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Nach ihrem Zusammenbruch nimmt die Pariser Anwältin Solène eine Anstellung im "Haus der Frauen" an. Sie schreibt dort Briefe für die Bewohnerinnen und wird mit deren Schicksalen konfrontiert. Solène wird klar, wie privilegiert sie durchs Leben gehen durfte. Hier muss sie sich erst einen Platz in der Gruppe erarbeiten. Salma, Cvetana, Sumeya, Binta und Cynthia sind Frauenschicksale, die berühren und Solène merkt bald, dass nicht jede von Ihnen gerettet werden kann.
Den "Palast der Frauen" haben alle dem unermüdlichen Einsatz des Ehepaares Blanche und Albin Peyron zu verdanken, die ihr Leben und Tun in den Dienst der Heilsarmee gestellt haben. Im Paris 1925-1926, in dem nichts selbstverständlich ist und schon gar nicht, sich für Minderheiten einzusetzen, kämpft das Ehepaar gegen Armut, Hunger und Benachteiligung.
Laetitia Colombani verknüpft diese beiden Handlungsstränge zu einer sehr eindrücklichen Geschichte.
zum Produkt € 14,00*
Elin lebt als erfolgreiche Fotografin in New York und vergisst über ihren Aufträgen das wirkliche Leben mit ihrer Familie. Bis zu dem Tag, an dem sie einen Brief aus ihrer Heimat erhält, versucht sie selbst die Menschen, die ihr nahe stehen sollten, auf Abstand zu halten. Niemand kennt das tragische Ereignis, das Elin hat aus ihrer Heimat flüchten lassen.
Jetzt wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt und unter dem ständig wachsenden Druck ihrer Tochter stellt sich Elin den Erinnerungen ihrer Kindheit und bricht auf nach Gotland.
Liebe, Schuld und Vergebung, Verantwortung und die Suche nach einem glücklichen und erfüllten Leben bestimmen diesen Roman und geben uns Seite für Seite die Möglichkeit mit den Figuren zu gehen und diese ins Herz zu schließen oder uns von ihnen zu distanzieren.
zum Produkt € 14,00*
Abschied & Trauer - aber kein Buch fürs Tränental. Acht Menschen nehmen uns Leser:innen mit auf die Reise,um Mattias kennenzulernen. Menschen, die ihm sehr nahe standen und solche, die nur kurz seinen Lebensweg gekreuzt haben.
Klappentext:
"Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltlos hinzugeben."
zum Produkt € 22,00*
Manhattan Beach ist ein Portrait New Yorks zur Zeit der schillernden 30er und 40er Jahre.
Die junge Anna Kerrigan wächst in einfachen Verhältnissen auf. Ihre Mutter arbeitet zu Hause als Näherin und kümmert sich liebevoll um Annas wunderschöne schwerbehinderte Schwester. Der Vater nimmt Anna ab und zu mit auf die Besuche bei seinen Geschäftsfreunden, von deren Geschäften sie aber nicht viel erfährt. Lebhaft wird es, wenn Tante Brianne zu Besuch kommt und von ihren wechselnden Männerbekanntschaften und Reiseabenteuern erzählt. Doch eines Tages verschwindet Annas Vater spurlos…
Einige Jahre vergehen … Anna arbeitet mittlerweile am Hafen auf einer der Marinewerften in einer Werkstatt, in der die Frauen Teile prüfen, die auf den großen Schlachtschiffen eingebaut werden. An dem Tag, als sie mit großer Faszination beobachtet, wie ein Taucher in den Hafen hinabgelassen wird, steht für sie fest, dass auch sie in die Tiefen tauchen will. Dafür kämpft Anna mit großer Willenskraft, denn der Gegenwind ist groß. Niemand traut ihr zu, den körperlichen Anforderungen gewachsen zu sein. Ihr großes Glück ist es, dass Taucher händeringend gesucht werden und ihr die Chance eingeräumt wird, sich zu beweisen.
Mit Anna und ihrer Geschichte taucht der Leser in einen faszinierenden Kosmos ein. Es ist eine Zeit, in der Frauen in Jobs arbeiten, die vorher nur Männern zugänglich waren und immer mehr an Selbständigkeit gewinnen. Die Autorin hat mit der jungen Protagonistin eine willensstarke und unkonventionelle Heldin geschaffen. Die zweite Ebene beschreibt die Welt der halbseidenen Nachtclubbesitzer und Kriminellen, die eine Existenz zwischen Bürgerlichkeit, Familienleben und Verbrechen führen.
Mich hat der Roman mit seiner ausdrucksstarken Sprache sofort in seinen Bann gezogen.
Als Familiengeschichte, Portrait einer außergewöhnlichen jungen Frau, eines faszinierenden Gesellschaftskosmos vor aufregendem zeitgeschichtlichen Hintergrund und tatsächlich letzten Endes sogar als Krimi begeistert das Buch auf vielfältige Art und Weise.
zum Produkt € 20,00*
In Zeiten, in denen das Internet überall und jederzeit auch die abgedrehtesten Fragen beantwortet, ist es mit Sachbüchern so eine Sache. Umso mehr, wenn der Titel verspricht, in nur 30 Sekunden fundierte Informationen zu komplexen Themenfeldern wie Philosophie, Wirtschaft, Quantentheorie oder Kunst zu bieten. So etwas macht mich neugierig: Was können die Titel der Reihe „... in 30 Sekunden“ aus dem Librero-Verlag besser als ein Wikipedia-Artikel?
Zumindest für den Band „Philosphie in 30 Sekunden“ gilt: Seine Stärke liegt darin, Neugier zu wecken, Lust darauf zu machen, einzelnen Fragen genauer nachzugehen. Jede Doppelseite präsentiert einen neuen Denkansatz. Die kurzen, knackigen Texte sind teils dekorativ, teils informativ illustriert. Ausgehend von Fragen, die jeder nachvollziehen kann, stellen sie ausgewählte Lösungsversuche der Philosophie vor, allgemeinverständlich und ohne Fachchinesisch. Selbstverständlich liefert das Buch nicht mehr als grobe Skizzen der einzelnen Ansätze. Stattdessen weist es wie ein kurzer Reiseführer durch die Philosophie auf Sehens- bzw. Denkwürdigkeiten hin, ohne einen festen Weg vorzugeben – als Einladung, eine Auswahl zu treffen, zum Selberdenken und Weiterlesen.
Für gerade einmal 7,95 € ist „Philosophie in 30 Sekunden“ aus meiner Sicht definitiv ein Kauftipp und ich bin sehr gespannt auf weitere Bände dieser Reihe.
zum Produkt € 9,95*
"Unverzichtbar zu sein ist nicht dasselbe wie geliebt zu werden, aber doch ein wenig in der Nähe davon."
Dieser Satz fängt für mich die Geschichte von Tante Martl ein. Wir tauchen ein in eine Familiengeschichte der Nachkriegszeit. Ein Vater, der sich nur Söhne gewünscht hat, aber drei Töchter bekommen hat und als letzte kam mit Martl, die eigentlich ein Martin werden sollte, die endgültige große Enttäuschung für ihn. Immer ungewollt ist sie dennoch die große Stütze der Familie.
Eine unbedingte Leseempfehlung.
zum Produkt € 12,00*
Was ist der Preis, den du bereit bist, für deine Bequemlichkeit zu zahlen?
Der Onlinestore „Cloud“ bestimmt das Leben der Menschen. Er weiß, was du zum Leben brauchst, was du essen, lesen, hören und tragen möchtest. Und er liefert alles bequem per Drohne. Fast jeder arbeitet direkt oder indirekt für Cloud. Cloud bringt Sicherheit und Geborgenheit. Der Store ist Familie. Zumindest ist dies das Bild, welches Gibson - Gründer von Cloud und natürlich einer der Reichsten des Planeten - vermittelt. Doch Paxton und Zinnia, beide neu bei Cloud, bekommen schnell die Schattenseiten zu spüren. Bist du zu langsam, dann fliegst du raus. Zeit für Pausen? Fehlanzeige. Kranktage zerstören dein Rating. Arbeite weiter! Denn wenn du einen Job bei Cloud verlierst, bekommst du nirgendwo mehr einen. Viele halten den Druck nicht aus und sehen keinen anderen Ausweg, als sich vor den Zug zu werfen, der sie vom Cloud-Gelände bringen soll. Ein Umstand, den Gibson gerne geheim hält. Aber er kann da ja nichts für, denn die Kunden haben sich für Cloud entschieden und müssen somit bereit sein, den Preis dafür zu zahlen.
Ein sehr aktueller Roman, schließlich gibt es heute schon große Onlineversandhändler und es ist schockierend zu erfahren, dass es in ihnen schon heute genauso zugeht. Die Welt, die Rob Hart hier beschreibt, ist keine ferne dystopische Zukunft, sondern die momentane Entwicklung ein paar Jahre weiter gedacht. Es ist unsere Entscheidung, ob wir sie Wirklichkeit werden lassen wollen. Die Handlung des 600-Seiten dicken Buches wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die sich wie ein Puzzle ergänzen, was die Spannung bis zum Schluss hält. Der Store ist definitiv ein Buch, das einen auch über die letzte Seite hinaus beschäftigt.
Empfohlen von Marcel Leonhardt
zum Produkt € 5,99*
Zwei Frauen. Sally und Liss. Zwei Lebensgeschichten, geprägt von Verletzungen, Ängsten und Einsamkeit.
Welches große Glück es für Sally und Liss bedeutet, dass sie sich im Weinberg treffen, können sie nicht erahnen. Sally, die auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt ist und Liss, die irgendwann aus ihrer Welt "gefallen" ist. So jemand wie Liss ist Sally noch nie begegnet. "Woher kommst du?" "Wohin willst du?" sind Fragen, die ihr nicht gestellt werden. Sally darf einfach da sein. So wie sie ist und ohne jede Erwartungshaltung.
In der Ruhe des Hofes, den Liss allein bewirtschaftet, kommen sich die beiden Frauen näher als ihnen lieb ist, denn Nähe, Verbundenheit und Vertrauen sind nicht in ihrem jeweiligen Lebensentwurf verankert. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Situation auf dem Hof eskaliert, lebt man den Alltag der beiden Frauen mit und freut sich über die Beschreibungen der Hofarbeit, der alten Obstsorten und ist mit beiden auf den Feldern.
Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat, und ein Ende an dem eine Freundschaft steht, die Zeit und Ruhe genug hatte zu wachsen.
zum Produkt € 25,00*
Die Cardinals leben in dem kleinen, kanadischen Dorf Norco, in dem sich alles um die Erzmine dreht. Die 21 (!!!) Kinder der Familie sind sich mehr oder weniger selbst überlassen, das Haus und die Umgebung sind ihr Spielplatz. Viele Jahre später soll der Vater beim Kongress der Erzsucher ausgezeichnet werden und die gesamte Sippe kommt zusammen. Ein tragisches Ereignis ihrer Kindheit wurde bis heute totgeschwiegen, brodelt nun aber wieder an die Oberfläche. In Rückblicken erzählen die Geschwister, wie sie ihre Kindheit erinnern. Und dass jeder hier einen ganz anderen Blickwinkel auf die Ereignisse hat, macht die Geschichte umso spannender ...
Eines der Bücher, das ich demnächst noch einmal lesen muss, denn wenn sich die komplette Saga entfaltet hat, kann man beim wiederholten Lesen sicher noch Details erfahren, die man beim ersten mal nicht registriert hat. Ein wirklich beeindruckendes Buch!
zum Produkt € 11,00*
2014 in Orphea, ein beschauliches Städtchen in den Hamptons. Jesse Rosenberg, Detective bei der State Police, soll in den Ruhestand verabschiedet werden. Man nennt ihn und seinen Partner Derek Scott auch die Hundertprozentigen, weil sie alle ihre Fälle aufgeklärt haben. Vier Tage vor seiner Verabschiedung spricht ihn die junge Journalistin Stephanie Mailer an, die angeblich Hinweise darauf hat, dass Jesse und sein Partner Derek bei einem Vierfachmord Mitte der Neunziger Jahre nicht den Richtigen erwischt haben. Kurz darauf wird Stephanie von ihren Eltern als vermisst gemeldet. Ist sie zum Opfer eines Verbrechens geworden? Jesse und Derek nehmen zusammen mit der engagierten Polizistin Anna Kanner die Ermittlungen zu dem alten Fall wieder auf…
Viele Perspektivwechsel beleuchten das heutige Geschehen und die Ereignisse von 1994. So reiht sich ein Puzzleteil an das andere, und die Geschichte setzt sich ganz allmählich zusammen.
Wir Leser*innen tappen zusammen mit den Ermittlern lange im Dunkeln, gehen mit ihnen falsche Wege, die logisch wirken, aber mit der Wahrheit nicht viel zu tun haben. Wir blicken auf Intrigen und in menschliche Abgründe, und durchschauen glücklicherweise erst spät das Verwirrspiel rund um Politik, Theater und das große Thema Liebe.
„Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ ist der großartige dritte Roman des Schweizer Autoren Joël Dicker. Wer ihn kennt, weiß, dass er gern verschwenderisch mit Worten umgeht. Dicker erzählt atmosphärisch und sehr detailliert. Trotzdem ist hier kein Wort zu viel – es ist wie immer jammerschade, wenn es vorbei ist.
zum Produkt € 14,00*