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Unsere Empfehlungen

Die Wahrheit über das Lügen
empfohlen von:

Alex Bachler

Alex Bachler

Die Wahrheit über das Lügen

gebunden

Die kleine Enttäuschung, dass Benedict Wells uns mit seinem neuen Buch diesmal (noch) keinen neuen Roman, sondern "nur" Erzählungen beschert, ist absolut ungerechtferigt.
Dieser Band mit Kurzgeschichten aus den letzten zehn Jahren, ist eine gelungene Wundertüte voller Überraschungen!
Keine Erzählung gleicht der anderen, manche berühren tief, stimmen nachdenklich, andere erinnern an Märchen oder gar beinahe klassische Schauergeschichten.
Seit Tagen denke ich ständig immer wieder ganz plötzlich an die eine oder andere Geschichte und möchte sie am liebsten gleich nochmal lesen!

zum Produkt € 22,00*

Mein Weg mit Vanessa
empfohlen von:

Alex Bachler

Alex Bachler

Mein Weg mit Vanessa

gebunden

Huch?! Ein Bilderbuch von Kerascoët?!
Ich kannte das französche Künstler*innen-Duo, bestehend aus Marie Pommepuy und Sébastien Cosset, bisher nur von aufwändig gestalteten und wunderschönen Graphic Novels für Erwachsene (u.a. "Jenseits", "Schönheit") und bin schwerauf begeistert von diesem wunderschönen Kinderbilderbuch aus dessen kreativer Feder!

Kerascoët beweisen, dass eine starke Geschichte komplett ohne Worte auskommen kann, obwohl es hier um ganz viele Sätze geht: verletzende, gemeine Sätze. Sätze, die zu guten Ideen werden und Sätze, die Türen und Freunschaften öffnen.

Die Zeichnungen deuten klar auf Kerascoëts Comic-Herkunft hin: Liebevolle, federleichte, morderne und ausdrucksstarke Bilder erzählen die Geschichte eines Mädchens, das auf dem Schulweg Zeugin eines Mobbing-Vorfalls wird und beschließt, nicht tatenlos und still zuzusehen, sondern Unterstützung und Begeleitung für den gemeinsamen Weg anbietet.

Ein großartiges Buch als Geschenk für die Schultüte, einfach so zwischendurch oder auch als Denkanstoß für Betroffene.

zum Produkt € 14,95*

Das Weiße Schloss
empfohlen von:

Maria-Christina Piwowarski

Maria-Christina Piwowarski

Das Weiße Schloss

gebunden

Dieses Debüt von Christian Dittloff hat mich erst ziemlich überrascht, dann hellauf begeistert.
Ada und Yves leben das perfekte Leben, sie macht in der Stadt Karriere, er arbeitet als Künstler - im eigenen Atelier in einer perfekten kleinen Eigenheimsiedlung.
Zwischen Bohème und finanzieller Sorglosigkeit, ausgesprochen gutem Sex und anregenden Gesprächen sind sie nun bereit für ein neues Projekt: ein Kind. Aber klug und klar, wie die beiden sind, bitte ohne die ganze breiverschmierte Selbstaufgabe drumherum.
Wie gut, dass "Das weiße Schloss" die (Kinder-)Wünsche seiner zahlungskräftigen Kundschaft perfekt zu erfüllen weiß - in Bioqualität natürlich. Hier gehen prenzlberger Yogawellness und neueste Medizintechnik eine fruchtbare Verbindung ein.

Ja, ich weiß, ich habe gerade ziemlich oft das Wort 'perfekt' geschrieben.
Das klingt kalt und abstoßend glatt. Die Vision dieses Romans mag damit spielen. Die Art und Weise, in der Dittloff die Geschichte erzählt, kann weit mehr als das.
Ich hatte einen kühlen, leicht dystopischen Roman erwartet, vielleicht sogar eine Horrorvision von durchgestylten In-Vitro-Föten, von einer Welt ohne Zufälle, ohne Unfälle. Vielleicht wäre das die leichter zu erzählende Geschichte gewesen.
Christian Dittloff hat sich aber NICHT den leichten Weg gesucht - und damit einen wunderbaren Roman geschaffen.
Die Sympathien, die Ada und Yves in mir geweckt haben, sind mit sehr wenigen ProtagonistInnen vergleichbar, mit denen ich zuletzt lesend Zeit verbracht habe. Er beschreibt sie warm und klug, wohl durchdacht, aber gänzlich ohne Berechnung.
Er zeigt ihre teilweise messerscharfen Ecken und Kanten, er leuchtet sie aus, macht ihre Handlungen plausibel, zeigt ihre schwächsten Punkte, aber er führt sie nicht vor, er verrät sie nicht.
Während sich mir beim Lesen eine tiefgreifende Liebesgeschichte offenbarte, umkreist der Roman große gesellschaftliche Themen (Selbstverwirklichung und Elternschaft, Perfektionismus und Kontrollwahn, Geschlechterrollen und Elitarismus), mit spielerischer Eleganz ohne sich auf Schwarzweißmalerei einzulassen oder aus einer überlegenen Position heraus zu urteilen.

Ein wendungsreicher, tiefsinniger, vor allem aber: ein warmer Roman!

zum Produkt € 22,00*

Luzidin oder Die Stille
empfohlen von:

Eva Voigt

Eva Voigt

Luzidin oder Die Stille

gebunden

Aus buchhändlerischer Sicht ist dieses Buch eine absolute Katastrophe.
Es ist eigenwillig, irritierend, 563 Seiten stark und das Geschehen in wenigen Sätzen zusammen zu fassen ist schlicht und ergreifend unmöglich. Das könnte auch der Grund sein, warum es keinen Klappentext hat.

Um Ihnen trotzdem einen winzigen, unzureichenden Einblick in den Plot zu geben:
Das Universum ist groß und es dehnt sich aus. Justus Geheimnis wird von einem seltsamen Dröhnen verfolgt. Die Wunderdroge Luzidin befindet sich in der Testphase. Gott ist krebskrank und inkontinent. Wien boxt gegen Berlin. Wir befinden uns im Zeitalter des Homo communicans. Die Gruppe der sieben Gefahren verkörpert die sieben Todsünden der Gegenwart: Schuld, Amputation, Verzicht, Einsamkeit, Verwahrlosung, selbstausbeuterische Pflicht, Ankunft. Ladislav Kampf testet Toiletten. Die aus der Schweiz importierte Kreismaschine lässt Realitäten kollidieren. Stille.

Verantwortlich für dieses wortgewaltige Ungetüm ist Lukas Meschik, der „Luzidin oder die Stille“ bereits 2012 veröffentlichte.
Ich liebe dieses Buch und wie das beim sich verlieben manchmal so ist, kann ich nicht rational erklären warum. Was ich jedoch mit Gewissheit sagen kann, ist, dass ich lange nicht mehr so viele Seiten markiert und Sätze unterstrichen habe. Und nachdem der letzte Satz gelesen war, habe ich minutenlang and die Wand gestarrt.

zum Produkt € 25,00*

Bleib bei mir
empfohlen von:

Magda Birkmann

Magda Birkmann

Bleib bei mir

gebunden

Eines hat Yejide ihrem Mann Akin schon zu Beginn ihrer Beziehung klargemacht: für die nigerianische Tradition der Vielehe ist sie nicht zu haben. Doch als Jahr für Jahr vergeht und trotz aller ärztlichen Untersuchungen, Gebete und mystischen Rituale einfach kein Nachwuchs in Sicht ist, nimmt die Schwiegermutter das Heft in die Hand – und plötzlich sitzt die junge Funmi in Akins und Yejides Wohnzimmer. Yejide sieht nur einen Weg, um ihre Ehe zu retten: sie muss schwanger werden, um jeden Preis ...

Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ hat ein sehr poetisches und zugleich unglaublich trauriges Buch darüber geschrieben, wie starre Geschlechterrollen, gesellschaftlicher Druck und männlicher Stolz Leben zerstören können. Ich war beim Lesen abwechselnd wütend, sprachlos vor Erstaunen und den Tränen nahe. Ein ganz starkes Debüt!

zum Produkt € 22,00*

Kudos
empfohlen von:

Julia Rothenburg

Julia Rothenburg

Kudos

gebunden

Endlich ist er da, der abschließende Teil von Rachel Cusk Trilogie um die Odyssee von Schriftstellerin Faye. Wobei abschließend vielleicht zu viel gesagt ist. Man kann jeden der drei Romane (die übrigens alle drei von Eva Bonné ausgezeichnet ins Deutsche übersetzt wurden) – Outline, In Transit, Kudos – für sich lesen, oder als Zirkel, oder als Trilogie, oder einfach immer und immer wieder in verschiedener Reihenfolge. Jeder Roman schildert das Leben – oder vielmehr die Begegnungen – von Schriftstellerin Faye, Rachel Cusk alter Ego. Faye geht auf Lesereise oder baut ihr Haus um, gibt ein Seminar zu Creative Writing, geht zum Friseur oder shippert auf einem Boot herum – und begegnet dabei den verschiedensten Menschen, die ihr aus ihrem Leben erzählen. Und nicht nur irgendetwas aus ihrem Leben: eine richtige Talfahrt ist jedes Gespräch, das Faye führt, direkt hinein in die Abgründe ihres arglos plaudernden Gegenübers, direkt hinein in dessen Lebensnarrationen, Selbstlügen und Vorwürfen an sich wie andere. Über Faye erfährt der/die Leser_in dabei so gut wie nichts. Eine Autobiografie ohne Autobiografin quasi. Und trotzdem bis oben hin voll mit den persönlichsten, abgründigsten, witzigsten Geschichten.

Das ist das besondere und berauschende – und für mich Literaturverständnisverändernde – an dieser Trilogie. Dass Rachel Cusk in ihr nicht abseitige, außergewöhnliche Geschichten heraussuchen muss, um aus ihnen Literatur zu machen – nicht unseren Horizont mit Geschichten zu erweitern sucht, die uns in unserem Leben nie begegnen würden. Sondern gerade das Banalste, das, was ein Mensch beim Wein ausplaudert, in Literatur verwandelt. In eine sehr scharfsinnige, bissige und unterhaltsame noch dazu.
Kudos ist für mich der krönende und, wie ich finde, sich tatsächlich noch etwas zuspitzende (deswegen würde ich doch empfehlen, die Reihenfolge Outline-Transit-Kudos beim Lesen beizubehalten) Abschluss von Rachel Cusk Trilogie. Ich wünschte, ich hätte sie noch nicht gelesen. Aber nicht, weil ich mich, ob der ganzen Plauderei, so unendlich gelangweilt hätte. Sondern, weil ich wünschte, ich könnte sie noch einmal wie beim ersten Mal entdecken.

zum Produkt € 20,00*

Zerfall des Atoms
empfohlen von:

Ludwig Lohmann

Ludwig Lohmann

Zerfall des Atoms

gebunden

Eines meiner großen Lebensbücher ist Fernando Pessoas „Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares“. Dieses Buch muss immer in meiner Nähe sein, ich brauche es, wenn mein Empfinden der Welt gegenüber wie ein Instrument verstimmt ist. Nur wenige Sätze Pessoa lassen mich die Schönheit wieder sehen und Ruhe finden im Chaos der Welt. Dafür braucht es keine Handlung, es genügt die Introspektion der Hauptfigur. Bernardo Soares betrachtet sich in einer Sprache, die so klar, so poetisch, so durchdrungen von Licht und Dunkelheit zu gleich ist, wie ich bisher keine andere gelesen habe. Bis jetzt. Auch wenn Georgij Iwanows „Zerfall des Atoms“ im Umfang nicht mal annähernd an „Das Buch der Unruhe“ heranreicht, so zeigen sich doch deutliche Parallelen. In diesem fiktiven Abschiedsbrief eines Selbstmörders spricht auch ein Aus-der-Welt-Gefallener. Auch hier möchte ich jeden zweiten Satz unterstreichen. Auch hier offenbart sich die radikale Hinwendung zum Wesen der Dinge in einer Sprache, die alles um einen herum still werden lässt. Mit dem von Alexander Nitzberg genial übersetzten „Zerfall des Atoms“ bekommt meine sehr überschaubare Bibliothek der Lebensbücher nun Zuwachs.

zum Produkt € 16,00*

Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin?
empfohlen von:

Eva Voigt

Eva Voigt

Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin?

kartoniert

Das Debüt der Norwegerin Ingvild Lothe „Hvorfor er jeg så trist når jeg er så søt“
trägt auf Deutsch den charmanten Titel „Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin“.
In diesem Gedichtband seziert Ingvild das Herauswachsen aus ihrem Kinderkörper und das Ankommen in ihrer neu gewonnenen Weiblichkeit und stößt dabei vor allem auf Weltschmerz und Apathie.
Ungeniert umreißt sie intime Momentaufnahmen auf ihrer Suche nach Bestätigung und Liebe.
Ich bin gespannt auf weitere Veröffentlichungen der Autorin, denn die Traurigkeit, die ihr Schreiben jetzt noch färbt, ist eine Traurigkeit, die der sich unverstanden fühlenden Jugend vorbehalten ist.
Ich würde ihr gerne dabei zusehen, wie sie diese Melancholie hinter sich lässt.

zum Produkt € 15,00*

Under the Udala Trees
empfohlen von:

Magda Birkmann

Magda Birkmann

Under the Udala Trees

kartoniert

When Ijeoma is eleven, civil war breaks out in Nigeria and her father is killed by a bomb. Because her mother is busy trying to build up a new life for them, she sends Ijeoma away to a childless couple who give her room and board in exchange for helping them in the household. One day, another young girl displaced by the war follows her home and the two children become inseparable. What develops between Ijeoma and Amina is more than friendship, though, it is a love that tests their resolve and shakes the foundations of Ijeoma’s faith …

Chinelo Okparanta’s debut novel follows Ijeoma through her war-torn childhood, the awakening of her sexuality and the difficult decisions that come with growing up. It is a powerful examination of the violence and pain of war and religious extremism. But, most importantly, it is a beautiful and hopeful story about love.

zum Produkt € 10,00*

Wie hoch die Wasser steigen
empfohlen von:

Jane Stemmler

Jane Stemmler

Wie hoch die Wasser steigen

gebunden

Waclaw verliert seinen besten Freund und Kollegen Mátyás während eines Arbeitsunfalls auf der Ölbohrplattform.
Anja Kampmanns Debütroman erzählt von dem harten Leben der modernen Wanderarbeiter. Sie beschreibt sehr anschaulich die körperliche und menschliche Härte, die dieses den Arbeitern abverlangt.

Waclaw ist im Ruhrpott groß geworden - seine Familie wanderte von Polen nach Deutschland ein. Als junger Mann flieht er mit seiner großen Liebe Milena zurück nach Polen. In der Hoffnung auf ein gemeinsames, besseres Leben, lässt er sich als Bohrarbeiter anwerben.
Er kehrt nie zurück, sondern verliert sich in der Welt. Erst nach dem Tod des Freundes stellt er sich seiner Vergangenheit und begibt sich an alte Orte aus seiner und ihrer gemeinsamen Zeit. Kampmann beschreibt dies durch atmosphärisch vage Erinnerungsbilder.
Ein alter Freund seines Vaters gibt ihm letztendlich ein Gefühl von Heimat zurück ...

Kampmann gelingt es - egal in welchem Land sich Waclaw gerade aufhält - die jetzige und die damalige Arbeitswelt miteinander zu verweben. Dabei lässt sie die Lesenden in eine Melancholie gleiten, die noch lange anhält.

zum Produkt € 23,00*

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