken möchten, stehen wir auf allen Kanälen für eine Beratung zur Verfügung.
Ihr Team von Schwarz auf Weiß
Platz 10 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Transkription ist ein smarter, witziger und wendiger Roman über uns und die Geräte, die unsere Gefühle, Erfahrungen und Beziehungen formatieren - und immer tiefer in das eingreifen, was wir für uns selbst halten. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen, diesem überlebensgroßen Urgestein der Kunstszene, Vater seines besten College-Freundes. Vor dem Termin fällt ihm allerdings im Hotel das Smartphone ins Klo, und er kommt ohne Aufnahmegerät zum Interview. Was er aus Gründen, die ihm selbst nicht klar sind, nicht zugeben kann oder will.
Daraus entwickelt sich eine turbulente Geschichte mit bizarren Folgen, das emotionale Drama - nicht nur - dreier Männer, die mit der Frage kämpfen, was es heißt, in dieser unseren wackeligen Wirklichkeit (was ist das eigentlich, Wirklichkeit?), ein guter Freund, ein guter Vater und überhaupt ein guter Mensch zu sein.
zum Produkt € 24,00*
Platz 9 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Die Traumnovelle, vor hundert Jahren erstmals erschienen (zuerst in der Zeitschrift Die Dame, 1926 dann in einer ersten Buchausgabe), hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Mit großer psychologischer Raffinesse erzählt Arthur Schnitzler darin von Fridolin und Albertine, einem Paar, das eine scheinbar glückliche Ehe führt, bis sich wie aus heiterem Himmel nach und nach alle Sicherheiten ihres Zusammenlebens auflösen. Als Fridolin in den Straßen von Wien nach erotischen Abenteuern sucht, während Albertine sich ihrerseits der Fantasie hingibt, ihn zu betrügen, öffnet sich ein schwindelnder Abgrund von Begierden und Sehnsüchten, die alles ins Bodenlose zu reißen drohen.
zum Produkt € 24,00*
Platz 8 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Nach "Vaters Kiste" wendet sich Lukas Bärfuss nun in einem bewegenden autobiografischen Essay dem Leben seiner Mutter zu. Eine kleine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht. Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst; ihr Sohn landete auf der Straße. Sie hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik, aus einem der wohlhabendsten Länder der Welt, in dem der Lebensabend unerschwinglich für sie war. Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und in der Rückschau stellt er sich die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt. Ein aufrüttelndes Buch, für Leserinnen und Leser von Edouard Louis und Annie Ernaux.
zum Produkt € 22,00*
Platz 7 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Nach 'Wovon wir leben' erzählt Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher in ihrem neuen Roman sensibel und literarisch vom Umgang mit Neurodivergenz
Oz ist anders, er hat ADHS und tut sich schwer in der Schule, aber diesmal ist ihm etwas wirklich Blödes passiert. Auf dem Heimweg wünscht er sich deshalb zumindest eine kleine Katastrophe, die seine Mutter von dem Brief der Lehrerin, den er ihr geben muss, ablenken würde. Als Oz nach Hause kommt, ist Ann - auch sie ausgestattet mit einem flirrenden Nervenkostüm - nicht wie vermutet in Zeugnis-Feierlaune, sondern es ist tatsächlich etwas passiert. Die Zilly-Oma, die in den Bergen lebt, ist weg ... Intensiv, humorvoll und mit großer Empathie erzählt Birgit Birnbacher von der Liebe einer Mutter, die mit sich und gegen andere kämpft, um ihr Kind gegen die Zuschreibungen von außen zu verteidigen - und sei es letztlich mit dem Erzählen selbst. Ein Roman über die Chancen, die der Wildwuchs im Denken eröffnet. Haben die, die sich nicht anpassen können, unserer überreizten Natur und Umwelt womöglich tatsächlich etwas entgegenzusetzen?
'Birgit Birnbacher beherrscht sie noch, diese älteste und edelste Kunst: das lebendige Erzählen als seelenrettende Maßnahme.' Clemens J. Setz
zum Produkt € 24,00*
Platz 6 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Am 8. September 1522, nach drei Jahren zermürbender Fahrt auf hoher See, erreichte das letzte geschundene Schiff der großen Magellanschen Flotte Sevilla. Am Tag genau 500 Jahre später erschien in Tschechien sein Gedichtband "Spat-il jsem svou tvá-" (dt. "Und ich sah mein Gesicht"), in dem Petr Hruška eine fiktive Schiffsreise beschreibt. Inspiriert von Antonio Pigafettis Reisebericht von der ersten Umsegelung der Welt nimmt uns der Dichter mit auf eine poetische Reise, losgelöst von Zeit und Raum. Das Schiff - ein Bild, das wir bereits aus früheren Gedichten kennen - trägt und bestimmt die Reise, auch metaphorisch. Ist das Boot, in dem wir alle sitzen, stabil genug, um uns weiter zu tragen? Was hat das Kirchenschiff mit unserem Glauben zu tun? Steht die Menschheit am Anfang? Am Ende? Oder drehen wir uns, gefangen auf einem Narrenschiff, immer nur im Kreis? Petr Hruška hat ein Buch der Wunder geschrieben, das uns die Freude am Staunen zurückbringt.
zum Produkt € 20,00*
Platz 5 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Marie Luise Kaschnitz erzählt in 'Gott und die Welt' von ihrem Leben im Frankfurt der 60er-Jahre. Die anstehenden Stürme der Studentenrevolution und der außerparlamentarischen Oppositionen sind in ihren Gedanken präsent. In einer durch die drohende Kündigung ihrer Wohnung im Westend ausgelösten existenzielle Beunruhigung berichtet sie fasziniert von einer sich verändernden Stadt, die trotz aller Sorgen ihr Lebensmittelpunkt bleibt. Und sie beleuchtet Themen, die uns heute noch und wieder beschäftigen: die Zukunft der Arbeit, die Bedrohung durch technische Entwicklungen, die Veränderungen in der Natur. Nicht zuletzt hinterließ uns Marie Luise Kaschnitz wunderbare erhellende Aufzeichnungen, die uns ein Frankfurt zeichnen, in dem man gerne zu Hause ist.
zum Produkt € 22,00*
Platz 4 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Die Wege des Geldes sind unergründlich. Trotzdem bestimmt es unser Leben, also verfolgt Elfriede Jelinek hartnäckig seine Spur. Von der Bibel bis zu René Benko, von blanker Gier bis zu raffiniert getarnter Korruption, von Klassenkampf bis zu blutigen und kostspieligen Kriegen reicht die ewig währende Geschichte, die Jelinek diesmal jedoch ganz aus der Sicht von Tieren erzählt. Immer verständnisloser, dafür mit wachsendem Sarkasmus betrachten Kühe, Schweine, Tauben, das Lamm Gottes oder auch der 'Für und Widder' uns Menschen dabei, wie wir konsequent an unserem selbst verschuldeten Unglück arbeiten - und am Ende ungebremst und fröhlich in die Apokalypse des Kapitalismus rasen. Denn klar ist in Unter Tieren: Die Welt ist aus den Fugen, und der Finanzmarkt wird es wohl nicht richten. 'Elfriede Jelineks virtuose Radikalität wirft ein Licht auf Schattenzonen unserer Zeit, das gleißender nicht sein könnte.' Neue Zürcher Zeitung
zum Produkt € 24,00*
Platz 3 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
Liebesvariationen in den rumänischen Karpaten Sommer für Sommer treffen sich Camil und Roxana im kleinen Ort Büteni in den rumänischen Bergen. Hier trennt sie eine Bahnschranke - in Wirklichkeit trennt sie jedoch ein ganzes Leben. Für diese Wochen im Sommer verwischen die Unterschiede. Gemeinsam beobachten sie die Paare im Ort und ergründen, wann Liebe Liebe ist. Da ist die kluge Anwältin aus Bukarest, die ihren kranken Mann pflegt, bis eines Tages ein Baum aus ihrem Haus wächst. Und die schöne Dame, die einer Figur aus einer Telenovela gleicht, mit ihrem völlig unscheinbaren Ehemann. Das Paar mit den gleichen Wehklagen. Paare, die ungleicher kaum sein könnten und die doch glücklich miteinander zu sein scheinen. Und mittendrin Roxana und Camil und ihre Geschichte, die eine Liebesgeschichte werden könnte. Mit eben jener Geschichte fährt eine Autorin durch Deutschland und erzählt jeden Abend einem neuen Publikum von dem jungen Liebespaar. Doch wer erzählt hier wessen Geschichte? Federleicht und tiefgründig entwirft Dana Grigorcea ein Kaleidoskop über die Liebe und die Umstände, die sie erst dazu machen. Sie erzählt von Sehnsüchten, die sich überraschend erfüllen, von Chancen, die unbemerkt vorbeihuschen, von Verunsicherungen und dem weiblichen Blick. 'In diesem [...] Roman steckt eine magische Superpower, die bewirkt, dass ihn auch dann, wenn man ihn längst zugeklappt hat, noch tausend erzählerische Möglichkeiten unsichtbar umschweben.' die tageszeitung, Katharina Granzin über 'Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen'
zum Produkt € 22,00*
Platz 2 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
'Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder.' So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem Unrecht blutige Vergeltung übt. Sein Rachefeldzug ist noch zweihundert Jahre später Vorbild und Handlungsanweisung für Michaela Kohlhaas, eine stellvertretende Friedhofsverwalterin. Befeuert von erfahrener Willkür und Ohnmacht, wird sie zur Aufsässigen. Doch wo Michael Kohlhaas mordet und brandschatzt, agiert sie vorrangig mit Worten: mit Zuspitzung, Übertreibung, Sabotage und Show. Einer vermeintlichen Hexe gleich, zieht sie fluchend und Verwünschungen aussprechend durchs Land. Und muss feststellen: Es ist von Nachteil, eine Frau zu sein. Es ist von Nachteil, sich zu wehren. Doch selbst wenn alle Welt sie für wahnsinnig erklärt - sie geht 'mit wehenden Fahnen' ihrem Ende entgegen, auf ein gutes Ende hoffend, und doch ahnend: Ein solches Ende wird es vielleicht nicht geben. Heike Geißlers Michaela Kohlhaas ist eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist. Ihre Michaela ist eine Schimpfende, eine Stinkende, eine Zärtliche. Eine große Liebende, die nicht bloß Verbesserung will - sie verlangt Wiedergutmachung und Sühne. Und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt.
zum Produkt € 24,00*
Platz 1 der SWR Bestenliste Juli/August 2026
'Meine Macke bestand darin, dass ich mehr in Büchern lebte als in der Wirklichkeit. Die Literatur verband mich mit der Welt.'
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen Sohn auf, wird geschieden. Nach einem Nierenversagen muss sie mit sechzig den Schuldienst verlassen und beginnt in einem Literaturarchiv zu arbeiten. Es ist ein unauffälliges Leben mit der einzigen Besonderheit, dass es von Büchern begleitet wird: Von den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Gegenwart bleibt Nora eine leidenschaftliche Leserin. Regelmäßig gleicht sie ihre Erfahrungen und auch die Erschütterungen der Gegenwart bis hin zum Ukraine-Krieg mit ihrem durch Literatur gewonnen Wissen ab und trifft mal mehr, mal weniger glückliche Entscheidungen. Wie gut lässt sich Bildung vermitteln? Was bringt sie letztlich - Freuden, Erkenntnis, Ernüchterung? Besteht sie im Alltag, obwohl das Leben so viele Pläne blamiert? Wie weit hilft Kultur im Umgang mit menschlichen Abgründen? Oder wäre sonst alles viel schlimmer? Petra Morsbach entwickelt in ihrem neuen Roman ein großes Thema anhand einer Fülle von komischen, traurigen, abgründigen und tröstlichen Geschichten: ruhig und lakonisch, streng und nachdenklich, mit leisem Humor. 'Orion ist ein Bildungsroman im wortwörtlichen Sinne: Charakterreife stellt sich weniger durch das Erlebte, sondern durch das Erlesene ein. Leben und Literatur beeinflussen sich hier gegenseitig, da aber beide Sphären nicht immer plausibel zueinander passen wollen, ist Orion auch an vielen Stellen ein sehr komischer Roman.' Die ZEIT 'Mit ihrem lakonischen Ton hilft sie uns, über unsere unbelehrbare, unbändig vitale und komische Welt zu lachen.' Hubert Winkels 'In -Orion- erzählt Petra Morsbach von einer Frau, die Menschen wie Bücher liest - und deren Blick auf andere auch unsere eigene Wahrnehmung radikal schärft.' NDR-Kultur
zum Produkt € 26,00*